Alter Nachbar ist nicht mehr fahrtauglich!

    • (1) 08.05.16 - 21:32

      Hallo!

      Unser Nachbar ( 85 Jahre ) fährt immer noch Auto.
      Er sieht nach 2 Augen OP´S nicht mehr gut.
      Er leidet seit 3 Jahren unter Parkinson, bekommt Medikamente.
      Er schleicht ganz langsam durch`s Haus, kann sich nicht mehr schnell bewegen, weshalb ich ihm auch ihm Verkehr verminderte Reaktionsfähigkeit unterstelle.
      Er leidet ebenfalls unter Osteoporose. Vor 2 Wochen kam er ins Krankenhaus (wegen starken Rückenschmerzen!) und wurde dann direkt wegen eines Wirbelbruchs operiert. Seit Freitag ist er wieder zu Hause und will nun wieder Auto fahren.
      Ich halte das für unverantwortlich und habe ihm das auch mitgeteilt (also nix hintenrum!)-er ist natürlich uneinsichtig. Ich habe ihm auch gesagt, daß ich bereit bin, ihn zu melden- aber wie und wo macht man das?

      Kann mir jemand helfen?

      LG Wurzelkatze

      Ich habe mich da auch schonmal informiert und Nichts dazu gefunden. Scheinbar kann man da erst was machen wenn was passiert ist.
      An deiner Stelle würde ich mich trotzdem ebenfalls mal bei der Polizei erkundigen. Vielleicht sehen die das anders.

    Hallo,

    hat er keine Verwandten, an die Du Dich wenden könntest?

    • Hallo...

      Ich kenne Tochter und Sohn, sowie die beiden Enkel (alle mit Führerschein).

      Die kommen nicht wirklich, also sehr selten.
      Die sind natürlich froh, daß er noch fährt, sonst müssten sie ja mal kommen.

      LG C.

Hi,

woher weißt du, dass er nicht mehr gut sieht? Meine Oma hatte auch zwei Augen-OPs, aber die haben positive Auswirkungen gehabt.

Ich bin fast 44, kann mich sehr oft auch nur langsam bewegen, weil ich Rückenschmerzen habe - meine Reaktionsfähigkeit ist dadurch aber nicht beeinträchtigt. Solange ich mich drehen kann (Schulterblick), vernünftig lenken und bremsen, sehe ich keinen Grund, warum ich nicht fahren sollte.

Mein Vater ist 68 Jahre alt, hat seit fast 10 Jahren Parkinson, Restless Legs etc und bekommt auch entsprechende Medikamente. Das beeinträchtigt seine Fahrtüchtigkeit allerdings gar nicht. Er ist erst jetzt wieder problemlos fast 2000km von Spanien nach Deutschland gefahren (mit entsprechenden Pausen - insgesamt 2,5 Tage Fahrzeit).

Und, ich kann dir aus Erfahrung sagen, dass die Polzei nichts unternehmen kann und wird. Nichteinmal bei einem Unfall - solange kein Personenschaden entsteht. Meine Oma war nämlich irgendwann auch unbelehrbar. Bis etwa 83 Jahre war es völlig ok, dass sie ihre kurzen Strecken mit dem Auto gefahren ist. Danach hatte sie aufgrund von Osteoporose Wirbelbrüche (gut und folgenlos verheilt), nach einem Sturz einen Oberschenkelhalsbruch (auch gut verheilt). Sie war auch soweit recht schnell wieder fit und konnte sich wieder gut bewegen. Nach jeder OP wurde aber die körperliche Kraft weniger, Oberkörper drehen wurde sehr schwer, etc. Sie verursachte zwei Blechschäden - Polzei war vor Ort. Meine Mutter versuchte über die Polizei zu erreichen, dass meine Oma nicht mehr fahren darf (freiwillig wollte sie nicht aufhören - hätte ja jedem passieren können). Keine Chance.

Aufgehört zu fahren hat meine Oma dann mit fast 90. Und das nicht freiwillig. Sie ist wieder mal gestürzt, kam mit Rippenbrüchen ins KH und meine Mutter hat ihr nach der Rückkehr nach Hause die Wahl gelassen, entweder freiwillig das Auto abzugeben oder sie würde das Auto abmelden (berechtigt ist meine Mutter dazu). Aufgrund der spürbaren körperlichen Schwäche hat meine Oma dann endlich zugestimmt unter der Bedingung, dass ich das Auto bekomme.

Nun kenne ich den Mann nicht - wenn er geistig fit ist und nur einfach langsamer aufgrund der Schmerzen, gibt es für mich nicht unbedingt einen Grund, das Fahren zu zu bemängeln. Und je nach dem, wo ihr wohnt, kann ich auch verstehen, wenn er diese Freiheit nicht aufgeben mag. Nicht jeder kann sich so problemlos ein Taxi leisten wie meine Oma. Das macht sie auch heute noch regelmäßig - obwohl sie seit etwa 9 Monaten im Seniorenheim lebt.

Gruß
Kim

Du kannst nicht über anderer Menschen Fahrtauglichkeit entscheiden!

Dieses Denunziantentum ist das Schlimmste, was es überhaupt gibt!

  • Aber sie hat ihn doch offen angsprochen, und ihm auch gesagt, dass sie sich an die Polizei wenden wird. Finde ich nicht schlimm. Denunziantentum würde ich das nennen, wenn sie heimlich hintenrum angerufen hätte.

    Ich glaube allerdings, ich würde mich das nicht trauen, denn ich finde es schon übergriffig, einen älteren Nachbarn, der kein Verwandter ist, in dieser Sache hineinzureden.

    Trotzdem bin ich grundsätzlich dafür, dass ältere Menschen ab einem gewissen Alter auf ihre Fahrtüchtigkeit hin getestet werden sollten. Es gibt genug schwere Unfälle zum Thema alte Herrschaften verwechseln Gas und Kupplung oder fahren verkehrt auf die Autobahn auf. Siehe jetzt gerade der Unfall in Bad Säckingen.

    LG,
    Sue

    • "Trotzdem bin ich grundsätzlich dafür, dass ältere Menschen ab einem gewissen Alter auf ihre Fahrtüchtigkeit hin getestet werden sollten. Es gibt genug schwere Unfälle zum Thema alte Herrschaften verwechseln Gas und Kupplung oder fahren verkehrt auf die Autobahn auf. Siehe jetzt gerade der Unfall in Bad Säckingen."

      Das ist aber ein schwieriges Thema. Die meisten Unfälle werden immer noch von jungen Menschen verursacht, die zu schnell fahren, denen die Erfahrung fehlt, die rücksichtslos sind. Wie kontrolliert man die? Warum sollen Alte zum Test, wenn Junge fahren dürfen wie die letzten Henker? Wer entscheidet, wer fahrtüchtig ist und wer nicht? Alte fahren vielleicht langsam und halten den Verkehr auf, in der Regel verursachen sie eher die kleineren Unfälle. Alte reagieren nicht mehr schnell genug, machen das aber oft durch Erfahrung und Umsicht wieder wett. Die wenigsten von den 80jährigen fahren noch auf der Autobahn, die fahren mal zum Einkaufen oder zum Arzt. Einen Herzinfarkt oder Schlaganfall kann jeder am Steuer bekommen, das trifft auch oft die Gruppe der 50 bis 60jährigen. Dürfen die jetzt auch nicht mehr fahren, weil sie eine potentielle Gefahr sind?

      Jeder Unfall ist einer zu viel, das sehe ich auch so. Ich bin auch dankbar für jeden alten Menschen, der von selber merkt, dass er es eigentlich nicht mehr kann. Es ist aber nun mal diskriminierend, alle ab einem bestimmten Alter zu kontrollieren.

      Mehr Aufklärung, mehr freiwillige Tests, bessere, preiswertere Alternativen zum Auto sollte man anbieten. Was soll Opa denn machen, wenn er allein auf dem platten Land wohnt?

      • (12) 09.05.16 - 15:01

        "Die meisten Unfälle werden immer noch von jungen Menschen verursacht,"

        Hallo,
        das ist leider nicht mehr so!

        Die "alten Herrschaften" haben in Bezug auf Unfälle in der Unfallstatistik so stark aufgeholt, das ältere Verkehrsteilnehmer seit dem Jahr 2014 erstmals in der Geschichte gleichauf mit Fahranfängern sind was Unfälle auch schwerste mit Toten und Verletzten anbelangt.

        Es ist also Geschichte, dass ältere Verkehrsteilnehmer weniger Unfälle bauen als Fahranfänger.
        Im Gegenteil, es steigt von Jahr zu Jahr an.
        Eine Tendenz war schon lange absehbar.

        Die Zahl der Verletzten und der Toten Senioren ist zwar seit 1980 bis zu 2014 signifikant gesunken, aber das hat andere Ursachen, wie zum Beispiel der enorme Anstieg der aktiven und passiven Sicherheit in den Fahrzeugen.

        Beim letzten Verkehrtag 2015 konnte man sich aber leider immer noch nicht dazu durchringen Gesundheitsprüfungen ab einem gewissen Alter vorzuschreiben, um zumindest die schwersten Fälle aus dem Verkehr zu ziehen.

        Das ist in vielen anderen europäischen Ländern anders, da muss man in manchen Ländern ab einem gewissen Alter eine Gesundheitsprüfung absolvieren um den Führerschein zu erhalten.
        Das ist hier in Deutschland leider nur für LKW und Personenbeförderung vorgeschrieben und da sogar schon ab dem 50. Lebensjahr.

        Ich wünsche mir auch hier in Deutschland eine regelmäßige Gesundheitsprüfung für ältere Verkehrsteilnehmer, so ähnlich wie es schon für Piloten seit Jahren Standard ist.
        Und ich meine jetzt nicht den Vergleich Verkehrspilot mit Flugzeugen mit Passagieren.
        Jeder der etwas fliegen möchte, ob Segelflugzeug alleine, oder Leichtflugzeug alleine nimmt Gesundheitsprüfungen schon seit Jahren in Kauf.
        Bei Fahrzeugführern ist es auf einmal alles ein riesen Drama mit der Forderung nach einer Gesundheitsprüfung ;-)

        Gruß
        Demy

        Danke dir für deine Antwort.

        Warum findest du das denn diskriminierend? In anderen europäischen Ländern gibt es diese Überprüfungen doch auch, warum geht es in Deutschland nicht? Warum ist es bei uns diskriminierend, dort aber nicht?

        Dass jemand mit 50, 60 einen Herzinfarkt am Lenkrad bekommen kann, ist klar. Allerdings ist sowas nicht die Regel.

        Es ist aber die Regel, dass man ab einem gewissen Alter schlechter sieht, schlechter hört und deutlich höhere Reaktionszeiten hat.

        Warum also nicht testen? Es schützt doch eigentlich alle: die Fahrer selbst und die anderen Verkehrsteilnehmer auch. Aufklärung gut und schön, aber so mancher älterer Herr wird sich sicherlich nicht aufklären lassen.

        Und es gibt sicherlich kein Grundrecht darauf, Auto fahren zu dürfen. Auch nicht, wenn Opa auf dem Land wohnt.

        In Zukunft wird das Problem nicht weniger werden, die Menschen werden immer älter. Man muss sich also durchaus hierüber Gedanken machen.

        Da allerdings alte/ältere Menschen eine sehr große Wählergruppe sind und außerdem einen großen Teil der Neuwagenkäufer ausmachen, wird so ein Test sowieso nicht kommen, keine Sorge.

        LG,
        Sue

        Es soll die körperliche Fahrfähigkeit älterer getestet werden (was bei jungen Erwachsenen ja bei der Prufung gemacht wird).

        Und weil junge Erwachsene fahren dürfen wie die letzten Henker ( dürfen die das wirklich?) soll man auf körperliche Tests im Alter verzichten.

        So richtig logisch klingt das nicht.

        Gerade die körperliche Fahrfähigkeit ist doch sehr einfach zu testen.

        Was spricht also dagegen?

        Wie willst du aber prüfen, dass man nicht fährt wie der letzte Henker?

        Und ist da nicht das Punktesystem ein "Prüfsystem" der Fahrfähigkeit?

        Und wer "durchfällt" bekommt den Führerschein entzogen.

        Hallo!

        Abgesehen davon, was vor mir schon auf deinen Beitrag geschrieben wurde, möchte ich dir nur ein wunderbares Beispiel aus dem nahen Verwandtenkreis nennen:
        Die Patentante meines Mannes - mittlerweile geht sie auf die 90 zu - ist ihr Leben lang Auto gefahren. Irgendwann meinte sie, sie würde "nicht mehr so gut" sehen, was sie aber aufs Alter geschoben hat - bis dann der Augenarzt eine Makuladegeneration feststellte. Damals war sie auf dem einen Auge bereits blind und hatte auf dem anderen Auge eine Sehkraft von 20% - mit dem Autofahren hat sie nur aufgehört, weil es ihr der Arzt schlichtweg verboten hat. Und noch heute sagt sie "Hätte ich doch den Arzt nicht gefragt, ob ich noch Auto fahren dürfte, dann würde ich heute noch fahren!" Das bis dahin nichts passiert ist, war reines Glück und wohl auch der Achtsamkeit anderer Verkehrsteilnehmer zu verdanken. Und ihr Argument war immer: "Ich fahr ja nur noch Strecken, die ich kenne!":-[ - Auch auf bekannten Strecken kann einem ein Kind vors Auto springen oder der Vordermann plötzlich stark bremsen.

        Von daher halte ich eine Fahrtauglichkeitsprüfung ab einem gewissen Alter durchaus für sinnvoll. Es gibt messbare Parameter, anhand derer man durchaus abschätzen kann, ob ein Mensch noch ein Fahrzeug führen kann oder nicht. Hältst du es für vertretbar, eine fast blinde Frau noch ans Steuer zu lassen? - Ich nicht. Und da ist es mir völlig egal, ob die Person sich ein Taxi leisten kann oder nicht!

        LG

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