Strafantrag und Vertragsstrafe bei vorgeworfem ladendiebstahl warenwert ca. 1 euro? was tun?

    • (1) 25.05.16 - 11:17

      Hallo zusammen,

      Vor 3 Wochen wurde meiner Freundin im rewe Ladendiebstahl vorgeworfen. Die ganze Situation hier nieder zu schreiben würde den Rahmen sprengen. Briefe hat sie noch keine erhalten. Hat jemand Erfahrung mit sowas? Was könnte auf sie zukommen? Womit muss sie rechnen?
      Vielen Dank.

      • Im Normalfall gibt es glaub eine Geldstrafe von 400 oder 500€, kommt vielleicht aber auch auf den Laden an und Hausverbot für 1 bis 2 Jahre.

        Die Frage ist, ob sich der Laden auch bei 1€ wirklich die Mühe macht.

        • Aufgenommen haben die das. War bei rewe. Sie War im Obst und Gemüsebereich, traf auf eine Bekannte mit der sie ne Weile gesprochen hat, sie hatte das Päckchen schon in der Hand, nach dem Gespräch ist sie verwirrt zum Ladeneingang zurück gelaufen um eine Packung Grillkohle zu holen, dort hat sie der Mitarbeiter angesprochen dass sie das Päckchen nicht bezahlt hat. Sie War noch gar nicht im Kassenbericht und hat diesen auch nicht mit dem unbezahlten Päckchen verlassen. Jegliche Erklärung hat der Mitarbeiter abgewendet, sehr schlimm. Im Büro wurde ihr gedroht, wenn sie nicht unterschreibt würde er die Polizei holen, sie War unter Druck, da sie ihre Kleine von der Kit abholen musste.....einfach nur furchtbar....

          • Ich würde eine Anwältin aufsuchen und den Typen anzeigen wegen Nötigung.

            Gruß

            Manavgat

            • Ja, ich wäre auch anders an die Sache ran. Aber gerade solchem Ärger will sie aus dem Weg gehen.Sowas belastet sie zu ihrer chron. Erkrankung zusätzlich. Es ist eine Autoimmunerkrankung, da sollte man jeglichem negativen Stress aus dem Weg gehen. Ich will nicht wissen wie ihre Blutwerte bei der nächsten Untersuchung sein werden, nach dem blöden Stress und dem was wahrscheinlich noch an Briefverkehr kommen wird. Mittlerweile bin ich echt am Überlegen, ob ich einfach , falls eine Forderung bzgl der Fangprämie kommen sollte, für sie aktiv werde und ein Antworschreiben verfasse. Aber da gehe ich Gefahr ein auch Einiges falsch zu machen........

      • Das ist mit Sicherheit nicht der Normalfall. Der Normalfall wäre bei Ersttätern die Einstellung des Verfahrens.

        Sollte es in anderen Fällen zu einer Verurteilung kommen gibt es keine fest Strafsumme, sondern Tagessätze, die sich nach dem Einkommen richten.

        • Was meinst du mit in anderen Fällen?

          • Alle Fälle bei denen es eben zu einer Verurteilung kommt.

            Im vorliegenden Fall ist das keinesfalls der Fall.

            • Du meinst in dem Fall würde es wegen Geringfügigkeit gar nicht zur Verurteilung kommen?

              • Das würde schon beim Staatsanwalt eingestellt (153 StPO) und gar nicht bei Gericht landen. Eine Verurteilung würde nie und nimmer erfolgen.

                Bei bestreiten des Diebstahls durch die "Täterin" wäre das so schnell vom Tisch des StA wie es nur geht. Und die Einstellung würde nach 170 StPO erfolgen, weil die Ermittlungen keine Verurteilung für wahrscheinlich halten würden.

                • Ok, das tut schon mal gut zu wissen. Kommst du aus dieser "Berufsbranche" ? Du kennst dich aus, das hört sich gut an und beruhigt schon mal. Wenn man sich nicht damit auskennt und schon zusammenzuckt wenn man nur Polizei hört, da denkt man gleich sobald man angezeigt wird muss man ins Gefängnis wandern*lach*. Aber meine Freundin ist von ihrer Kindheit so geprägt. Weshalb sie in so nem Fall jetzt ein Riiiesenproblem macht. Nach allem was ich jetzt gelesen hab, wird man ihr "nicht den Kopf abhacken". Danke für die Info.

                  • Von der strafrechtlichen Seite wird ihr rein gar nichts passieren.

                    Schlimmstenfalls erhält sie von der Polizei ein Anschreiben von der Polizei, dass sie Beschuldigte ist und Stellung nehmen soll binnen 7 Tage ( ggf. auch einen Termin zur Vernehmung, was aber äußerst unwahrscheinlich ist.

                    Dann schildert sie schriftlich wie es war und der Fall wird dann eingestellt. So sicher wie das Amen in der Kirche. Und ja, ich bin Jurist. Zwar kein Strafrechtler aber mit genug Kontakt zur Materie um das beurteilen zu können.

                    Eins ist sicher. Wenn deiner Freundin das Hausverbot egal ist (auch dagegen könnte man sich ggf. versuchen zu wehren) kann sie sich entspannt zurücklehnen. Jede weitere Minute sich über die strafrechtliche Seite Gedanken zu machen ist verschwendete Lebenszeit.

                    Sie kann zu 100 % diesbezüglich ruhig schlafen. Und da 100 % ein Jurist normalerweise nie sagt korrigiere ich dies zu 99,99%.

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