Was tun bei sex. Belästigung durch Chefarzt?

    • (1) 03.05.16 - 10:13

      Hallo,

      meine Schwester studiert Medizin an einem Uniklinikum, die Stadt möchte ich lieber nicht nennen. Der Chefarzt ist um die 50 Jahre alt und lädt sie immer wieder zum Einzelgespräch in sein Zimmer. Unter dem Vorwandt eines fachlichen Gesprächs, hat er ihr unter anderem schon die Hände auf die Schultern gelegt, während er stand und sie saß, oder sie am Arm gestreichelt.

      Außerdem würde er immer Aussagen wie: "Sehr gut machen Sie das heute wieder meine Liebe!", tätigen. Das Problem ist, dass er sehr vorsichtig vorgeht und sich nie etwas anmerken lässt, wenn seine Kollegen oder die Mitkomillionen meiner Schwester im Raum sind. Eindeutige Aussagen, oder Aufforderungen hat er auch noch nicht getroffen, er schmeichelt immer auf so eine subtile Art.

      Für mich ist es aber schon mit dem Streicheln und Hand auf die Schultern legen in einem geschlossenen Raum eine sexuelle Belästigung! Ich habe meine Schwester auch immer wieder aufgefordert zur Klinikleitung zu gehen, aber sie fürchtet um ihr Studium und darum vor allen als Spinner dazustehen. Wie gesagt, ihr Chefarzt geht sehr vorsichtig vor.

      Hat jemand einen guten Rat? Ich möchte meiner Schwester unbedingt helfen!

      (4) 03.05.16 - 10:27

      Hat sie ihm schon deutlich mitgeteilt, dass er das anfassen lassen soll? Wie hat er darauf reagiert?

      • ich hab den Eindruck, dass sie das eben nicht getan hat. Deshalb auch meine Frage, ob sie sich über haupt helfen lassen will.
        Keine Ahnung, aber viele Frauen trauen sich nicht zu sagen, dass sie es nicht mögen, wenn ihnen jemand zu nah kommt.

        • (6) 03.05.16 - 10:37

          Ich mag es auch nicht, wenn mir jemand zu nah auf die Pelle rückt...... und manche Menschen fassen gerne an, ohne dass ich direkt eine sexuelle Absicht sehen würde.

          Die lassen es dann aber auch, wenn man es sagt oder zumindest deutlich zeigt.

          • du, ich seh da auch nicht unbedingt eine sexuelle Belästigung, quatsch. Ich mag aber nur jemanden näher an mich ran lassen, wenn es mir genehm ist. Das kann man doch kommunizieren. Bei der Schwester der TE ists wohl so, dass sie Angst um ihre Stelle hat und sie sich da mit zurück nimmt, zurück hält, das einfachste Mittel zu benutzen, die Sprache.
            Angst kann selbst Ekel über winden. Bei einigen

    Hallo,

    kommt darauf an.

    Mein früherer Chef war auch so. Immer Körperkontakt, so Kommentare wie, "Was würde ich nur ohne sie machen."

    Ich habe das immer ignoriert. Nach einer Weile hat es dann aufgehört, da er jemanden gefunden hat, der darauf reagiert (mit der Kollegin hat er dann ein längerfristiges Verhältnis angefangen).

    Wenn es sie stört und belastet, sollte sie ihm das deutlich sagen und ansonsten den Betriebsrat (den wird es an einem Uniklinikum doch wohl geben) einschalten.

    GLG

    • Sie hat ihm einmal gesagt, dass er bitte seine Hand von ihrer Schulter nehmen möchte. Er scheint aber ein verwegener Typ zu sein, der ist kalkuliert und spielt die Situation dann beiläufig herunter. Nach dem Motto "Ach Frau Kollegin...haben sie sich doch nicht so". Ich würde mich da auch unwohl fühlen. Aber wie gesagt, er macht das geschickt, wandelt auf einem schmalen Grad. Hätte er sie direkt zu entwas aufgefordert hätte meine Schwester schon lange andere Schritte eingeleitet. Sie kann ihn aber auch nicht anfauchen, oder bloßstellen. Sie ist auf ihn angewiesen, so beschissen die Situation ist, aber der kann ihr wirklich viel versauen!!

      • sie muss ihn weder anfauchen, noch blos stellen. Sachlich bleiben muss sie. Drauf hin weisen, dass sie eben nicht von ihm an gefasst werden möchte und dass das nichts mit "haben sie sich doch nicht so" zu tun hat.

        Sie möchte es nicht. Da er ein Mann in einer bestimmten Position ist, weiss er durch aus, was es bedeutet, wenn man jemandem Respekt zollt.

        Bei allem Respekt, ich möchte (von Ihnen) nicht an gefasst werden, ich fühle mich unwohl dabei. Ich bitte, meinen Wunsch zu respektieren.

        Wenn er es nicht tut, dann hat er so wie so keinen Respekt vor ihr und wenn er will und kann, wird er ihr so oder so das Leben schwer machen

        Also ich habe auch Medizin studiert und wüsste nicht, wie einem ein Chefarzt irgendwas versauen könnte.

        Außer vielleicht sie will eine Stelle an der Uni oder sogar in der Abteilung. Dann muss sie sich aber eh spitze Ellbogen und ein dickes Fell zulegen und kann das gleich mal bei dem "väterlichen Chefarzt" üben.
        Ich hatte auch mal so einen Chefarzt, der hat sich bei der Visite zu den Patienten ins Bett gesetzt und doch tatsächlich mal einer Patientin im Nachthemd den Po getätschelt zur Verabschiedung aus dem Zimmer. Ging gar nicht.

        • >>Ich hatte auch mal so einen Chefarzt, der hat sich bei der Visite zu den Patienten ins Bett gesetzt und doch tatsächlich mal einer Patientin im Nachthemd den Po getätschelt zur Verabschiedung aus dem Zimmer. Ging gar nicht. <<
          es gab Zeiten, da ging das sehr wohl. Leider.
          Wie der Gynäkologe, der einer erwachsenen Frau mit der Hand auf die Schulter tätschelt und säuselt: Kindchen, das wird schon wieder.

(13) 03.05.16 - 13:34

"Für mich ist es aber schon mit dem Streicheln und Hand auf die Schultern legen in einem geschlossenen Raum eine sexuelle Belästigung."

Ich kann mir ehrlich gesagt nicht vorstellen, dass das schon unter sexuelle Belästigung fällt...aber gefallen lassen muss man sich so was natürlich auch nicht.

"Ich habe meine Schwester auch immer wieder aufgefordert, zur Klinikleitung zu gehen, aber sie fürchtet um ihr Studium und darum vor allen als Spinner dazustehen."

Warum macht sie dem Arzt nicht mal ne Ansage? Sie soll sich die Berührungen einfach verbitten und schauen, was weiter passiert...die Klinikleitung muss vielleicht gar nicht eingeschaltet werden.

Als erstes sollte sie, wenn sie das stört mal der betreffenden Person gegenüber deutliche Worte finden. Danach kann oder könnte sie noch immer zur Klinikleitung und hier das GEspräch suchen. So gesehen liegt es an ihr selbst den ersten Schritt zu gehen. Auch wenn das nicht immer leicht fällt.

Ela

(15) 03.05.16 - 18:05

Sie studiert? Dann hat vermutlich der AStA ein Frauenreferat, die Uni eine Frauenbeauftragte. An die soll sie sich wenden.

In meiner Studienzeit hatte ich eine Kommilitonin, der ähnliches widerfuhr. Der Belästiger war stellvertretender Dekan und ihr Diplombetreuer. Auch er war sehr vorsichtig, aber das subtile wurde peu a peu aufdringlicher. Waren es anfangs ihre hübschen Augen, wurden es später ihre hübschen Brüste. Irgendwann ist sie heulend zusammengeklappt, wollte das Studium schmeissen und hat sich der Frauenbeauftragten anvertraut.

Es gab keine Anzeige (wollte meine Kommilitonin nicht), keine Öffentlichkeit (wollte meine Kommilitonin nicht), aber ab da war der Spuk vorbei.

Es geht diesen Grapschern nicht um Anmache im Sinne von 'Ich finde dich so toll', es geht um Macht. Und wenn man ihnen klarmacht, das sie nur noch Millimeter davon entfernt sind, ihre Macht und Reputation zu verlieren, weil sich das Stigma des ältlichen Bockes über sie senkt, der seine Finger nicht von jungen Studentinnen lassen kann, werden sie ganz schnell ganz klein.

Eine Anzeige wäre uns allen natürlich am liebsten gewesen (der Prof war sowieso ein *rsch*), aber darüber entscheidet in solchen Fällen immer das Opfer.

Grüsse
BiDi

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