Wie nehme ich meinem Kind Angst vor dem Fliegen? Seite: 2

            • Wie viele Flugzeuge stürzen ab im Vergleich zu tödlichen Autounfällen oder sonstigem?
              Wie oft fliegt man denn im Vergleich zum Autofahren ...

              Klar, das nützt dir nichts, aber ich kann einfach nicht nachvollziehen, woher so eine Phobie kommt.

              • Ich habe auch Flugangst.

                Klar, kann mir im er etwas passieren. Es ist nicht einfach zu beschreiben.

                Vielleicht so. Als die Swiss Air über Halifax abgestürzt ist, hat der Pilot den Passagieren mitgeteilt, dass sie abstürzen und sie sich von ihren Angehörigen verabschieden sollen.
                Die Menschen wussten, dass sie abstürzen und dabei sterben werden. Sie wussten, es sind ihre letzten Minuten und dann zerschellen sie am Boden.
                Ich könnte dann nichts mehr ändern, hätte keinen Einfluss darauf. (Ein Autounfall geht ja eher schnell).
                Auch, dass das nur ein bisschen Metall und Plastik zwischen mir und -10.000 m Luft sind, ist nicht gerade förderlich für mein Wohlbefinden.

    Ich kann deinen Sohn verstehen. Selber ist mir auch nicht wohl daher fliegen wir nicht. Meine Kinder haben aber beide eine Reise nach Malta gewonnen.... In einer Gruppe ohne Eltern. Mir ist jetzt schon Angst und Bange. Der Vergleich mit der Gefahr im Auto oder sonstwo zählt bei mir nicht. Denn diese muss man im Alltag ja in Kauf nehmen. Wohingegen eine flugreise nicht lebenswichtig ist.

    Ganz ehrlich..... Ich würde mit ihm in Ruhe reden aber keinesfalls zwingen mitzufliegen. Wenn er die Option bekommt daheim bei Oma oder Tante oder so zu bleiben fühlt er sich ernstgenommen und kann dann noch entscheiden.

    Mona

    Hallo, mein Sohn ist 10 und hat auch Angst, ich teile seine Bedenken.

    Bevor der jüngste Flugzeugabsturz nicht aufgeklärt ist, bleiben wir am Boden.

    Wenn ich beruflich fliegen müsste, okay, aber im Urlaub möchte ich nicht viel riskieren.

    Wir waren jetzt ein Wochenende im Allgäu und fahren im Sommer irgendwohin zum Zelten innerhalb Deutschlands, wo das Wetter gut ist, letztes war Brandenburg traumhaft.

    LG

(35) 29.06.16 - 22:01

Du kannst ihm die Angst nicht nehmen, aber Du kannst ihm helfen, sich seiner Angst zu stellen.
Sprich mit ihm über Angst, wofür ist Angst gut, was passiert im Körper, was genau macht ihm Angst, was passiert im Gehirn, wie verfestigt sich Angst und wie geht Angst auch wieder weg? Warum gehen wir ruhigen Gewissens über die Straße, aber mit pochendem Herz in den dunklen Keller?
Findet einen Umgang, der für Euch passend ist.

  • Als Angstpatient kann ich dir versichern dass es nicht hilft zu wissen wie Angst "passiert " oder was es mit dem Körper macht.
    Ich habe eine Phobie vor Spritzen. Obwohl ich weiß woher das kommt, auch ursprünglich in den Genen liegt, kann ich mich nicht überwinden und lasse nur im Notfall eine Nadel an mich heran. Also wenn Op nötig, Schwangerschaft oder absolut was dringendes

    Habe auch Flugangst und jetzt noch mehr als früher.
    Da kann man mir tausendmal sagen dass Auto fahren gefährlicher ist, Autounfälle habe ich schon ein paar überlebt!

    Ich habe Angst vor Terrorismus und meide seit Jahren Menschen Ansammlungen...warum sollte ich mich dieser Angst stellen. Es wird mir in diesen Momenten nicht besser gehen und danach ebenso wenig.

    Nur weil Menschen vor etwas Angst haben, helfen nicht immer Vergleiche mit anderen Situationen.

    Ich finde mein Leben sehr lebenswert auch ohne flugreise oder Massenveranstalltungen.

    Ich denke man darf Angst auch annehmen, selbst wenn sie lästig sein können und einem manches im Leben verwehren..... Aber echte Angst ist mehr als ein flaues Gefühl im Magen. Ich glaube dass viele Menschen das nicht nachvollziehen können dass man dann eben einfach nicht fliegt sondern fährt. Klar passieren auf der Straße mehr Unfälle.... Aber man fällt nicht.

    Es sind Urängste die uns Menschen gegeben wurden.
    Fällt man, stirbt man evtl.

    Sticht man sich, kann man sich vergiftet haben oder an einer Sepsis sterben.... Solche Ängste haben uns Menschen beigebracht auf sich zu achten und Gefahren aus dem Weg zu gehen. Und bei manchen Menschen sind diese Urinstinkte einfach mehr da als bei anderen.

    Und ja.... Man kann Ängsten einfach aus dem Weg gehen. Fliegen ist nicht wichtig im Leben :)

    Und Verstand hat bei einer Angsttherapie eh keinen Platz..

    Mona

    • Hallo

      Du sprichst mir, auch mit Angststörung lebend (damit lebend aber nicht mehr darunter leidend - wörtlich genommen!).

      Es gab eine Zeit in meinem Leben, da konnte ich nicht mal mehr Auto fahren (als Beifahrer wohlgemerkt); ich saß zitternd im Wagen, mir liefen die Tränen und war kaum ansprechbar.
      Mit Hilfe einiger Therapien bin ich nun soweit, dass ich gut in Ko-Existenz mit meiner Angststörung leben kann und nicht mehr unter ihr leiden muss.
      ABER das war ein harter und mit unzähligen Rückschlägen versehener Weg.

      Ich habe festgestellt, dass mir persönlich ausführliche Gespräche über die Angst halfen und auch helfen. Im Gespräch baue ich Stress und Ängste eher ab, als wenn mir jemand mit sachlichen Argumenten kommt.

      Da der Sohn der Threaderöffnerin scheinbar nicht generell Angst vorm Fliegen hat, sondern Angst auf Grund der sich mehrenden terroristischen Ereignisse, die immer näher rücken, vielleicht immer wieder über den Urlaub reden, wie schön es dort ist, etc. p.p. und das Schöne in den Vordergrund stellen.

      Nachvollziebar ist, dass man durch den Flugverkehr an sich vernetzter ist und man fühlt sich irgendwie näher dran.
      Der gesunde Verstand sagt, es kann immer und überall etwas passieren; die Angst lässt aber den gesunden Verstand außen vor und man ist für Argumente nur noch schwer empfänglich. Es baut sich regelrecht eine "und wenn das nicht ist, dann kann das sein..." Spirale auf.

      Ich würde die Angst ernst nehmen und, wie auch schon einmal gelesen, ggf. überlegen, ob ich die Option ausspreche, sofern möglich von der Betreuung her, das Kind daheim zu lassen wenn sich nichts ändert.

      Man muss nicht auf Biegen oder Brechen gegen die, durchaus begründete Angst, anzugehen.
      Ich selbst würde z.B. nie und nimmer mit meiner Spinnenphobie eine gezielte Therapie machen. Wenn ich nur dran denke, fängt mein Herz an zu rasen und Ekel steigt auf. Muss ich so'n Viech an mir herum krabblen lassen?? Mir reicht, dass ich die Viecher bis zu einer gewissen Größe beseitigen kann; die Chance, dass mir eine Tarantel hier im heimischen Landen begegnet, ist gering, so dass ich mit der Angst leben kann....

      LG

      Ich stimme dir teilweise zu.

      Jedoch kann es auch passieren, dass Angst immer mehr Raum einnimmt. Erst hat man Angst vor dem Fliegen, weil es bspw. Terroranschläge gibt. Gut, die gibt es auch auf Plätzen, also bekommt man Angst vor Plätzen... Irgendwann verlässt man das Haus nicht mehr.

      Ich habe auch Flugangst und derzeit meide ich es auch. Es gibt aber Strategien, sich seiner Angst zu stellen und wenn es "irrationale" Ängste sind, sollte man das auch.

      Hast Du es schon mal mit einer Therapie versucht? Natürlich gibt es Urängste, die sollten sich aber nicht beim Blut abnehmen bemerkbar machen. Und gerade bei Angst ist der eigene Verstand sehr hilfreich, wenn die Psyche mal wieder ihren eigenen Film abspielen will.
      Natürlich kann man vielen Ängsten auch einfach aus dem Weg gehen, die Frage ist nur, wie hoch der Leidensdruck irgendwann ist. Und wenn es keine einzelnen Phobien sind, sondern die Angst sich immer mehr ausbreitet, dann ist es irgendwann nicht mehr nur Dein Problem, sondern auch daß Deines Umfeldes, Partners, Kinder, Freunde.

      • Bin ich. Therapie ;) aber sobald es ans Eingemachte geht kneife ich.....ist halt so. Meine Familie leidet nicht mit.... Sie unterstützten mich, nehmen mich ernst und damit geht es dann auch

        • Einsicht ist der erste Schritt zur Besserung, hat meine Oma immer gesagt. Vielleicht bist Du irgendwann soweit, dass Du einfach einen Schritt weiter gehst. Ich drücke die Daumen.

Hallo,

jetzt ist es wichtig, dass die Sorge/Angst Deines Sohnes nicht bagatellisiert und heruntergespielt wird. Vielmehr muss er sich in seinen (natürlichen) Empfindungen ernst genommen fühlen und das wird ihm schon viel helfen. Sprecht mit ihm darüber, wenn er das möchte. Ansonsten würde ich das Thema nun nicht "überthematisieren", also nicht ständig das Thema von Eurer Seite aus aufgreifen.

Was mir noch einfällt: Vielleicht hilft es Deinem Sohn, wenn Ihr gemeinsam beim Reiseveranstalter anruft und herausfindet, ob für Barcelona eine Reisewarnung vorliegt. Da keine vorliegen wird, könnte das für Entspannung sorgen. In diesem Sinne, einen schönen Urlaub Euch :)

Danke Euch für Eure zahlreichen Antworten, hoffe mein neunmalkluger Sohn und ich finden eine Lösung wie er seine Angst überwinden kann:-)

ängste kann man niemandem "nehmen" und mit Argumente helfen nur auf Umwegen und nur dann, wenn sie für denjenigen plausibel sind und er sich seiner Angst stellen will.

Die beste methode wäre, mit ihm regelmäßig zum Flughafen zu gehen (weiß natürlich nicht, wie realistisch das ist). also wenn prakikabl, dann jeden tag mal dort flugzeuge beobachten.
wenn so nicht machbar, dann vielleicht 2-3 wochenendausflüge machen. in frankfurt kann man wunderbar bei Mc doof sitzen und draußen aus dem fenster die Flugzeuge anschauen.
Da einfach mal nen gemütlichen nachmittag vrbringen.

die nachrichten suggerieren uns "erfahrungen". er hat also jetzt die erfahrung gemacht, daß flughäfen etwas gefähliches sind.
aus dieser "erfahrung" heraus ist es nicht dumm, angst zu verspüren und die gefahrenquelle zu meiden.
es müssen also viele andere erfahrungen her, die zeigen, daß der ort eben nicht stärker gefahrenbesetzt ist als andere orte.

das ist schon für uns erwachsene nicht einfach. für Kinder oftmals noc hviel schwieriger, weil sie noch weniger abstrahieren können und mit eienr statstik noch weniger anfangen können.

schaut euch fotos an von flugzeugen, erzähl vom letzen urlaub und dne postiven erfahren, geht zu tante erna und laßt euch die dias vom letzen äygptenurlaub zeigen etc..
verknüpfung von positiven erfahrungen mit flugreisen sind jetzt das einzige, was (wenn es über einen längeren zeitraum richtig "gegenkonditioniert" wird) die gefühlslage verändern könnte

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