Schriftsprache - Herkunft

    • (1) 23.01.17 - 20:39

      Hallo

      Eigentlich ein total sinnloses Posting. Aber ich bin gerade alleine, TV reizt mich nicht.....

      Beruflich habe viel telefonischen Kontakt mit Leuten aus allen Teilen Deutschlands. Manchmal lese ich hier Beiträge, da versuche ich zu ergründen ob man den regionalen Sprachgebrauch auch in der Schriftform wieder erkennen kann. Und dann Rätsel ich aus welcher Himmelsrichtung derjenige ursprünglich stammen könnte.
      Zum Beispiel zu Begriffe wie Vesper, Jause, pullern,.... Sind bei uns einfach nicht üblich. Ich google tatsächlich immer mal wieder solche Begriffe.
      Oder das "Wort" tu. "Ich tu....", da denke ich sofort ans Ruhrgebiet. "Ich tu ma dat Wasser in die Wanne drin."
      Ich stolpere auch oft über Sätze mit "der Sohn von mein Freund" oder so was. Ist das ebenfalls in irgendeiner Art Dialekt?
      Und dann gibt es natürlich auch die überwiegende Anzahl an Usern, die entweder aus dem hochdeutschen Großraum Hannover kommen, oder die tatsächlich nicht durch regionale Ausdrucksweise einen Grund zum rätseln geben.

      Unterm Strich ist ein Forum wohl auch nicht geeignet seinen schriftliche Ausdruck zu verbessern. Schon gar nicht wenn man, wie ich, mobil erst Korrektur liest wenn man den Beitrag bereits abgeschickt hat.

      Lg

      • Unterm Strich ist ein Forum wohl auch nicht geeignet seinen schriftliche Ausdruck zu verbessern.

        #rofl made my day - Danke.

        Nein, sicherlich nicht ;-)

        Ich frag mich das auch oft. "Meinem Freund seine Mutter" #schwitz - auch immer mal gerne gelesen.

        Und die konsequent falsche Anwendung von "ihm" und "ihn" *schüttel*, wobei das auch gerne von der Autokorrektur verbaselt wird. Ob das jeweils der Fall ist, verrät meist der Rest vom Text...

        Schönen Abend dir :-)

        Einige Dinge sind nicht dem Dialekt des Users, sondern seiner miserablen Grammatik geschuldet:)

        Ich habe eine Bekannte, dessen Sohn Felix heißt. Sie sagt Dinge wie: dem Felix sein Freund. Wuaahhh.

        Die gleiche Bekannte sagt auch wie statt als. Da könnte ich immer an die Decke gehen:)

        Wenn ich hier lese: ich tu dem Kevin sein Brot in die Dose oder ich habe mein Freund gefragt, weiß ich, dass das wahrscheinlich ne Chantal ist und das nichts mit Dialekt zu tun hat.

        Wörter wie Jause oder heuer sind dagegen Dialekt. Das musste ich auch schon googeln, gebe ich zu.

        Danke für den lustigen Thread.

      (8) 24.01.17 - 09:15

      Ich finde das auch interessant, vorallem weil es ein Forum ist, und viele Leute eben ein bisschen so schreiben, wie sie auch sprechen. Also ich zumindest...#hicks . So lange es jeder versteht, passt das, finde ich.

      Spannend finde ich immer wieder, was verschiedene Leute als no go empfinden, gerade auch bei wirklich gesprochener Sprache. Das ist nämlich sehr unterschiedlich und teils echt lustig.

      "Wie" anstatt "als" sagt bei uns zB jeder. Sicher wir kennen den Unterschied und schreiben es (meist) richtig, aber gesprochen wird überall "wie". Auch gebildete Leute machen da umgangssprachlich keinen Unterschied.
      Und dieses "dem Felix sein Freund" würde ich nie schreiben (und geschrieben sieht es echt verboten aus) aber immer so sprechen (aber natürlich nicht hochdeutsch), zumindest normalerweise.
      Interessant auch, dass "heuer" Dialekt ist. Ich war mir immer sicher, dass man das überall versteht.Ich hätte das immer für Hochdeutsch gehalten... naja wieder was gelernt.

      Meine Zehennägel kräuseln sich dafür dann, wenn jemand solche Dinge sagt, wie "da kann Karl Friedrich aber nichts für" oder " da ist doch nichts Schlimmes bei" ... grausig...
      Und auch da habe ich schon Leute getroffen, die der Meinung waren, das wäre Hochdeutsch...

      • (9) 24.01.17 - 11:57

        Genau dein letzter Absatz lässt mich stutzen. Wie heißt es denn dann richtig? Das würde hier jeder so sagen oder schreiben. Tatsächlich ist das für mich völlig normal. Aber ich musste auch lernen, dass das Fenster nicht los ist.

        Dem x sein Freund, wie statt als sortiere ich südlich von NRW (da leben wir) ein. Ebenso heuer usw.. Gaaanz grob BaWü, Bayern. Evtl noch Hessen? Vermutlich blamiere ich mich mit meiner Einschätzung gerade völlig.

        • (10) 24.01.17 - 15:06

          Schon lustig, wie unterschiedlich man das empfindet.
          Korrekt wäre "dafür kann Karl Friedrich aber nichts"

          Mit deiner Einschätzung liegst du ganz richtig, ich komm wirklich ganz aus dem Süden.:-D

      (11) 24.01.17 - 17:50

      <<Meine Zehennägel kräuseln sich dafür dann, wenn jemand solche Dinge sagt, wie "da kann Karl Friedrich aber nichts für" oder " da ist doch nichts Schlimmes bei" ... grausig...>>
      Siehst Du, so unterschiedlich können die Meinungen sein, denn ich finde nämlich gerade DAS sehr #cool. Kannte ich nämlich - als ebenfalls SÜDdeutsche - auch nicht. Aber als ich mal vor etlichen Jahren beruflich mit Norddeutschen zu tun hatte sowie auch - ebenfalls beruflich - in deren Heimat unterwegs war (aber noch nicht mal das, sondern auch schon dort im Urlaub), habe ich genau das auch kennen gelernt. Was mir auch gefällt, ich es jedoch selbst nicht und nie sage, weil es einfach nicht zu mir und der Region passt: Wenn man sich bedankt, entgegnen die Norddeutschen darauf ja "Da nich' für!" Wusste zuerst gar nicht, was ich damit anfangen sollte. Bis ich dann gecheckt habe, dass das dort - allem voran im Raum HH und in SH - so üblich ist. Was mir noch gefällt und was ich ebenfalls nicht sage, ist die/der "Lütte" für Kleinkind. Auch typisch für diese Region ganz oben in der Republik.

      <<"Wie" anstatt "als" sagt bei uns zB jeder. Sicher wir kennen den Unterschied und schreiben es (meist) richtig, aber gesprochen wird überall "wie". Auch gebildete Leute machen da umgangssprachlich keinen Unterschied.>>
      Auch das unterschreibe ich dick und fett. Und ich selbst SAGE auch "schöner WIE... ", SCHREIBE jedoch (natürlich!) "schöner ALS... ". Denn das gehört einfach so!:-)#pro#pro Und zwar so und nicht anders.;-):-D

(12) 24.01.17 - 10:48

Hallo,

ich darf mich damit rühmen aus dem hochdeutschen Großraum Hannover zu kommen ;-), obwohl wir gerade so in NRW sind und nicht Niedersachsen.

Tatsächlich ist das bei der ein oder anderen Gelegenheit, bevorzugt im Ausland, aufgefallen und wir sind darauf angesprochen worden.

Ob sich das allerdings immer in meinem Schriftbild und auch Sprachgebrauch wiederfindet, wage ich zu bezweifeln #rofl

Ich komme aus einem eher dörflichen Umfeld und hier wird noch viel Plattdeutsch gesprochen. Also das Gegenteil von Hochdeutsch.

Bei unserem Sohn haben wir allerdings festgestellt, das diese reine Art des Deutsch unheimlich beim Schreiben lernen hilft. Wir haben Freunde im hessischen und die kämpfen mächtig damit, das die Kinder nicht so schreiben wie sie sprechen.

LG
Tanja

  • Wo kommst Du denn wech? Ich vermute, da sind wir aus der gleichen Ecke :-)

    Das mit dem "wech" ist hier übrigens ganz normal und irritiert regelmäßig die Zugezogenen :-)

    • Guten morgen,

      na, wir sind noch einen kleinen Ticken weiter nördlich als ihr. Das Tor zu Westfalen, wenn du verstehst ;-) (der einzige Ort in Deutschland mit Lateinischem Namen)

      Ja, WECH ist hier auch ein normales Wort, zumindest für die Einheimischen.

      LG
      Tanja

die verschiedensten Ausdrucksweisen können doch recht amüsant sein:-)

Es gibt eigentlich nur eine Sache, die ich furchtbar finde. Wenn bei der Aussprache das P genau so klingt, wie das B, oder das T genau so wie das D.

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