ehemalige DDR Seite: 2

          • (26) 08.03.16 - 10:40

            Deine Geschichten zu den Gastarbeitern halte ich für ganz stark an den Haaren herbeigezogen.

            Ich kenn das ganz anders.

            Es war für die Kubaner und Vietnamesen eine Art Auszeichnung, hier arbeiten zu dürfen. Wenn die sich nicht benommen haben, saßen die im nächsten Flieger und das war mehr als eine Strafe für die. Und Westgeld hatten die genauso wenig wie der normale Ossi. In die Dorfgaststätte durften die übrigens gar nicht! Schwanger werden führte zur sofortigen Ausreise, letzteres kann man auch hier nachlesen:

            http://www.ddr-wissen.de/wiki/ddr.pl?Vertragsarbeiter

            http://www.fluter.de/de/DDR/thema/7555/

            • (27) 08.03.16 - 10:57

              Ich brauche nichts nachlesen ich habe einiges selbst erlebt.

              Die haben sich benommen als seien Sie die Chefs hier.Waren ja auch die lieben,guten,netten !!!!
              Wer wollte die Anzeigen?Einer gegen viele?Und wenn war man selbst der doofe.

              Zudem kenne ich aus meiner Jugend ein paar Mädchen die sich nur wegen dem Westgeld an diese netten Gastarbeiter geschmissen haben.

              Die Vietnamesen habe ich oben schon ausgenommen, die waren sehr nett.

              Und zeit für eine Märchenstunde habe ich auch nicht, habe da was besseres zu tun, und ich würde nie irgendetwas in der Öffentlichkeit schreiben wenn es nicht selbst erlebt hätte.

          (29) 08.03.16 - 11:06

          Da ich damals bspw. noch ein Kind war, kann ich mich an Steine oder Berufswahl nicht erinnern, folglich kann ich mit reinem Gewissen sagen, es war eine schöne Zeit...

          • (30) 08.03.16 - 11:13

            Ich konnte definitiv meinen Traumberuf nicht lernen, da meine Eltern nicht parteilich organisiert waren und auch nicht zu Horch und G(a)uck gehörten und mit 3 Jahren Wehrdienst habe ich mich schon als 15-jähriger nicht erpressen lassen.

            Der unbeschwerten Kindheit hat dies genauso wenig Abbruch getan wie der Wohnungsmangel. Ein Dach über dem Kopf hatte jeder.

      (31) 08.03.16 - 07:21

      Bei der Antwort frage ich mich gerade wirklich, ob es noch eine zweite DDR gab....oder in welchem Land meine Familie gelebt hat#kratz.

      • Das habe ich mich auch gerade gefragt. Diese DDR habe ich auch nicht erlebt.

        Wir konnten jedes Jahr Ferien machen - und meine Eltern waren in keiner Partei und schon gar nicht bei der Stasi. Russische Soldaten, prügelnde Gastarbeiter? Nie erlebt ... und von sowas habe ich auch von den Älteren nie gehört.

        Wenn ich Schlechtes höre, dann geht es meist um die Mangelwirtschaft. Man musste Leute kennen, die jemanden kennen und so weiter. Man musste ewig auf bestelltes warten - und waren es nur Fliesen. Dafür war die Hilfe untereinander viel größer als heutzutage.

        Dass Leute Probleme mit der Stasi hatten - ja, manche mehr, manche weniger. Da darf man auch nichts beschönigen.

        Dass Leute wegen ihrer Religion gerade in ihrer Ausbildung und im Berufswunsch diskriminiert wurden - ja, das war Alltag.

        Dass Leute mit queren Gedanken große Probleme bekamen - ja, leider war es so.

        Vielleicht liegt es daran, dass ich aus einem sehr ländlichen Gebiet komme. Aber normalerweise lebte man völlig ruhig und ich hatte eine schöne Kindheit, ohne wirklich sozialistisch/kommunistisch erzogen zu werden. Vielleicht hatte ich aber auch einfach nur Glück.

        • (33) 08.03.16 - 09:28

          Du meinst sicher mich!

          Sorry ich musste gerade lachen du bist laut deiner Visitenkarte 35 Jahre somit 1981 geboren 1989 fiel die Mauer da warst du gerade mal 7/8 Jahre und du willst mir jetzt die Welt erzählen??? Ich war Zum Mauerfall 23 Jahre ich habe etwas mehr erlebt.Nur mal so am Rande.

    (34) 08.03.16 - 08:41

    Hallo

    nix für ungut, aber das "Organisierter" hat eben dem Staat dabei geholfen, dass die Bürger möglichst wenig denken mussten.

    Als wir noch zur Miete wohnten, zog eine Familie, beide so Mitte 30, Kind 4, in die Wohnung unter uns ein.
    Ich habe sie getroffen, und da jammerte sie, was sie alles an Anträgen und so ausfüllen müsse... Das sei eine Zumutung, und soviel Papierkram, was sie da alles wissen müsse. Sie seien vollkommen überfordert, "Drüben" war das viel einfacher... da lief es.....
    Und Kindergarten, da sei ja gar kein Platz frei, etc.,p.p.
    Später zogen dann ihre Eltern auch hier in den Ort und die waren ebenfalls ständig, wenn sie im Garten saßen, lautstark am diskutieren, wieviel besser es doch organisiert gewesen sei und einfacher in der DDR.

    Irgendwann habe ich dann mal gesagt, weil mir echt der Kragen geplatzt war, wenn sie es so viel schöner und besser dort gefunden haben, warum sie dann nicht in ein Ostblockland umgesiedelt seien...

    Darauf meinten sie: Nee, das doch nicht, hier kann man sich ja alles leisten... und es geht uns so viel besser. Wir können alles kaufen, können überall in Urlaub hin, es sei doch gut, dass die Mauer gefallen sei.

    Die waren echt nur am Meckern, aber alle Annehmlichkeiten, die haben sie voll ausgeschöpft...

    Musste das einfach loswerden, ist zwar nicht das eigentliche Thema, aber dieses "Organisierter" stößt mir doch sauer auf, sorry

    LG

    (35) 08.03.16 - 09:51

    Busfahrten für 20 Pfennig, Kinokarten kostenfrei für die Ferien...#schein Ja, war toll...

    • (36) 08.03.16 - 10:06

      Stimmt für Kinder wurde viel und vor allem sehr kostengünstig gemacht.
      Wir sind Mittags mit 10 Mark auf den Jahrmarkt hatten den ganzen Tag Spaß, waren am Abend satt und zufrieden und hatten noch 5 Mark in der Tasche.

      Auch konnte man den ganzen Tag draußen rumtoben und lärmen auf Strassen und Rasenflächen spielen ohne das sich irgendjemand aufgeregt hat.

      War schon schön.:-)

Hier auch.
Keine ewiggestrigen braun angehauchten Ossis, es wurde kultiviertes zivilisiertes Hochdeutsch gesprochen....und mehr Lametta gabs auch.

(41) 12.03.16 - 23:10

Oh, wir schieben mal schnell noch die Überwachung, die Zensur und Zwangsadoptionen weg, dann stimmt das schon in etwa ...#augen

(Liste nicht vollständig!)

Ja, so ein Diktatur ist wirklich schön. Schon in der Krippe wurde den kleinsten der sozialistische gedanke eingeimpft und so hat es sich durchs ganze leben gezogen. Ob das dann später in der Schule, bei der FDJ oder im, von der Partei organisierten Urlaub war. Die DDR war einfach klasse. Und weil sie so super war und alles gut geklappt hat, waren sie am Schluss pleite und im AR... Ja, in der DDR war es einfach toll!

(43) 08.03.16 - 13:06

Je nach Alter bei Mauerfall wirst Du die verschiedensten Antworten bekommen, den jeder hat es anders erlebt, wie man hier schon an den Antworten sehen kann.

Finde die Schulaufgabe aber dahingehend blöd, wenn man niemanden aus der ehemaligen DDR kennt, kann der Schüler auch kein Interview führen.
Fremde Menschen im Internet zu befragen, da kann das Kind auch bisschen googeln.

  • (44) 08.03.16 - 14:17

    Erst fand ich die Aufgabe auch richtig blöd, aber mittlerweile finde ich es sogar recht spannend, WEIL man so unterschiedliche Antworten bekommt. Es handelt sich bei den Fragen ja nicht um Fakten, die man einfach ergooglen könnte ( "Welche Länge hatte die Mauer?"...), sondern um individuell Erlebtes. Netterweise haben ihm mehrere Leute die gleichen Fragen beantwortet und es ist erstaunlich, wie sehr sich manche Antworten gleichen und andere sich unterscheiden.
    Persönlich kennen wir nur eine Nachbarin, die sehr genervt reagierte, weil sie " davon nichts mehr wissen will" und ein altes Paar, das sehr stark in der evangelischen Kirche in der DDR engagiert war und immer Schwierigkeiten der verschiedensten Art hatte. Für sie war ALLES dort schlecht. Natürlich hätten auch sie interviewt werden können, aber die Antworten wären sicher äußerst extrem ausgefallen.

(45) 08.03.16 - 13:48

Ich habe 13 Jahre in der DDR gelebt.

Ich hatte eine schöne Kindheit. Die Wende kam, bevor ich die Einschränkungen bewusst sehen konnte.

In einer Doku sagte mal jemand: Das Leben in der DDR war nicht wegen der DDR, sondern trotz der DDR schön!

Kannst mich gern fragen.

(46) 13.03.16 - 21:50

Hallo,

mein Mann und ich sind Kinder / Jugendliche aus der DDR und hatten eine glückliche Kindheit.

Es gibt in jedem System gute und auch negative Dinge.
Was für uns immer noch der größte Unterschied zur heutigen Gesellschaft ist dass früher ein (notgedrungener) anderer Zusammenhalt war. Die Leute haben mehr miteinander gesprochen und je mehr Bekanntschaften der liebe Mensch hatte umso besser war es für einen. Das wir die gigantische Auswahl zwischen grünen Äpfeln und gelben Zitronen hatten im Konsum war perfekt. Ebenso das Angebot zwischen zwei bis drei Kaffeesorten. Ich bilde mir ein dass bedingt dass durch das überschaubarere Angebot deutlich weniger Lebensmittel weggeschmissen wurde als in der jetzigen Gesellschaft wo es alles im Überfluss gibt. Wir hatten in allen Dingen das was zum Leben notwendig war. Die Frauen und Männer haben viel selbst gemacht und die meisten hatten einen Kleingarten - ihre Sachen selbst angebaut.

Was ich als Frau / Mutter im Nachhinein positiv war ist die Sicherheit nach der Geburt seinen Arbeitsplatz wieder zu haben. Die Familie konnte dann gegründet werden wenn Frau es wollte - die meisten haben jedoch zeitig damit angefangen denn sonst gab es keine Wohnung. Die Mieten war sehr überschaubar - so wie vieles andere auch. Wartelisten auf Waschmaschine, Auto uä waren Jahre! Meine Schwiegereltern hatten immer einen FDGB Urlaubsplatz, meine Eltern waren Gärtner und meine Patentante war Dauercamper.

Als Kind habe ich das nicht so mitbekommen. Meine Eltern hatten sehr geregelte Arbeitszeiten und waren für ihre Ausbildung (Studium) deutlich schlechter bezahlt als meine Oma die an der Kasse stand und Pullis verkaufte. Das Studium mussten sich meine Eltern hart erkämpfen. Meine alte Dame hat es als Fernstudium neben der Arbeit gemacht. Bei meinem Vater wurde der Studienlehrkreis geschlossen weil im selben Gebäude die Theologen mit waren und das nicht geduldet wurde. Mein Vater hatte also die Wahl 400km entfernt ein anderes Studium beginnen oder Schiffe zu streichen weil dort Leute gesucht wurden. Die meisten haben ihre sehr Arbeitnehmerfreundliche Arbeitszeit dafür ausgenutzt um danach noch die Familienkasse aufzubessern.

Die Berufe wurden teilweise vorgegeben. Die Freundin meiner Mutter durfte nicht studieren (hat sie nach der Wende nachgeholt) weil sie einmal einen falschen Satz gesagt hat.

Was jedoch positiv war - das war das Schulsystem und das Freizeitangebot. Es gab bei uns kaum jemand der nach der Schule nicht in irgendeiner Arbeitsgemeinschaft für Sport, Naturwissenschaften, Garten, Haushalt oder anderen Gedöns war. Langeweile gab es nicht. Arbeitseinsätze waren an der Tagesordnung - ebenso noch für viele Jahre der Unterricht am Samstag.

In dem Moment wo wir als Kids / Jugendliche die Schule verließen konnten die meisten nähen, stricken, hatten grundlegende handwerkliche Fähigkeiten erlernt und die Jungs wussten wie eine Modelleisenbahn zu bauen geht.

Ich habe in meiner Kindheit nicht viel vermisst. Wir hatten acht Wochen Sommerferien und drei Wochen Winterferien. Klar diese ganzen kirchlichen Feiertage gab es nicht dafür hatten wir anderen Spaß. Der Zusammenhalt war auch in der Schule anderes. Und da unsere Eltern alle mindestens zwei Autos (im Traum) in der nie vorhanden Garage hatten sind wir in die Schule über mehrere Kilometer auch bei -10°C gelaufen.

In diesem Sinne - bei Fragen schreib mich an. Es kann über viel geschimpft werden oder man macht das Beste aus der ganzen Sache.

Das schönste an der DDR war übrigens für mich das Softeis.

VG Geli

Ich bin auch in der DDR aufgewachsen und habe nur gute Erinnerungen. Als Kind hat man ja sowieso eine andere Wahrnehmung. Kannst mir gern eine pn senden falls du noch antworten benötigst.

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