Vorurteile

Jeder hat Vorurteile - und oft genug ist es uns gar nicht bewusst, dass wir Vorurteile haben. Vorurteile haben immer auch eine (unterschwellige) Wirkung auf den anderen.
Ein Tipp vom urbia Team

    • (1) 12.01.17 - 21:18

      Vorurteile.
      Betrifft ja irgend wie jeden. Jemand, der von sich behauptet, er hätte keine Vorurteile, ist sich solcher evtl. nicht bewusst oder aber er...... lügt. Behaupte ich jetzt mal.

      Die Aussage, die zur Eröffnung dieser Diskussion hier geführt hat bezieht sich auf ein Vorurteil eines anderen und lautet:

      >>Meine Vorurteile sehen anders aus und verletzen keinen. <<

      Meine Antwort drauf war

      Ja, so denken viele;-)

      Es geht jetzt nicht darum, Vorurteile direkt zu benennen, es geht darum, ob ihr glaubt, dass eure Vorurteile keinen verletzen. Und warum ihr glaubt, dass das so ist.

      wäre schön, wenn jemand antwortet. Danke

      • hallo,

        Vorurteile können ja auch positive sein: Inderinnen haben immer einen warmen Blick, Gastfreundschaft ist in östlichen Ländern viel wichtiger, etc...

        ich finde immer, wenn ich nicht den sehe, der mir gegenübersteht und ihm statt dessen mit Vorannahmen begegne, wirkt es distanzierend und vermeidet eine "echte Begegnung".
        Und auch, wenn ich jemanden auf den Sockel stelle und bewundere - letzten Endes schaffe ich auch so Distanz...

        ich werde nie ganz frei sein und ohne meine Bilder, Wissen und Erfahrungen Leuten begegnen können. aber ich versuche immer wieder aufs Neue, Leuten möglichst offen zu begegnen. klappt unterschiedlich gut.
        im realen Leben Leuten offen (nicht mit naiv gleichzusetzen) begegnen zu können, ist schon was Schönes...
        und ich bin dankbar, wenn ich beim Gegenüber merke, ich muss nicht gegen irgendwelche Geschichten, Ideen, die der andere über mich hat, kämpfen, sondern werde so angenommen, wie ich bin.

        streng genommen finde ich, Vorurteile immer unangebracht. ob es verletzend wirkt oder nicht, liegt auch am Gegenüber. aber ich denke, wenn wir ehrlich sind, sind sie nie wirklich förderlich, oder?

        lg

        • VORverURTEILungen sind nie förderlich, da gebe ich dir absolut Recht!

          Weil man immer von falschen Annahmen aus geht.

          Bei der einen Variante wird man u. U. positiv überrascht, bei der anderen enttäuscht
          Oder aber, es entpuppt sich etwas gar nicht als Vorurteil, sondern als Wahrheit;-)

          >>ich werde nie ganz frei sein und ohne meine Bilder, Wissen und Erfahrungen Leuten begegnen können. aber ich versuche immer wieder aufs Neue, Leuten möglichst offen zu begegnen. klappt unterschiedlich gut.<<

          so gehts mir auch. Ich will weiter hin positiv denken, offen sein, mich überraschen lassen. Und je nach dem, um was es geht, fällt es verdammt schwer......

          Das oben ist mein Zitat und genauso hab ich das gemeint. Danke.

      Ich habe gerade versucht, den Unterschied zwischen Vorurteil und Stereotyp nachzuschlagen, aber so richtig kann ich den Unterschied trotzdem nicht erklären. Stereotype können aber anscheinend nur für Menschen(gruppen) verwendet werden.
      Stereotype sind ja (im Gegensatz zu Vorurteilen, die Urteile sind, die lediglich auf Meinungen, nicht aber auf eine gründliche Untersuchung basieren) Muster, die durchaus auf Erfahrungen gründen und komplexe Sachverhalte vereinfachen, in dem sie eben alle Personen dieser Gruppe über einen Kamm scheren.

      Vorurteile können theoretisch durchaus positiv sein, z. B. Mercedes ist eine zuverlässige Kfz-Marke, Lufthansa ist eine sichere Fluggesellschaft.

      Ich erwische mich oft dabei, dass ich in Stereotypen denke und dadurch Vorurteile habe.
      Bei uns wurden neulich dreimal so viele Frauen wie Männer befördert. Dabei dachte ich sofort: Quotenfrauen! Und ich habe mich sofort darüber geärgert, dass ich diesen Gedanken hatte. Weil ich es eigentlich besser weiß.

      Ich denke, dass die meisten Vorurteile irgendwie negativ behaftet sind, aber viele Menschen gar nicht bemerken, dass sie gerade Vorurteile verwenden (sie denken ja, dass ihre Meinung stimmt). Ich habe mich auch schon das eine oder andere Mal durch unbedacht dahergesagte Vorurteile gekränkt gefühlt, auch wenn die Leute dann sagten, sie hätten es ihm Spass gesagt.

      • > aber viele Menschen gar nicht bemerken, dass sie gerade Vorurteile verwenden <<
        ja genau, das ist vielen gar nicht bewusst.

        Es ist aber auch, mal wieder, kompliziert.

        Da macht man Erfahrungen und bildet sich darauf hin ein Urteil. Ist ja völlig normal, soll ja auch so sein.

        Wenn man dieses Urteil aber auf jemand anderen, den man gar nicht kennt, der aber eine Eigenschaft des jenigen hat, durch den das Urteil zu stande kam, von vorn herein fällt, dann sind wir beim Vorurteil. Oder doch beim Stereotyp?

    Hallo,

    ich würde scheinheiligerweise von mir selbst vermuten, dass meine Vorurteile keinen verletzen, weil ich sie nicht äußere :-)
    Solange sie nicht kommuniziert werden, verletzen sie ja auch nicht, oder? #schein
    Schwierig wird, wenn im Affekt das Vorurteil aus einem herausplatzt.
    Dann ist es schnell dahin mit dem heilen Selbstkonzept von sich als Mensch, der zumindest nach Außen völlig vorurteilsfrei an die Dinge herantritt. ;-)

    Ich würde behaupten, dass meine Methode auch deshalb nicht besonders gut ist, weil jemand, der seine Vorurteile offener äußert, auch schneller mal eine Korrektur erfährt.

    So oder so bin ich gewisslich nicht stolz darauf, welche zu haben. Ich möchte nur auch nicht so tun, als hätte ich gar keine und als wäre mein Umgang damit todschick. Da würde ich mir gepflegt selbst in die Tasche lügen.

    LG

    • weil jemand, der seine Vorurteile offener äußert, auch schneller mal eine Korrektur erfährt.<<
      er erfährt evtl. schneller einen Denkanstoss, korrigiert ist da durch ja erst mal noch nichts

      >>Solange sie nicht kommuniziert werden, verletzen sie ja auch nicht, oder? <<

      haha, da ist sie, die Denke. Man muss ein Vorurteil nicht kommunizieren, wenn man mit Vorurteilen behaftet ist, verhält man sich anders. Is so

      Hallo,

      dachte die Selbstironie bisschen kenntlich gemacht zu haben :-)
      Tatsächlich verhalte ich mich anders, gebe ich zu. Da der Hauptteil meiner Vorurteile im beruflichen Rahmen zu finden sind ist der hierdurch entstehende Schaden jedoch denke ich gering... Ich kämpfe gegen sie an, werde aber so oft bestätigt, dass es fast ein Trauerspiel ist. Könnte durchaus sein, dass es den anderen Beteiligten bei mir ähnlich geht. :-)

      Insgesamt wage ich zu behaupten, dass das Ausmaß der Verletzung durchaus auch kontextabhängig ist.

      LG

      • ja doch, ich hab den Heiligenschein gesehen :-)

        >>Da der Hauptteil meiner Vorurteile im beruflichen Rahmen zu finden sind ist der hierdurch entstehende Schaden jedoch denke ich gering... <<

        ob durch Vorurteile im beruflichen Rahmen geringer Schaden entsteht od. nicht, liegt, glaub ich, an dem jeweiligen Beruf, welchen man aus übt. z. B. ein Kunde ist ein Kunde ist ein Kunde. Und wenn dieser Kunde auf grund eines persönlichen Vorurteils nicht wie ein Kunde behandelt wird, dann entsteht u. U. ein grösserer Schaden

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