Können Kinder schwarz arbeiten?

    • (1) 27.05.16 - 00:53

      So langsam wird mir Mulmig. Mein Sohn (13 Jahre) verdient Geld im Internet. Er ist leidenschaftlicher Minecraftspieler. Dort schreibt er Scripts für andere Spieler die ihn dann per Pay- Safe bezahlen. Hier mal 10 Euro, dort 20 Euro. Bei dem Typen der 50 Euro bezahlt hat hab ich mir den Chat zeigen lassen, ich hatte schon Angst das er für Summe bestimmt Nacktbilder schicken muss. Aber nein, der ganze Chat drehte sich um das Spiel.

      Aber ist das überhaupt erlaubt? Und wenn ja bis zu welcher Summe?

      • Rein rechtlich gesehen ist es Arbeit.

        Diese ist definiert im Jugendarbeitsschutzgesetz und der Verordnung zum Kinderarbeitsschutz: http://www.praktikuss.de/bewerbertipps/dein_recht_im_praktikum/index.htmlde und http://www.gesetze-im-internet.de/kindarbschv/

        Diese kennen leider noch keine Onlinegames oder ähnliche Tätigkeiten.
        Ab 13 Jahre darf er leichte für ihn geeignete Tätigkeiten im geringen Umfang ausführen, wenn ihr als Eltern zustimmt.

        Jetzt meine rechtliche Laiensicht:
        Theoretisch stellen diese Sachen dann schon Einnahmen dar die er über ein Gewerbe regeln müsste, allerdings sind die Steuerfreigrenzen dabei so hoch (2015: 8472€ ) dass er da wohl mit seinen Skriptverkäufen nicht drüberkommt. http://www.cecu.de/grundfreibetrag.html

        Daher würde ich mir da nicht soviele Gedanken machen solange die Beträge im Taschengeldbereich liegen und es um Verkäufe zwischen den Spielern geht. Immerhin liegen hier rechtlich auch Kaufverträge vor, da solltest du darauf achten dass es im geringen überschaubaren Aussmass bleibt, da die Vertragspartner wiederum Kinder sein könnten:
        http://www.minilex.de/a/kann-ein-minderj%C3%A4hriger-einen-kaufvertrag-abschlie%C3%9Fen

        Genauere rechtliche Folgen und Betrachtungshilfen kann dir rechtssicher nur ein Anwalt geben.

        Ich würde mich da definitiv absichern, denn gerade in der Altersgruppe Deines Sohnes gibt es viele Neidhammel, die dann gerne anschwärzen und verpetzen, um jemandem zu schaden. Sprich: Am Ende kommt ne Anzeige wegen Schwarzarbeit ins Haus, weil ihm jemand das Handwerk legen will und sich schadenfroh ins Fäustchen lacht. Würde ich keinesfalls riskieren und die Sache rechtlich prüfen lassen bzw. ihn anmelden, so weit nötig.

        Ansonsten hat Dein Sohn meinen Respekt und ich wünsche ihm noch gute Geschäfte! ;-)

        Ein Freund von mir verdiente auch schon als 15jähriger Geld mit dem PC - Lösung: Sein Vater meldete das Ganze auf sich an - anders wäre es eng geworden.
        Er studierte übrigens später Informatik und ist heute, knapp 20 Jahre später, Chef einer gut florierenden Firma mit etlichen Angestellten :-)
        LG Moni

      • (5) 28.05.16 - 01:54

        Ich hab heute nochmal nachgeforscht. Das ganze ist noch schlimmer. Einen Teil des verdienten Geldes steckt er um Minecraft- Server zu mieten, auf welchen er dann anderen Rechte verkauft bestimmte Dinge tun zu dürfen mit gewissen Erleichterungen im Spielverlauf.

        Das Geschäftsmodell läuft auf meinen Namen. Ich hab ihn da vor 1-2 Jahren mal einen Account angelegt. Da man dort weder meine Kreditkartennummer noch Kontodaten haben wollte hielt ich es für übersehbar. Der Aktuelle Kontostand ist 320 €.

        Irgendwie hab ich auch Angst das vielleicht eines Tages angepisste Eltern sich melden.

        @fruehchenomi
        Ein Abitur oder Studium ist sehr weit entfernt, ich wäre schon froh wenn er die Mittlere Reife gebacken bekommt.

        • Okay, verstehe.. da solltest Du mal die AGBs lesen, denn das ist meiner Meinung nach strengstens seitens Minecraft (Mojang) verboten! Da kann er bzw. Du als Erziehungsberechtigte also noch weitaus mehr Probleme bekommen.

        • Ach so? Ich habe die Info gut gemeint, denn wenn ein Kerlchen clever ist auf dem Gebiet, kann er wirklich was werden, wie man sieht.
          Aber wenn Dein Sprößling in der Schule nicht der Fleißigste ist, würde ich das Ganze sowieso nicht fördern. Sorry, aber selber mit dem Gesetz in Konflikt kommen wegen meinem Kind - ganz sicher nicht. Und "angepisste Eltern" sind ganz sicher auch nicht zu unterschätzen.
          Ich fürchte, Du wirst das Ganze bald beenden müssen, wie andere Dich hier ja auch schon gewarnt haben. Geld hin oder her - die Strafe könnte happig werden.
          LG Moni

          Ich (bekennender Kritiker des deutschen Schulsystems und Schulzwangs) würde das ganze auf keinen Fall unterbinden.

          Du hast da so ein findiges Kerlchen sitzen, der sich selbst hochmotiviert verschiedene Fertigkeiten beigebracht hat, was die Schule bei ihm ja anscheinend nicht geschafft hat.

          Ich würde etwas von dem Geld in einen Steuerberater oder einen Unternehmensberater mit juristischem Background investieren. Seht zu, dass das Ganze legal bleibt bzw. kappt die illegalen Aspekte seines Tuns (kenne mich leider mit Minecraft nicht aus) und lass ihn da dran bleiben. Im IT-Bereich kann man auch ohne Abschluss arbeiten oder er wird dadurch motiviert, gewisse Abschlüsse später noch nachzuholen.

          Was besseres als ein intrinsisch motiviert arbeitendes Kind kann dir doch gar nicht passieren. Er hat was, wofür er brennt und was anscheinend auf dem Markt gefragt ist. Perfekt. Das schafft die Schule bei den wenigsten Kindern.

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