Weihnachten...

    • (1) 27.11.16 - 14:57

      Einen schönen ersten Advent euch allen!

      Erstmal vorweg: Bitte nicht gleich zum Forum "weihnachten" verschieben, ich glaube hier erreiche ich die Leute die ich erreichen möchte besser:

      Ich lese oft bei urbia in anderen Zusammenhängen Sätze a la "Religion ist Mist und überflüssig wie ein Kropf", "ich bin Atheist und will mit dem ganzen quatsch nichts zu tun haben" usw. Natürlich nicht wörtlich so, aber halt sinngemäß.

      Mich würde jetzt interessieren wie und ob bekennende Atheisten bzw Leute die mit Religion im allgemeinen und dem Christentum im besonderen nichts zu tun haben wollen weihnachten feiern.

      Und wie erklärt ihr euren evtl vorhandenen Kindern warum ihr nicht glaubt aber trotzdem feiert bzw nicht feiert.

      Lg waldfee

      • Hallo,

        Meine ganze Familie sind Heiden.

        Diese Feiertage sind ganz einfach eine Tradition. Ich wünsche aber auch keine frohen Weihnachten, sondern schöne Feiertage.

        Solange es beim Weihnachtsfest darum geht, mit der Familie zusammen zu sein und mit Menschen, die man mag, gemütliche Tage zu verbringen und gemeinsam ein bisschen fetter zu werden, finde ich ein Weihnachtsfest auch ohne religiöse Überzeugung völlig legitim—und ein Fest, bei dem sich alle lieb haben und sich das auch gegenseitig zeigen, wäre sicher in Jesus' Sinne gewesen.

        Gruss

      (4) 27.11.16 - 15:28

      Puh, liebe Waldfee, das ist eine schwierige Frage:

      Ja, wir feiern Weihnachten ganz klassisch- und folgen auch den Adventszeit Bräuchen (auch den anderen großen Kirchenfesten).

      Ich selbst war als Kind bis ins junge Erwachsenenalter evangelisch.
      Meinen Glauben habe ich Stück für Stück verloren (leider).
      Inzwischen bin ich dem Buddhismus zugewandt (in ethischer-moralischer Hinsicht als Handlungsleitpfad, nicht religiös).
      Mein Mann sagt, er sei schon immer Atheist gewesen.
      Die Weihnachtszeit liebt er noch als Bündel schöner Rituale aus der Kindheit.
      Unsere Tochter ist evangelisch (war in einem kirchlichen Kindergarten) und hat einen tiefen, kindlichen Gottesglauben.
      Da wir da nicht reinreden wollen, ist Religion eh ein Teil ihres Lebens, den wir akzeptieren und unterstützen.

      Und für mich hat die Weihnachtszeit auch zum Teil den Trost eines liebgewonnenen Rituals (wie ein Kokon aus Wärme und Liebe innerhalb der Familie ), erinnert mich an meine verstorbene Mutter-- und irgendwie habe ich auch die Hoffnung, dass ich irgendwann wieder glauben kann/werde.

      Vermutlich werde ich auch so weitermachen, selbst wenn unsere Tochter erwachsen ist und nicht mehr mitfeiert, auch wenn dann keiner mehr hier gläubig ist.
      Muss sagen, ich bin auch immer in der Kirche (helfe da mit) und bin beim Gottesdienst dann etwas traurig, dass sich der Glaubensteil mir nicht mehr erschließt.

      Es war so schön, früher mitzusingen, zu beten und das wirklich zu FÜHLEN.

      Das klingt jetzt vermutlich alles ziemlich bescheuert, aber ich liebe die Weihnachtszeit auf jeden Fall sehr - darum muss ich auch Schluss machen, denn gleich gibt es selbstgebackene Kekse und Adventsmusik ????

      Allen einen schönen 1. Advent!

      Lg, Emmi

      • (5) 27.11.16 - 15:29

        Die Fragezeichen am Ende sollten ein Emoji sein.
        Na ja.

        Hallo du!

        Auch dir danke für deine Antwort!

        Schön dass ihre eure Tochter in ihrem Glauben unterstützt und sie machen lasst wie sie will, auch wenn ihr selbst nicht glaubt/ glauben könnt.

        Die Geschichte mit dem Glauben bzw nicht glauben können kann ich gut verstehen, mir ging es auch lange so. Aber ich habe die Erfahrung machen dürfen, wenn man aufrichtig sucht und immer offen bleibt, man auch den Weg zurück zum glauben finden kann. Vielleicht gehts dir irgendwann auch so.

        Ich wünsche euch auf alle Fälle eine schöne Adventszeit mit basteln, backen und weihnachsliedern und frohe weihnachten!

        Lg waldfee

    Hallo und ebenfalls einen schönen ersten Advent!

    Für mich ist Religion an sich ein weites Feld und nicht immer mit Kirche gleich zu setzen.
    Jeder mag also die Weihnachtsfeiertage feiern nach seiner Auffassung/Überzeugung.
    Es sind Feiertage der Hoffnung, des Neubeginns, des Dankes, des Friedens usw.

    Bei uns feiert man diese Zeit über einen Zeitraum von etwa Ende November bis Anfang Februar als Mittwinternacht/Mutternacht/Wintersommerwende/Julfest.
    Das Julfest selbst ist als Wendepunkt zu sehen wenn die Sonne wieder stärker wird und damit die Natur wieder anfängt sich zum Leben auf zu machen, die Helligkeit der Tage wieder länger wird.
    Das Lebensrad, die Sonne, erweckt alle Dinge der Natur.
    Im christlichen Glauben ist es die Geburt Christi.
    Ich kann mit all diesen "Varianten" leben denn der Sinn ist identisch und darauf kommt es uns an.

    Unsere Familie ist in Glaubensdingen nicht an einen einzigen absoluten Glauben gebunden und daher können wir und auch unsere Kinder all die Varianten dieses Festes akzeptieren, egal wie sie ein jeder so zelebriert.
    Ja und so sind uns zu Weihnachten die Tomten, Nissen und eine Variante von Väterchen Frost als Weihnachtsmann nicht fremd ;-)

    Wir als Familie leben schon immer damit und kennen es nicht anders.

    Frohe Festzeit #snowy

    Ragnar

    • Hallo ragnar!

      Da habt ihr als Familie einen schönen und toleranten Umgang mit den verschiedensten religiösen Ausprägungen des Weihnachtsfestes gefunden! Finde ich klasse!

      Ich wünsche euch auch eine frohe Festzeit!

      Lg waldfee

(9) 27.11.16 - 21:35

Huhu,

An Weihnachten feiert man die Geburt von Jesus, der im Christentum als "Gottes Sohn" gilt. Ich glaube, dass es Jesus durchaus gab, aber da ich generell nicht an einen Gott glaube, glaube ich natürlich auch nicht, dass er Gottes Sohn ist.
Alle christlichen Feste sind historisch entstandene Rituale, die sich in verschiedenen Ländern/Kulturen unterschiedliche entwickelt haben. Teils haben sich auch verschiedene Religionen und deren Gebräuche dabei vermischt. Wann sich wer beschenkt und von wem ist ja überall unterschiedlich auf der Welt, wo dieses christliche Fest gefeiert wird. Früher gab es an Weihnachten keine Geschenke, sondern an anderen Tagen (Nikolaus, St. Lucia, ...), das ist erst seit etwas über 100 Jahren so üblich, wenn man dem Internet trauen kann.
Für mich ist Weihnachten ein Fest der Besinnlichkeit, der Familie und vor allem der Kinder.
Ich finde, man kann Weihnachten wunderbar feiern, ohne an Gott zu glauben, weil es doch mehr um die Werte geht, die das Christentum vermittelt als um den Glauben an ein höheres Wesen.
Für mich ist Weihnachten ein kulturelles und gesellschaftliches Fest.

Natürlich ist es ganz wichtig, zu wissen, warum Weihnachten gefeiert wird und wer da gefeiert wird.

Will sagen: ich glaube nicht an Gott, ich finde Religion als Phänomen sehr interessant, die Kirchen finde ich so-so (als Organisationen tun sie durchaus viel Gutes, aber eben nicht nur, haben halt schon oft noch eine Doppelmoral, und diese seltsamen Rituale im Gottesdienst finde ich einfach zum #augen) aber ich glaube schon an christliche Werte wie z. B. Nächstenliebe.
Würde mich jemand einer bestimmten Religion zu einem religiösen Fest dieser Religion einladen, würde ich auch mitfeiern, z. B. Einem hinduistischen Fest oder einem buddhistischen oder jüdischen. Bei Festen geht es Menschen gut, sie freuen sich und es ist etwas besonderes. Religiöse Feste sind einfach nur Feste, die sich die Menschen in verschiedenen Kulturen ausgedacht haben. Deswegen kann ich sie auch feiern.

Ich glaube, die Frage stellt sich nicht so richtig, wenn man nichts glaubt. Wenn man einer anderen als einer christlichen Religion angehört und fest daran glaubt, wird man sicherlich die Feste dieser Religion begehen. Aber wenn man glaubt, dass die Feste eh menschengemacht sind, dann kann man die alle feiern, wie sie fallen, wenn man es möchte (bei einer Religion mit Menschenopferritualen würde ich dann doch dankend ablehnen). ;-)

LG

Hanna

  • Hallo du!

    Auch dir danke für deine Antwort!

    Ich finde deine Haltung dazu echt gut!

    Klasse wenn du sagst du hast zwar mit der religiösen Seite nichts am hut, findest es aber wichtig den Ursprung des Festes zu kennen(der wie du ja schreibst, keinesfalls nur christlich ist) und die Werte die gefeiert werden hochzuhalten.

    Und Offenheit gegenüber anderen Religionen tut uns allen gut, egal was wir glauben oder auch nicht.

    Lg und eine schöne Weihnachtszeit
    Waldfee

(11) 28.11.16 - 05:26

Die Christen haben das Wintersonnwendfest der Kelten und Germanen kräftig mit ihrem eigenen Glauben vermischt und daraus 'Weihnachten' gemacht. Die Lichter am Tannenbaum z.B. kommen aus dem Julfest. Darüber wann Jesus geboren wurde, streiten die Gelehrten. Die Chance, das es der 25. Dezember war, ist 1:365.

Wenn es also Christen erlaubt ist, Feiertage zu 'kapern' und für ihren eigenen Glauben umzumünzen, dürfen das Nicht-Christen auch. Wobei ich die Abschaffung aller christlichen Feiertage und dafür 5 zusätzliche Urlaubstage, die jeder nach eigenem Gutdünken begehen kann, für deutlich fairer halten würde. Allerdings würden da die Christen wohl am lautesten protestieren.

Grüsse
BiDi

  • Hallo!

    Na du bist lustig! Natürlich würden wir Christen protestieren wenn die religiösen Feiertage als gesetzliche Feiertage abgeschafft würden und durch 5 frei verfügbare ersetzt e

    Sorry, zu schnell abgeschickt!

    Also, protestieren erstmal wegen dem Ersatz der christlichen Feiertage gegen fünf frei verfügbare zusätzliche Urlaubstage, denn die christlichen Feiertage machen bei uns in Bayern schon ca. 8-10 Urlaubstage aus (je nachdem wie sie liegen: heilig drei König, Karfreitag, Ostermontag, Pfingstmontag, Fronleichnam, Christi Himmelfahrt, mariä Himmelfahrt, Allerheiligen, 1.+2. Weihnachtsfeiertag).

    Ansonsten hast du mich vielleicht etwas falsch verstanden, mir ist schn klar dass weihnachten viel ältere Ursprünge hat als das Christentum. Und von mir aus darf auch jeder weihnachten feiern oder nicht feiern wie er oder sie mag, ich habe wirklich rein aus Interesse gefragt.

    Lg waldfee

(14) 28.11.16 - 09:25

Hallo,

ich bin Atheistin.
Mein Freund und ich "feiern" Weihnachten nur, um seinen Eltern einen Gefallen zu tun.
Sie sind alt (75 + 91) und sind beide nicht gläubig. Sie wollen an Weihnacht nur die Gelegenheit nutzen mit uns zusammen zu sein. Wir erfüllen ihnen diesen Wunsch.
Wir feiern zusammen, d. h. wir essen gemeinsam und es gibt Bescherung.

Wenn die Eltern meines Freundes nicht wären, würden wir nicht feiern, sondern lieber irgendwo im Warmen Urlaub machen. #sonne

LG

Hallo,

in meiner Familie ist niemand religiös, zumindest nicht in irgendeiner Form konfessionell gebunden.

Wir feiern Weihnachten als Fest der Familie. Die Geschenke bringt der Weihnachtsmann (der Glaube an das Christkind ist hier allgemein nicht verbreitet) und es gibt einen Weihnachtsbaum, der aber zu keinem festen Zeitpunkt aufgestellt wird. Zur Bescherung werden Weihnachtslieder und Winterlieder gesungen (meist die, mit eher wenig christlichem Gehalt - das ist nicht geplant, hat sich aber so ergeben).

In der Vorweihnachtszeit genießen wir das Beisammensein bei Basteleien, Plätzchen backen oder zelebrieren auch ganz offen ein bisschen Geheimniskrämerei, was die Geschenke angeht.

Das Ziel ist es, einfach ein bisschen Wärme und Behaglichkeit in die sonst doch eher kalte und dunkle Jahreszeit zu bringen.

Auf den heidnischen Ursprung des Festes wurde bereits verwiesen - gilt in ähnlicher Weise für Ostern. Ich glaube, Tradition ist einfach, was man selbst daraus macht. Denn Dinge, die wir heute nicht leben, werden auch in den nächsten Generationen nicht so einfach über uns kommen. Ein für uns zumindest eher neuer Brauch wäre das Wichteln - findet ja viele Anhänger, aber hat sich für uns nicht bewährt. Wir schenken lieber allen etwas, denen wir gern etwas schenken würden. Natürlich kann man das auch über das ganze Jahr hinweg machen, aber das Weihnachtsfest, wenn alle feierlich zusammen kommen, ist ein schöner Anlass dazu.

So erkläre ich es auch meiner Tochter: die einen feiern die Geburt Jesu - wir feiern das unbeschwerte Beisammensein. Wir alle feiern also gemeinsam das Leben und die Familie, auch wenn wir es unterschiedlich benennen.

LG Soley

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