Tod durch Meningitis

    • (1) 12.03.16 - 16:41

      Ein Kleinkind ist in Lebensgefahr, doch die Eltern geben ihrem Sohn Säfte und ein "Wundermittel". Zwei Wochen später ist der Junge tot.

      http://www.welt.de/vermischtes/article153220652/Eltern-behandeln-Meningitis-mit-Gemuesesaft.html?wtrid=socialmedia.socialflow....socialflow_facebook

      • Furchtbar. Das sind Gesundbezwr, die obendrein Naturheilmittelchen vertreiben. Das ist Gott sei Dank ein Fall für die Justiz.

        • Null Einsicht. Der Notarzt hat ihr Kind sterben lassen. Sagen die Eltern. *Kotzurbini*

          "Gesundbezwr"
          was ist das denn?

          Gegen Naturmittel ist nichts einzuwenden.
          Ich verwende diese auch fast ausschließlich.

          ok, wenn sich der Zustand meines Kindes trotz Naturmittel weiter verschlechtert , dann lass ich einen Arzt drüber schauen.

          Es ist wirklich tragisch, dass die Eltern den Ernst der Lage so spät begriffen haben.
          Allerdings wird in dem Bericht impliziert, dass der Junge durch einen früheren Gang zum Arzt , hätte gerettet werden können.
          Das hätte sein können , es hätte aber auch sein können, dass der Junge dennoch an der Meningitis verstorben wäre.

          • >>>"Gesundbezwr"
            was ist das denn?<<<

            Das sollte wahrscheinlich "Gesundbeter" heißen.

            • Gesundbeter#klatsch- ah ok, da waren wahrscheinlich irgendwie wieder selbstständig unterwegs- passiert mir auch und da kommt auch so ein Kauderwelsch raus#rofl

              Obwohl ich nicht denke , dass diese Sache hier mit Gesundbeterei zu tun hat, sondern einer tragischen Fehleinschätzung der Lage.
              Schließlich haben die Eltern das Kind zum Arzt gebracht, nur leider konnte dieser dem Kind nicht mehr helfen.

              Danke für deine Antwort!
              Karna

          Naja, mit dem rechtzeitigen Gang zum Arzt hätten die Eltern die Chance für ihr Kind immerhin von "ziemlich sicherer Tod" auf "ziemlich sicheres Überleben" gesteigert.

          Ich nutze auch gern pflanzliche Heilmittel für kleinere Wehwehchen (Salbeitee bei Halsschmerzen o.ä.). Aber man muss sich doch deren Grenzen bewusst sein. Bei Meningitis sind die weit überschritten..

          • Ich stimme dir zu , nicht jeder kann alles behandeln und wenn man seine Grenze kommen sieht, dann muss man eben Hilfe an seine Seite holen.

            Die Eltern wußten nicht dass es Meningitis ist und glaubten offensichtlich an einen schweren Infekt.
            Mir ist allerdings auch unverständlich, dass man sich keine Hilfe holt, wenn das Kind apathisch und starr wird und eigene Hausmittel keine Besserung gebracht haben.
            Ich persönlich schaue mir das Ganze an - ich kenne ja das Verhalten meiner Kinder bei Krankheit. Wenn mir etwas ungewöhnlich vorkommt, dann lass ich einen Arzt drüber schauen -ganz klar.
            Ich nutze auch Hausmittel bei allem Möglichen, nur wenn keine Besserung eintritt geh auch ich zum Arzt. Wenigstens um eine Diagnose zu bekommen und andere "Ideen" um meine Genesung zu unterstützen.

            Den Eltern wurde geraten ärztlichen Rat einzuholen , (der Heilpraktiker hätte es tun müssen).

            Sie haben also erkannt, dass sie mit Hausmittelchen nicht weiter kommen.
            Mich würde wirklich interessieren warum die Eltern selbst dann noch vor einem Arztbesuch zurückschreckten.
            Ich denke da steckt noch eine andere Geschichte dahinter.

            • Es gibt Leute, die so tief in ihrer Ideologie - ihrem geschlossenen Weltbild - drin sind, dass sie die Feuerwehr auch dann nicht rufen, wenn das Haus in Flammen steht. Wenn pflanzliche Mittel oder Homöopathie ALLES heilen können müssen und Ärzte generell NIE vertrauenswürdig sind (weil Big Pharma etc), dann bleiben halt nicht viele Behandlungsalternativen.. traurig, aber solche Menschen hab ich auch schon kennengelernt.

              • Das kann sein , ich kenne solche Menschen nicht.
                Ich sehe die Schulmedizin auch nicht als DIE einzig wahre Behandlungsmethode.

                Dafür läßt sie meines Erachtens die Komplexität des Menschen in Bezug auf Körper/ Geist aber auch im Bezug auf den Körper zu sehr außer Acht.
                Ich denke eine gesunde Mischung macht es.

                Persönlich denke ich dass jede Behandlungsform seine Berechtigung und seine Behandlungserfolge hat, halt in verschiedenen Krankheiten und in verschiedenen Stadien der Erkrankungen.

                • "Wahre" Behandlungsmethoden sind für mich solche, die ihre Wirksamkeit objektiv belegen und im Einklang mit den Gesetzen der Natur schlüssig erläutern können. Egal, wie man sie nennt. Homöopathie ist mE eine betrügerische Geschäftsmethode, die behauptet, Naturgesetze würden bei ihr nicht gelten, und die ihre Wirkung mit Magie erklärt. Magie ist für mich als Behandlungsmethode einfach raus.
                  Wenn Erwachsene daran glauben wollen, bitte. Aber in dem Moment, wo auch noch Ablehnung evidenzbasierter Medizin dazukommt, wird es echt kritisch.

            Hi,

            "Mich würde wirklich interessieren warum die Eltern selbst dann noch vor einem Arztbesuch zurückschreckten.
            Ich denke da steckt noch eine andere Geschichte dahinter. "

            Eine Forenbekannte starb vorletztes Jahr an Brustkrebs. Der war früh diagnostiziert worden und die Chancen, dass sie geheilt wird, standen gut. ABER: sie vertraute Schulmedizinern generell nicht und ging zur Heilpraktikerin. Die sagte ihr mehrfach "der Krebs ist auf dem Rückzug" - wie auch immer sie das erkennen konnte. Obwohl jeder im Umfeld immer wieder darum bat, dass sie doch Ärzte untersuchen lassen sollte, ggfs. Chemo machen lassen etc. lehnte sie das ab. Die wollten ja alle nur Geld machen. Irgendwann kam der Punkt, wo irgend jemand sie dazu nötigte, denn ihr ging es immer schlechter. Da hiess es dann: unheilbar wg. Metastasen etc.

            Sie wollte nur nicht dahin siechen und beendete ihr Leben an Heilig Abend.

            Und das war eine Frau, sie ansonsten mit beiden Beinen im Leben stand. Nachvollziehbar ist so eine Entscheidung für mich nicht. Aber die Eltern des Kindes waren vielleicht ebenso geprägt - warum auch immer.

            Gruß
            Kim

(13) 13.03.16 - 07:57

Ich persönlich halte nicht viel von Heilpraktiker, Globulis und Naturheilkunde. Erst, wenn herkömmliche Ärzte nicht mehr weiterwissen oder die Krankheit noch im Anfangsstadium ist, wäre das für mich eine Alternative.
Mein Mann hat Probleme mit seinem Darm. Da hat ihm die Heilpraktikerin wirklich geholfen, weil sie herausfand, dass sämtliche weiteren Erkrankungen auf seine Ernährung zurückzuführen sind. Aber als sie dann anfing mit irgendeiner Massage, zu der sie Worte murmelte die sie aus einem Buch ablas, wurde es ihm dann zu viel.

Meine persönliche Meinung ist, dass wir froh sein können in einem Land mit so einem hervorragenden Gesundheitssystem zu wohnen.

  • Was die Chirugie betrifft , da stimme ich dir voll zu.
    Obwohl auch unser Gesundheitssystem ein zweischneidiges Schwert ist.
    Das nicht nur Leiden "heilt" sondern auch Leiden schafft.
    Solche Tatsachen sollten wir auch bei Lobesliedern nicht unter den Tisch fallen lassen.
    Wie z.B die Tatsache dass in unserer guten Chirugie (die wirklich hervorragend ist) viel zu schnell, zu oft und auch unnötig gehandelt wird, was wieder einen weiteren Rattenschwanz nach sich zieht.

    Wie man sich behandeln läßt, wo und wie steht ja jedem frei.
    Hauptsache man wird wieder gesund :-)
    Was deinen Mann betrifft, der weiß ja nun Bescheid und konnte sich ja mit dem Hinweis nochmal woanders informieren .Internet, oder eine seriörse Ernährungsberatung usw. LG und einen schönen Sonntag
    Karna

Schrecklich.
Mir blutet das Herz.
Der arme Kleine, der so leiden musste, es hätte "so leicht" geholfen werden können!
Ich bin wirklich fassungslos bei solchen Eltern, vor allem wenn ich das hier lese:

>>Als der Junge immer schwächer wurde, suchten sie Rat bei einem Heilpraktiker.<<
>>Ezekiels Körper war zu diesem Zeitpunkt so steif, dass wir ihn nicht mehr in den Kindersitz bekamen.<<
>>Doch zu einem Internisten gingen die Eltern immer noch nicht. Sie fragten stattdessen eine befreundete Krankenschwester und Hebamme um Rat. <<
>>habe sie den "Eltern dringend empfohlen, damit so schnell wie möglich zu einem Arzt zu gehen". Aber auch diese Warnung ignorierten die Stephans.<<

Was soll das?! Was hätte noch passieren müssen um endlich einen Arzt aufzusuchen!???
Wie krank und bescheuert muss man bitte sein, um grundsätzlich NIE und NIEMALS sich in ärztliche Obhut zu begeben!??

So, und DAS ist ja nun wirklich der absolute Gipfel der Skrupellosigkeit und absoluten Verblendung:
>>Die Eltern beschuldigten den Notarzt, ihren Sohn nicht gerettet zu haben. <<
>>Um die Kosten des Verfahrens zu decken, haben die Eltern eine Facebookseite "Prayers for Ezekiel" eingerichtet und bitten um Spenden auf der Internetplattform "GoFundMe".<<

Ganz ehrlich, ich reihe mich in die Kommentatoren dieser Seite ein:
Diese Eltern sollen sich mal schön dumm und dämlich zahlen, natürlich ALLEINE (Spenden erhalten für solch ein Verhalten?!!!!), und ins Gefängnis für ihr Verhalten. Und ja, ich finde auch, solchen Eltern sollte man die Kinder nehmen. Das ist Kindeswohlgefährdung.

:-[

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