Was passiert mit Minusstunden bei einer Kündigung

    • (1) 20.05.16 - 12:15

      Hallo!

      Die Frage steht ja schon oben.

      Es ist so, dass ich mit dem Gedanken spiele zu kündigen. Jetzt habe ich aber Haufenweise Minusstunden weil die Chefs auf einen Schlag so viele Leute eingestellt haben dass jetzt irgendwie keiner mehr auf die volle Stundenzahl kommt. Das ist ja nun nicht meine Schuld, werden die mir dann trotzdem irgendwie abgezogen oder irgendwie verrechnet?

      Lg

      • Hallo,

        was heißt denn Minusstunden? Bist Du einfach heim gegangen, wenn keine Arbeit mehr da war oder wurde es vom Chef so angewiesen und ausdrücklich darauf verwiesen, daß es Minusstunden sind? Normalerweise ist es so, daß Du Deine Arbeit zur Verfügung stellst und wenn der Chef keine Arbeit hat und Du gehen darfst, ist es sein Problem, nicht Deins.

        LG

        • Ich arbeite in der Pflege. Jeden Monat gibt es einen Dienstplan. Steht ein X drin hat man frei. Angestellt und bezahlt bin ich zu 80 % werde aber nur zu 50% eingeteilt. Dementsprechend sammelt sich eine Differenz an. Ich habe schon mehrfach gefragt warum ich schon wieder so wenig arbeiten muss, aber es heißt immer, dass würde schon passen. Scheinbar rechnet keiner damit, das jemand kündigt.

          • Du arbeitest in der Pflege und wirst nicht zu deinen vollen Stunden eingeteilt - Echt jetzt???
            Ich kanns gar nicht glauben - habe rund um mich einige Pflegeberufs-Leistende und kenne NICHT EINEN, der da zu wenig Stunden zusammenbringt.

            LG

      Bei unseren Leuten verfallen Minusstunden sogar regulär nach einer gewissen Zeit.

      Wie auch immer: du wirst sie nicht zurückzahlen müssen ;-)

    • Bei uns würden Minusstunden mit dem letzten Gahalt verrechnet.
      Mehr als 36 Minusstunden darf bei uns aber auch niemand aufbauen.

      • Naja, wenn ich Minusstunden verursache, weil ich einfach eher gehe, warum auch immer, ist das so in Ordnung. Wenn Du aber Minusstunden machst, weil keine Arbeit da ist, ist der AG in der Pflicht, Dich dennoch zu bezahlen. Ich nehme jetzt mal die gütlichen Sonderregelungen von Betrieben raus, die meist besagen, Überstunden machen, damit Minusstunden ausgeglichen werden können oder anders herum.

        • Nein das geht auch auf Weisung, solange es alle gleichmäßig betrifft. Vor ein paar Jahren gab es ein Auftragsloch wo alle auf das Maximum an Minusstunden runtergefahren wurden, eh es in die Kurzarbeit ging.
          Steht bei jedem im Arbeitsvertrag und ist völlig rechtens. Einige haben damals auch mit Anwalt / Gewerkschaft dagegen versucht anzugehen und sind gescheitert.

    In Deinem Fall gilt hier Rechtlich §§ 615 und 326 Abs. II Bürgerliches Gesetzbuch (BGB), das sind die Rechtsinstitute des Annahmeverzuges, des Betriebsrisikos und der Unmöglichkeit.

    Letztlich liegt bei Dir ein Fall der Unmöglichkeit vor, wenn Du die Minusstunden aufgrund betrieblicher Gegebenheiten bis zum Arbeitsende nicht mehr abarbeiten kannst.

    Das deckt sich zugleich mit dem Grundgedanken des § 325 Abs. II BGB, dass der Arbeitgeber das Unternehmerrisiko trägt und der Arbeitnehmer auf sein Gehalt in der Regel zwingend angewiesen ist; vgl. Palandt, BGB, 69. Auflage 2010, § 615 Rn 1.

    Damit behältst Du nach § 326 Abs. II BGB Deinen Vergütungsanspruch für die nicht abgeleisteten Stunden; das bedeutet, dass Du nichts zurückbezahlen musst und dass entsprechend auch keine Verrechnung mit ausstehenden Lohnforderungen stattfinden darf.

    Falls der Betrieb das doch macht, setze rasch eine kurze Frist und kündige die Einschaltung eines Rechtsanwaltes und notfalls des Arbeitsgerichts an; das wären dann auch die nächsten Schritte.

    Hallo,

    kommt drauf an, was im Vertrag steht.

    lg

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