Sind MedizinerInnen käuflich?

Sind MedizinerInnen käuflich und durch Pharmakonzerne manipulierbar?

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    • (1) 10.11.16 - 22:22

      Hallo,
      bin eben auf einen Artikel gestoßen, den ich persönlich ziemlich hefig finde! 575 Mio Euro zahlten 54 Pharmakonzerne 2015 an Ärzte, Fachkreisangehörige und Institutionen. Da stellt sich doch wirklich die Frage, ob Mediziner auf Kosten der Patienten käuflich sind....! Was meint ihr? Ist euer Arzt auch auf der Liste? Meiner schon, und das macht mich doch ziemlich nachdenklich! Deshalb starte ich mal eine kleine Umfrage!
      http://www.spiegel.de/gesundheit/diagnose/pharma-industrie-an-diese-aerzte-zahlten-pharmafirmen-geld-a-1102854.html

      • Hallo, also leider sind alle nahezu käuflich, bei manchen Ärzten steht es quasi auf der Stirn. Bin grundsätzlich immer skeptisch. Vllt. fragst Du die entsprechende Arztin mal an?

        Alles Gute noch!

        • (3) 11.11.16 - 18:32

          Ach Frau Doktor, was ich noch fragen wollte: erhalten sie Schmiergelder von der Pharmaindustrie?
          Ja, Frau X und zwar in Höhe von...........für...........hahaha als ob da einer drauf ehrlich antworten würde.

      Nennen ich naiv aber ich bin der Meinung, nein, sind sie nicht. Mein Hausarzt behandelt fast alle Mitglieder meiner Familie seit Jahren, ich bin mit seiner Arzthelferin zur schule gegangen und vertraue ihm. Mein Hausarzt, der Kinderarzt meines Sohnes (sein Vater behandelte bereits mein Mann), mein Frauenarzt, der mich ebenfalls seit Jahren behandelt und eine Freundin von mir Arzthelferin in dieser Praxis ist, all diesen Menschen vertraue ich ohne zu zögern meine Gesundheit an und kann mit besten Wissen und Gewissen sagen, das ihnen mehr an unserer Gesundheit liegt als daran, uns teure oder unnötige Medikamente zu verschreiben.

    • Ab einem gewissen Preis ist jeder Mensch käuflich, ok, ich schränke ein, 99% aller Menschen.
      Und Ärzte sind auch Menschen...

      Hallo,

      ich vermute es mal, das manche Mediziner ihre Patienten verkaufen.

      Mein Arzt war sowas von sickig, das ich nicht den Kollegen seiner Wahl aufsuchen wollte, sondern einen anderen Facharzt.
      Das war keine gewollte Empfehlung, sondern schon aufdrücken. Sogar am Empfang sagte man mir nochmals, das ich nur da hin gehen sollte und wollte mir einen Plan mitgeben, wie ich da hin komme.
      Also liegt das schon praktischewrweise dort bereit. Ich war mal so nett und dachte o.k ist ja laut Bewertungen eine angesagte ambulante Chirugie, ich schau mal rein und dann nach einigen Wochen - war ich bei dem Chirug meiner eigentlichen Wahl, der aufgrund des Pfusch einen kleinen operativen Eingriff sofort vornehmen musste.

      Auffallend, das der einen (meine Freunde auch) in bestimmte Kliniken drängen will (nicht das Nächstgelegene)oder ganz gezielt zu Fachärzten seiner Wahl.

    • (7) 11.11.16 - 06:33

      Warum machst du dir wegen deinem Arzt solche Gedanken? Er kann doch hinter seiner Tür machen was er will. Du wirst doch medizinisch gut versorgt.

      Wenn nun ein Konzern Kohle für Werbung raushaut ist das für mich völlig legitim, jeder macht für sein Produkt Werbung.....der eine mehr, der andere weniger.

      Den Finger haben am Ende die Kassen drauf, mit ihren ganzen Verträgen.

      Wenn ein Arzt nun mal mit einem Produkt gute Erfahrungen gemacht hat, warum sollte er denn keinen Vorteil haben wenn er es in seiner Praxis einsetzt?
      Und wenn dein Arzt auf der Liste steht, dann ist das doch eher positiv. Nur weil einer dort nicht steht, heißt das ja nicht, das er die Vorteile nicht nutzt. Die Veröffentlichung war ja nun mal freiwillig.
      Wir sind doch alle bestechlich.
      Für mich gehört das alles einfach mit zur freien Marktwirtschaft und in der leben wir nun mal.
      Ich verstehe nicht so ganz, warum du dir solche Gedanken machst? Wenn dein Arzt ein paar Zettel zu einem Medikament ausfüllt und dafür am Ende eine "Aufwandsentschädigung" bekommt, dann ist doch deine persönliche medizinische Versorgung überhaupt nicht betroffen. Und wenn ein Vertreter in einer Praxis belegte Brötchen über den Tresen schiebt oder das ganze Team nach einer (produktgebundenen) Fortbildung ins nächste Restaurant einlädt, dann betrifft auch das nicht deine medizinische Versorgung. Und es heißt nun wirklich nicht, das ein Arzt danach irgendwelche Mittelchen anpreist, außer er ist von dem Produkt überzeugt.
      Deine Bonusmeilen beim Fliegen nimmst du doch mit, oder nicht? Die Rabattkarte beim Bäcker lässt du doch auch abstempeln, oder? Würdest du sie nutzen, wenn der Bäcker nur Schrott produziert und es dir dort einfach nicht schmeckt? Ich denke nicht. All das ist Werbung.

      Meine Beispiele spielen jetzt bewußt im unteren Bereich. Ach, im Übrigen haben diese ganzen "unverkäuflichen Muster" in den Praxen auch kleine, nette Nebeneffekte: Man kann damit Patienten ködern, die nicht bereit sind die Rezeptgebühren zu zahlen (warum auch immer) und somit ihre Gesundheit aufs Spiel setzen. Und extrem viele der Muster werden auch einfach gesammelt und gespendet, an Institutionen die die Medikamente dorthin schicken, wo sie dringend benötigt werden. Oft von Apothekern organisiert. Und nein, da fett "unverkäufliches Muster" aufgedruckt ist, können sie damit kaum ein Geschäft machen.
      Und noch einmal: Die Qualität deiner Versorgung ist davon nicht betroffen.

      • Guten Morgen,
        .....Wir sind doch alle bestechlich.....: Dazu sage ich ganz klar nein! Auch wenn du dir das vielleicht nicht vorstellen kannst, ich kann von mir sagen, dass ich definitiv nicht bestechlich bin, egal, um was es geht! Wenn ich mich verkaufen würde, damit andere einen Nutzen dadurch haben und es mir auf materieller Ebene dadurch besser gehen würde, würde mich das nicht glücklich machen. Glück kommt von innen, das ist meine Lebensphilosophie!
        .....Ich verstehe nicht so ganz, warum du dir solche Gedanken machst? ....: Weil genau dieser Arzt bei meinem Schwiegervater vor 2 Jahren ein Medikament auswechselte und ihn in eine Studie aufnahm, obwohl es mit dem alten Präparat keine Probleme gab. Das Ende vom Lied war, dass das neue Medikament abgesetzt werden musste und er wieder das alte bekam!
        .....Man kann damit Patienten ködern, die nicht bereit sind die Rezeptgebühren zu zahlen (warum auch immer) und somit ihre Gesundheit aufs Spiel setzen....: Ich kann mir kaum vorstellen, dass man einen Patienten ködern muss, wenn er von der Therapie überzeugt ist! Ist er das nicht, sollte man das auch als Mediziner akzeptieren, man ködert i.d.R. nur, wenn etwas gegen den freien Willen geschehen soll....sehr fragwürdige Methode!
        Und ob du es glaubst oder nicht, ich nutze keine Bonusmeilen, habe kein Stempelkärtchen vom Becker und auch keine DeutschlandCard in meinem Portemonnaie!
        Wie du siehst, habe ich eine andere Sichtweise der Dinge. In einem Punkt gebe ich dir Recht, ich sehe es positiv, dass er der Veröffentlichung zugestimmt hat, jedoch negaativ, dass die Transparenz nur ca. 30% aller beteiligten ÄrzteInnen betrifft. Für mich ein Grund mehr, Therapien zu hinterfragen, denn ich sehe sehr wohl die Qualität der Versorgung gefährdet! Meinem Schwiegervater z.B. wären zum Teil starke Nebenwirkungen erspart geblieben, hätte der das Präparat nicht gewechselt!
        Liebe Grüße

        • in der genannten Liste sind Zahlungen von Firmen erfasst, die keine Muster im großen Stil verteilen dürfen und die verpflichtet sind die Wirkung ihrer Medikamente nach Zulassung mit Hilfe der Ärzte weiter zu verfolgen (Stichpunkt: Studien). In der Regel verdient ein Arzt daran wenig und hat wenn, dann eher wissenschaftliches Interesse.

          Dass dein Schwiegervater Nebenwirkungen hatte tut mir sehr leid, aber wenn Mediziner diese Risiken nicht eingehen würden hätten wir einen medizinischen Stillstand.

          Wenn man jetzt mal die Situation der Werbung durch Pharmafirmen mit der Situation vor 20 Jahren vergleicht ist doch alles viel besser geworden was Vermeidung von Korruption und Bestechung angeht. Warum siehst du JETZT die Qualität der Versorgung gefährdet?

      >>Wenn dein Arzt ein paar Zettel zu einem Medikament ausfüllt und dafür am Ende eine "Aufwandsentschädigung" bekommt, dann ist doch deine persönliche medizinische Versorgung überhaupt nicht betroffen.<<
      nun, wenn dir dein Arzt statt deines gewohnten und für dich verträglichen Medikaments deshalb, eben weil er "ein paar Zettel zu einem Medikament" aus füllen will, auf ein mal ein anderes, "neues, besseres" Medikament verschreibt, dann ist es durch aus schon vor gekommen, dass die medizinische Versorgung davon massiv betroffen ist.

      >>Und wenn ein Vertreter in einer Praxis belegte Brötchen über den Tresen schiebt oder das ganze Team nach einer (produktgebundenen) Fortbildung ins nächste Restaurant einlädt, dann betrifft auch das nicht deine medizinische Versorgung. Und es heißt nun wirklich nicht, das ein Arzt danach irgendwelche Mittelchen anpreist, außer er ist von dem Produkt überzeugt.<<
      ach du, man kann auf verschiedenen Wegen zu einer Überzeugung gelangen, manch mal auch einfach deshalb, weil man nur DIESES EINZIGE Medikament so gut kennen gelernt hat auf dieser Schulung (die einen noch nicht mal Geld gekostet hat).

      >>Deine Bonusmeilen beim Fliegen nimmst du doch mit, oder nicht? Die Rabattkarte beim Bäcker lässt du doch auch abstempeln, oder? Würdest du sie nutzen, wenn der Bäcker nur Schrott produziert und es dir dort einfach nicht schmeckt? Ich denke nicht. All das ist Werbung.<<

      natürlich, das betrifft aber auch MICH, ich dreh den Schrott vom Bäcker ja niemand anderem an.

      Finde den Unterschied!

      >>Und noch einmal: Die Qualität deiner Versorgung ist davon nicht betroffen.<<

      glaubst du das wirklich?

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