Verletzungen von Klassenkameraden

    • (1) 29.09.16 - 10:15

      Guten Morgen
      Bestimmt haben das die meisten von Euch mitbekommen. Ein Junge wurde auf dem Schulhof so schwer von Schulkameraden verprügelt, dass er im Koma liegt bzw. lag.
      Da die Kinder ja noch nicht strafmündig sind, wird die Angelegenheit strafrechtlich nicht mehr weiter verfolgt, sondern das Jugendamt wird in die Familien geschickt.
      Mir geht das nicht mehr aus dem Kopf. Ich weiß, wir müssen alle sehr mitfühlend sein, da so hoch aggressive Kinder ja oft Opfer ihrer Erziehung sind.
      ABER, was ist mit dem Jungen der um sein Leben kämpft? Was hat er für Gefühle. Wahrscheinlich muss er mit den Tätern dann noch den Rest seines Schullebens verbringen. Oder er wechselt die Schule?
      Wir haben auch einen Fall in der Schule, ein Zwillingspärchen, beide schon wegen Tätlichkeiten(Tritte in den Rücken, Gesicht und Hals bei anderen Kindern) bekannt und berüchtigt, Verweise, Gespräche und das übliche Procedere haben nichts gebracht. Mutter ist uneinsichtig, sieht ihre Kinder als gemobbte Opfer.

      Ein Klassenkamerad meines Sohnes wurde von einem der Zwillinge so stark verletzt, dass er zum Arzt musste. Mein Sohn wurde von dem Jungen dermaßen fest in den Rücken getreten, dass er einen blauen Fleck bekam.
      Um vorauszuschicken- ich bin keine Supermutti, meine Kinder wurden stark gemobbt und schikaniert. Ich weiß wie es ist, eine Wut im Bauch zu haben, nur weil man wegen seines Aussehens, den falschen Schuhen oder sonst was heftig ausgegrenzt wird. Es gibt also nicht immer nur schwarz und weiß!
      Um nicht komplett abzuschweifen- was passiert eigentlich mit den Opfern solcher Attacken in der Schule?

      Wie sind Eure Erfahrungen?

      • >> was passiert eigentlich mit den Opfern solcher Attacken in der Schule?<<

        wohl nicht das, was passieren sollte. Deshalb wurde der weiße Ring gegründet

        >>"Wenn alle den Täter jagen, wer bleibt dann beim Opfer?" - das war das Motto, als der Weiße Ring vor 40 Jahren gegründet wurde. Seitdem hat die Organisation Hunderttausenden Gewaltopfern geholfen. Heute wird ihre Arbeit umso dringender gebraucht.<<

        Ich glaube die Opfer haben einfach "Pech" gehabt und sind zum Schluß noch die Blöden, weil sie so "dumm" waren sich so verprügelnt zu lassen.

        Also werden sie weiter gemobbt und sind noch das Gespött für die anderen.

        Traurig aber wahr........

        Frauen sind ja auch selbst schuld, wenn sie vergewaltigt werden.........warum tragen sie auch was mit Ausschnitt.

        Schlimm so was.........

        Hi,

        sicherlich sind viele Gerichtsurteile oder auch Gesetze nicht nachvollziehbar und machen einen echt wütend.

        Aber in diesem Fall weiß man doch recht gar nichts. Die Presse erklärt, das wohl noch ein anderer Schüler beteiligt war....warum die Kids so aggressiv waren weiß auch keiner.
        Auch ein zufälliger Schlag kann schwere Verletzungen auslösen, ein Tritt gegen den Körper kann zufällig auf dem Kopf landen, etc. etc.

        Wissen wir, ob er wie wild drauf losgedroschen hat, .....
        Was ist, wenn das Opfer vorher der "Böse" war und die anderen sich das erste Mal gewehrt haben?! Opfer werden zum Täter oder Täter zum Opfer....?

        Ich will für niemanden Partei ergreifen, nichts verherrlichen aber im Endeffekt weiß keiner etwas in diesem Fall, daher halte ich mich da heraus und würde auch nicht andere Schüler, die meinen Kinder blaue Flecke verpasst haben, gleich zum Täter abstempeln.

        Manchmal denke ich, die alten Schulhofprügellein waren super wichtig, damit man mal Luft rauslassen konnte und Jungs noch Jungs waren.

        Heute müssen Jungs Mädels sein und alles chi chi. Und das sagt auch eine Mutter, deren Junge oft körperlich angegangen worden ist, bzw. jahrelange Mobbingerfahrung hat.

        Lisa

      • Die Übeltäter erhalten Sanktionen, die in einem Schulverweis gipfeln. Je nach Vergehen werden verschiedene Massnahmen gestaffelt angewendet.

        So werden die Opfer geschützt. Wird die Schule nicht von alleine tätig, muss man als Eltern nachhaken.

        HAllo,

        tja die Opfer kommen egal wer zu kurz. Viele Opfer von Gewaltaten brauchen auch Psychologische Hilfe.

        Aber ihr wisst schon das die Kids auch wenn sie strafunündig sind trotzdem den Eintrag bekommen im Führungszeugnis.

        Naja wie geht man selbst mit Opfern um? Meist schweigend und man versucht das Thema zu meiden.

        Wir hatten im Jahrgang auch so zwei Idioten. Die sind allerdings nach 2 Schuljahren auf andere Schulen gekommen. Was aus ihnen geworden ist keine Ahung. Wir hatten aber das "Glück" das das nicht ihr Schulbezirk war. Somit war der Wechsel nicht kompliziert.

        Wie ich damit später umgehe wenn in den Schulen meiner Kinder sowas passiert? Keine Ahnung ich werde aber definitiv meine Kinder stärken das sie sich Hilfe suchen bei Erwachsenen.

        • Hallo,
          wenn man nicht strafmündig ist, bekommt man keinen Eintrag in ein Führungszeugnis. Wie kommst du denn darauf? Man ist einfach nicht schuldfähig! Da passiert gar nichts, außer das Jugendamt kümmert sich zukünftig verstärkt um dieses Kind!

          • In Österreich ist es sehr wohl so, dass auch Vergehen vor dem 14. Lebensjahr vermerkt werden. Sollte der Betreffende nach dem 14. Lebensjahr straffällig werden, weiß der Staatsanwalt Bescheid und handelt auch dementsprechend, zB dass es bei kleineren Vergehen keine Diversion, das ist sowas wie ein außergerichtlicher Tatausgleich, mehr gibt.

            Auch der Milderungsgrund des 'bisher ordentlichen Lebenswandels' verliert an Gewicht..

            LG

            Natürlich bekommt das Kind einen Vermerk in die Strafakte! Auch unter 14!

            Denn wenn die Polizei zum Einsatz kommt muss ein Bericht gemacht werden damit das Jugendamt handeln kann. Durch den Bericht kommt eben auch die Strafakte.

            Und auch der Staatsanwalt bekommt bescheid denn der muss alles veranlassen. Zudem arbeiten Jugendamt und Staatsanwaltschaft zusammen.

      Hallo, kommt auf die Schule an. Bei uns wird schon viel im Vorfeld gemacht. Es gibt Kurse für Opfer von Mobbing.

      Es gib Betreung von auswälligen Kinder.(Da arbeiten Schule, Polizei, Jugendamt , Awo, Eltern zusammen). Die Schulen versuchen das Schul- und Klassenklima zu verbessern.

      <<<Wie sind Eure Erfahrungen? >>>

      Dass niemals (bzw. sehr selten) etwas NUR schwarz oder NUR weiss ist und gerade die Medien Dinge gerne sehr einseitig darstellen, und man erst laaaaange Zeit später die wirklichen Hintergründe erfährt.....wenn überhaupt.

    Kurzum - nix!

    Wir haben in diesen Land eine Täterschutz und keinen Opferschutz.

    Die Therapien, Hilfen und alle Aufmerksamkeit gilt den Tätern und nicht den Opfern (die sollen sich doch zum Weissen Ring schären und selbst klar kommen) und wir als Gesellschaft müssen bitte gefälligst mitfühlen und rührendes Verständnis zeigen. Ich tues es jedoch nicht und bin der Meinung, dass das Alter bei bestimmten Taten keine Rolle spielen darf und das Erwachsenenstrafrecht Konsequent greifen muss.

    Hallo,

    meine Erfahrung ist, dass alles irgendwann mal anfängt. Sicherlich war der Übergriff auf den Jungen nicht der erste Vorfall. Davor gab es von den Tätern sicherlich noch mehr Übergriffe auf diesen einen Jungen.

    Oft sind die Lehrer auch überfordert und die Schüler trauen sich nicht sich zu wehren.

    Mein Sohn wurde und wird auch immer wieder gemobbt. Zum Glück ist er auf einer Schule, in der auch kleinere Vorfälle besprochen werden.

    Ich verstehe mittlerweile da einfach keinen Spaß mehr. Egal, was bisher war, ich habe es in der Schule angesprochen. Mit Erfolg.

    Wir haben auch als Eltern immer mal wieder eingreifen müssen, an Stellen, wo Gespräche der Schule mit entsprechenden Schülern nicht gereicht haben. Da hat dann meist ein Gespräch gereicht.

    Der Fall mit dem Jungen war schon sehr schlimm. Es wird ihn auf jeden Fall immer verfolgen. Ob, man sowas nochmal los wird, ist fraglich. Ich hoffe, er muss diese Schule nicht mehr betreten.

    LG

    Carola

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