ehemalige DDR

    • (1) 07.03.16 - 15:21

      Mein Sohn (6.Klasse) hat im Deutschunterricht das Buch " die Flaschenpost" gelesen und nun sollen die Kinder ein Interview mit jemandem führen, der in der ehemaligen DDR gelebt hat und dort auch bis zur Wende geblieben ist. Es geht um Fragen,die das tägliche Leben betrafen ( Wie war es damals in der Schule, was hast du als besonders schön oder schlecht in Erinnerung, wo habt Ihr Urlaub gemacht, gibt es Dinge aus der ehemaligen DDR, die du vermisst,....?)
      Leider kennen wir niemanden, den wir befragen könnten. Vielleicht hat ja einer von Euch Lust und Zeit, seine Fragen per PN zu beantworten.

      Es gab im TV eine sehr interessante, allerdings auch sehr lange, Dokumentation: Die Kinder von Golzow. Wurde in der DDR mit der Einschulung begonnen und begleitete die Kinder bis ins Erwachsenenalter.
      Vielleicht findest Du ja die Doku im Internet. Die beantwortet alle Fragen und ich, als Erwachsener, fand sie sehr interessant.

      Gruß Bernd

    Schön war es als Kind.

    Schulessen für 55 Pfennige, die Kriminalität war nahe 0, außer einigen Gastarbeitern aus Kuba und Vietnam gab es keine Ausländer, Urlaub hat man in FDGB-Einrichtungen an der Ostsee gemacht, es gab Ferienlager, es war irgendwie alles organisierter und zivilisierter..............

    • Zivilisiert...

      #klatsch

      "Schön war es als Kind."

      außer einigen Gastarbeitern aus Kuba und Vietnam gab es keine Ausländer"

      Ooooooh, wie schön.

      Keine Ahnung, wo in der DDR Du gelebt hast.
      Ich habe Verwandtschaft und Freunde in der Oberlausitz, im Großraum Dresden wie auch im Vogtland - die haben durchweg anderes berichtet. Nur die ganz Alten haben der guten alten DDR nachgetrauert (über die "neue" Rente freuten sie sich allerdings auch sehr) - die mittlere wie die jüngere Generation ganz sicher nicht mehr.
      LG Moni

      • Es war die Betrachtung aus Sicht eines 10-11 Jahre alten Kindes.

        Da hat es einem an nichts gefehlt, zumindest hatte man das Gefühl. Jeder hatte die gleichen Klamotten an, alle hatten die gleichen Fahrräder und Spielzeuge.

        • "Da hat es einem an nichts gefehlt, zumindest hatte man das Gefühl. Jeder hatte die gleichen Klamotten an, alle hatten die gleichen Fahrräder und Spielzeuge."

          Der Unterschied zur Kindheit eines 10jährigen in den 60er/70er Jahren im Westen der Republik ist da welcher?

          • Der Unterschied ist der, dass es keine Werbung und keine Markensachen gab.

            Ganz wenige hatten Westverwandschaft und hatten da schonmal was außergewöhnliches. Ich kann mich gut daran erinnern, wie wir 10 Jungs nach dem Sportunterricht eine Dose Coca-Cola teilten, die einer mit hatte.

            • Als ehemaliges Wessi-Kind im Ruhrgebiet verrate ich dir mal was:

              Theoretisch hätten wir Markenklamotten und Coca-Cola kaufen können, praktisch nicht. Mein Vater hat unter Tage gearbeitet, hat gut verdient, aber nicht soooo viel, dass mal eben alles drin gewesen wäre. Hätten wir Ostverwandte gehabt, hätten wir die nicht unbedingt "mal eben" mitversorgen können.

              Es gab in den 60er und 70er keine Markenklamotten für uns, keine neuen Fahrräder und die Kinder trugen die Klamotten der älteren Geschwister auf -egal, ob die das gleiche Geschlecht hatten oder nicht. Cola gab es für Kinder sowieso nicht, für Erwachsene auch nur zu besonderen Anlässen. Alles ähnlich wie im Osten, nehme ich an? Die Badewanne stand im Keller, weil da auch der Heißwasserboiler, der mit Kohlen (!) beheizt wurde, stand. Geheizt und gekocht wurde mit Kohle. der Wohlstand kam in der BRD früher an als im Osten, aber auch nicht sooooo früh.

              Ich gebe dir insofern Recht, dass es uns ebenso gut ging wie heute. Wir haben nichts vermisst. Der Unterschied zur DDR war nur der, dass man hätte reisen und kaufen können, hätte man das entsprechende Geld gehabt, was im Westen die meisten in der Zeit auch nicht hatten. Nur jammert man da heute nicht, dass sie es nicht hatten. Es war eben so. ich habe nichts vermisst, heute funktioniert das Leben anders.

              Erwachsene wurde vom Staat nicht gegängelt wie in der DDR, aber das war uns Kindern im Westen ebenso egal wie euch im Osten. Die Unterschiede waren nicht so groß wie wir sie heute gern sehen wollen.

              • Ich will und muss von niemandem "Recht" kriegen.

                Gefragt war hier einzig und allein, wie man die DDR selbst erlebte.

                Ich habe nunmal meine ersten 16 Lebensjahre da erlebt und daher ist es meine Sichtweise.

                Im Gegensatz zur damaligen BRD hatten wir aber nicht die Wahl, ob wir Woolworth oder CampDavid tragen wollten, oder ob es Aldi oder Coca-Cola gab. Jeder hatte halt das Gleiche und es war nicht selten, dass von 18 Kindern in der Schule ein Drittel die selben Klamotten an hatte.

                Einzigste Privilegien in der Versorgung waren Großstädte wie Leipzig oder Berlin, da gab es etwas mehr "über" der Ladentheke.

                • "Im Gegensatz zur damaligen BRD hatten wir aber nicht die Wahl, ob wir Woolworth oder CampDavid tragen wollten, oder ob es Aldi oder Coca-Cola gab. Jeder hatte halt das Gleiche und es war nicht selten, dass von 18 Kindern in der Schule ein Drittel die selben Klamotten an hatte."

                  Ich versuche gerade, dir zu erklären, dass wir ebenso wenig die Wahl hatten. Wir hatten sie nur theoretisch. Erwachsene hatten sicher im Westen mehr Grund zur Hoffnung, dass sie sich bald mehr leisten können, wenn sie nur fleißig arbeiten, uns Kindern war das egal. Wir sahen auch alle gleich aus. Die Nachbarn hatten das gleiche wie wir. (Das tun sie heute ja auch wieder irgendwie).

                  Wir Kinder hatten auch nicht die Wahl zwischen ALDI-Cola oder Coca-Cola. Es gab keine Cola für uns. Basta. Hätte in meiner Kindheit jemand mal außer der Reihe eine ergattert, hätte er sich hinterm Schuppen mit Freunden geteilt. Genau wie bei euch.

                  Erwachsene hatten im Westen mehr Freiheit und größere Perspektiven, wir Kinder waren Kinder und hatten wenig zu melden und schon gar nicht die Wahl. War eben so.

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