Sohn wird ausgeschlossen, weil er sich geoutet hat

    • (1) 17.09.16 - 12:35

      Hallo,

      Mein Sohn hat recht jung gesagt, das er auf Jungs steht.
      Nun ist er 14 und ich habe das Gefühl ihm geht es recht gut damit.

      Leider gibt es dadurch auch ein paar Probleme.

      Die Mädchen sind immer untereinander und da ist er eigentlich immer mit dabei, nur bei Partys oder Übernachtungen darf er nicht. Sie wollen untereinander sein oder die Eltern wollen nicht, das ein Junge dabei ist.

      Die Jungen wollen in bei solchen Dingen ebenfalls nicht dabei haben, weil ..... Ich schätze mal, sie Angst davor haben, das er sie gut finden würde.

      Also hängt er am WE meist daheim und liest immer per WhatsApp mit, wieviel Spass die Anderen haben. Er ist daheim und traurig.
      Einladen möchte er aber auch keinen, weil eh alle nein sagen ( seine Worte)

      Mir tut das im Herzen weg, meinen Sohn so leiden sehen zu müssen.
      Auf der anderen Seite bin ich sehr stolz auf ihn, das er zu seiner Neigung steht und sich nicht versteckt.

      Dennoch wird er ausgegrenzt.

      Wie kann man das ändern? habt ihr eine Idee? Hat evtl noch jemand solch ein Problem?
      Über ein normalen Austausch, auch per PNS würde ich mich sehr freuen.

      Liebe grüße
      TADAAA

      • Also ich kann dir vielleicht nicht wirklich helfen weil ich das gleiche Problem nicht habe. Ich hab nur ein paar schwule Freunde und ich lieb sie einfach über alles. Ich sehe sie als Menschen wie jeden anderen auch. Ich finde deinen Sohn sehr mutig das er so offen sprach und auch dich als Mutter ganz toll das du so damit umgehst. Sein Freundeskreis ist wohl etwas schwierig weil sie einfach in einem Alter sind wo sie möglicherweise nicht so genau wissen wie sie damit umgehen sollen. Jugendliche in dem Alter sind ja oft durch die Pubertät schon komisch. Mir fallen einfach nur 2 Sachen ein:
        1. stärke deinen Sohn so gut du kannst das er gut ist wie er ist und

        2. gibts vielleicht einen aus der Clique den er etwsa besser kennt und den er direkt fragen kann?

        Ela

        • Hallo,

          Danke.

          Den Rücken stärken wir ihm natürlich weiterhin.

          Ich glaube es ist einfach das Alter und noch dazu wurde die Klasse erst letztes Jahr zusammengeführt.

          Seine älteren Freunde sind auf anderen Schulen.

          Er ist leider öfter traurig. Er möchte auch keinen fragen, was auch?
          Er hat sich geoutet und möchte eigentlich nicht dauernd darüber reden, er ist halt so.

          Liebe grüße

          • Das er öfters traurig ist, ist schon schade. Und mal ehrlich er muss ja nicht dauernd drüber reden, wir reden ja auch nicht dauernd drüber das wir heterosexuell sind. Wieso auch. Es völlig normal und gut so wie er ist. Es wird sicherlich besser werden aber er hat jetzt nunmal keine leichte Zeit. Ja sicherlich ist es das Alter. Ich hoffe trotzdem für euch das er noch Freunde findet die ihn leichter akzeptieren.

            Liebe Grüße und viel Glück

            Ela

      (5) 17.09.16 - 13:02

      Hallo!
      Ich finds total toll dass du ihn da unterstützen möchtest. Aber er ist 14.

      Das einzige was du tun kannst ist, ihm immer wieder sagen dass er gut ist so wie er ist und ihn aufbauen.

      In dem alter kann ich mir schon vorstellen das es für die anderen Kids schwer ist damit umzugehen.
      Vllt kann man mit einem Lehrer drüber sprechen das er das thema mal sensibel anspricht? Und dein sohn nicht jetzt nicht jeden Jungen anspringt?

      Ich wüsste wirklich sonst nichts. Oder vllt mit den Eltern seiner Freunde reden das diese mal mit ihren Kindern drüber reden?

      Das wäre jetzt so das einzige was mir einfällt.
      Halte ihn aufjedenfall den rücken frei :)
      Lg

      • (6) 17.09.16 - 13:15

        Hallo,

        Stimmt er ist 14 und für ein Outing also recht früh dran und gerade im dem Alter ist sowieso alles recht schwer.

        Mit der Lehrerin sind wir im Gespräch und in der Schule hat er ja auch keine Probleme (mehr) nur halt die WEs sind halt traurig.

        Nun gut, er muss da halt durch, leider.

        Liebe grüße

    (7) 17.09.16 - 13:16

    Hallo
    Meine Tochter (jetzt 19) war schon etwas älter als sie und ihre Freundin öffentlich machten das sie zusammen sind. Sie selbst zu nennen habe ich aufgegeben, anfangs habe ich mir da auch viele Gedanken gemacht aber mittlerweile denke ich mir das es eigentliche egal ist. Sie ist glücklich also alles gut.
    Abgewendet haben sich aber tatsächlich einige Menschen bei denen man es nicht wirklich dachte. Auch ein Teil der Familie, mit dem wir aber zum Glück alle nichts mehr zu tun haben, hat ein großes Problem damit. Das verletzt natürlich auch mich als Mutter denn an ihr hat sich ja nichts geändert. Sie ist immer noch der selbe Mensch.
    Aber sie hatten und haben beide ihren engen Freundes und Bekanntenkreis der nach wie vor da ist.
    Letztendlich kann man in so einer Situation schnell differenzieren welche die wahren Freunde sind.
    Hat er ein Hobby ? Freunde muss man ja nicht durch die Schule finden.

    LG

    • (8) 17.09.16 - 13:23

      Hallo,

      Danke.

      Ja, er hat ein Hobby und wie gesagt er hat leider nur am WE die Probleme.
      In der normalen Woche ist alles gut. So gute Freunde scheinen es halt nicht zu sein, wenn sie ihn am WE einfach links liegen lassen.

      Auch stelle ich mir es für ihn richtig schwierig vor überhaupt einen Jungen kennen zu lernen. Wir wohnen in keiner Großstadt und ich glaube kaum, das viele Jungs schon in dem Alter wissen oder sich trauen sich zu Outen.
      Er war natürlich auch schon unglücklich verliebt.

      Mir als Mutter und auch meinem Mann tut das weh und ich fühle mich auch etwas hilflos ihm da überhaupt nicht helfen zu können.

      Liebe grüße

      • (9) 17.09.16 - 13:47

        Ja, das sie ihn am Wochenende liegen lassen sagt wohl einiges aus.
        Über das jemanden finden würde ich mir keine Gedanken machen. Wir wohnen auch in einem kleinen Ort und ich denke es findet sich einfach alles irgendwie. Dein Sohn ist ja zudem mit 14 noch recht jung.
        Helfen kann man einfach in dem man es ist und deutlich hinter seinem Kind steht :-)

(11) 17.09.16 - 13:48

Hallo,

ich kann ihm nur raten, sich Gleichgesinnte zu suchen :-)

Ich habe im Freundeskreis einen Homosexuellen und bis auf wenige Ausnahmen trifft er (und sein Lebensgefährte) sich eigentlich hauptsächlich mit Gleichgesinnten.

Hab mal ein bisschen gegooglet, keine Ahnung wo ihr her kommt. Aber es gibt durchaus auch Jugendtreffs schon für das Alter (je nachdem wo man wohnt wird das evtl ein bisschen schwer).

lg

  • (12) 17.09.16 - 14:37

    Hallo,

    Ja, das ist einfacher gesagt als getan.
    In dem Alter outet sich ja nicht jeder und steht auch noch dazu.

    Wir wohnen in Brandenburg, ganz in der Nähe von Berlin.

    Auch ich würde mich gern mal mit ein paar Müttern austauschen. Ich stehe ganz klar hinter meinem Sohn, aber drüber reden würde ich auch gern mal.

    Lg

(14) 17.09.16 - 16:34

Respekt für deinen Sohn und toll, dass du hinter ihm stehst.

Ich würde mal nach solchen Dingen schauen http://www.befah.de oder auch mal mit ihm zu einem CSD gehen.
Vielleicht findet er dort jemanden, der ihm Verständnis (anders als die Eltern) entgegenbringt und ihm auch Strategien zeigen kann.

(15) 18.09.16 - 02:37

Hallo
Ich kann dir nur von dem Sohn einer Freundin erzählen. Ihr Sohn hat sich sogar noch etwas früher offiziell geoutet und die Schulzeit war alles anderes als schön für ihn. Schon vor seinem Outing gab es bestimmte Schüler die sich über ihn lustig machten wegen seiner Art. Danach sahen sie sich im Recht und legten richtig los.
Leider haben sich die Lehrer da auch nie sonderlich engagiert. Er hatte aber zum Glück seine Freunde die das mit ihm durch gestanden haben.

Ich würde ihm klar machen das er sich von solchen angeblichen Freunden distanzieren sollte. Kein richtiger Freund verhält sich so!
Könnte er die Schule wechseln?

Liebe Grüße

  • (16) 18.09.16 - 10:52

    Hallo,

    Mein Sohn wird nicht gemobbt oder fertig gemacht.
    Er geht auch gern in die Schule und ich wüsste nicht warum er sie wechseln sollte.

    Er wird leider nur am WE ausgegrenzt, sei es aus Scham oder oder....

    Lg

(17) 18.09.16 - 12:50

Ich finde es ebenfalls toll, dass du ihm vorbehaltlos den Rücken stärkst und er selbstsicher genug ist, zu seiner Homosexualität zu stehen.

Leider sind Jugendliche in diesem Alter sehr mit sich selber, den eigenen Hormonen und dem eigenen Körper beschäftigt. Für die Mädchen ist das ihre Weiblichkeit, was durchaus intim ist und dein Sohn ist nunmal ein Junge. Ich denke, sobald die ersten Mädchen ein bisschen angekommen sind und die nächste "Stufe" erreichen, wird er gegebenenfalls dort wieder besser Anschluss finden und ich hoffe, dass seine Freunde/Freundinnen möglichst wenig diskriminierende Eltern haben.

Ähnliches ist bei den Jungs, vielleicht schüchtert sie auch ein, dass dein Sohn reif genug ist und sich in seiner Sexualität bereits früh wohl fühlt. Leider geht es bei ihnen oft ein bisschen langsamer, als den Mädchen.

Ich würde schauen, ob dein Sohn Anschluss an eine lokale LGBT-Jugendgruppe findet. Da hat er Gleichgesinnte und findet Bestärkung ausserhalb der Komfortzone. Das kann ihm auch später helfen. Und ggf. trotzdem mal eine Einladung zu einem Filmabend o.a. machen, mit ein paar wenigen, die er als gute Freunde einschätzt. Ein Versuch ist es wert.
In ein paar Jahren sieht die Situation meist wieder etwas anders aus. Ich wünsche eurem Sohn viel Kraft und Glück - auf dass er auch die ganz normalen jugendlichen Liebesgeschichten miterleben darf und euch ein oder zwei schlaflose Nächte beschert.

  • (18) 18.09.16 - 17:44

    Hallo,

    Das hast du lieb geschrieben, danke.
    Du hast natürlich Recht,das sich in dem Alter jeder erstmal entdecken muss und ich hoffe das reguliert sich für ihn noch ein bisschen.

    Ich wErde mich mal erkunden, ob es hier eine solche Gruppe gibt.

    Liebe grüße

(19) 18.09.16 - 23:21

Hallo,

ich denke, dass 14 immer noch ein schwieriges Alter ist, um sich mit so etwas zu outen.
Die meisten Jugendlichen finden das immer noch komisch und wissen nicht, wie sie damit umgehen sollen.

Die Jungs gehen auf Abstand, weil der derjenige sie vielleicht anbaggern könnte. Natürlich ist das total albern, weil Dein Sohn ja wohl keinem gleich um den Hals fallen und einen Korb akzeptieren würde, genau, wie die meisten heterosexuellen Mädchen nicht jedem Jungen um den Hals fallen und einen Korb akzeptieren, aber irgendwie denken viele Jungs in dem Alter anders von Homosexuellen. #augen
Die Mädchen wollen in dem Alter grundsätzlich lieber keine Jungs dabei haben, wenn sie sich treffen.
Damit sitzt er voll zwischen den Stühlen.

Falls Ihr es nicht schafft, ihm irgendwie Kontakte zu Jugendlichen außerhalb der Schule zu vermitteln, die ihn normal akzeptieren, würde ich sogar überlegen, ihn die Schule wechseln zu lassen und ihm raten, erstmal den Mund über seine sexuellen Vorlieben zu halten, wenn er sich nicht 200%-tig sicher ist, dass sein Gegenüber das erstens für sich behält und zweitens damit umgehen kann.

In ein paar Jahren wird es einfacher für ihn, weil Erwachsene damit eher umgehen können.

Allerdings kenne sogar ich es von einer langjährigen, guten Freundin, dass sie total nervös war, wie ich wohl reagieren würde, weil sie mit einer Frau zusammen war. (Fand ich absolut ok. Besser als der männliche Idiot, den sie sich vorher angelacht hatte. ;-))

Eigentlich finde ich es ja toll, dass Dein Sohn in seinem Alter damit schon so offen umgeht, aber ich glaube, die Gesellschaft der heutigen Jugendlichen ist leider immer noch nicht wirklich reif dafür.

LG

Heike

Respekt euch allen #pro

>> Die Mädchen sind immer untereinander und da ist er eigentlich immer mit dabei, nur bei Partys oder Übernachtungen darf er nicht. Sie wollen untereinander sein oder die Eltern wollen nicht, das ein Junge dabei ist.<<

Wissen denn diese Eltern von dem Outing? Wenn ja, wo ist dann das Problem?
Ich als Mädchenmutter hätte da ja gar keine Sorge ;-)

Ich finde es wunderschön, dass du und dein Mann hinter eurem Sohn steht.

Dein Sohn wird nicht gemobbt - da hat er vielen Homosexuellen etwas voraus. Seine Situation ist eigentlich sehr, sehr gut, wenn ich sie mit der Situation meines Sohnes zu seinen Schulzeiten vergleiche.

Du könntest ihm helfen, seine Freizeit zu gestalten, indem du mit ihm gemeinsam Vereine suchst, in denen (auch an den Wochenenden) gemeinsame Aktivitäten stattfinden. Das können herkömmliche Sportvereine sein, aber auch Sportvereine für Homosexuelle, wie etwa der hier, der ein sehr großes Sportangebot hat: http://www.vorspiel-berlin.de/, oder Freizeit-Vereine, die für Schwule und Lesben da sind, wie etwa der hier in Berlin: http://www.gemeinsammehr.de/ o

Es gibt, zumindest auch in unserer Stadt, Sportgruppen für schwule Jugendliche. Du musst nur mal googeln. In Berlin gibt es bestimmt ein großes Angebot. Was dein Sohn macht, ist egal. Hauptsache er hat Spaß unter Gleichgesinnten.

(22) 19.09.16 - 14:23

Hallo,

es ist so bitter dass in unserem scheinbar so offenen Deutschland sowas immer noch passiert.
Wir halten uns für so offen und sind es nicht wirklich.

Vieles ist auch leider Heuchelei.

Was ich dir raten kann ist das was auch Vorredner sagten:
Sage deinem Jungen dass er kein Menschn 2 ter Klasse ist. Das er gut ist und das er zudem stehen soll was er ist und was ihn ausmacht.

ALLES GUTE

Andy

(23) 23.09.16 - 10:18

Du hast eine PN

(24) 04.10.16 - 17:32

Hallo!

Zuerst finde ich es toll, dass dein Sohn den Mut hatte, sich so früh öffentlich zu outen. Gerade in so einem schwierigen Alter, wo Jungs alles mögliche als "schwul" bezeichnen oder sich über Homosexuelle lustig machen.

Einer meiner besten Freunde ist schwul. Und hat sich im engsten Freundeskreis ungefähr in diesem Alter auch geoutet. Aber öffentlich erst so gegen Ende der Schulzeit / im Studium. Einfach, weil dieses ganze Gerede so schrecklich war. Er hatte richtig Schiss, es mir zu sagen, obwohl mir das so "egal" war und ist. Das ändert ja nichts an unserer Freundschaft.

Hat dein Sohn keine besten Freunde, die zu ihm halten? Gerade in so einer Zeit ist es doch irgendwie blöd, wenn er so gar keinen hat. Vielleicht mal außerhalb der Schule umsehen? Jugendzentren, Vereinsaktivitäten usw.?

Ich wünsche ihm jedenfalls, dass er glücklich und sorglos leben kann und richtige Freunde findet, denen egal ist, wen er liebt.

(25) 24.04.17 - 19:32

Hi tadaaa!

Ich kann dazu nur sagen, dass ein guter Freund von mir auch eine schwere Jugend hatte, als er sich mit 16-17 Jahren geoutet hat...
Ich war damals sein Sitzkollege in der Klasse und habe so auch mitverfolgen können, wie sich einige Mitschüler über ihn lustig gemacht haben!
Bei uns war das am Anfang ein großes Thema in der Klasse, was dann aber immer mehr abgeflacht und in Vergessenheit geraten ist.(zum Glück)
Also wie gesagt nach einigen dummen Sprüchen und Wochen war der Spuk zum Glück auch schon wieder vorbei und es kehrte wieder der Alltag ein und alles war in Vergessenheit geraten!

Also kurz:

es wird immer ein paar dumme Sprüche geben, aber mit der Zeit merkt man dann wenigstens, wer wirklich zu einem hält und wer nicht!

lg

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