Religion - wie wichtig ist Euch das?

    • (1) 18.03.16 - 21:13

      Ich frage einfach mal in die Runde, ob ihr einer bestimmten Religionsgemeinschaft angehört und ob das wichtig für euch ist.
      Identifiziert ihr euch mit der jeweiligen Konfession?
      Also ist euer Glaube mit der jeweiligen Konfession verbunden?
      Oder ist euch die Religion an sich nicht so wichtig, aber ihr glaubt trotzdem an Gott?
      Ist es euch wichtig einer Religion anzugehören und wie sieht es mit Taufe aus?
      Ist es euch wichtig dass ein Kind katholisch oder evangelisch getauft ist oder kommt es in erster Linie darauf an dass ein Kind einfach getauft ist, egal von wem.
      Oder seid ihr bewusst aus der Kirche ausgetreten und habt eure Kinder auch nicht taufen lassen?
      Bzw. wird das vielleicht nur noch gemacht, insbesondere später auch Kommunion oder Konfirmation, weil man nicht unangenehm auffallen will oder für das Kind irgendwelche Nachteile befürchtet? Und wenn ihr Nachteile seht, welche sind das dann genau?

      • Hallo,

        ich bin evangelisch getauft und konfirmiert, aber im Grunde hat das für mich kaum eine Relevanz. Ich bin nicht besonders gläubig, auch nicht im strengen Sinne atheistisch - mir ist das für mich persönlich einfach nicht wichtig.

        Meine Kinder sind nicht getauft, weil es mir widerstrebt, derlei Dinge zu tun, weil es 'dazu gehört'. Ich möchte es ihnen offenhalten und bin deshalb nicht aus der Kirche ausgetreten. Ich schätze, dass es so einfacher ist, diesen Wunsch zu realisieren (sofern er auftaucht).

        Viele Grüße!

      Also - ich bin nicht getauft. Meine Eltern haben mich nicht besonders religiös erzogen. Meine Söhne sind auch ( noch ) nicht getauft. Trotzdem bin ich in unserer Gemeinde sehr aktiv. Denn auch wenn ich kein zahlendes Kirchenmitglied bin, so glaube ich und fühle mich dort angenommen und wohl. Ich spende dort und arbeite bei Veranstaltungen ehrenamtlich. Ich bete auch jeden Tag, obwohl ich wahrscheinlich nicht so wirklich bibelfest bin.

      Mir ist es gleich, welche Religion jemand hat. Dort, wo ich hingehe, sind die Menschen evangelisch. Ich nehme meine Söhne dort mit hin, denn wir sind eine wirklich tolle Gemeinschaft und machen tolle Dinge. Ich finde die Werte, die meinen Kindern dort vermittelt werden wichtig - Gemeinschaft, füreinander da sein, aufeinander acht geben, usw.
      Mein Mann hält von der Kirche nicht viel, kommt aber trotzdem alle paar Monate mit zu unseren Gottesdiensten. Ich war vorher bestimmt 20 Jahre nicht mehr in der Kirche und hatte so gut wie nur schlechte Erinnerungen. In unserer Gemeinde ist alles anders: nicht im entferntesten hätte ich mir jemals vorgestellt, dass Kirche heute SO sein kann :-)...
      Ich würde mir wünschen, dass meine Kinder sich später bewusst für eine Taufe entscheiden, aber das müssen sie selbst wollen. Wenn sie nicht möchten, dann ist das auch ok.
      Ich bin heutzutage etwa traurig, dass ich nicht getauft bin. Vielleicht kommt irgendwann noch der Zeitpunkt, an dem ich mich taufen lassen werde..

      • Das finde ich sehr interessant was du da erlebst.
        Meist hat Kirche ja eher einen negativen Touch,nicht zuletzt wegen der Missbrauchsfälle in der katholischen Kirche.
        Schön da such mal eine positive Sicht zu hören.
        So kann es also auch verlaufen und durchaus eine positive Bedeutung im Leben haben.

        Ich selbst bin mit Anfang 20 aus der katholischen Kirche ausgetreten.

        Was ich von meiner Mutter uns in unserer Gemeinde mit bekommen habe , hat mir als Kind schon stark missfallen.

        Vor allem aber was der Pfarrer gepredigt hat war für mich absolut befremdlich und hat meinem Empfinden total wider sprochen.
        Meine Kinder sind nicht getauft und mein Mann ist letztes Jahr auch aus der Kirche ausgetreten.

        Für mich hat Religion keinerlei Bedeutung und ich glaube auch nicht an Gott.
        Ich bezeichnet auch nicht mit meinen Kindern und ich habe auch seit 20 Jahren keine Messe mehr besucht.
        Auch keinem Kindergottesdienst.
        Wir haben hier in der Nähe eine katholische Schule mit gutem Ruf.

        Aber ich möchte diese Art der Erziehung nicht für meine Kinder.

        Ich denke es ist so wie mit vorhandenen Dingen auch, man lebt etwas vor oder auch nicht und beeinflusst die Kinder so in eine bestimmte Richtung.

        • Genau diesen negativen Touch haben viele in meinem Umfeld eben auch noch in
          Erinnerung. Ich selbst bin in die Gemeinde so "reingeschlittert". Und wenn mich jetzt jemand fragt, warum ich eigentlich in die Kirche gehe, dann sage ich auch immer "diese Gemeinde hat nichts mit dem zu tun, was wir noch von früher kennen". Ich denke viel steht und fällt auch mit dem Pastor / Pfarrer. Unser ist grad mal acht Jahre älter als ich und ein echt witziger Typ. Es hat halt mit dem Steifen und Strengen aus meiner Jugend absolut nichts mehr zu tun. Bei uns steht die Gemeinschaft im Vordergrund und der Glaube ist halt eines der Dinge, die uns verbindet. Was ich sehr schätze ist, dass die Menschen sich wirklich füreinander interessieren und es nicht nur oberflächlich ist. Auch die Offenheit in unserer Gemeinde ist sehr fortschrittlich / bei uns kommen nämlich nicht nur Christen, sondern inzwischen auch Katholiken und neulich waren sogar muslimische Flüchtlinge da. Ich habe aber auch schon des Öfteren von Leuten aus anderen Gemeinden gehört ( die dann mal
          Einen Gottesdienst bei uns mitgemacht haben ), dass wir wohl sehr fortschrittlich sind, im Gegensatz zum Durchschnitt ????

Hallo!

Ich bin getauft und auch katholisch erzogen worden. Der Glaube gehört für mich zum Leben, und die Kirche gehört zum Glauben. Das leben wir auch heute noch in der Familie. Gemeinsame Mahlzeiten beginnen wir mit einem Tischgebet, abends beten wir mit den Kindern. Beide Kinder wurden bereits als Baby getauft, uns ist es wichtig, dass die Kinder gleich Mitglied dieser Gemeinschaft sind, denn letztlich bedeutet die Taufe nichts anderes als die Aufnahme eines Menschen in eine christliche Gemeinschaft. Und da Jesus immer die Kinder besonders wichtig waren, war es für mich nur stimmig, dass die Kinder früh getauft werden. Ob die Taufe aber durch einen evangelischen oder einen katholischen Geistlichen gespendet wird, ist dabei in meinen Augen nicht relevant. Es gibt keine katholische oder evangelische Taufe, zumindest darin sind sich die Kirchen einig. Beide Kirchen erkennen die Taufe gegenseitig an. Letztlich wird in der Taufe nur der Grundstein für das christliche Leben gelegt, in welche Richtung der Glaube dann geht, hängt von anderen Faktoren - in erster Linie wohl von der Erziehung aber auch vom Umfeld - ab.

LG

Hi,

ich bin evangelisch getauft, weil man des früher eben so gemacht hat. So war zumindest die Aussage meines Vaters nach dem Grund meiner Taufe, denn gläubig ist er nicht.

Meine Mutter ist streng katholisch erzogen und ich musste als kleines Kind immer beten. Wirklich freiwillig war das nicht, denn ich habe damals schon keinen Sinn darin gesehen. Als ich 7 Jahre alt war ist meine "streng gläubige" Mutter dann mit einem anderen Kerl durchgebrannt. Ich musste nie wieder beten. XD

Konfirmation habe ich selbst abgelehnt. Mein Vater hat diese Entscheidung sofort respektiert. Meine Oma hat noch versucht mich umzustimmen..gibt ja auch Geld und Geschenke usw. ;-) Hat nicht funktioniert. Ich war / bin nicht käuflich.

Im August erwarten wir unser erstes Kind und wir sind uns einig, dass es nicht getauft wird. Ich möchte mein Kind so weit wie möglich von der Kirche und von Religion an sich fernhalten.

Im Laufe meines Lebens habe ich mich zu einem richtigen Kirchenhasser entwickelt, der auch in diesem Punkt null tolerant ist.

In meinen Augen gibt es keinen Gott. Die Entstehung der Erde und das Entstehen allen Lebens kann man wissenschaftlich erklären. Warum sollte ich etwas anderes glauben, wenn ich es besser weiß?! Das hat für mich noch nie einen Sinn ergeben. Ich weiß, die Wand ist blau, aber ich glaube sie ist grün. Das ist doch sinnfrei!

Ich könnte ewig weiterschreiben, warum ich Kirche und Religionen im Allgemeinen verabscheue, aber dann werde ich heute nicht mehr fertig..

LG Ruby

Hallo

Ich bin als Kind getauft worden, weil meine Mutter sehr katholisch erzogen wurde.

Ich habe immer an Gott geglaubt und von klein auf gebetet, aber lehnte irgendwann den Katolizismus ab. Meine Mutter auch, hätte sich aber wegen ihrer Mutter nie getraut aus der Kirche auszutreten. Mein Vater traut sich wegen seiner Schwiegermutter auch nicht, er ist evangelisch, aber eigentlich Atheist, wie alle in seiner Familie. Dennoch lassen die durchweg alle ihre Kinder taufen, was ich nicht verstehen kann.

Ich bin irgendwann zum Islam konvertiert und habe dann einen Muslim geheiratet. So war das soweit stimmig, wir wollten religiös leben und unsere Kinder nach diesen Werten und dem Vorbild erziehen.
Eine Zeremonie wie die Taufe braucht es dafür nicht.

"Religion" ist bei uns ständig Thema, aber eben nicht als "Religion" (daher in Anführungszeichen), sondern einfach als Sinn des Lebens und ständig in den Alltag integriert. Der Glaube spielt bei uns immer schon eine große Rolle und natürlich identifizieren wir uns alle auch darüber.

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