Wer kann mir das mit "Trump" mal erklären?

    • (1) 22.07.16 - 17:09

      Ich verfolge das Thema Wahlen in den USA nicht aktiv und auch nicht intensiv. Nur das, was ich in den Nachrichten so mitbekomme.

      Ich verstehe überhaupt nicht, wie jemand, wie dieser Trump tatsächlich Kandidat für die Präsidentschaftswahlen werden kann.

      Ein halbes Land findet ihn gut? Im Ernst? Ganz im Ernst? #schock

      Ich könnte es ja verstehen, wenn es ein kleiner Prozentsatz wäre. So dass man bei Vorwahlen ein Zeichen setzen kann, wenn man aber eh weiß, dass er definitiv NICHT Präsident wird. Aber so????????????????? #zitter

      Oder habe ich etwas ganz wichtiges übersehen?

      #winke

      Du hast übersehen, dass ihn nicht die Hälfte aller Amis gut findet ;) die Führung der republikanischen Partei ist mehrheitlich entsetzt über diesen Kandidaten, aber an Regeln und Statuten gebunden. Trump hat "nur" genug Mehrheiten in genug einzelnen Staaten gesammelt, also an der Basis der Parteimitglieder - aber die bilden zusammen nicht 50% der Bevölkerung.
      Er ist ein Populist, der autoritäres Handeln verspricht. Dass da umso mehr Leute drauf stehen, je unsicherer sie sich fühlen, siehst du auch hierzulande am Zulauf zur AfD und zu Pegida (und am Brexit). Das ist mehr (Persönlichkeits-)Psychologie als Politik.
      Und, klar, die Republikaner haben ihm mit ihrer aggressiven, simplifizierenden Rhetorik und politischen Blockadehaltung in den vergangenen Jahren auch selber den Boden bereitet.
      Jetzt wird interessant, wie viele von ihnen doch lieber Clinton wählen.

    • Hallo
      Als jemand der lange Jahre in den USA gewohnt hat kann ich mir das mit unterschiedlichen Gründen erklären (und habe da im Bekanntenkreis (ehemalige Mitschüler,...) etc. auch schon einiges mitbekommen).
      Ich würde das mitunter darauf schieben das es Dinge gibt die in den USA komplett anders geregelt sind ,mitunter die "Krankenversicherung", Wahlsystem,die Schulsituation,.. , wodurch es für viele dort ganz andere Standards bzw. ein anderes Verständnis von Normalität gibt.
      Schweres Thema.
      Ich bin froh das ich gerade nicht dort lebe und das meine Kinder auch die deutsche Staatsbürgerschaft habe.
      Wobei Trump ja auch deutsche Wurzeln hat und bei dem würde es mich nicht wundern wenn er diese,oder gar Deutschland, in irgendeiner Form mit rein ziehen würde..#zitter

      LG

      Gute Frage...

      ich habe vor 2 Tagen mit einem Freund (meinem Schulfreund) geskypt. Er lebt seit 20 Jahren in Kalifornien. Er sagt, ihm ist es EGAL wer an die Macht kommt, da er nicht so naiv ist und (wie ich) denkt, dass er etwas zu entscheiden hat. Er meint, es wird ohne uns (allgemein gesprochen), also in Amerika ohne ihn entschieden wer Präsident wird. Daher nimmt er es so wie es kommt. Trump ist ihm sogar willkommen, bzw. sagte er, er hätte nichts dagegen. Zumindest würde er, Trump, es "aufmischen".

      Tja, mir fällt nichts dazu ein....

      • (9) 23.07.16 - 11:41

        Das "Volk" hat einfach die Schnau...ze voll.
        Ca. 50 Millionen Amerikaner bekommen Essensmarken. Viele brauchen 3-4 Jobs um sich das nötigste erlauben zu können. Die Arbeitslosenzahlen, also die unverfälschten, liegen im 2 stelligen Millionenbereich.
        Das amerikanische Volk befindet sich seit über 200 Jahren im Krieg. Die Infrastruktur ist desolat, die Zukunftsausichten eher bescheiden.
        Der Mittelstand löst sich auf.

        Die Clinton will keiner, weil sie von der Wall-Street bezahlt wird, und die Wall-Street will noch mehr Krieg.
        Aber es ist wohl egal wer von denen an die "Macht" kommt. Beide sind nur Marionetten im großen Spiel. Die Welt wird durch keinen der beiden besser.

        Ich pers. Glaube, dass sich die Welt am Abgrund befindet. Wir sind nur noch ein Schritt davon entfernt.....#kratz

    Hallo,

    erst mal glaube ich, dass bei uns die Presse in der Berichterstattung ganz schön wertet. Der Mann macht z.T. recht irre Aussagen, die natürlich auch bei einfach struktuierteren Wählern gut ankommen - ich kenne leider ein paar Leute, die würden das für Deutschland auch sofort unterschreiben.

    Dann verkörpert er natürlich den "American Dream" - ist so ein Selfmademan, ich denke, da vertrauen viele darauf, dass er auch sie bzw. ihre Lebensumstände verbessert.

    Last but not least: Hillary war noch nie eine Sympathieträgerin.

    GLG
    Miss Mary

    Hallo!

    Mein Mann hat Verwandte in den USA und ja, von denen werden einige ihr Kreuzchen begeistert bei Trump setzen, und sie posten auch Dinge auf Facebook, bei denen ein aufgeklärter Europäer nur den Kopf schütteln kann - Angefangen damit, dass alle Stundenten Waffen in die Schule mitnehmen sollten, um so Amokläue zu verhindern, bis hin zu Aufforderungen Hillary Clinton zu ermorden, für die man hierzulande im Knast landen würde. Ach ja, und gelegentlich eine Anleitung, wie man ein Schnappholster für eine Waffe im eigenen Auto basteln kann, und dass automatische Gewehre ja so teuer wären.

    Einerseits liegt es sicher daran, dass sie halt echt noch Wildwest-Bewohner sind. der Urgroßvater meines Mannes kam zum Goldrauch nach Kalifornien, andere Vorfahren lebten schon da und haben sich mit den Goldsuchern eine goldene Nase verdient. Aber auch da ist die Reise im Planwagen quer über einen kaum erforschten Kontinent bei keinem mehr als 5 Generationen her. Da muss man schon ein bestimmter Typ Mensch sein, um so bekloppt zu sein, aus dem sicheren Hamburg mal eben bis nach Kalifornien zu reisen, weil da Gold gefunden wurde. Auf diese idee wären meine Vorfahren nie gekommen, die haben sich hier durch harte Arbeit ein gutes Leben geschaffen. das merkt man schon.

    Andererseits ist das Problem aber auch, dass Hillary Clinton auch unwählbar ist.

    - Sie hat in ihrer Zeit als Ministerin Emails über ihren privaten Server bei sich zu Hause laufen lassen und dann zigtausende gelöscht. Geheime Akten, die sowieso niemals über den privaten Server hätten laufen dürfen, und vieles, was aufbewahrt werden musste. Top Secret Militärunterlagen die privat verschickt wurden. Stell Dir mal vor, ein Ingenieur bei VW schickt sich die Baupläne vom neusten Auto auf seine Privatadresse, und was da wohl los wäre. Aber das FBI hat die ermittlungen mittlerweile eingestellt.

    - Die Clinton-Stiftung sammelt Milliarden ein, angeblich für Wohltätige Zwecke. Dort ankommen tun aber nur 30% der Gelder, der Löwenanteil versickert in der Stiftung. Etwa als Gehälter für Tochter, Schwiegersohn und diverse andere Angestellte. Und natürlich landen da immer wieder Gelder in der Stiftung aus dubiosen quellen, also wer nicht direkt den Wahlkampf unterstützen darf, etwa weil er im Ausland wohnt, der spendet der Stiftung. Hat schon ein Geschäckle.

    - in ihrer Zeit als Verteidigungsministerin hat sie ein paar Soldaten in feindlicher Gefangenschaft im Stich gelassen. Das ist wirklich schlimm weil vorher die Amerikaner immer nach dem Motto in den Krieg gezogen sind, dass sie nicht einen einzigen Soldaten zurück lassen und zur not sogar die Leichen frei gekauft haben, um sie in der Heimat mit großem Tamtam zu beerdigen. Da wurden aber sogar lebende Kriegsgefangene ganz bewusst nicht gerettet, weil es "zu kostspielig" war. Für so eine Aktion hätte ein Minister auch zurück treten können

    - dazu kommen daverse geschäfte etwa mit Reden vor irgendwelchen Firmen, Lobbyverbänden, Banken etc., mit denen die Clintons ihr Budget aufbessern. Die Aktiengeschäfte des Schwiegersohns der da auch Milliarden begraben hat. Lauter solche Sachen.

    Also wenn man sich das Alles gemeinsam auf der Zunge zergehen lässt - also ich würde die auch nicht wählen wollen. Trump auch nicht, keine Frage, aber Hillary ist halt auch nicht wählbar.

    Ich denke auch, dass viele Amerikaner zutiefst verunsichert sind und Trump ihnen irgendwelche Versprechungen macht, auf die sie dann bauen. Dass diese Versprechungen äußerst kritisch zu sehen sind und vermutlich mehrheitlich nicht eingehalten werden, ist wieder ne andere Geschichte. Viele Amerikaner sehen das nicht so, da sie einfach eine ganz andere Mentalität als wir haben.

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