Darf man im Restaurant nicht ehrlich sagen, wie es einem geschmeckt hat?

    • (1) 21.12.15 - 13:59

      Hallo!

      Wir waren gestern mit der Familie (11 Personen) essen, und wie es so üblich ist, wurden wir im Nachhinein gefragt, ob es denn geschmeckt hätte.
      Ich war ehrlich und hab gesagt, dass ich das Essen recht salzlastig fand. Ich hatte Forelle mit in Butter gebratenen Mandelblättchen, und die zerlassene Butter war extrem salzig. Ich hab mir dann die Kartoffeln rein gedrückt, so konnte ich sie gut essen. Ehrlich gesagt, hatte ich aber schon überlegt, das Essen zurückgehen zu lassen. Die Forelle an sich war gut, das Gemüse war aber in meinen Augen auch wieder zu salzig (nicht ganz so salzig wie die Butter) und v.A. total verkocht. Über letzteres hab ich schon gar nichts mehr gesagt, aber den Salzgehalt des Essens hab ich in folgender Form erwähnt: Das Essen war insgesamt recht salzlastig, die Butter nur mit viel Kartoffeln genießbar und das Gemüse auch recht salzig. Der Fisch war aber sehr gut. Letzteres habe ich sogar ausdrücklich noch hinzugefügt. Trotzdem wusste die Kellnerin nicht wirklich, was sie darauf sagen sollte, und hat nur ein pikiertes "Hm" rausgebracht.

      Ich habe alles Verständnis dafür, dass an dem Tag viel los war und mir ist durchaus auch klar, dass die Kellnerin nichts dafür kann, aber kann man nicht adäquat auf Kritik reagieren. Mir hätte es ja schon gereicht, wenn sie einfach nur gesagt hätte "Es tut mir Leid, dass sie nicht zufrieden waren, ich werde es in die Küche weiter geben!"

      Wenn man sich lobend über das Essen äußert, bekommt man ja auch eine positive Antwort, warum also nicht auf Kritik?

      Was mir sonst noch nicht gepasst hat, hab ich mir dann gespart (z.B. bekamen die beiden Jüngsten am Tisch (fast 3 und gerade 4 Jahre alt, wir hatten ein Kindergericht für beide bestellt) ihr Essen erst, als die ersten Erwachsenen schon so gut wie fertig waren, dann war das Essen so heiß, dass sie es nicht direkt essen konnten, und der Lolly lag gleich oben auf).

      Aber wie seht ihr das? Sagt ihr ehrlich, wenn es Euch nicht besonders gut geschmeckt hat? Lasst ihr Essen zurück gehen, wenn es Euch nicht schmeckt (wie gesagt, es war jetzt nicht ungenießbar, aber eben auch nicht wirklich gut)? Ich denke, dem Restaurant ist doch nicht damit gedient, wenn jeder sagt "Hat super geschmeckt!" und letztlich nicht wieder kommt. Ein Restaurant kann doch von Kritik eigentlich nur profitieren. Aber wenn auf meine Kritik derartig reagiert wird, besuche ich es in der Tat nicht wieder.

      LG

      • Beides...sowohl sagen , also auch schon Essen zurück gehen lassen.

        Meist können die Kellner mit soetwas nicht umgehen, deswegen mach ich es dann meist noch per Email an das Restaurant. Nicht nur um mich zu beschweren, sondern auch um vielleicht einen Tip zu geben, damit andere Gäste nicht wegbleiben.
        Bin ich immer gut mit gefahren, meist gibt es auch Gutscheine als Wiedergutmachung.

        • Hallo!
          Vielen Dank für deine Antwort!
          Das mit der E-Mail hab ich ehrlich gesagt auch schon überlegt, allerdings wollte ich auch noch einmal den Rest der Familie fragen, wie es denen geschmeckt hat. Was ich denen aber auf jeden Fall noch mitteilen werden, ist, dass es nicht angehen kann, dass die Kinderessen als letztes rausgehen. Ich konnte es meinem Sohn nicht einmal mehr übel nehmen, dass er nicht mehr warten wollte, bis Pommes und Fleisch abgekühlt waren, sondern gleich den mitgelieferten Lolly gefordert hat. Wir waren um 12:00 im Restaurant, haben auch recht zügig bestellt, die Suppen und Salate kamen auch bald, aber bis die Kinder ihre Chicken-Nuggets hatten, war es 13:00 #augen. Mal sehen, wie dann in der Chefetage mit meiner Kritik umgegangen wird.

          LG

          • "...Mal sehen, wie dann in der Chefetage mit meiner Kritik umgegangen wird....."

            Das kommt sicherlich auch aufs Restaurant an bzw. auf den Chef.

            Zur Einschulung meiner Nichte hatten deren Eltern wochenlang vorher einen Tisch in einem sehr renommierten Auflugslokal vorbestellt mit Angabe des Reservierungsgrundes. Wir waren gar nicht so wahnsinnig viele - ca. 15, davon 6 Kinder. Wir haben über 2 Std. nach Bestellung aufs Essen gewartet, die Kinder ebenso. Niemand hat sich um uns gekümmert, trotz mehrerer Nachfragen wurden wir konsequent ignoriert; um Getränke zu erhalten, mussten wir an die Theke gehen... Zur Entschuldigung wurde uns später mitgeteilt, der Chef sei nicht anwesend und eine Servicekraft krank. #klatsch
            Die Eltern schrieben direkt anschliesend den Chef an mit einer Beschwerde - sie haben niemals eine Rückmeldung erhalten.
            Pech für sie, dass der Vater des Einschulungskindes eine sehr bekannte und anerkannte Person in der Stadt ist - seine Kritik haben sich viele zu Herzen genommen.

            Wir hatten anderseits im Urlaub mal Pech, als wir zum Abendessen für uns Erwachsene jeweils einen großen Vorspeisensalat bestellten und für die Kinder den Kinderteller. Tja - nach langem Warten kam der Salat und erst nach längerem Nachfragen dann das Gericht für die Kinder - das sei ja schließlich ein Hauptgericht und könne nicht parallel zur Vorspeise serviert werden. #schein
            Nach Aufklärung der Sachlage bekamen wir wenigstens jeweils ein Freigetränk und den Nachtisch umsonst. Die Kinder waren währenddessen spielen gegangen und hatten ihren Hunger vergessen.....

            LG

            • (5) 22.12.15 - 08:42

              Hallo,

              wir haben letztens auch mal 2 h auf unser essen warten müssen und haben Gebrauch von unserem Recht gemacht, die Kosten zu mindern um 30% (ab 90 min Wartezeit).

              Das wurde uns, ohne große Diskussion gewährt, ich war baff.

              LG

              Warum pech nur weil der Vater ein "hohes tier" ist.deshalb ist er nicht besser als alle anderen auch.finde ich jetzt etwas hochgestochen und ich glaube nicht dass das jemand dort interessiert.

              • Ich schrieb nichts von einem "hohen Tier", sondern das der Mann eine sehr bekannte und anerkannte Person in der Stadt ist. Das ist ein großer Unterschied.

                Ich glaube nicht, dass Du beurteilen kannst, wie die Reaktion war.

                Schöne Weihnachten!

        (12) 21.12.15 - 17:42

        Wenn eine Bedienung mit soetwas nicht professionell umgehen kann, dann hat die Bedienung den falschen Job.

        Wenn die Bedinung das nischt schfft zu klären, dann würde das Lokal es bei der Rechnuingsbegleichung und dem Gespräch mit dem Verantwortlichen merken.

        Essen mit Fehler, kann passieren. Unprofessioneller Umgang mit der Situation geht gar nicht.

        • Das trifft den Nagel auf den Kopf. Wo Menschen arbeiten, passieren Fehler. Aber wenn man Fehler macht, muss man auch kritikfähig sein. Und ich denke, die Kritikfähigkeit in einem Restaurant liegt weniger an der Person der Servicekraft als viel mehr daran, wie diese Servicekraft geschult wird.

          Allerdings war hier anscheinend mit geschultem Personal nicht viel los. Ich finde, dass eine Gesellschaft von 11 Personen keine riesige Gesellschaft ist. Da sollte es eigentlich möglich sein, dass alle Personen - natürlich nach einer gewissen Zeit - relativ gleichzeitig ihr Essen serviert bekommen. Wie ich schon geschrieben hatte, als die letzten ihr Essen serviert bekamen, waren die ersten schon fertig.

          Dummerweise haben wir am Tag zuvor das genaue Gegenteil erlebt: Wir waren mit einer Gruppe von über 50 Personen in einem Restaurant und haben ala carte gegessen (es war zwar eine etwas abgespeckte Speisekarte, aber es waren immer noch bestimmt 10 Gerichte auf der Karte). Hier hat es die Küche hinbekommen, unsere Gruppe zusätzlich zum normalen Restaurantbetrieb einwandfrei zu bedienen. Die Wartezeit aufs Essen war absolut im Rahmen, das Essen war ausgezeichnet und es hatten tatsächlich innerhalb von 15 Minuten alle 50 Personen ihr Essen auf dem Tisch (angefangen vom ersten Essen, was rausging, bis zum letzten Essen). Und das einzige, was ich hätte kritisieren können, war, dass die Portionen so groß waren, dass man sie kaum auf einmal schaffen konnte ;-).

          LG

          • Hallo

            Ein guter organisierter Betrieb schafft das auch.

            Ich habe in diesem Jahr es mal gewagt in einem saisonbetrieb zu arbeiten und es War an vielen Tagen die Hölle. 80 essen für mittags vorbestellt und am ende des nachmittags waren es dann doch 200 Gäste. Schwitz. Aber kaum Beschwerden. Es kann mal vorkommen das man als servicekraft in die scheiß kommt aber dann heißt es zusammen reisen und nicht in Panik zu verfallen. Das bringt alles durcheinander.

            wir haben oft solche Gruppen und das sollte von geschulten Personal zu machen sein.

            Fehler passieren aber es liegt an der servicekraft diese wieder gut zu machen ausser du hast dauernörgler die sowieso alles und immer bemängeln. Da bringst mit der Karte direkt den Espresso als Entschuldigung. Hab ich mal gemacht. Die kamen jede Woche und jede Woche hatte die Frau was zu nörgeln, nach vier Wochen habe ich den Espresso direkt mitgenommen und siehe da es kamen nie wieder beschwerden. Die Frau wollte gerne immer noch was aufs haus.

            Lg

    (15) 21.12.15 - 14:32

    Doch, ich finde, das darf man sagen. Zum Glück ist mir das bisher noch nicht oft passiert. Einmal hatte ich eine Suppe, die vom Salzgehalt am Rande des erträglichen war.Die Reaktion darauf war nur "Die Suppe ist wie immer."

    Ein anderes Mal ging es um Putengeschnetzeltes in Currysauce. Die Sauce war total mit Currypulver überladen. Dunkelbraun und voller Klümpchen. Ungenießbar. Nach 2 Bissen habe ich das Essen zurückgehen lassen. Mir wurde ein Ersatz angeboten, aber mir hatte es den Appetit verdorben. Das Essen erschien nicht auf der Rechnung und mir und meinem Mann wurde noch ein Cappuccino aufs Haus angeboten. Ich habe allerdings nie ausgetestet, ob in dem Restaurant an der Sauce was verbessert wurde.

    • (16) 22.12.15 - 07:58

      Da hättest ruhig frech sagen können ohhhh dann hat der Koch seine große Liebe getroffen??!!! :P

      Hatte auch schon einen Gast der mit dem Satz reklamierte: Euer Koch ist frisch verliebt kann das sein ? Da schmunzelt man und geht in die Küche und gibt das so weiter und jeder weiß was gemeint ist ;)

Hallo

Ich bin hotelfachfrau und hätte die Butter schon vorher zurückgegeben.

Natürlich dürfen meine Gäste sich beschweren . Ich gehe aber immer zwischendrin schon mal fragen und somit kann man rechtzeitig reklamieren.

Ich war letzte Woche mit den Kolleginnen essen und bei mir waren die Bohnen ohne Geschmack und auch ohne Speck. Habe das direkt bemängelt. Die Bedienung ist in die Küche gegangen und hat nachgefragt. Kam zurück das die Küche es vergessen hat aber es kamen keine altanativen wie Bohnen zurück geben und die so zu machen wie es auf der Karte stand oder einen kleinen Salat dazu. Pech gab es halt weniger Trinkgeld. Ich biete meinen Gästen immer eine altanative an. Ob es eigenen Kaffee ist oder vielleicht ein Dessert.

Was natürlich garnicht geht wenn Gäste ohne das ein Gericht vorher probiert wird direkt zum Salzstreuer gegriffen wird, dann verstehe ich keinen Spaß wenn dann das Essen zurückgegeben wird.

Mir ist es auch lieber das man sich direkt beschwert als wenn negatives im Ort weitertratscht wie : da schmeckt es nicht usw. Manchmal trifft man ja nur den Geschmack des Gastes nicht . Das heißt aber ja nicht das das Essen nicht genießbar war.

Lg

  • Hallo!

    Vielen Dank für Deine Antwort.
    So etwas ähnliches wie deine Schilderung mit den Bohnen hatten wir auch schon einmal. Unsere Tochter war damals 3, und wir hatten für sie einfach eine Portion gedünstetes Gemüse bestellt. Anders als andere Kinder hat unsere Tochter so etwas normalerweise gerne gegessen, hier hat sie aber nur im Gemüse herumgestochert. Es kam dann ein Kellner vorbei und fragte, ob es ihr denn schmeckt, und sie hat ihm klar und deutlich gesagt, dass ihr das Gemüse nicht schmeckt, weil es zu hart wäre. Dem war auch so, das Gemüse war selbst in meinen Augen noch halb-roh, und ich mag es eigentlich nicht, wenn Gemüse zu weich gekocht ist. Der Kellner fragte dann noch, ob er das Gemüse noch einmal mitnehmen und nachgaren lassen sollte, was ich (nicht die Kleine) sofort bejate (schreibt man das so?). Er ließ das Essen stehen und ging.

    LG

(19) 21.12.15 - 15:32

Ich finde es glaubwürdiger, essen zu reklamieren bevor man es aufgegessen hat.

  • (20) 21.12.15 - 16:19

    Ich hab nur das gegessen, was geschmeckt hat (wie gesagt, der Fisch war gut, und die Kartoffeln auch). Das Gemüse hab ich bis auf 2 Bissen stehen lassen.

    Und wie schon geschrieben - ich hab überlegt, das Essen zurückgehen zu lassen, allerdings hab ich meinen Mann noch probieren lassen, und der meinte, ich sollte halt die Butter mit den Kartoffeln essen. Es war auch viel los in dem Restaurant, und ich hatte das Gefühl, das Service-Personal war etwas überfordert, da wollte ich keinen zusätzlichen Aufwand betreiben.

    LG und danke für deine Meinung

    • (21) 21.12.15 - 16:29

      und ich hatte das Gefühl, das Service-Personal war etwas überfordert, da wollte ich keinen zusätzlichen Aufwand betreiben.
      -------------------------------------------
      Ähm...falsche Denkweise! Du bezahlst dafür...für das Essen und für den Service!#winke

      (22) 22.12.15 - 08:05

      Bis auf 2 Bissen gegessen ist gleich zu setzen mit "hat geschmeckt war aber zu viel" in den Augen eines Gastronoms

      Sorry da hätte ich auch skeptisch geschaut bei deiner Reklamation

      • (23) 23.12.15 - 11:56

        Das hast du falsch verstanden: Ich hab das Gemüse stehen lassen - eben bis auf die 2 Bissen, die ich gegessen hab. Ich hätte wohl besser schreiben sollen, dass ich vom Gemüse nur zwei Bissen gegessen habe.

        LG

(24) 26.12.15 - 22:51

Hmm, so wie ich es verstanden habe, hat die userin das Essen nicht reklamiert, im Sinne von "zurückgehen lassen", sondern es bezahlt!
Wenn man dann von der Servicekraft gefragt wird, wie es einem geschmeckt hat, darf man doch die Wahrheit sagen? Warum macht man sich da unglaubwürdig? Ich bin da auch ehrlich, wenn ich gefragt werde.

Grüße
Luka

  • (25) 27.12.15 - 13:28

    Sie hat erst beim abräumen reklamiert und nicht direkt als sie bemerkte das ungenießbar.
    Seine Meinung äußern gerne aber zur rechten Zeit und nicht erst ganz am Schluß wenn die Katz den Baum nauf ist

    Arbeite mal einige Monate in der Gastronomie und du wirst deine Sichtweise ändern

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