Verlängerungsvertrag. . . ich fühle mich verarscht

    • (1) 10.05.16 - 18:21

      Hallo!

      Letztes Jahr im Sommer habe ich eine neue Arbeitsstelle angefangen. Ich bekam einen befristeten Vertrag über ein Jahr. Beim Einstellungsgespräch wollte man mich (alleinerziehend ) nur zu 30% anstellen. Darauf hin hab ich aber gesagt, dass ich dann ablehnen müsste weil ich dann mehr Sprit verfahre als ich verdiene. Daraufhin bekam ich 50%. Mehr ginge wohl nicht am Anfang. Man müsste sich erst beweisen. Na gut besser als nichts, dachte ich und sagte zu. Alles schön und gut. Ich ging pflichtbewusst meiner Arbeit nach und wurde immer gelobt. Oft blieb ich länger oder sprang ein wenn Not am Mann war. Innerhalb von zwei Monaten hatte ich fast 80 Überstunden. Zu dem Zeitpunkt fing es an, das nach und nach die Alteingesessenen Kollegen (5 Jahre oder längere Zugehörigkeit, das Geschäft gibt es erst seit bald 7 Jahren ) kündigten. Zusätzlich waren viele krank. Die Luft brannte also. Leute die eingestellt wurden, erschienen einfach nicht am ersten Arbeitstag, oder sagten kurzfristig ab. Ich witterte meine Chance und fragte nach einer Erhöhung meiner %. Promt wurde mir zugesagt und ich bekam 80%. Bis zum Vertragsende Sommer 2016 hieß es.

      So vor ein paar Tagen bekam ich eine Vertragsverlängerung. Erst freute ich mich natürlich. Beim genau lesen stellte ich aber fest, dass man mir wieder nur 50% gibt. Ich fragte nach was das soll. Die Antwort war ein Schlag ins Gesicht. "Wir haben jetzt so viele Leute eingestellt und müssen jetzt erstmal abwarten, wer überhaupt bleibt." Die neu eingestellten haben aber alle zwischen 65% und 75%. Was soll das? Ich komm mir so blöd vor. Da werde ich als alleinerziehende praktisch gezwungen, mir einen 2. Job zu suchen und andere alleinstehende, bekommen von Anfang an gleich mehr %. Ich fühl mich einfach nur verarscht. Am liebsten würde ich mir was anderes suchen. Aber ich hab echt schon mehrfach die Erfahrung gemacht, dass man als alleinerziehende in der Arbeitswelt nicht gern gesehen ist. Obwohl mein Kind mit Tagesmutter und Schulbetreuung versorgt ist. Ich bin so sauer. Vorallem habe ich von anderen Kollegen gehört, dass sie mit den % runter gehen wollen weil es ihnen zu viel wird. Die bekommen aber keine Antwort auf ihre Anfrage.

      Was würdet ihr tun?

      Lg

      • (2) 10.05.16 - 18:49

        Hallo,

        hast du die Hochstufung auf 80 % eigentlich schriftlich erhalten?

        Wenn ja, kann es unter Umständen sein, das diese sicher befristete Verlängerung ungültig ist und du dich in einem unbefristeten Arbeitsverhältnis befindest.
        Denn bei einer Änderung/Detailänderung tritt eine neue Befristung ein und Mehrfachbefristungen sind ohne entsprechenden Sachgrund meiner Kenntnis nach je nach Fall unzulässig. Paragraf 14, Absatz 2 TzBfG

        Das würde ich mal einem Fachkundigen vorlegen.

        Ich sehe es auch so, das du gegenüber den Neueingestellten benachteiligt wirst.

        Allerdings kannst und solltest du dich ja auch anderweitig umsehen.

        Schätze man ist sich deiner sehr sicher und glaubt auch das man es mit dir diese Sperenzchen machen kann.
        Ehrlich gesagt, würde ich mich da auch nicht groß mehr rein hängen, sondern Dienst nach Vorschrift und dann auch keine Überstunden mehr schieben.

        Auch im Arbeitsleben ist das ein nehmen und geben.

        LG

        • Ja die Höherstufung hab ich schriftlich. Es steht drin, dass sie bis zum Auslaufen des regulären Vertrages gillt und wegen des vorübergehenden Personalmangels gillt.

          Einen Anwalt kann ich mir unter den jetzigen Voraussetzungen nicht mehr leisten.

          • (4) 11.05.16 - 08:01

            Hallo,

            du brauchst keinen Anwalt.

            Die Rechtsberatung der zuständigen Gewerkschaft reicht vollkommen aus.

            Ist der Geschäftsstellenleiter so freundlich den Mitgliedsantrag drei Monate vor zu datieren, hast du die Rechtsvertretung gleich dabei.

            Wenn du den Antrag direkt ausfüllst, beraten die dich, wenn jemand vor Ort ist auch direkt.
            Zumindest wenn das nicht so eine Faultierfarm ist. Kommt auch ab und an vor.

            Gewerkschaften bieten in der Regel auch einiges Nützliches (Freizeit-Unfallversicherung) inklusive

            Lohnt sich also eigentlich immer .Beitrag 1 % des Bruttoeinkommen

            LG

            • Hm jetzt sollte ich nur noch wissen, wer da zuständig ist. Ich arbeite in einem Pflegeheim. Ich weis das wir eine Mitarbeitervertretung haben. Aber das sind alles so Weiber die nix für sich behalten können. Da gäbe es nur ein mords Theater und sicher viele Versionen der eigentlichen Tatsache.

              • (6) 11.05.16 - 08:40

                Hallo,

                dürfte ver.di sein. Aber du kannst auch dort anrufen und fragen. Oder eine mail schicken. Die können dir sagen, wer genau zuständig ist.

                Oder ist das ein kirchlicher Träger?

                Ja die lieben Kollegen. Wenn die stille Post spielen.

                LG

    (14) 10.05.16 - 20:46

    Oh, hab grad gelesen, daß ich ziemlich ähnlich wie du geatnwortet hast (vor allem das mit dem Geben und Nehmne).
    Hab deine Antwort aber erst gelesen, als ich meine schon abgeschickt habe, nicht daß es hier so rüberkommt, als ob ich hier "nachschreibe"#winke

Bei mir war es zum Glück so, daß zuerst das Stammpersonal aufgestockt wurde, bevor man die Stelle ausschrieb.
Beim Stammpersonal weiß man nämlich,was man hat.
So konnte ich mir sogar genau aussuchen, wieviel ich mehr arbeiten wollte.
Hätte ich nicht aufstocken können, dann hätte ich mir auch was anderes gesucht.

Ich finde das Verhalten deines Arbeitsgebers nicht korrekt und würde an deiner Stelle nur noch das machenm was du mußt und nebenher was anderes suchen.
Auch in der Arbeit ist es ein Geben und Nehmen und das würde ich meinen Arbeitgeber nun auch spüren lassen.

(ich bin aber zum Glück in der Lage, daß ich in meinem Berufszweig mehr Stellen als Personal gibt).

lg

  • Das bin ich auch. Zum Glück. Wobei ich ernsthaft überlege, etwas ganz anderes zu machen. Aber keine Ahnung was.

    Vor 2 Jahren kam hier eine neue Führungskraft und die hat bis auf 4 Leute vom Stammpersonal alle rausgeekelt. Einer von denen die gegangen sind, sagte noch zu mir, ich soll aufpassen. In 5 Jahren sei ich dann dran. Ich finde es schlimm das so mit Menschen umgesprungen wird. Eigentlich sagt das auch alles. Gerade im sozialen Bereich.

    • Vor allem, bei kirchlichen Trägern ist das wohl ganz schlimm, wenn ich die Zeitung richtig interpretiere. Ärger gibt es wohl überall im sozialen Bereich. Die Kirchen tun sich aber besonderns unrühmlich hervor.
      So mußte eine Kindergartenleiterin aufhören, weil sie sich nicht kirchlich trauen lassen wollte. Besonders pikant, weil ja der Staat über 90% zahlt.

      Gruß Bernd

Dieses Verhalten ist ein Schlag ins Gesicht.

Du solltest auf den Arbeitsvertrag mit 80 % und einer Gehalterhöhung (damit sie wissen was du wert bist) bestehen.

Ferner solltest du um ein sofortiges Zwischenzeugnis bitten damit dein AG merkt wohin der Wind weht.

<<<Was würdet ihr tun?>>>

1.) Auf jeden Fall weiter auf dem Arbeitsmarkt umsehen. Eigentlich sind Teilzeitstellen mit nur wenigen Stunden pro Woche oder Tag viel seltener als Vollzeit, und wenn Du eh schon auf ~80% spekulierst, ergibt sich vielleicht eher etwas.

2.) Innerbetrieblich: Abwarten wie es läuft, und was sich ergibt.....wäre nicht der erste Chef, der auf die Schnauze fliegt, wenn er sich lieber an neue Kollegen hält als an die, welche wissen wie alles läuft.

3.) Bei angeordneten Überstunden in dieser Größenordnung durchaus mal darauf hinweisen, dass Du nur eine Halbtagsstelle hast, diese Arbeitszeit aber ja durchaus mit einer "Vollzeit" Stelle zu einem Großteil abgedeckt wäre.

<<< Vorallem habe ich von anderen Kollegen gehört, dass sie mit den % runter gehen wollen weil es ihnen zu viel wird. Die bekommen aber keine Antwort auf ihre Anfrage.>>>

Der Chef ist verpflichtet dazu Stellung zu nehmen. Habt ihr keinen Betriebsrat?

Evtl. mal einen Anwalt für Arbeitsrecht konsultieren, da sich die Bestimmungen z.T. ja von Monat zu Monat ändern.

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