Vorgehen nach Auto"Unfall"

    • (1) 10.11.16 - 12:37

      Hallo liebe Urbia-Gemeinde,

      ich bitte euch um eure Erfahrungen in Bezug auf das Vorgehen nach einem Auto"unfall". Die Anführungszeichen deshalb, weil es sich um einen Seitenaufprall beim Ausparken gehandelt hat. Dabei ist mein Fahrzeug das Geschädigte. Ich selber war nicht dabei, aber das junge Mädel hatte sofort die Polizei verständigt und auch ist der Sachverhalt mittlerweile ihrer Versicherung gemeldet. Morgen kommt jemand von der DEKRA und schaut sich mein Auto an. Dieses ist fast 19 Jahre alt, hat 260.000km runter, war eben erst zur Inspektion (für 300€, ärgert mich grad mega) --> sehr gut in Schuss. Nun, jetzt ist die Fahrertür verbeult und zerkratzt, das kann man (und da bin ich mir sehr sicher), nicht mal eben reparieren. Höchst wahrscheinlich müsste eine neue Tür rein. Und eventuell hat die B-Säule auch was abbekommen. Worauf ich hinaus will ist: Wahrscheinlich habe ich nun einen wirtschaftlichen Totalschaden vorm Haus stehen.

      Wie geht es denn dann weiter? Sagen wir, wir bekommen noch ein paar hundert Euro von der gegnerischen Versicherung und wir finanzieren uns ein neuen Gebrauchtwagen, wie läuft das dann ab? Wie lange kann ich denn mein Auto, das übrigens noch fahrbereit ist, noch fahren? Ich muss ja schließlich die Autohäuser erreichen. Und dann? Gehört mein altes Auto dann der Versicherung? Muss ich mich selber um den Verkauf kümmern? Ab wann kann man denn einen Nutzungsausfall geltend machen? Oder auf einen Mietwagen bestehen? (Da dies mein erstes Auto ist, habe ich auch keine Erfahrung im Abmelden, Ummelden, Kennzeichen mitnehmen usw. ...)

      Und was ist, wenn der Gutachter doch sagt, dass man es reparieren könnte. Muss ich mich darauf einlassen oder kann ich darauf bestehen, mir den Schaden als Geld auszahlen zu lassen? Wir hatten eh vor, in den nächsten Monaten uns ein neues Auto zuzulegen. Dass es jetzt so kommen musste, ist natürlich sehr ärgerlich und mit mehr Aufwand verbunden, aber lässt sich ja nun nicht ändern.

      Nun, jetzt ist es doch viel Text geworden, entschuldigung... Also, wer kann mir weiterhelfen bzw. aus eigener Erfahrung berichten?

      Danke für eure Hilfe #blume

      • Ich würde in so einem Fall einfach meinen Versicherungsvertrter anrufen und ihn fragen, wie ich mich nun verhalten soll.

        Als ich einmal einen Unfall hatte: eine Frau fuhr mir hinten drauf, weil sie nicht aufgepasst hatte und ich Bremsen mußte, da der vormir abbiegen wollte, da lief es so, dass ich mit dem Auto in eine Werkstatt gehen sollte, die mir von der Versicherung der Frau genannt wurde. Die haben geschaut, was dran ist und einen Kostenvoranschlag gemacht. Dann hab ich gesagt bekommen, dass es ein Schaden von XXX ist und ich mir entweder das Geld auszahlen lasenn kann und mich dann selber um Reparatur kümmere oder ob ich es dann reparieren lassen will und die Versicherung zahlt das dann. Ich habe das Geld genommen und habe den Schaden so gelassen, bis auf ein defektes Rücklicht, was ich ersetzt habe. Wenn das Auto weizerhin fahrbereit und TÜV-sicher ist ist man nicht verpflichtet zur Reparatur. Mein Auto war damals 8 Jahre alt.

        Bei einem wirtschaftlichen Totalschaden geht es nicht darum dass man das Auto nicht mehr reparieren kann, sondern darum dass die Kosoten für die Reparatur des Schadens höher sind als der Wert des Autos.

        Du erhältst von der gegnerischen Versicherung den Wert gemäß Gutachten.

        Ob Du Dein Auto dann reparieren lässt oder nicht bleibt Dir selbst überlassen. Wenn das Auto noch fahrbereit ist kannst Du es auch weiterhin fahren bis es Dir unter dem Hintern wegrostet und das Geld ausgeben für was auch immer Dir beliebt.

        Dein altes Auto gehört weiterhin Dir und Du musst Dich auch um den Verkauf kümmern, sofern Du es denn verkaufen magst.

        Nachdem Du so überhaupt keine Ahnung hast würde ich Dir raten zum Anwalt zu gehen. Die Kosten muss die gegnerische Versicherung bezahlen und gerade wenn Du einen Nutzungsausfall geltend machen möchtest ist es ratsam sich fachliche Unterstützung zu holen, dass wird von vielen Versicherungen erst mal abgelehnt.

        VG K.

        Sollte der Gutachter feststellen, dass es sich um einen wirtschaftlichen Totalschaden handelt, bekommt ihr das Geld, dass der Wagen noch wert ist - und könnt damit machen, was ihr wollt.
        Da das Auto noch fahrtüchtig ist, kannst du das auch noch 10 Jahre weiter fahren - die Versicherung interessiert es nicht, ihre Schuld ist damit abgegolten.

        Genauso verhält es sich, wenn der Gutachter feststellt, da ist noch was zu machen und einen Gegenwert für die Reparatur festlegt. Dann könnt ihr es auch reparieren lassen - oder ihr lasst euch das Geld einfach bar auszahlen. Wichtig hierbei ist nur zu wissen, dass bei Auszahlung anstatt Reparatur, ihr lediglich den ermittelten Gegenwert minus die Mwst ausgezahlt bekommt. Bei einer Reparatur bekommt ihr die tatsächlichen Kosten der Reparatur erstattet, auch wenn diese vielleicht höher liegen mögen.

      • Öff, also ich glaube nicht, dass Du über das Auto nach Diagnose und Abwicklung Totalschaden noch frei verfügen kannst.

        Ich habe mal ein Auto aus einer Halle abgekauft, wo alle dort geparkten Autos Unfälle/Versicherungsfälle gewesen sind.

        Also jedes der Autos dort gehörte zu einem Versicherungsunternehmen.

        Ich denke, dass die Versicherung Dir bei so einem alten Fahrzeug das Auto selbst nach Abwicklung bestimmt überlässt, da sie selbst damit kein Geld mehr machen können, aber soweit ich informiert bin, geht ein Auto ins Eigentum der Versicherung über, wenn man den aktuellen Zeitwert des Autos bekommt.

        Daher würde ich da mal lieber vorher nachfragen, wenn Du es noch weiter verwerten möchtest.

        • Hallo,

          nein, das stimmt so nicht!

          Wie die anderen hier schon schrieben: das Auto bleibt auch bei einem wirtschaftlichen Totalschaden im Besitz des Halters! Die Versicherung gleicht nur den fiktiven Verlust des Besitzers aus.

          Wir hatten genau so einen Fall, vor ein paar Jahren. Meinem Mann ist auf der Straße in unser stehendes Auto ein Laster hinten rein gekachelt. Unser Auto wurde dabei auf das vorstehende Auto aufgeschoben.
          Meinem Mann und unserer Tochter ist zum Glück nichts passiert - der nahezu neue Fiesta, den wir uns erst 6 Monate vorher aus 1. Hand gekauft hatten, war nicht mehr fahrtüchtig.
          Der Gutachter stellte Totalschaden fest, da sich durch den Aufprall hinten und die Stauchung vorne der gesamte Unterboden inkl. Achsen verzogen hatte.

          Wir haben den Zeitwert nach Schwacke-Liste ausgezahlt bekommen und den "Schrotthaufen" an den Abschlepper verkauft, der unser Auto die ganze Zeit auf dem Hof hatte. Und das hat die Versicherung 0 interessiert. Mit Überweisung des Geldbetrages war die Sache für die abgeschlossen.

          Die Autos, die Du da auf dem Hof gesehen hast, stammten vielleicht aus Vollstreckungsmasse. Da haben die Versicherungsnehmer evtl. die Versicherungsprämie nicht mehr gezahlt und mit dem Unfall wurde die Versicherung wenigstens des Fahrzeuges habhaft. In Berlin hat man es hin und wieder mal, dass irgendwelche Idioten ihre nicht (mehr) versicherte Karre an die Laterne setzen und dann abhauen...

Top Diskussionen anzeigen