Wahrscheinlich Silopo der Woche - Mein besonderer Moment

    • (1) 10.05.16 - 10:54

      Ihr Lieben!

      Kennt ihr das? Kleine eigentlich bedeutungslose Momente die etwas ganz besonderes in euch auslösen?

      Als ich mir heute Morgen einen Kaffee aus der Maschine ließ, sah ich aus dem Fenster wie meine alte Nachbarin von ihrem Sohn zum Auto begleitet wurde.

      Irgendetwas an dem Anblick befremdete mich und ich sah noch mal genauer zu den beiden hin.

      Mutter und Sohn liefen im Schneckentempo den Bürgersteig entlang, die alte Dame schwerfällig und mit unsicheren Schritten auf ihren Begleiter gestützt.

      Der Sohn half mit einem Arm seiner Mutter und im anderen hielt er eine wunderschöne Babypuppe. Diese war liebevoll in eine Einschlagdecke gehüllt.

      Nachdem er der alten Dame beim Einsteigen geholfen hatte, gab er ihr das Püppchen auf den Schoß. Sie schmiegte es liebevoll an sich.

      Ich konnte meinen Blick nicht von der -eigentlich absurden- Szene wenden. Sie rief solch widersprüchliche Gefühle in mir hervor.

      Zuerst Mitleid. Arme Frau. Demenz.
      Dann Bewunderung für den Sohn, der sich mit scheinbarer Selbstverständlichkeit auf die Wünsche seiner Mutter einlässt.

      Und dann… Warum nicht… Ich weiß, diese kleine hutzelige und gebrechliche Frau hat in den schweren Nachkriegszeiten sieben oder acht Kinder auf die Welt gebracht.

      Auch wenn alles um sie herum mehr und mehr verblasst und unwichtig wird. Diese tiefe Mutterliebe hört wahrscheinlich niemals auf. Plötzlich fand ich es vollkommen selbstverständlich, dass sie auch jetzt noch ihr Baby dabei hat.

      Und mit einem Male tat mir meine Nachbarin nicht mehr leid sondern ich freute mich für sie. Freute mich, dass sie sich diese Gefühle bewahren konnte.

      Ich wünsche euch allen einen schönen Tag.

      Hallo,

      das ist so ein schöner Moment! #herzlich

      Wir hatten mal so eine Situation mit der dementen Nachbarin meiner Schwiegermutter, als unsere Tochter gerade mal 4 Wochen alt war.

      Die Frau war um die 70, litt aber unter schwerer Demenz und lebte bei ihrer Tochter mit im Haus.
      Sie geht aber gerne zu meiner Schwiegermutter, da fühlt sie sich wohl.

      Sie saß auf der Veranda in der Sonne, ich kam dazu.
      Und dann kam mein Mann auf die Veranda und hatte unsere Kleine auf dem Arm.

      Und die alte Dame streckte gleich ihre Arme aus und rief immer begeistert "Ein Baby!"

      Mein Mann gab ihr dann unsere Kleine in die Arme.
      Und obwohl dement, hielt die alte Frau sie mit einem sicheren gewohnten Griff fest, streichelte ihren Kopf, und ihre Hände, gab ihr den Schnulli und später das Fläschchen.
      Und sagte dabei immer leise "Mein Baby! Mein kleines Baby!"

      Man hat einfach gesehen, wie gut ihr das tat, ein Kind im Arm zu halten.
      Und unsere Tochter schien sich auch wohl zu fühlen, sie war ganz entspannt und döste vor sich hin.

      Ich denke, dass die Frau trotz ihrer Demenz noch über ihre mütterlichen Instinkte verfügte. In anderen Bereichen war sie unsicher, füllte z.B. Spülmittel in die Kaffeemaschine oder so.
      Aber bei unserer Tochter waren die Handgriffe, die Reaktionen die typisch mütterlichen Reaktionen - so wie sie es sicher selber bei ihren Kindern gemacht hat.

      LG

      Ich finde das so rührend!
      Muss gerade an meine Oma denken die vor Jahren starb.
      Sie war schwer dement und hat meine älteste Tochter noch kennen gelernt, da war sie 11 Monate alt.
      Es war entzückend sie mit einem Baby zu sehen.
      Mir kommen die Tränen wenn ich an sie denke...

      Ein schöner Moment war für mich in letzter Zeit, als ich beim Elternsprechtag meiner 6 Jährigen beiläufig fragte, wie sich meine Tochter im Umgang mit anderen Kids so macht und mir die Lehrerin sagte, meine Tochter kümmere sich rührend um einen autistischen Jungen. Sie mache "die Mama" für ihn in der Klasse, kümmere sich um ihn und achte immer auf ihn.
      Ich bin fast geplatzt vor Stolz und Rührung! Das könnt ihr euch nicht vorstellen.
      Meine Tochter hatte mir gar nichts erzählt.

    • #heul Solche Situationen kenne ich zu gut, wir wohnen in der Nähe von einem Altersheim und da hatte ich auch schon einige Begegnungen die ich nicht vergessen werde.
      Gerade wenn wir da mit dem Hund jemanden treffen freuen sich die Leute immer so und da entwickeln sich manchmal so tolle Gespräche.
      Eine andere Sache die ich wohl nie vergessen werde ist etwas ähnliches wie luka22 schon erlebt hat.
      Meine Tochter hat eine Freundin aus kaputtem Elternhaus mit sehr wenig Geld, der Vater wohnt etwas weg und kümmerte sich nicht sonderlich. Die Mutter krank (psyschich, Alkohol,..), kaum daheim und und und.
      Das Mädchen hatte so viele Probleme, in der Schule, mit den Lehrern, überall einfach. Ich habe von anderen Eltern die ein oder andere Sache gehört wo ich dachte #schock, als meine Tochter dann erzählte das sie mit ihr befreundet ist war ich erstmal weniger begeistert.
      Aber als ich dann das Mädchen und seine Geschichte näher kennen lernte sah alles ganz anders aus. Es stellte sich raus das sie wirklich ein herzensguter Mensch war der alles für seine Freunde gab. Auch all der Ärger machte Sinn.
      Das jemand etwas richtiges zum Essen kocht , sich erkundigt wie der Tag war und solche Kleinigkeiten kannte sie überhaupt nicht und ich gab wirklich mein bestes irgendwie zu helfen.
      Eines Tages musste dann zu ihrem Vater ziehen und hat sich auch von mir verabschiedet. Das werde ich nie vergessen, bei dem was sie gesagt hat kamen mir echt die Tränen..

      Wie wunderschön!

      You just made my day!

      Danke fürs Mitteilen....#verliebt#heul#herzlich

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