ehemalige DDR

Mein Sohn (6.Klasse) hat im Deutschunterricht das Buch " die Flaschenpost" gelesen und nun sollen die Kinder ein Interview mit jemandem führen, der in der ehemaligen DDR gelebt hat und dort auch bis zur Wende geblieben ist. Es geht um Fragen,die das tägliche Leben betrafen ( Wie war es damals in der Schule, was hast du als besonders schön oder schlecht in Erinnerung, wo habt Ihr Urlaub gemacht, gibt es Dinge aus der ehemaligen DDR, die du vermisst,....?)
Leider kennen wir niemanden, den wir befragen könnten. Vielleicht hat ja einer von Euch Lust und Zeit, seine Fragen per PN zu beantworten.

Schön war es als Kind.

Schulessen für 55 Pfennige, die Kriminalität war nahe 0, außer einigen Gastarbeitern aus Kuba und Vietnam gab es keine Ausländer, Urlaub hat man in FDGB-Einrichtungen an der Ostsee gemacht, es gab Ferienlager, es war irgendwie alles organisierter und zivilisierter..............

Zivilisiert...

#klatsch

"Schön war es als Kind."

außer einigen Gastarbeitern aus Kuba und Vietnam gab es keine Ausländer"

Ooooooh, wie schön.

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Hallo,

ich bin ein Kind der DDR. Wenn Du magst, schick mir die Fragen per PN.

LG
Katty

Danke!

Melde mich wenn er später kommt.
Grüsse Julia

Es gab im TV eine sehr interessante, allerdings auch sehr lange, Dokumentation: Die Kinder von Golzow. Wurde in der DDR mit der Einschulung begonnen und begleitete die Kinder bis ins Erwachsenenalter.
Vielleicht findest Du ja die Doku im Internet. Die beantwortet alle Fragen und ich, als Erwachsener, fand sie sehr interessant.

Gruß Bernd

Danke! Danach werde ich mal suchen.

Je nach Alter bei Mauerfall wirst Du die verschiedensten Antworten bekommen, den jeder hat es anders erlebt, wie man hier schon an den Antworten sehen kann.

Finde die Schulaufgabe aber dahingehend blöd, wenn man niemanden aus der ehemaligen DDR kennt, kann der Schüler auch kein Interview führen.
Fremde Menschen im Internet zu befragen, da kann das Kind auch bisschen googeln.

Erst fand ich die Aufgabe auch richtig blöd, aber mittlerweile finde ich es sogar recht spannend, WEIL man so unterschiedliche Antworten bekommt. Es handelt sich bei den Fragen ja nicht um Fakten, die man einfach ergooglen könnte ( "Welche Länge hatte die Mauer?"...), sondern um individuell Erlebtes. Netterweise haben ihm mehrere Leute die gleichen Fragen beantwortet und es ist erstaunlich, wie sehr sich manche Antworten gleichen und andere sich unterscheiden.
Persönlich kennen wir nur eine Nachbarin, die sehr genervt reagierte, weil sie " davon nichts mehr wissen will" und ein altes Paar, das sehr stark in der evangelischen Kirche in der DDR engagiert war und immer Schwierigkeiten der verschiedensten Art hatte. Für sie war ALLES dort schlecht. Natürlich hätten auch sie interviewt werden können, aber die Antworten wären sicher äußerst extrem ausgefallen.

Ich habe 13 Jahre in der DDR gelebt.

Ich hatte eine schöne Kindheit. Die Wende kam, bevor ich die Einschränkungen bewusst sehen konnte.

In einer Doku sagte mal jemand: Das Leben in der DDR war nicht wegen der DDR, sondern trotz der DDR schön!

Kannst mich gern fragen.

Hallo,

mein Mann und ich sind Kinder / Jugendliche aus der DDR und hatten eine glückliche Kindheit.

Es gibt in jedem System gute und auch negative Dinge.
Was für uns immer noch der größte Unterschied zur heutigen Gesellschaft ist dass früher ein (notgedrungener) anderer Zusammenhalt war. Die Leute haben mehr miteinander gesprochen und je mehr Bekanntschaften der liebe Mensch hatte umso besser war es für einen. Das wir die gigantische Auswahl zwischen grünen Äpfeln und gelben Zitronen hatten im Konsum war perfekt. Ebenso das Angebot zwischen zwei bis drei Kaffeesorten. Ich bilde mir ein dass bedingt dass durch das überschaubarere Angebot deutlich weniger Lebensmittel weggeschmissen wurde als in der jetzigen Gesellschaft wo es alles im Überfluss gibt. Wir hatten in allen Dingen das was zum Leben notwendig war. Die Frauen und Männer haben viel selbst gemacht und die meisten hatten einen Kleingarten - ihre Sachen selbst angebaut.

Was ich als Frau / Mutter im Nachhinein positiv war ist die Sicherheit nach der Geburt seinen Arbeitsplatz wieder zu haben. Die Familie konnte dann gegründet werden wenn Frau es wollte - die meisten haben jedoch zeitig damit angefangen denn sonst gab es keine Wohnung. Die Mieten war sehr überschaubar - so wie vieles andere auch. Wartelisten auf Waschmaschine, Auto uä waren Jahre! Meine Schwiegereltern hatten immer einen FDGB Urlaubsplatz, meine Eltern waren Gärtner und meine Patentante war Dauercamper.

Als Kind habe ich das nicht so mitbekommen. Meine Eltern hatten sehr geregelte Arbeitszeiten und waren für ihre Ausbildung (Studium) deutlich schlechter bezahlt als meine Oma die an der Kasse stand und Pullis verkaufte. Das Studium mussten sich meine Eltern hart erkämpfen. Meine alte Dame hat es als Fernstudium neben der Arbeit gemacht. Bei meinem Vater wurde der Studienlehrkreis geschlossen weil im selben Gebäude die Theologen mit waren und das nicht geduldet wurde. Mein Vater hatte also die Wahl 400km entfernt ein anderes Studium beginnen oder Schiffe zu streichen weil dort Leute gesucht wurden. Die meisten haben ihre sehr Arbeitnehmerfreundliche Arbeitszeit dafür ausgenutzt um danach noch die Familienkasse aufzubessern.

Die Berufe wurden teilweise vorgegeben. Die Freundin meiner Mutter durfte nicht studieren (hat sie nach der Wende nachgeholt) weil sie einmal einen falschen Satz gesagt hat.

Was jedoch positiv war - das war das Schulsystem und das Freizeitangebot. Es gab bei uns kaum jemand der nach der Schule nicht in irgendeiner Arbeitsgemeinschaft für Sport, Naturwissenschaften, Garten, Haushalt oder anderen Gedöns war. Langeweile gab es nicht. Arbeitseinsätze waren an der Tagesordnung - ebenso noch für viele Jahre der Unterricht am Samstag.

In dem Moment wo wir als Kids / Jugendliche die Schule verließen konnten die meisten nähen, stricken, hatten grundlegende handwerkliche Fähigkeiten erlernt und die Jungs wussten wie eine Modelleisenbahn zu bauen geht.

Ich habe in meiner Kindheit nicht viel vermisst. Wir hatten acht Wochen Sommerferien und drei Wochen Winterferien. Klar diese ganzen kirchlichen Feiertage gab es nicht dafür hatten wir anderen Spaß. Der Zusammenhalt war auch in der Schule anderes. Und da unsere Eltern alle mindestens zwei Autos (im Traum) in der nie vorhanden Garage hatten sind wir in die Schule über mehrere Kilometer auch bei -10°C gelaufen.

In diesem Sinne - bei Fragen schreib mich an. Es kann über viel geschimpft werden oder man macht das Beste aus der ganzen Sache.

Das schönste an der DDR war übrigens für mich das Softeis.

VG Geli

Ich bin auch in der DDR aufgewachsen und habe nur gute Erinnerungen. Als Kind hat man ja sowieso eine andere Wahrnehmung. Kannst mir gern eine pn senden falls du noch antworten benötigst.