Geplanter Immobilienkauf, Vorkehrung ggf. Ende Beziehung

    • (1) 13.04.16 - 14:00

      Hallo,

      mich würde interessieren, wie ihr bei einem gemeinsamen Immbobilienkauf vorgegangen seid. Welche Vorkehrungen habt ihr getroffen, falls die Beziehung nicht hält? Mich interessiert hierbei vorwiegend, ob man Klauseln aufsetzt, dass der (Ex)Partner ein Vorkaufsrecht hat.

      Mich interessieren weniger Fälle, in denen das nicht geregelt ist. Das ist wahrscheinlich der Normalfall.

      Kurz zu uns: Wir sind nicht verheiratet und ich würde ihm einen Hausteil abkaufen. Er besitzt das Haus derzeit komplett. Ich habe Kinder, er nicht.

      Bin über jeden Rat dankbar.

      • Also Du kaufst ihm 50% des Hauses ab, stehst dann damit auch im Grundbuch.
        In dem Notarvertrag könnt ihr alle Klauseln aufnehmen, die ihr möchtet (wenn rechtlich ok).
        Ich würde dies zuvor mit einem Anwalt ausarbeiten, was es da für Möglichkeiten gibt.

        Du möchtest ihm die Hälfte abkaufen, damit Du keine Miete bezahlen musst, oder warum macht Ihr das?
        Bitte beachtet auch die Erbfolge, wenn Dir was passiert, erben Deine Kinder, nicht Dein Partner, also Testament regeln.

        • Hallo,
          Ich danke dir für deine Antwort. Das mit dem Testament ist richtig. Ich muss auch dahingehend denken.

          Mal sehen, welche Klauseln sinnvoll sind.

          Wir möchten das mit dem Kauf machen, damit ich keine Miete bezahle. Ich habe Erspartes und möchte auch Eigentum besitzen. Er wohnt derzeit nicht in dem betreffenden Haus, sondern besitzt mehrere Objekte. Ich hingegen habe nicht sehr viel Geld, könnte mir jedoch ein halbes Haus leisten. Oder auch ein kleines Ganzes. Aber das ist derzeit illusiorisch.

          Danke nochmals für deine Antwort.

      Hi,

      meine eine Freundin lebt seit fast 30 Jahren mit ihrem LG zusammen. Sie haben keine Kinder.

      Vor ca. 15 Jahren haben sie ein Haus gekauft. Der Kaufpreis wurde zur Hälfte durch das vorzeitig ausbezahlte Erbe meiner Freundin beglichen. Aus diesem Grund ist das Haus im Grundbuch auch auf meine Freundin alleine eingetragen. Ihr LG bezahlt sozusagen Miete, gibt bei notwendigen Reparaturen etc Geld dazu.

      Damit er im Falle einer Trennung aber nicht leer ausgeht bzw. das Geld, was er in das gemeinsame Haus investiert nicht weg ist, gibt es einen noratiell aufgesetzten, sehr fairen Vertrag, wieviel prozentual "abgewohnt" hat und wieviel er ausgezahlt bekommen würde.

      Ich finde diese Regelung sehr gut, denn eine Trennung stand von seiten meiner Freundin bereits vor in paar Jahren im Raum, allerdings kam es nicht dazu. Durch diesen Vertrag, der gemeinsam mit dem Notar ausgehandelt wurde, wird es im Fall einer Trennung keinen Streit geben.

      An Stelle Deines LG würde ich Dir keinen Anteil verkaufen sondern eine ähnliche Regelung wie die genannte aufsetzen. Hierbei ist es unerheblich, ob du Kinder hast oder nicht. Evtl. sollte er auch über eine Todesfallregelung nachdenken, falls er verstirbt, wer dann das Haus erbt. Aber Anteile verkaufen üwrde ich nicht und ich würde auch keine erwerben wollen.

      Zweites Beispiel:
      Meine beste Freundin lebt seit 8 Jahren mit ihrem LG zusammen. Dieser hat eine heute 12jährige Tochter. Vor 5 oder 6 Jahren haben sie gemeinsam ein Haus gekauft und saniert. Dieses gehört beiden jeweils zur Hälfte.

      Für den Todesfall haben beide vertraglich Erben benannt (Tochter bzw. Bruder), aber auch geregelt, dass der überlebende Partner bis zum eigenen Tod ein Nieß-Brauch-Recht hat.

      Im Fall der Trennung wird der Partner, der das Haus übernehmen kann und möchte (aus finanziellen Gründen wird das der LG meiner Freundin sein), vom anderen ausbezahlt. Zu welchen Konditionen wurde alles vertraglich festgehalten, aber da kenne ich keine Details. Auch hier wurde alles mit einem Notar besprochen und verhandelt.

      Gruß
      Kim

      • HI Kim,

        Danke für deine umfangreiche Antwort.

        Das mit der Mietzahlung wollte ich in dem Fall nicht. Ich bin bereits seit einigen Jahren Mieter. Eigentlich schon immer. ;-)

        Auch er war in einer langjährigen Beziehung und bezahlte immer Miete. Es wird nie etwas Gemeinsames. Deshalb versteht er, dass ich lieber etwas gemeinsames oder halbiertes haben möchte.

        Er besitzt mehrere Häser. Es ist nicht das Elternhas, welches wir dann zusammen besitzen würden. Warum würdest du lieber kein gemeinsames Eigentum besitzen wollen?

        Das mit dem Niesbrauch ist auch ein guter Hinweis.

        Danke dir!

        • Hi,

          warum ich unverheiratet kein gemeinsames Eigentum haben wollen würde?

          Ganz einfach: er hat mehrere Häuser, die hat er sich vermutlich erarbeitet oder geerbt. Also ist es Seins. An seiner Stelle würde ich, wenn man nur so zusammen lebt, nichts "halbes" verkaufen. Das gibt nur Ärger.

          Besser wuerde ich es finden, wenn du dir selbst etwas kaufst und zwar unabhängig von ihm. Und das dann ggfs als Wertanlage sehen.

          Allerdings würde ich generell keine Immobilie gemeinsam kaufen, wenn ich unverheiratet bin. Es hat meist einen Grund, warum nicht geheiratet wird. Es kann trotzdem lange halten, aber falls nicht, ist eine Trennung leichter und schneller zu vollziehen. Ausserdem steht oft einer finanziell besser da als der andere. Meine Freundin z.B. die gemeinsam gekauft hat, könnte sich das Haus alleine nicht leisten und könnte ihren LG niemals ausbezahlen. Also müsste sie das Haus verlassen. Und das, nachdem sie sich dafür krumm gelegt hat?

          Unser Haus ist komplett nur auf mein Gehalt finanziert. Ich könnte es alleine halten, falls wir uns trennen. Mein Mann nicht, aber Ihm liegt nichts an Wohneigentum.

          Gruß
          Kim

    (10) 14.04.16 - 15:25

    Hallo,

    "Mich interessiert hierbei vorwiegend, ob man Klauseln aufsetzt, dass der (Ex)Partner ein Vorkaufsrecht hat."

    Dann solltest du erst einmal wissen, was ein Vorkaufsrecht ist.
    Das bedeutet nur, dass jemand in einen bereits ABGESCHLOSSENEN Vertrag einsteigen kann.

    freundliche Grüsse Werner

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