Wie lernt man auch mal "NEIN" zu sagen?

    • (1) 21.06.16 - 21:27

      Guten Abend an alle.

      Frage steht ja im Betreff.

      Bei mir betrifft es vorallem Situationen im Geschäft. Ich arbeite entweder früh oder Spätschicht. Die Frühschicht ist bei allen viel beliebter, und die Spätschicht mag keiner so recht. Da ich noch eine von den "etwas neueren" im Geschäft bin (aber immerhin schon über ein Jahr jetzt dort bin) fragt man halt vorwiegend mich, ob ich mit einem Kollegen tausche....und natürlich gehts dann JEDESMAL darum, das ich für jemanden spät machen soll. Und ich habe jetzt ein Jahr lang IMMER zu allem Ja und amen gesagt, aus Angst als Kollegensau da zu stehen, aus Angst alle sind sauer auf mich...aus Angst es könnte gelästert werden. Ich weis, mir könnte es nach einem Jahr auch irgendwann mal egal sein was andere reden oder denken....aber es geht einfach nicht. Heute wurde ich wieder gefragt....wieder soll ich spät machen (und ich steh eh schon regulär andauernd spät Plan was sowieso schon unfair ist) und dann noch ständig das getausche....und immer werde ICH gefragt....aber is ja klar....ich blöde Kuh sag ja auch immer JA. Darf mich ja eigentlich net wundern. Jetzt habe ich heute eine mega Disskusion mit meinem Mann gehabt, weil er mitbekommt wie ich mich ständig ausnutzen lasse, und hat drauf bestanden, das ich diesmal NEIN sage. Habe das nun gemacht....und mir fast einen abgebrochen dabei....habe mega Panik was jetzt morgen im Geschäft passiert...(voll gestört ich weis) aber ich mach mir mega den Kopf das ich nun in Ungnade gefallen sein könnte. Man muss auch dazu sagen das ich in einer Kleinen Metzgerei in einem Supermarkt arbeite, und da vorwiegend ältere Damen arbeiten die schon alteingessesen sind, manche arbeiten da schon ihre 12Jahre....und gegen die kommt man NULL an. Die sind richtig krass unterwegs. Hatte schon viele Probleme mit gewissen Damen dort. Deswegen auch die Angst....wobei ich die auch schon bei vorherigen Arbeitgebern hatte.

      Wie lerne ich es auch mal ohne schlechtes Gewissen und Angst vor den Reaktionen NEIN zu sagen? Hat das auch jemand durch und kann mir Tips geben? Ich will endlich auch im Geschäft selbstbewusster werden, habe mir das schon so oft vorgenommen....aber es klappt nie!!!!

      Lieber Gruß Kunigunde

      • Das lernt man nur durch Übung.

        Wenn du gefragt wirst, hast du das Recht, nein zu sagen. Das musst du nicht mal (entschuldigend) begründen.
        Das wird ganz bestimmt die ersten Male schwer fallen, aber -s.o.- Übung macht den Meister.

        Ich komme zwar aus einer anderen Branche, aber ich kenne so alte Damen als Kolleginnen...
        Kannst du sonst nicht mal einen Tausch anbieten? "Ich mache gerne für dich morgen Spät, wenn du übermorgen meinen Spätdienst ubernimmst?"
        Liebe Grüße!

        Hallo,

        wie schon geschrieben das lernst Du nur durch üben. Du darfst auch nein sagen und musst Dich dann auch vor niemandem rechtfertigen. Es ist Deine persönliche Entscheidung, steh einfach dazu.

        Übung macht den Meister !

        Hilfsbereit zu sein ist eine schöne Eigenschaft, sich ausnutzen zu lassen sollte Du tunlichst vermeiden.

        Du schaffst das ! Bleibt standhaft und lass Dir kein schlechtes Gewissen einreden!

        LG dore

      • Hier noch zwei Links zum Thema:

        http://www.zeitzuleben.de/5-tipps-zum-nein-sagen/

        http://www.psychotipps.com/Selbstsicherheit.html

        (6) 22.06.16 - 02:09

        Voll mein Thema, kann ich auch nicht oder nur sehr schlecht.

        Das Problem ist, sagt man nicht rechtzeitig "Nein", ist man irgendwann so kaputt, dass das Nein aus Not dann häufig völlig überzogen und patzig daher kommt, so ist das bei mir zumindest oft.

        Übung macht den Meister, ich übe seit Jahren mit mäßigem Erfolg. Aber nunja, gut Ding will Weile haben...

        Folgende Sätze und Strategien helfen mir:

        Ich darf die Erwartungen anderer erfüllen, muss das aber nicht.

        Und: Ich versuche, nicht sofort zu reagieren, sondern Zeit zu schinden durch Sätze wie: Du, ich muss das mit meiner Familie besprechen/ein Blick in den Kalender werfen etc..

        Hab ich Zeit, Luft zu holen, komme ich besser aus dem Ja-Sag-Automatismus raus und kann Haltung annehmen, denn nichts wird weniger von anderen akzeptiert, als ein Nein, dass nach Rechtfertigung klingt.
        Ein "Nein" will selbstbewusst vorgetragen werden.

        Je nach Kontext versuche ich mir z.B. abzugewöhnen, mein Nein zu erklären, muss man nämlich häufig gar nicht.

        Und hinterher, wenn ich es geschafft habe, klopfe ich mir selbst auf die Schulter und genieße das (in der Regel Zeit und Energieressourcen), die ich dadurch gewonnen habe.
        Gedanken daran, was die anderen nun darüber denken, dass ich nein gesagt habe, versuche ich umgehend in die Wüste zu schicken. Die bringen dann ja auch nichts mehr, sondern rauben die Energie, die ich gewonnen habe.

        Liebe Grüße
        Die Alltagsprinzessin (Ja und Amen-Sagerin vor dem Herrn)

      • Also ich glaube dir das so ein NEIN erstmal nicht leicht fällt, aber du wirst nicht drum herum kommen zu lernen. Und gerade wenn du fast immer spät bist sollte jedem fairerweise klar sein das es dir gegenüber unfair ist! Sowas geht einfach nicht.

        Wenn die anderen Leutchens beleidigt sind PECH FÜR DIE würde ich sagen. Denn schließlich machst du es oft genug und hast genauso gut mal ein RECHT auch nicht zu machen was die anderen gerne hätten!

        Leg dir Schritt für SChritt ein dickeres Fell zu! Es wird werden auch wenn nicht gleich alles von Anfang an klappt!

        Ela

        Hallo,

        Du musst anfangen, das Gewissen ab zu schalten und einfach nein sagen. Ich würde sagen, daß die Woche verplant ist. Vielleicht würde ich von vorn herein gleich allen zusammen mitteilen, daß Du keine Schicht mehr tauschen wirst, zumindest nicht mehr ständig.

        LG

      Lege dir schon im Voraus einen netten Satz zurecht, mit dem du ablehnen kannst. Z.B. "ich würde Dir ja gerne entgegen kommen, aber es geht nächsten Donnerstag leider nicht, da wir mit meinem Mann schon etwas vorhaben."

      Das nächste mal sagst du dann z.B. "nächste Woche kann ich leider keine Spätschicht mehr zusätzlich machen, ich habe schon die ganze Woche Spätschichten und komme zu nichts mehr. Tut mir leid."

      Das Ganze sagst du freundlich aber bestimmt. Mach einfach klar, dass du ein netter mensch bist, der gerne hilft, aber dass du auch deine Grenzen hast.

      Fällt es dir wirklich sehr schwer, kannst du mit deinem Mann deine Sätze üben, damit er auch deine Körpersprache beobachtet und du dann selbstsicher wirkst.

      • Ähm, sie muss es doch nicht begründen! Warum irgendwas ausdenken?

        "Kannst Du nächste Woche meinen Spätdienst machen?" ---" Nein, kann ich nicht oder nein das klappt nicht."

        Fertig!

        Sie muss doch nicht begründen, warum sie nicht kann.

        • Muss sie natürlich nicht, ich dachte nur, das es so leichter fällt, weil es netter rüber kommt.

          • Für soetwas muss man aber geübt sein;-), sonst kommt es nicht nett rüber, sondern jeder sieht, dass derjenige "lügt" bzw. es sich ausgedacht hat.

            Und je nachdem was man sagt, kann auch mal später ne Nachfrage kommen..." Na wie war es im z.B. Kino" wenn man dann nicht sofort schaltet und sagt, wieso Kino... ist es auch aufgeflogen.;-)

      Das ist ein ziemlich kontraproduktiver Tipp!

      KEINE RECHTFERTIGUNGEN!

      Je nach Art des Gegenübers nutzt der das nämlich rigoros aus!

      Ein "Nein" muss nicht begründet werden. Und gerade am Anfang - wo man zu Fehlern und zum EInknicken neigt, sollte man auf die Begründung grundsätzlich verzichten!

<<< Die sind richtig krass unterwegs. >>>

Hat es mit Metzgerbeilen und Blut zu tun?

Wenn nicht, sind die nicht krass #rofl

Spaß beiseite. Du arbeitest um Geld zu verdienen, wenn es nebenbei noch Spaß macht ist das ein nettes Topping - du bist aber nicht da um Everybodys Darling zu spielen.

Du hast nein gesagt, du bleibstz bei nein und sollte das, SOLLTE es.... zur Sprache kommen gibt es eben kurz und knapp die Antwort das du 1 Jahr lang jeden Wunsch erfüllt, JEDE Spätschicht gemacht hast und es jetzt eben nicht mehr tut, da es fair bleiben sollte.

Hallo!

Meine Kollegen sind nicht krass und die tolerieren ein NEIN. Aber genau wie dir, fällt es mir schwer, ihre Tauschwünsche abzulehnen, wenn auch aus anderen Gründen: Ich mag die meisten, die mögen mich, ich will, dass das so bleibt.

Ich habe mir eine "Krücke" eingebaut, wenn ich im ersten Moment gar nicht weiß, ob ich JA oder NEIN sagen soll, wenn ich noch gar nicht weiß, was ich will (oder kann). Dann sage ich immer: "Ich muss das Zuhause abklären!"

Manchmal stimmt das, weil irgendwer zuhause sein sollte wegen der Kinder, aber manchmal weiß ich schon, dass ich tauschen könnte, will aber erst noch drüber nachdenken.

Damit haben die Kollegen das Gefühl, dass ich echt ernsthaft drüber nachdenke, und ich habe Zeit zum Überlegen. Ich sage dann auch wirklich NEIN, wenn ich auch nur keine Lust habe. Ich dann aber auch oft JA und die anderen haben ein bisschen das Gefühl, dass ich was für sie möglich gemacht habe und bleiben "dankbarer". Sie sind so oder so dankbar, nur ist ihnen dann der Tausch weniger selbstverständlich.

Auch "alte" Kollegen müssen lernen, dass man als Neue nicht zu allem Ja und Amen sagen muss. Echt nicht. Wenn die anderen im Tauschen sowieso weniger kooperativ sind als du, würde mir es leichter fallen NEIN zu sagen. Da hilft dann nur Üben und das Wissen, dass man selber eine gute Kraft ist, die sie so leicht auch nicht ersetzen können.
Wenn du das selber nicht glaubst, muss dein Mann dir das jeden Tag einmal sagen!

Das kriegst du hin!

LG

Für den Anfang: Sage beim nächsten Mal nicht direkt nein, sondern wenn Dich das eine der Kolleginnen fragt, ob Du spät machen kannst, biete einen Tausch an.

"Natürlich mache ich für Sie spät, nächste Woche hätte ich dann aber gerne im Gegenzug den xxxxTag dafür früh....an welchem Tag würde es Ihnen passen?"

Immer fair bleiben....wenn bei den Kollegen was wichtiges anliegt, auch mal in den sauren Apfel beissen....auch wenn es dir stinkt.

Du bist ein Jahr dabei......das ist nicht lange bei einer Firma mit überwiegend "alteingesessenen" Mitarbeitern....aber das wird schon. :-)

Und immer daran denken: Es ist nur ein Job !

  • <<<Und immer daran denken: Es ist nur ein Job ! >>>

    Leichter gesagt als getan...

    Es hängen ziemlich oft Existenzen von nur einem Job ab. Ist man den los, findet man warscheinlich nicht sofort einen neuen....

    Mir ist schon irgendwie klar wie du das meinst, aber es ist doch etwas leichtfertig dahergesagt.

    • Natürlich hängt in der Regel an einem Job sehr viel dran, allerdings würde ich mich nicht auf Teufel komm raus an einem Job festkrallen, wenn dort so rein gar nichts stimmt, und man jeden Tag mit Bauchweh in die Firma geht.

      Zudem rede ich nicht von einem Rauswurf (wegen so einer Bagatelle ist das eh nicht möglich), sondern davon, dass man sich immer was neues suchen kann, auch während man noch beschäftigt ist.

      Das war mit "es ist nur ein Job" gemeint ! :-)

      • <<<Zudem rede ich nicht von einem Rauswurf (wegen so einer Bagatelle ist das eh nicht möglich), sondern davon, dass man sich immer was neues suchen kann, auch während man noch beschäftigt ist.>>>

        So habe ich es auch verstanden:-)

        Aber das würde doch an dem Problem der TE gar nichts ändern. Wenn sie nicht Nein sagen kann, wird es ihr früher oder später in jedem Job so gehen.

        Ganz ehrlich, man weiss doch mit wem man es machen kann. Und es gibt leider viele Menschen, die genau das zu ihrem Vorteil nutzen.

        • Darum schrieb ich ja das mit dem Tausch, den sie beim nächsten Mal vorschlagen kann.

          Das ist für den Anfang nicht ganz so heftig wie ein Nein.....zeigt dem anderen aber auf höfliche Weise auch gleich auf, dass er für etwas das er will dann auch was geben muss.

          Wer fair spielt wird darauf eingehen....wer nur seinen Vorteil sucht, wird evtl. dann nicht mehr fragen.

          • Mir ging es ja nicht um das nicht Nein sagen können. Sondern um den Teil mit "es ist nur ein Job"

            Nur ein Job entscheidet manchmal über ziemlich viel im Leben. Und durch einen anderen Job, lernt man trotzdem nicht seine eigene Meinung zu sagen.

            Das mit dem Tauschangebot ist eine super Idee und auf jeden Fall einen Versuch wert.

            Ich hoffe du verstehst wie ich das meine ( es ist keinesfalls zickig gemeint )

Wer jedes Mal "ja" sagt, ist eigentlich der Depp und die Achtung und Respekt vor der Person sinkt eher, als dass man es ihr hoch anrechnet. Vor Dankbarkeit wird da keiner sterben.
Mit Dir kann man es machen, also machen es die Kollegen auch.

Du brauchst Doch kein schlechtes Gewissen haben, warum auch? Ehr solltest Du Wut bekommen, dass die Deine Kollegen so schamlos ausnutzen (ok Du läßt es ja auch zu)

Wenn wieder jemand fragt, sagt Du einfach: "Nein, das klappt nicht". Fertig! Keine Begründung oder soetwas.
Menschen neigen dazu, sich immer zu begründen, völlig unnützt.

Anderes Beispiel: Haben Sie das schon erledigt? Antwort: Nein (ohne Begründung)..werde es bis zum xy erledigen.

Das ist am Anfang sauschwer, übe es ruhig mal auf anderen Gebieten auch, dann wirst Du sehen, dass Du Dich damit besser fühlst, auch mal nein zu sagen.

Dann beobachte, wer auch mal mit Dir tauscht und dann sollte es ein Geben und Nehmen sein.

Das kannst Du üben, in dem Du ZUHAUSE anfängst.
Du läßt Dir das Getausche ein Jahr lang gefallen und hast jetzt nur deshalb abgelehnt, weil Dein Mann das gesagt hat?

Wie gesagt, fang Zuhause an und bei der Arbeit probierst Du es dann auch einfach, nett und freundlich zu sagen, dass Dir die Spätschicht auch nicht so paßt. Kannst ja anfangs sagen, dass Du schon was vor hast o.ä..

Gruß,

W

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