Leben nach dem Tod

    • (1) 23.10.16 - 10:49

      Hallo in die Runde,

      Erstmal hoffe ich, dass ich hier richtig gelandet bin, ansonsten verschiebt mich gerne ;-)

      Ich bin weder streng religiös noch gibt es aktuell einen bestimmten Anlass in meinem Umfeld der mich zu dieser Frage bringt, dennoch interessiert mich:

      Wie ist es im Jahr 2016 mit dem Gedanken an einem Leben nach dem Tod steht?

      Glaubt ihr daran, oder seid ihr der Meinung dass das Blödsinn ist? Wird der Gedanke bei euch durch die Religion bestimmt? Oder seid ihr gläubig und glaubt trotzdem an das "Nichts"?

      Freue mich auf eure Meinungen!

      Schönen Sonntag noch!

      • (2) 23.10.16 - 14:18

        Als Katholikin müsste ich streng genommen an das "ewige Leben" die "Wiederauferstehung" glauben. Aber wenn ich ehrlich bin, möchte ich nicht wieder auferstehen sondern nach dem Tod einfach meine Ruhe haben. Wie in einer Vollnarkose die niemals endet. Nicht auferstehen, nicht wiedergeboren werden, nicht als Geist rumspuken- gar nichts.
        Was wirklich ist, keine Ahnung das KANN niemand wissen.

        Hallo!

        Ich denke mittlerweile, dass ich es früh genug erfahre. Ich habe mit der Antwort auf diese Frage keine Eile.

        LG

        • Nur nochmal zur Ergänzung, es geht mir ja nur ums glauben. Ich hatte jetzt nicht erwartet ,dass hier nur Menschen meinen Post beantworten dürfen, die eine Erleuchtung hatten, und mir sicher sagen können was danach passiert. Aber ich denke fast jeder hier hatte ja schon mal die Berührung mit dem Tod. Und auch wenn man das jetzt nicht bis ins Detail erörtert, denkt man ja wenigstens "er ist jetzt an einem Besseren Ort" oder "jetzt kann er nochmal neu anfangen" oder "das Leid hat jetzt ein Ende" oder oder oder..

          Aber danke trotzdem für deine Antwort.

          • Hallo!

            Ich habe ganz viel mit Tod und Sterben zu tun und komme eben deswegen auf meine obige Aussage. Es ist vollkommen wurscht, wer was wie glaubt, weil keiner was wissen kann. Ich mache auch nicht wirklich die Erfahrung, dass die, die sich auf das nächste freuen können, leichter sterben als die, die darüber wenig nachdenken oder nichts glauben.

            Dass das Leid nun ein Ende hat, denke ich öfter, aber das es deshalb für mich in meinem Glauben irgendwo anders weiter gehen muss, kann ich nicht sagen. Ewige Ruhe ist für auch ein zufriedenstellender Gedanke.

            Keiner -auch nicht die, die ganz fest zu wissen glauben, dass es noch irgendwie weiter gehen wird- wird eines Tages wach und denkt sich, dass HEUTE wohl ein guter Tag zum Sterben sei. Niemand!

            Wichtiger für mich ist nach all den Erfahrungen, die ich machen durfte und machen darf, dass mein sein Leben möglichst anständig auf die Reihe kriegen sollte, dann man am Ende nicht mit irgendwas hadern muss, dass man sich treu bleibt, authentisch bleibt, von anderen nicht mehr verlangt als von sich selbst. Es geht um das Diesseits.

            Deshalb war meine Antwort nur halb so flachsig wie sie bei dir angekommen ist.

            LG

            Hallo!

            Jetzt hast du die Diskussion los gestoßen, antwortest aber gar nicht mehr auf irgendeinen Beitrag. Was war denn deine Intention für die Frage? Was denkst du denn darüber?

            #winke

            • Hallo! Berechtigte Frage.
              Da es nicht um ein "Problem" geht dass nur mich betrifft, und zudem noch sehr persönlich ist, dachte ich, dass es keiner Bewertung von meiner Seite bedarf.

              Ich glaube du warst es der u.a sagte, dass das Diesseits die wichtigere Frage ist. Aber ich denke, dass sich heutzutage viele ihrer Sterblichkeit nicht mehr bewusst sind. Und dass dies unser Handeln im "Jetzt" durchaus beeinflusst. Glaubt jemand an eine Wiedergeburt, wird er in diesem Leben alles daran setzen ein guter Mensch zu sein um nicht als Käfer wiedergeboren zu werden. Gleiches gilt für die die an Himmel und Hölle glauben.

              Außerdem erlebe ich den Tod immer noch als Tabu in unserer Gesellschaft. Wirft man das Thema auf verbreitet man nur schlechte Laune. Darum habe ich dieses Medium gewählt um mal andere Ansichten zu hören.

              Ich finde mich eigentlich in fast allen Beiträgen wider. Einerseits denke ich mir, dass es, für mich, nach dem Tod genauso sein wird wie vor meiner Geburt (nur dass ich hoffentlich den ein oder anderen Fußabdruck hinterlassen habe). Andererseits kann ich nicht lügen, weil ich das Gefühl habe, dass sich das irgendwie durch "eine höhere Macht" rächen wird. Die Einstellung hat mir nicht oft Freunde gemacht, aber ich bin mit mir zufrieden. Außerdem will ich an etwas glauben, was danach kommt, weil ich es sonst wie viele andere ziemlich trostlos fände, wenn jemand geht den ich liebe. Jeder so wie er gut durch dieses Leben kommt.

              Ich habe genau zwei Menschen (durch Krankheit) sterben sehen. Den einen, der in seinem Leben viel zu bereuen hatte und kämpfend von dieser Welt gegangen ist. Den anderen, der zwar viel Leid gesehen, aber nur selten welches verursacht hat, friedlich schlafend. Hatte das etwas mit den Glauben zu tun? Vielleicht, vielleicht auch nicht. Aber ich finde es schön wenn man irgendwas hat an das man glaubt. Sei es Gott, die eigene Familie, oder irgendein Aberglauben.

              Hoffe das war jetzt nicht zu konfus oder theatralisch für den ein oder anderen Pragmatiker ;-)

              • Danke für deine Antwort!

                Mit den Pragmatikern meinst du sicher auch mich, nehme ich an?

                Je älter ich werde, desto weniger verstehe ich, warum Menschen sich so wichtig nehmen. Wieso wollen wir einen Fußabdruck auf dieser Erde hinterlassen? Wieso können wir so schlecht damit umgehen, dass nach dem Tod evtl. (oder sehr wahrscheinlich) nichts mehr kommen wird? Wieso sollen ausgerechnet Menschen, die hier mehr Schaden angerichtet haben als je eine Spezies zuvor, das ewige Leben erhalten?

                Unsere Lebensdauer ist gemessen an der gesamten Zeit, die hier auf der Erde oder im Universum zur Verfügung steht, ganz schon gering. Ein Fliegenschiss sozusagen. Gar nicht wichtig für das Große und Ganze. Wenn einem das erst mal klar ist, wird es einfacher, nicht schwieriger. Das macht einen pragmatisch oder gelassen.

                Mein Leben ist nur für mich wichtig. Sonst gar nicht. Selbst meine Kinder, die sich ein Leben ohne mich noch gar nicht vorstellen wollen oder können, würden ohne mich klar kommen. Das tröstet mich mehr als dass es mir Angst macht.

                Selbst, wenn ich berühmt wäre und/oder Großes leisten würde, von dem die Menschheit in 1000 Jahren noch spricht, wäre es in 2000 Jahren vielleicht gar kein Thema mehr. Auch der größte Ruhm und die tiefste Spur sind irgendwann verschwunden, weil auch das im Verhältnis zu dem Großen und Ganzen wieder nur ein Fliegenschiss wäre.

                Ich arbeite in einem Hospiz und sehe deshalb viele Menschen sterben. Ja, es gibt die, die gehen leicht und still, und die, die nicht loslassen können, die es schwer haben. Das hat oft mit dem alter zu tun, in dem Menschen sterben. Alte haben es meist leichter als jüngere, die vielleicht noch minderjährige Kinder haben. Es gibt die, die es ihr ganzes Leben lang gut machen wollten und immer irgendwie gescheitert sind. Wirklich schlechte oder böse Menschen sind mir noch nie untergekommen. Nur vielleicht solche, die es gern anders gemacht hätten, es aber nicht auf die Reihe bekommen haben.Manchmal wird dann wenigstens am Ende alles gut, manchmal selbst dann nicht. Regeln gibt beim Sterben keine.

                Mir ist wichtig, dass ich im Leben und damit auch in der Sterbebegleitung, authentisch bin. Ich bemühe mich ganz da und aufrichtig zu sein. Ich nehme jeden so wie er ist. Ich versuche, niemanden zu ändern oder zu bewerten. Darin habe ich schon viel Übung. Ich finde es schön, dass es so viele verschiedene Leben gibt.

                Ob etwas danach kommt, ist mir wirklich wurscht. Jetzt bin ich doch da!

                LG

                • Pragmatiker ist überhaupt nicht abwertend gemeint. Wie ich mir wünschte manches pragmatischer sehen zu können!
                  Mit Fußabdrücken meine ich keinen Eintrag in ein Geschichtsbuch. Sondern dass sich meine Kinder nach meinem Tod liebevoll an mich erinnern. Dass sie ohne mich hilflos sind, wird bestimmt nicht der Hauptgedanke hinter meiner Erziehung werden. (ist nicht Erziehung eigentlich genau das Gegenteil? Menschen unabhängig werden zu lassen) Aber ich werde Ihnen Werte vermitteln die ich für sinnvoll halte. Damit sie in schweren Zeiten einen Leitfaden haben. Vielleicht auch das Gegenteil, weil sie der Meinung sind dass ich Fehler gemacht habe. Ich will ihnen vorallem beibringen, sich eine eigene Meinung zu bilden, diese zu verteidigen bzw. offen dafür sein sie unter Umständen zu ändern.

                  Was übrigens nicht dagegen spricht, dass nach dem Tod für mich nichts mehr kommt.

                  Mal eine Frage, und die darfst du nicht als Angriff verstehen: Wenn jeder so denken würde wie du? Wäre es dann mit der Menschheit so weit gekommen wie wir jetzt sind? Der Mensch der die Elektrizität erforscht hat, hätte sich am entscheidenden Tag doch denken können :"heute bleibe ich im Bett, es spielt doch eh keine Rolle im großen Universum..." weißt du was ich meine.

                  Mir persönlich(!) gibt es den Antrieb im Jetzt, dass es vielleicht doch eine Rolle spielt. So komisch diese Rolle sich für manche Menschen anhören mag.

                  Weißt du auf welchen Gedanken ich gerade komme? Du arbeitest mit Sterbenden, bei denen deine pragmatische Einstellung wirklich wichtig ist. Ich denke du hilfst vielen mit deinen Gedanken. Ich arbeite mit depressiven und bin vielleicht meiner Weltanschauung wertvoll in meinem Bereich.

                  • Ich glaube, dass Religionen ganz zu Beginn hatten, das menschliche Miteinander zu regeln. Vorher konnten sich alle ungestraft die Köppe einhauen, durch Religionen hat man sich Gesetze geschaffen. Was Menschen im Laufe der Jahre daraus gemacht haben, ist ein anderes Kapitel. Gemeint war sicher was anderes. Das ewige Leben, die Figur Gottes sind da eine Art Vehikel. Deshalb darf man trotzdem daran glauben. Es wird nicht lächerlich, wenn man pragmatisch denkt.

                    Wenn alle so denken würden wie ich, gäbe es dennoch Fortschritt, weil man ist ja JETZT da und JETZT darf man sich das schön machen, JETZT darf man sein Talent ausleben und forschen und entdecken. Wo siehst du den Widerspruch? Ich mache doch nicht die Deckenlampe an, weil ich mir davon was im Jenseits erhoffe. Andersherum würde ja auch ein Schuh draus: Wieso wollen alle so alt werden und so viel erreichen, wenn es doch hinterher ewig weitergehen wird? Warum plagt man sich hier ab, wenn es hinterher vielleicht schöner werden wird?

                    Und damit du das hoffentlich nicht falsch verstehst: Wenn ich sage, dass ich Menschen so nehme wie sie sind, dann akzeptiere und respektiere ich auch den Glauben an eine Existenz nach dem Tod. Ich muss da niemandem vom Gegenteil überzeugen. ich weiß es ja auch nichts sicher. Wenn jemand im Hospiz Trost in diesen Gedanken findet, dann kann ich ihn sogar darin bestärken.

                    Allerdings denke ich auch, dass sich die eigene Weltanschauung mit zunehmendem Alter öfter mal ändert. Mit 20 hatte ich auch viel Angst vor dem Sterben als jetzt. In 20 Jahren fällt es mir vielleicht sogar leicht zu gehen. Damals war mir der Gedanke an ein Leben nach dem Tod sehr wichtig, jetzt denke ich anders.In 10 Jahren ist es vielleicht wieder anders.

                    Wenn ich pragmatisch bin, bedeutet das nicht, dass ich meinen Kindern nichts mit auf den Weg gebe. Ich möchte ja, dass das Diesseits für möglichst viele Menschen angenehm sein kann und das kann es nur, wenn sich alle an gewissen Regeln halten. Gewisse Werte werden je nach Kultur nicht plötzlich wertlos, wenn man nicht an ein jenseitiges Leben glauben kann. Es sind ja auch nicht meine ureigenen Werte, die ich da vermittle. Es ist das, was mich ein Leben lang geprägt hat, das, was mir viele andere Menschen mitgegeben haben. Für mich ist der Sinn zu diesem Zeitpunkt meines Lebens, dass es weitergeht. Dieses Weitergehen ist nicht von meiner Person abhängig und trotzdem erfülle ich einen kleinen Anteil. Mein Sinn ist, dass ich den möglichst gut erfülle. Eine Spur muss ich nicht hinterlassen. Wenn man sich nicht ganz so wichtig nimmt, hat man weniger Angst.

      Glaube ist ein weites und tiefes Wort und dieses "Nichtwissen" befällt wohl jeden Menschen, in welcher Art auch immer.

      Leben nach dem Tod gibt es aber ob wir persönlich daran teilhaben bezweifle ich absolut.

      Wiederauferstehung wird es nie geben. Nach meinem Tod wird meine Energie wohl in die "Ursuppe" zurückkehren und mein toter Körper wird (wenn er Glück hat) zur Nahrung für Baum und Strauch dienen, er lebt dann in denen weiter.

      Wir Lebewesen an sich sind doch eh nur ein Nebenprodukt des sogenannten Urknalls und die uns gegebene Lebenszeit ist nicht mal ein Wimpernschlag in den Wirren der Zeit.

      Man sollte das "diesseitige" Leben einfach nehmen wie es ist. Man ist hier, wenn auch ungefragt, und sollte seine Zeit so gut es geht verbringen. Irgendwann ist Schluss und Ruhe kehrt ein, hoffe ich jedenfalls ;-)

      Meine Oma sagte immer: "Kind, wir sind aus Sternenstaub entstanden und werden auch wieder zu Sternenstaub."

    ich finde die Vorstellung, daß ich nach dem Tod einfach für immer und ewig weg bin ganz furchtbar.
    Auch wenn ich mir vorstelle, daß es irgendwann keine Menschen mehr gibt, was bleibt dann? Die Erde`? Das All? Alles geht ewig weiter? Wie weit geht das Universum?

    Ach, darüber will ich mir gar keine Gedanken machen.
    ich würde am liebsten einfach wiedergeboren werden.................denn ein ewiges Leben? Mh, weiß auch nicht, kann mir nicht vorstellen, wie das aussehen soll...........

    Sehr schwierig und ich hoffe, daß ich die Antwort erst in vielen vielen Jahren erfahre.

    lg

    • "Das All? Alles geht ewig weiter? Wie weit geht das Universum?"

      Kennst du den Gedanken, wenn es nichts mehr gibt, also wirklich nichts, kein Universum und kein gar Nichts mehr? Das finde ich so seltsam, das kann man kaum denken:-)

      "ich würde am liebsten einfach wiedergeboren werden"

      Als Mann oder als Frau oder egal?

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