Würdet Ihr jemanden verpetzen/anzeigen ?

    • (1) 06.10.16 - 08:48

      Guten Morgen,

      wir haben gestern Abend zusammen Aktenzeichnen XY geschaut. Und wie immer hat der Rudi Cerne halt gesagt, wer diesen oder jenen Menschen kennt, solle bitte anrufen.... kennt Ihr sicherlich alle.

      Meine Tochter (14) dann so ganz spontan, also wenn ich jemanden aus unserer Verwandtschaft erkennen würde, würde ich ganz sicher nicht dort anrufen.

      Ich habe dann überlegt, dass das eigentlich eine gute Frage ist. Also ich muss gestehen, wenn ich einen Nachbarn oder Bekannten sehen würde, würde ich wohl schon anrufen.

      Andererseits sind die Straftaten die dort gezeigt werden ja keine Kavaliersdelikte mehr.

      Also ich bin nach wie vor sehr zwiegespalten, was Familie angeht. Was würdet Ihr tun ?

      LG
      Tiffy

      • Bei den gestern gezeigten Fällen würde ich in keinem Fall zögern, jemand zu melden, wenn ich sicher wäre, das ich ihn erkannt hab. Vielleicht stellt sich ja auch raus, dass derjenige nix damit zu tun hat. Für mich hat das nix mit Petzen zu tun, sondern helfen, eine schwere Straftat aufzuklären.

        Hallo,

        ich hab die Sendung jetzt nicht gesehen, aber da geht es ja nicht unbedingt um Kleinigkeiten. #gruebel

        Insofern würde ich wohl zunächst Kontakt zu dem Verwandten aufnehmen, die Information dann wohl aber auch weitergeben, sollte er sich nicht selber melden, ja.

        Also - stillschweigend verpetzen nein - konfrontieren und meine Konsequenzen ziehen schon.

        So halte ich es für angezeigt. Wie man dann im Ernstfall reagiert - keine Ahnung.

        Viele Grüße!

        • Ich würde vorher unter keinen Umständen Kontakt zu demjenigen aufnehmen. Steh nicht so drauf, evtl. mit brutalen Methoden zum Schweigen gebracht zu werden.

          Und ja, ich würde Meldung machen. Würde das auch erwarten, wenn WIR Opfer wären, daß der Täter bei Verdacht überprüft werden kann.

          Außerdem glaube ich da schon auch an unser Rechtssystem. Wenn Zweifel bestehen, wird man im Normalfall freigesprochen. Natürlich sind falsche Verdächtigungen schrecklich und können ein Leben nahezu zerstören, aber deswegen gar nix sagen und ein Mörder/Schwerverbrecher bleibt deswegen ungestraft? Schwierig...

          • "Ich würde vorher unter keinen Umständen Kontakt zu demjenigen aufnehmen. Steh nicht so drauf, evtl. mit brutalen Methoden zum Schweigen gebracht zu werden."

            Wenn ein psychopathischer Axtmörder gesucht würde, wäre das wohl auch nicht meine Strategie. :-)
            Aber wenn jetzt gerade nicht ganz akut Selbst- oder Fremdgefährdung vorliegt und ich keinen Anlass habe, mich vor dem Verwandten zu fürchten, würde ich ihn erst ansprechen.

            Wobei auch das wiederum davon abhängt, wie nah wir uns stehen.

        Ich gebe zu bedenken, dass Aufnahmen und Phantombilder immer etwas ungenau oder verschwommen sind. Du erahnst eine Ähnlichkeit und würdest dann sagen: ,Hey Onkel Heinz. Hast du eigentlich am 3.9.2015 eine ältere Dame überfallen und umgebracht?' ,Äh, nein?' ,Gut, wenn du uneinsichtig bist, melde ich dich der Polizei.'

        • Wie im Einzelnen das Gespräch aussähe, darfst Du mir überlassen. SO vermutlich nicht.

          Gegenfrage: sollte man auf der Grundlage eines verschwommenen ungenauen Phantombildes einen nahen Verwandten anzeigen, OHNE vorher mal mit ihm gesprochen zu haben?

          • Ich käme wohl niemals auf die Idee, dass gute Freunde oder nahe Familienangehörige so eine schreckliche Tat vollbringen würden. Deswegen erübrigt sich das mit dem Ansprechen, weil ich ihnen das schlichtweg nicht zutrauen würde.

            Gegenfrage: Wie würdest du das Gespräch denn führen?

            • Ich habe doch überhaupt keine Ahnung! Wir reden hier doch alle über ungelegte Eier, oder nicht?

              Ich schätze, mir würde es so gehen wie Dir, und ich würde denken, Mensch, der Kerl auf dem Phantombild sieht ja aus wie Onkel Helmut! Verrückt.
              Möglicherweise würde ich das dann ganz genau so ansprechen - je nachdem, wie ich Onkel Helmut so kenne und einschätze.

              Es gibt nicht DIE Strategie, wie man mit so einer Erkenntnis/Vermutung umgeht bzw wie man ein solches Gespräch dann führt. Das hängt einfach von zu vielen Faktoren ab.

    (10) 06.10.16 - 10:40

    Gestern die Sendung war ziemlich heftig und es ging in allen Fällen um Tötungen.

    Wer da jemanden erkennt und bewusst nicht anruft, gehört hart bestraft.

    hi,

    kommt auf die straftat an....bei kindsmördern würde ich nicht mal vor meinem mann oder meinen kindern halt machen und die anzeigen...bei betrügern würde ich erstmal nachfragen und das gespräch suchen und zur selbstanzeige überreden.

    lg

    Verpetzen klingt so nach Kinderkram, der niemanden wirklich stört. Wenn ich wüsste, dass jemand nichts sagt, wenn er 20 Cent Wechselgeld zu viel bekommen hat, dann wäre mir das jetzt keinen großen Aufreger wert. Auch könnte ich täglich jede Menge Falschparker melden, mache es aber nicht. Ich rufe auch nicht die Polizei, wenn jemand nach 22 Uhr noch laut Musik hört...

    Aber wenn es um MORD geht, sieht die Sache schon ganz anders aus. Wenn jemand deine Tochter missbraucht und tötet, würdest du doch auch wollen, dass man den Täter findet und betraft und nicht, dass er unbeschwert weiter an andere Mädchen kommt, weil seine Familie und Freunde ihn decken, oder?

    lg

    Ganz klares "ja", denn bei XY geht's nicht um Lappalien.
    LG

    Ja natürlich, die suchen dort hauptsächlich Mörder, Vergewaltiger und Räuber, die Menschen mit Einbrüchen und Betrügereien das Vertrauen in das Leben an sich nehmen.

    Stell´dir vor, du lebst mit einem Mörder zusammen oder triffst ihn häufiger, du kannst nie sicher sein, dass du nicht die nächste bist.

    Bei den Fällen gestern, würde ich auf jeden Fall anrufen.
    Bei der einzigen Person wo ich es nicht machen würde, wäre mein Sohn.
    Mit ihm würde ich erst sprechen und dann hoffen, er würde sich selbst stellen.

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