Umgekehrter Babyblues?

    • (1) 06.09.16 - 19:39

      Hallo

      ich fühl mich grade so abnormal und möchte mal hören, ob das jemand von euch auch kennt? Meine kleine Tochter ist jetzt fünf geworden und ich bin schon seit Jahren froh über jeden Babyartikel und dann Kleinkindartikel, den ich aus unserer Wohnung verbannen konnte.

      Meine beste Freundin wollte unbedingt ein drittes Kind - ich konnte sie gar nicht verstehen und bei den Problemen mit dem "endlich" schwanger werden gar nicht unterstützen. Ausgerechnet jetzt bekommen auch alle in meinem Umkreis nochmal Babys. Ich bin in keinster Weise eifersüchtig. Aber ich habe irgendwie auch eine Abneigung die Babys ständig rumzuwiegen und süß zu finden und rum zu tragen. Mal ist ja ok, aber dann ist auch wieder gut. Meine Schwester bräuchte grade Hilfe mit ihrem Baby aber ich bin nicht bereit die kleine, die immerhin auch schon acht Kilo wiegt den ganzen Tag rum zu tragen. Und damit fühl ich mich ganz schön egoistisch. Zumal ich auch noch die Patin bin. Ich freu mich schon drauf und weiss, das ich mich mehr mit den Kindern meiner Freundinnen und meiner Schwester beschäftigen werde, wenn sie mal richtig spielen können und man ihnen was zeigen kann. Aber jetzt ist es grade echt hart.

      Also - noch jemand da, der das kennt? Vielleicht gibts mal einen Punkt im Leben einer Mutter, die immer versucht hat nur für die Kids da zu sein und alles perfekt zu machen, wo sie das grad mal satt hat?

      LG
      Jenny

      • Geht mir ganz genauso. Keine Ahnung warum das so ist. Seit mein jüngster 4 oder 5 war, kann ich mit Säuglingen und Kleinkindern nichts mehr anfangen. Ich mag sie auch nicht gerne auf den Arm nehmen oder Neugeborene bestauen.

        Aus irgendeinem Grund bedaure ich innerlich Schwangere, dass sie bald ein Baby haben.
        Warum das so ist, kann ich mir selbst nicht erklären. Eine typische Babymama war ich zwar nie, aber ich habe es auch nie betreut meine Kinder bekommen zu haben. Merke aber immer mehr wie froh ich bin das sie selbstständiger werden.

        LG

        • Oh man bin echt erleichtert, das du das so schreibst.

          Mit den Schwangerschaften und Geburten bei meinen Kindern war es beide male perfekt. Habe auch vor der SS mit meinem Sohn dreieinhalb Jahre Kinderwunsch gehabt und mich wie wahnsinnig gefreut, als es endlich geklappt hat. Die Geburten waren tolle Erfahrungen, die ich auch wieder machen würde - aber danach ein Baby? Nee Danke...

          Meine Trauzeugin hat jetzt erst spät ihren Mann kennen gelernt und bekommt jetzt das erste Baby mit Ende dreissig. Ich freue mich schon für sie, Schwangere tun mir nicht Leid, die haben sich ja selbst dafür entschieden. Aber etwas schadenfroh bin ich grade bei meiner Trauzeugin schon, denn jetzt wird sie am eigenen Leib erfahren, das bei einem spontan Besuch die Wohnung eben nicht geleckt aussehen kann und man vielleicht zu einer verabredeten Uhrzeit doch noch nicht die Haare gewaschen hat, weil das Baby zb. Blähungen hatte.

          Ich fühle mich wieder "freier" als noch vor ein paar Jahren und das fühlt sich echt gut an.

          LG
          Jenny

          • Ich denke es liegt wirklich an diesem Gefühl der zunehmenden Freiheit, auch wenn sich das blöd anhört.

            Je selbstständiger die Kinder werden, desto mehr merkt man wahrscheinlich, wie sehr sie einen eingeschränkt bzw beansprucht haben. Auch wenn man das zu dem Zeitpunkt gerne gemacht hat.

            • Hört sich gut und logisch an!
              Vielen Dank das du geantwortet hast. Fühl mich grade hier wo ich bin ziemlich alleine mit meiner Einstellung und bin froh, das es nicht nur mir so geht!

              LG
              Jenny

      Mir geht es auch so.
      Bei Schwangeren freue ich mich immer sehr, dass ich das hinter mir habe und bei Babys, wenn ich sie abgeben kann.

      War aber auch nie gerne schwanger, hätte die Kinder gerne schon mit einem Jahr bekommen.:-)

    Ja, das kenne ich so ähnlich.
    Man freut sich, dass lieben Kleinen endlich das Licht der Welt erblickt haben und freut sich dann über jeden Entwicklungsfortschritt, der sie nach und nach selbstständiger macht.

    Ich bestaune heute gerne Babys und hüte sie auch gerne mal stundenweise, freue mich aber auch, sie nach einer gewissen Zeit wieder abgeben zu dürfen.

    Ich denke auch, dass es daran liegt, weil die eigenen Kinder doch schon recht selbstständig sind (meine sind z.B. 7 und 12 Jahre alt) und man als Eltern so ganz allmählich wieder seine "Freiheiten" bekommt. #
    LG
    Martina75

    habe drei "Kinder" (inzw. 23, 19 und 16 Jahre ) und ich war von Anfang an froh über jedes Jahr, das sie älter wurden. Trotzdem hätte ich kein Einzelkind gewollt.
    Von mir aus könnten die Kinder mit der Schultüte in der Hand geboren werden.

    An dem Sprichwort "Kleine Kinder kleine Sorgen, große Kinder große Sorgen" ist wohl was dran. Aber mir persönlich waren die pubertären Eskapaden meiner Kinder lieber, als ihr Geplärre als trotzige Kleinkinder. Urlaub war für mich erst Urlaub, als alle drei im Schulalter waren-allerdings wurde es da halt auch teuer.

    • Nachtrag: manchmal bin ich eine richtig schadenfrohe Zicke, wenn ich beim Einkaufen oder so eine Mutter mit ihrem zornesroten. laut schreienden Kind sehe, dann denke ich: DAS habe ICH hinter mir............

(11) 08.09.16 - 08:22

Hallo,

uns, also meinem Mann und mir, geht es ähnlich. Ständig versucht meine Schwägerin uns ihre Kinde auf´s Auge zu drücken, wenn wir da sind, dreht sich alles um die Beiden, es gibt kein anderes Thema. Mich nervt das. Wir sind gerade so frei, wie vor unserer Tochter, alles passt bei uns und ich möchte nie mehr so gebunden sein, wie damals mit meiner Tochter, als sie noch so klein war. Es war eine schöne Zeit, aber die Freiheit, die wir jetzt wieder haben, genießen wir in vollen Zügen.

LG

  • Hallo

    da kann ich euch auch absolut verstehen!
    Es hört sich an, als ob ihr mit eurer Tochter jetzt wirklich aus allem groben raus seit. Da hat man wieder Zeit füreinander und das ist auch total wichtig.

    Soweit sind wir leider noch nicht.

    Meine beste Freundin wollte unbedingt noch ein drittes und sie findet Babys toll, schaut in jeden Kinderwagen rein, heult um jedes zu klein gewordene Kleidungsstück.

    Sie würde mir ihr Kind nie aufzwengen. Gibt sich aber auch so, als ob ich mich wahnsinnig freuen müsste, wenn ich es nehmen "darf". Die kleine ist ja auch süß, aber ich freu mich schon jetzt auf die Zeit, wenn ich sie an der Hand nehmen kann und ihr die Welt um sie rum zeigen und nicht mehr einfach nur rum tragen, das einem der Arm schwer wird..

    LG
    Jenny

    • Ja, ich verstehe schon, was Du meinst. Es ist nicht so, daß ich Kinder nicht mag, wirklich nicht und ab und an halte ich auch mal ein Baby auf dem Arm. Ich habe jahrelang Kinderturnstunden gegeben in sämtlichen Altersgruppen, auch nach meiner Tochter noch. Meine Tochter war sehr anstrengend, 3 Monats-Koliken, oft krank, aufgedreht, immer in Bewegung und den ganzen Tag quasselnd....von Jahr zu Jahr wurde es besser und mit der Einschulung war das Kind wie ausgewechselt. Jeder unserer Freunde, die Kinder bekamen, meinten, wie schnell es doch durch schlief, wie gut es essen würde....mein Kind schlief lange nicht durch, wollte später nicht essen....Und jetzt, mit Ihren 12 Jahren ist sie so toll, was sie auch vorher war, ganz so negativ will ich das jetzt garnicht darstellen, aber es war oft ne Zerreissprobe für alle Beteiligten.

      LG

Du bist nicht alleine ;-)

Zwerg ist zwar erst 18 Monate und Nr. 2 kommt im Oktober - aber ich kann den Kindern anderer Leute wenig bis nichts abgewinnen... noch nicht mal, wenn sie älter sind...

Ich bin zwar leider keine Mami, aber ich denke deine Empfindungen sind ganz normal. Muttersein ist eben, so schön es auch sein kann, auch sehr anstrengend und fordernd, man selbst muss über viele Jahre die eigenen Wünsche und Freiheiten für das Kind zurück stellen. Da ist es doch normal, dass du dich freust, langsam wieder mehr deine Ruhe zu haben und keinen Bock mehr hast, wieder ein Baby zu bekommen, dass dich wieder voll in Anspruch nimmt.

Wir alle durchlaufen ja verschiedene Phasen im Leben und dazu gehört bestimmt auch bei sehr vielen, sich wieder auf eine "kinderfreie" Zeit zu freuen.

Lieben Gruß,
samtkater

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