Unberechtigte Forderung ignorieren?

    • (1) 22.06.16 - 17:14

      Hallo,

      vielleicht kann mir ja hier jemand weiterhelfen:

      ich habe Ende letzten Jahres im Abstand von ein paar Wochen jeweils eine Rechnung und Mahnung von einem bundesweit agierenden Handwerksunternehmen erhalten. Von der Firma habe ich noch nie davor gehört, geschweige denn einen Auftrag erteilt. Telefonisch habe ich dort nie jemanden erreicht und daher Rechnung und Mahnung weggeworfen und als Irrtum oder Betrugsversuch abgetan.

      Vor ein paar Tagen habe ich nun ein Schreiben einer Anwaltskanzlei die den Handwerker vertritt bekommen. Rechnungsbetrag + Kosten für den Anwalt soll ich begleichen. Sowohl die beiden Anwälte der Kanzlei als auch dieses Handwerksunternehmen werden im Internet auf verschiedenen Verbraucherschutzseiten mit Abzockemaschen in Verbindung gebracht.
      Nun weiß ich nicht wie ich weiter vorgehen soll; was passiert wenn ich das ganze weiterhin ignoriere? Ist das dann ein "
      Schuldeingeständis" meinerseits ? Muss ich widersprechen? Ich habe überhaupt keine Lust auf ewige Korrespondenz mit denen, zahlen will ich natürlich auch nicht. Gruß
      mo

      • (2) 22.06.16 - 17:19

        da würde ich mir lieber Rat bei einem echten Juristen holen .

        Oder irgendwo bei der Kripo oder Polizei nachfragen, ob Betrügereien dieser Art bekannt sind/öfter vorkommen. Oder Verbraucherzentrale. Auf jeden Fall bei Fachleuten.

      Ich würde alle Schreiben aufbewahren und es Aussitzen wenn alles wirklich unberechtigt ist.
      Am besten noch sowohl diesem Handwerksbetrieb wie auch der Kanzlei per Brief per Einschreiben mit Rückschein mitteilen dass die Vorderungen unbegründet sind und sie dir doch mal den schriftlichen Auftrag übersenden sollen. Zudem ihnen mitteilen, dass wenn sie das nicht wollen oder können holst du dir rechtlichen Beistand und gehst zur Verbraucherzentrale.
      Meist reicht das schon um solche Leute davon abzuhalten einen weiter zu belästigen.

    Hallo,

    ich würde die Sachen aufbewahren, aber nicht weiter darauf eingehen.

    Die spekulieren drauf, dass man brav zahlt. Auf einen Prozess lassen sie es in der Regel nicht ankommen, wenn die Forderung unberechtigt ist.

    Und wenn doch, kannst Du immer noch einen Anwalt aufsuchen.

    GLG

  • Ich würde den Verbraucherschutz darüber informieren, dort auch fragen ob du ggf Anzeige erstatten sollst.
    Schreiben aufheben.

    Also ich würde die Schreiben zwar sicherheitshalber aufheben aber in keinster WEise drauf eingehen. Hatte das auch mal so einen Scheiß. Nur musst du in der Regel erst dann widersprechen wenn du einen gerichtlichen Mahnbescheid bekämst! Da solltest du zwingend in die Pötte kommen. Solange dies nicht der Fall ist kannst du dir gelinde gesagt damit den Hintern abputzen!

    Ela
    :-p#winke

    Hallo,

    ein Anwalt kann dir schreiben, was er will.

    Das hat keinerlei Auswirkungen; das kann komplett ignoriert werden (bin Leiterin unserer Rechtsabteilung - sehr kleiner Betrieb #cool).

    Was aber KEINESFALLS ignoriert werden darf, ist Post vom Amtsgericht.

    Also Mahnbescheid, Ladung, Aufforderung zur Stellungnahme...

    Wenn die Gegenseite tatsächlich gerichtliche Schritte einleitet (was ich nicht glaube, weil die mit den Gerichtskosten in Vorkasse gehen müssen und wer tut das, wenn er nicht im Recht ist?), und der Schuldner (also du) reagiert nicht, kann ein Versäumnisurteil beantragt werden / ergehen. Oder im Fall eines Mahnbescheides eben ein Vollstreckungsbescheid rechtskräftig werden.

    Das ist wie eine Verurteilung, da nicht reagiert.

    Aber, wie gesagt, der Anwalt kann dir schreiben, du mögest dich bitte grün anmalen - deshalb musst du das lange noch nicht machen.

    vg

    #winke

    Vor einigen Jahren habe ich eine Woche vor Geburtstermin eine Rechnung von einer Anwaltskanzlei bekommen, die mich aufforderte einige Euros für den live Chat mit irgendeiner Dame zu zahlen.

    Recherchen im Internet ergaben auch, dass die Kanzlei einschlägig negativ bekannt ist.

    Ich habe dann amüsiert dort angerufen und mit dem genannten Juristen gesprochen, der direkt alles zurückgenommen hat und meinte, dass dann ja wohl alles nichtig ist.

    Vielleicht lohnt sich ein Versuch direkt die Kanzlei anzurufen und die Absurdität klar zu machen.

    Ich denke, dass ist so etwas wie die dummen Mails der Nigeria Connection, irgendein Dummer fällt schon drauf rein.

    Wehr dich einfach und ich nehme an, dass dann Ruhe ist.

    Hallo nochmal und vielen Dank für eure Antworten. bei den
    Anwälten habe ich mittlerweile angerufen. Anscheinend werden alle Telefongespräche von dem Handwerksbetrieb aufgezeichnet. Der Anwalt will diese nun anfordern und sich anhören. Er sagte aber auch, dass in diesem
    Fall der Handwerker Strafanzeige gegen mich stellen könnte. Habt ihr sowas schon mal gehört? Naja, ich warte mal ab.

    • Sowas hab ich noch nie gehört. Strafanzeige - ja bitte wegen was denn? Ich glaube, dem kannst Du gelassen entgegen sehen. Aber es kostet Dich nichts, mal bei der Verbraucherzentrale Tips einzuholen.
      LG Moni

      Hi,

      das ist ja nur lächerlich!

      1. dürfen Gespräche nur nach Ankündigung und Zustimmung aufgezeichnet werden
      2. Dürfen diese nur eine bestimmte Zeit aufbewahrt werden
      3. Was wollen die denn bei dir mitgeschnitten haben? Geistergespräche?
      4. Ich würde das aussitzen, bis eine Anzeige (wie lächerlich!) oder ein Mahnbescheid kommt
      5. Würde ich die Verbraucherzentrale informieren. Die können nur selbst tätig werden, wenn sie von Vorgängen wissen.

      Gruß
      Kim

      vergessen:

      Die aufgezeichneten Gespräche dürfen nur für Schulungszwecke nur anonymisiert verwendet werden. Damit ist die Speicherung als "Beweis" sowieso nicht gegeben.

      Und nur die Telefonanbieter sind verpflichtet, die Verbindungsadaten (also wen du wann angerufen hast oder umgekehrt) für 6 Monate aufzubewahren. Den Inhalt kennen sie aber nicht (theoretisch ;-)).

      Ne, so was habe ich auch noch nicht gehört.

      Hast Du mal im Netz gesucht? Schwarze Schafe unter Anwaltskanzleien, die irgendwelche unberechtigten Forderungen von Unternehmen unterstützen, findet man so schnell.

      Ich hatte vor Jahren auch mal eine Anwaltskanzlei an der Backe, die immer höhere Forderungen stellte für eine Leistung, die ich nie in Anspruch genommen hatte. Die Verbraucherzentrale hat mir geraten, einmal schriftlich zu erklären, dass das so ist - danach kamen noch über ein gutes Jahr lang Briefe. Die legen es nur darauf an, dass jemand aus Angst vor noch höheren Kosten zahlt - auch wenn man gar nichts in Anspruch genommen hat.

      Eine Kanzlei würde, wenn wirklich etwas zu holen ist, einen Mahnbescheid bei Gericht erwirken - der kostet aber den Auftraggeber Geld, so dass es dazu bei solchen Abzockern gar nicht kommt.

      Also: nur ruhig Blut!
      LG

      Anja

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