Wird noch genug über anderes berichtet und für anderes getan ??

    • (1) 21.07.16 - 15:51

      Hallo,

      ich möchte mal einen Eindruck wiedergeben von dem ich mir nicht sicher bin ob er stimmt. Allerdings hat eine gute Bekannte ihn gestern bestätigt.

      Es geht um die Berichterstattung in den Medien (Fernseher, Zeitung. Radio)

      Es ist klar dass über die Dinge wie, Brexit, Nizza, Erdogan usw. viel berichtet wird. bzw. das darüber geschrieben und berichtet wird.

      Es ist auch klar dass dagegen was getan werden muss wie z.B. Terror usw.

      Aber nun kommt meine Sicht.

      Wann wurde zuletzt mal über die wirklich Probleme im eigenen Land berichtet und wann wurde mal wirklich was dafür angekündigt und auch getan.

      Um mal ein Beispiel zu nennen:
      Überbelastung in der Pflege und in den Krankenhäusern und Altenheimen.

      Das ist nur ein Beispiel. Wie gesagt, ich will das andere nicht abwürgen, aber ich habe oft das Gefühl, es dreht sich sofort alles um wenn dann sowas passiert wie in Nizza oder England oder Türkei. Und das zieht sich dann über Zeiten hin wie ein Kaugummi und die Politik tut dann ne Menge den Terror zum Bsp zu verhindern. Aber wird genug für anderes getan ?

      Nun bin ich gespannt. Könnt auch ruhig auf mich eindreschen :-)

      Andy

      • Hallo,

        Nachrichten dienen ja eher dazu, über aktuelle Ereignisse zu berichten. Ständig über einen andauernden IST-Zustand zu berichten, ist kaum möglich. Du hast Recht, es wurde schon eine Weile nichts mehr zu den Zuständen im Pflegebereich berichtet. Genauso ist es aber wenn man mal an Syrien und die dortigen Zustände oder andere Dinge denkt, wie z.B. Umweltverschmutzung, Walfang, Kinderarmut (egal wo), usw. Das sind doch alles Dinge, die leider fortdauern. Berichtet wird wird dann wieder, wenn hier Veränderungen eingetreten sind oder aber z.B. Gesetze beschlossen werden, die darauf einwirken sollen.

        Ich denke auch nicht, dass man unbedingt immer warten muss, bis die Politik etwas tut. Wenn man an dein Beispiel denkt, könnte man sich auch ehrenamtlich engagieren, um zumindest einen kleinen Beitrag zu leisten.

        vg, m.

        • Die Antwort fand ich sehr gut. Du hast weitere Themen angeschnitten die darein gehören.

          Das mit dem IST-Zustand ist ja richtig, aber wenn man dazu kaum mehr was sagt, gerät es auch schnell in Vergessenheit bei dem vielen anderen.

          Gruß Andy

      Die Frage ist, inwiefern sich diese Themen für kurze Nachrichten eignen.

      Jedoch schaue ich jetzt nicht viel fern, trotzdem bekomme ich schon auch mit, dass es Dokumentationen oder Reportagen darüber gibt und das relativ regelmäßig.
      Vor kurzem kam mal etwas über die Pflege von älteren Menschen im Radio (gerade auf den Sendern, die auch sprechbeiträge kommen, kommen häufiger solche Themen).
      Der ist zwar älter, aber extra3 gräbt ältere Beiträge auch mal auf Facebook aus.
      http://www.ardmediathek.de/tv/extra-3/Schlegl-in-Aktion-Billigkleidung/NDR-Fernsehen/Video?bcastId=3709210&documentId=17742718

      • Ich kann das so halt nicht bestätigen. Was nicht heissen soll dass es nicht so ist.

        Gruß Andy

        • Hallo,
          ich erlebe es auch eher wie hanni123.
          Natürlich senden Tagesschau, heute oder auch Sendungen wie Maischberger, hart aber fair überwiegend die aktuellen Themen.
          Vor zwei Tagen wurde nochmal über Trump berichtet.

          Aber, das Beispiel von hanni und auch ttt, Aspekte, Quarks und co, heute plus, gezielte Reportagen beschäftigen sich weiterhin mit anderen Themen.

          Dein Beispiel: die Pflege ist mit dem neuen Pflegeausrichtungsgesetz beschäftigt. Momentan passiert da regional ganz viel.

          In den Kommunen und Landkreisen sind Gelder Thema die verteilt werden müssen ( Erziehung, Flüchtlingsheime, Schulen, Straßen).

          Ich denke, du solltest deine Medienauswahl überarbeiten.
          Gruß

    (8) 21.07.16 - 17:23

    Huhu,

    Ich kann deinen Eindruck ganz und gar nicht teilen. Man muss hier unterscheiden zwischen Nachrichten (im Englischen als News, also Neuigkeiten, bezeichnet) und anderer Berichterstattung. Die Nachrichten beziehen sich auf aktuelle Entwicklungen und deshalb wird dort eben nur über Dinge, die gerade passieren. Dabei gibt es immer internationale und nationale Anteile.
    So gibt es dann auch regelmäßig neue Statistiken zur Arbeitslosigkeit etc., und wenn es Tarifverhandlungen gibt, wird auch über Problem in bestimmten Berufen gesprochen, wenn Gesetze verabschiedet wurden, wird über diese berichtet, etc. In den *Nachrichten*.

    Dann gibt es noch Reportagen, Zeitschriften, Artikel in Online Medien... Dort werden auch immer andere Themen aufgegriffen. In Sendungen wie 37° im ZDF geht es um Themen wie zu wenig Betreuungsplätze für Kinder, Lehrermangel, Altersarmut, Pflegenotstand, überlastete Notfallambulanzen, Menschen, die im Beruf überlastet sind und anderes.

    Wenn Du Dich gerne darüber informieren möchtest, was für den Pflegenotstand getan wird, empfehle ich Dir einen Blick auf die Seiten des entsprechenden Ministeriums. Dort kannst Du Dich umfassend über die Maßnahmen informieren:
    http://tablet.bundesgesundheitsministerium.de/themen/pflege/pflegekraefte/pflegefachkraeftemangel.html

    Viele Maßnahmen (z. B. Kindergartenplätze und Schulbildung) werden auf Landes- und nicht auf Bundesebene entschieden. Hierzu musst Du dann auf jeden Fall regionale Medien anschauen/hören/lesen.

    Welche Sender und Sendungen schaust Du denn so? Welche Tageszeitung liest täglich?

    LG

    Hanna

    • Wie ich schon sagte, bitte nicht nur dieses eine Thema nehmen, es gibt genug andere über die wenig berichtet wird, und nur eine eine Doku läuft, reicht das nicht. Man muss ja auch sehen welche Sender die meisten wohl gucken.

      Gruß Andy

      • (10) 22.07.16 - 10:19

        Ich habe viele Themen genannt, nicht nur das eine. Ich nannte:
        "zu wenig Betreuungsplätze für Kinder, Lehrermangel, Altersarmut, Pflegenotstand, überlastete Notfallambulanzen, Menschen, die im Beruf überlastet sind und anderes."

        Welche Sender gucken die meisten? Dazu gibt es Statistiken:
        http://de.statista.com/statistik/daten/studie/75044/umfrage/zuschauermarktanteile-der-tv-sender-monatszahlen/
        Oder für das gesamte Jahr 2015:
        http://www.kek-online.de/medienkonzentration/zuschaueranteile.html

        Die von mir genannte Reportagereihe läuft "zufällig" auf dem meistgesehenen Fernsehsender. ;-)

        Desweiteren habe ich auf regionale Medien und Tageszeitungen verwiesen.

        Erneut meine Frage: welche Fernsehsender schaust DU und welche Tageszeitung liest DU?
        (Denn DU hast ja den Eindruck, dass nicht genügend berichtet wird.)

        Wer lieber "Bauer sucht Frau" oder die 100. Wiederholung eines Actionfilms auf ProSieben sieht, darf sich nicht darüber beschweren, dass nicht ausreichend über "Probleme in Deutschland" berichtet wird. Das Angebot ist ausreichend da, es muss nur persönlich wahrgenommen werden. Die Wahl hat jeder selbst - sich zu informieren oder sich unterhalten zu lassen.

Wieso sollte man auf Dich eindreschen? Ich weiß aus Unterhaltungen, dass viele Leute das mittlerweile so sehen - ich auch.
Ich schau lediglich einmal abends überregionale Nachrichten - dazu evtl. die regionalen meines Bundeslandes - und fertig.
Tageszeitung hab ich sowieso.
Man hat ohnehin das Gefühl, wenn ein Thema "ausgelutscht" ist, dann muss auf Teufel komm raus noch irgendein verwackeltes Handyvideo rausgezogen werden, welches "sensationelle" neue Erkenntnisse bringt , irgendein super "Fachmann" gibt seinen Senf dazu - und nochmal und nochmal. Nein danke.
Ich ergänze Deinen Hinweis mit dem Pflegenotstand noch:

# Bezahlbare Wohnungen für junge Familien - nirgendwo mehr ein Thema. Bei uns ziemlich krass.
# Dann erhöhen sie die Kindergartenpreise für unter Dreijährige derart, dass man fast auf die Idee kommen könnte, Mütter sollen erpresst werden, zuhause zu bleiben - weil die entsprechenden Plätze sowieso fehlen.
# Wir haben noch immer Schulen, die fast auseinanderfallen - kein Geld da.
# Freibäder, Hallenbäder im gesamten Kreisgebiet müssten saniert werden, damit Familien, die nicht in Urlaub fahren können, wenigsten dorthin können. Kein Geld da.

Wenn ich aber nun schreiben würde, wofür ausreichend Geld da ist und wieviele Kinder gratis in Kindergärten untergebracht werden, wäre ich der Steinwurfempfänger - aber wie.... Gerecht ist irgendwie anders.
LG Moni

  • (12) 21.07.16 - 18:07

    Also hier bei uns sind genau die Themen, die du genannt hast, andauernd in der regionalen Tageszeitung. Es gibt dazu Berichte, Kolumnen, Leserbriefe etc.
    Bei euch nicht?
    Bei uns ging es in der letzten Woche um Platzmangel und Sanierungsbedarf an Schulen, um zu teure Spielplätze, um schlechte Verkehrsplanung, um Maßnahmen gegen den Pflegenotstand, ... Um nur einige Themen zu nennen. Auch der städtische Haushalt ist immer ein Thema.
    (Hatte verstanden, dass es in dem Ursprungsbeitrag um *Berichterstattung* über Missstände in Deutschland gehen sollte. Der Zweck des Beitrags ist mir durchaus klar. Ich spiele aber trotzdem mal mit ;-) ...)

    • Leider kommt das bei uns einmal! und dann fliegt es wieder unter den Tisch. Erst als sich kürzlich etliche Mütter zusammentaten und wegen der Gebührensteigerung in den Kindergärten bei der Zeitung vorsprachen, kam nochmal was. Aber zwecklos, die Gebühren gehen trotzdem rauf.
      Leserbriefe gibt es kaum mehr - irgendwie haben die Leute resigniert. Erst kürzlich sagte eine alte Frau zu mir, "es ist doch unseren Politikern viel wichtiger, was in England oder sonstwo passiert - wir sind denen doch egal".
      Und ja - den Eindruck könnte man in der Presse schon bekommen.
      LG

      • (14) 21.07.16 - 23:06

        Hmmm, ich habe den Eindruck gar nicht, dass innenpolitische Themen zu kurz kommen. In der (Regional-)Zeitung gibt es doch immer mehrere Teile. Politik, Wirtschaft, Lokales. Und Sport. ;-) Lokales ist per Definition inländisch, und auch die Wirtschaftsartikel sind überwiegend aus dem Inland.

        Warum sollte es unseren Politikern wichtiger sein, was in England passiert, als was im eigenen Land passiert? Es ist nur z. B. AUCH wichtig, was in England passiert, weil WIR Nachteile dadurch bekommen können. Deswegen muss man auch eine passende Europa- bzw. Außenpolitik und Wirtschaftspolitik betreiben, weil alles voneinander abhängt. Irgendwoher muss das Geld ja kommen, und beispielsweise Zölle beim Export/Import von Waren sind jetzt nicht gerade ein Wirtschaftsmotor. ;-)

        Also ich habe beim besten Willen nicht den Eindruck, dass da ein Ungleichgewicht herrscht. Zähl doch mal die Seiten oder Artikel in der Zeitung, die sich mit internationalen Themen befassen im Verglich zu den nationalen Themen inkl. Lokales. Vermutlich ist da nur 1/4 international.

        Es ist wichtig, zu wissen, was auf der Welt noch passiert, wir sind hier nun mal als Land nicht alleine.

        Eine reisserische und unnötig ausschweifende Berichterstattung passiert auch zu nationalen Themen.

Ich kann da auch nicht zustimmen. Auf vielen Radiosendetn mit Sprechbeiträgen, die nicht nur Comedy sein sollen, werden viele dieser Themen durchaus betrachtet.
Auch im Fernsehen gibt es immer wieder Berichte.
Wobei manche Dinge eventuell auch regional sind.

Das Freibad bei meinen Eltern wurde bspw. vor nicht allzulanger Zeit komplett erneuert. Hier gibt es ansonsten einen See. Der war aber soweit auch in Ordnung.
Der Kindergartenplatz ist auch nicht extrem teurer geworden. Auch dort gab es letztes Jahr neue Spielgeräte.
Wir haben zwei Schulen. Direkt in der Gemeinde. Die Grundschule ist ziemlich neu, dann noch eine private. Die hat vor kurzem einen riesigen Spielplatz dazubekommen.
Die Weiterführenden sonst sind auch gepflegt.
Auch das Altenheim sieht recht ansprechend aus und es wird dort viel generationenübergreifend gemacht.

Und was ist gerecht? Meinst du wirklich, wir stehen da auf der Verliererseite?

Ja, Wohnraum. Das ist ein Problem. Das ist bei uns aber definitiv ein Thema, welches Medien aufgreifen.

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