Problem mit Kollegen

    • (1) 30.01.17 - 11:48

      Hallo,

      ich hoffe ihr könnt mir sagen was ich tun kann..
      Ich habe in der Firma vor 10 Jahren angefangen, und bin seit 7 Jahren ausgelernt und gleich in die jetzige Abteilung gekommen. Natürlich wird man den Azubi-sein nie ganz los. Aber das wäre ja nicht schlimm..
      Es ist eigentlich mein Arbeitskollege mit dem ich von Anfang an das Büro teile und ab und zu ein Azubi.

      Ich weiß ein bisschen was über seine Vergangenheit (Frau geschieden, Haus an sie verloren, 2 erwachsene Kinder die schon seit Jahren nicht mehr mit ihm in Kontakt sind - angeblich ist mal was schlimmes vorgefallen).

      Nunja und er ist unbestreitbar ein Alkoholiker. Er trinkt mal mehr, mal weniger in der Arbeit. Es wissen wirklich alle. Angefangen von Chefs bis hin zu unseren Azubis. Aber niemand unternimmt etwas bzw. manche davon trinken ja auch selbst mal gerne mit. Solange es mich nicht betrifft, sollen sie machen was sie wollen..

      ..Aber... es kommt immer wieder mal vor das er so Sticheleien sagt. Wie "Du bist ein Nutznieser, das du diese Stelle bekommen hast", "Wir mussten ewig daraufhin arbeiten", oder immer kurz bevor er heimgeht muss er mir auch noch etwas reinreiben wie "Ich finde du sprichst nicht so viel mit deinem Chef! Das gibt mir zu bedenken,... usw."
      Da habe ich immer das Gefühl er will mir das Gefühl vermitteln das ich ein Glück habe hier zu sein, mich zu wenig auskenne, das er es sich von der Seele reden kann was ihm vermeintlich wegen mir belastet und ich dann ja nicht schlafen kann weil ich mir am besten gleich über alles Gedanken machen soll. Nur Gott sei Dank bin ich ein Mensch der nach der Arbeit ganz gut abschalten kann und ich das auch sehr wichtig finde. Gut und schön alles..

      ...Aber... nun hat er wirklich das Fass zum Überlaufen gebracht.

      Letzte Woche, völlig unerwartet um 7 Uhr in der früh fährt er mich im Büro an:
      "Eins sag ich dir gleich, mich brauchst bei deine Abwesenheitsnotizen nicht mehr eintragen. Es interessiert mich nicht! (gleiche Abteilung übrigens). Und wie ich überhaupt auf meine Stunden komme weiß er auch nicht. (Zur Info: ich pendle fast 3 Stunden am Tag und fange immer um 06:30 ein, und Arbeitsschluss bei mir ist fast immer um 16:30, außer Freitags zwischen 12:30-13:30. Dazu haben wir noch ab und zu Überstunden wegen Dienstreisen. Dafür nehme ich mir auch 2 Tage im Montag ZA - mit Chef abgesprochen und das darf ich.

      Er kommt zwischen 7 und halb 8 ins Büro, und geht von Mo-Do pünktlich um 15 Uhr und Freitag fast immer um 12 Uhr. Jetzt nach dem Gespräch bleibt er bis halb 4 da/Freitag bis max. 1-2 Uhr und kommt eher gegen 7 Uhr)

      Und als ich ihn gefragt habe ob er mir bei einem Programm hilft hat er auch gemeint "Nein kann ich nicht" obwohl er dort Admin ist. Dann habe ich jemanden anderen angerufen von dem ich wusste das er auch dafür zuständig ist und er hat mich am Telefon gefragt wer unser Admin sei. Ich habe es ihm gesagt, darauf die Antwort "Richte ihm Liebe Grüße von mir aus und sag ihm er soll euch das nächste Mal das besser erklären"
      Anscheinend dürfte er einen Rüffel bekommen haben, denn dann hat er mir geholfen obwohl ich meinte das ich ihn nicht damit belästigen wollte.

      Außerdem meint er ich soll nicht so oft Pause gehen (ich bin keine Raucherin, aber ab und zu gehe ich mal auf einen Kaffee mit KollegINnnen und wenn man den Vergleich ansieht wie oft andere gehen bewege ich mich ziemlich unteres Drittel). Denn wenn ER mal 1-2 Stunden oder so weg ist bei einem Kollegen dann redet er nur Dienstliches. Aber später riecht man wieder seine Fahne.

      Ich wollte mir das nicht mehr gefallen lassen, war wirklich sehr ruhig und habe gemeint das er ja der Admin sei und ich ihn deshalb gefragt habe. Wenn ich ihn nicht mehr in die Abwesenheitsliste eintragen darf dann sage ich es meinen Chef - und er "Ja mach ruhig".
      zu meinem Chef hab ich anfangs ganz normal gesprochen, später hatte mein Chef mit ihm ein Gespräch.

      Danach wollte er nochmal kurz mit mir sprechen und meinte er hatte einfach einen schlechten Tag, ansonsten gibt es das nicht und ich soll das jetzt nicht aufbauschen. Als ich meinte das wir ja immer bei uns Azubis haben und ich eine gewisse Verantwortung gegenüber ihnen trage wollte ich wissen wie wir mit seinem Alkoholkonsum umgehen.

      Darauf kam eigentlich nur die Antwort "das sind nur Phasen, er macht alles was ansteht (hat aber den ganzen Tag nicht viel zutun) und er ist meist von 7:15-15:00 im Büro und mich fragt er wie ich auf meine Stunden komme.

      Wohlgemerkt: er hat 5 min Fußweg zu ihm heim.

      Ich finde das ganze schon sooo unfair, denn ich habe nie etwas gesagt.

      Solange man mich in Ruhe lässt, aber auf einmal ohne Begründung so angefahren zu werden und das von einem Kollegen. Und der Alkohol wird geflissentlich übersehen bzw. auch seine Arbeitszeiten.

      Trotzdem macht er alle 2 Monate Zeitausgleichstage dazwischen.. wie das geht kann mir bestimmt auch niemand erklären.

      Aber ich soll mich wieder beruhigen, er hatte einfach einen schlechten Tag, und es sind halt "Phasen".

      • Ich wäre hier sehr sehr direkt und würde ihm unmissverständlich klarmachen, dass er ab sofort respektvoll und ordentlich mit dir umzugehen hat und andernfalls, falls er vorzieht, weiterhin das Arschtörtchen vom Dienst zu spielen, ihr beide beim Chef säßet, der sich sicherlich brennend für derartige Eskapaden interessiert.

        Und danach wäre alles fachliche das einzige was ich mit diesem Troll noch zu klären hätte.

        Hallo,

        ohne alles, was Du geschrieben hast, gleich zu beurteilen, aber in einer Firma, in der Alkohol so hoch oben an der Tagesordnung steht, würde ich nicht arbeiten wollen.
        Hat der Kollege Dir gegenüber eine Weisungsbefugnis? Wenn er Admin ist, schon, oder?
        Dann hilft wirklich nur ein Gespräch mit dem Vorgesetzten, der muss nämlich reagieren bei Alkohol am Arbeitsplatz.

        LG

        • Nein hat keine Weisungsbefugnis. Er ist gleich gestellt wie ich, nur das er halt viel älter und viel länger im Dienst ist.

          Admin ist er nur bei einem Programm, wo ich mal ab und zu etwas brauche.

          Tja der Vorgesetzte weiß es ja bei uns. Es wissen alle Führungskräfte von unserem Standort. Auch Betriebsrat von unserem Standort. Ich könnte max. es in die Unternehmenszentrale bringen aber ich glaube dann brauch ich nicht mehr hier arbeiten. Weil ich somit fast 50 % der Leute mit reinziehe bzw. 100 % von denen die es wissen - also jeder.

          • Das ist schon heftig.

            Ich würde mich um ihn nicht mehr kümmern, wenn er Dir etwas unterstellt, dann antworte einfach nicht, reg Dich nicht auf und lass ihn links liegen, bzw. arragniere Dich mit ihm.

            LG

      Hi,
      alles notieren !!

      Jede Bemerkung, jede "Anweisung", einfach alles aufschreiben.

      Ist er tüdelig am Telefon, Uhrzeit und Gesprächspartner aufschreiben.
      Geht er "was klären", Uhrzeit aufschreiben, wie lang er weg war und bei welchem Kollegen.

      Habt Ihr ein Zeiterfassungssystem, oder schreibt jeder seine Arbeitszeiten per Hand auf? Seine Arbeitszeiten notieren.

      Du hast einen langen Arbeitsweg, mach es auf dem Weg, oder wenn Du im Auto sitzt, kurz den Tag notieren, erst dann losfahren.

      Sei korrekt zu ihm, nicht schnippisch, aber bestimmt. Schau nach einem anderen Platz im Unternehmen. Es wird nicht besser werden, eher schlimmer.

      Alles Gute
      Claudia

    • Hallo,

      wie reagierst du auf seine Phasen?

      Ich würde dem sofort contra geben und klar stellen, das er so gar nicht anfangen braucht.

      Deine Stunden gehen ihn nichts an, wie so manches anders auch.

      LG

      • Ich bleib immer ruhig, sag auch manchmal gar nix dazu oder nicht viel.
        Denn bei diesen "Phasen" ist es wirklich total egal, es wird sogar schlimmer wenn man etwas zurücksagt.
        Einmal habe ich mir einen Spaß daraus gemacht und hab ihn Kontra bei der Diskussion wegen Kirche gegeben. Bin ausgetreten und dann meinte er "Das ist eine Frechheit! Keine Kirchenbeitrag zu bezahlen und dann aber die Feiertage zu nützen."
        Hab gemeint "Warum? Ich mach das doch gescheit!"
        meinte er wieder "das ist eine Frechheit"
        ich hab zu ihm gesagt, er könne ja auch austreten wenn ihm das Geld leid täte worauf hin er meinte "Nein danke, da wird man begraben wie ein räudiger Hund!"
        und ich wieder "naja so in 30 Jahren trete ich vielleicht wieder dazu, dann werde ich nicht wie ein räudiger Hund begraben"
        Wie gesagt da habe ich mir einen Spaß daraus gemacht.

        Nur letztens wie gesagt das ich sehr wohl auf meine Stunden komme und mich gerechtfertigt habe (was ich jetzt eh als Fehler empfinde) und ihm genau gesagt habe wie lange ich da bin und wann ich komme worauf er meinte "Naja das kann ich nicht beurteilen, weil ich da nicht mehr da bin".

        und das es ja eigentlich nicht Sinn und Zweck der Gleitzeit ist die Zeit "totzusitzen" nur um mehr Stunden zu haben, damit man wieder 2 Tage im Monat daheim bleiben kann.

        Weil ja nicht immer so viel zutun ist das man was machen kann.

        Daraufhin habe ich gemeint das es mit Chef so abgesprochen ist das ich es so machen darf - der Chef hat das auch später zu meinem Kollegen nochmal gesagt das es OK ist.

        Laut ihm sind Gleitzeiten dafür da wenn mal viel zutun ist, bleibt man länger, wenn weniger zutun ist dann nicht so lange.

        Aber das ich so lange Pendle ist ihm egal und das ich dafür unter der Woche kaum Freizeit hat sieht er auch nicht. Nur meine 2 Tage Zeitausgleich im Monat.

        Gestern habe ich gesehen das er auf seine Notizen aufschreibt wann die "jungen" von uns Kaffee trinken und rauchen gehen und wie lange und wer da alles dabei ist. Seit dem Vorfall mache ich noch weniger Pause, gestern bin ich genau 2 Mal für ein paar Minuten einen Kaffee trinken gegangen.

        • (9) 31.01.17 - 08:14

          Ich finde du solltest dich selbst nicht so klein machen!

          Auf Grundsatzdiskussion (z.B. Kirche) würde ich mich gar nicht einlassen. Wozu auch?

          Auf Vorwürfe und Stichelein bezüglich der Arbeit würde ich sachlich aber sehr bestimmt antworten. Und zwar in aller Regel sagen, dass dies eine Sache des Arbeitsvertrages zwischen dir und deinem Chef ist. Und sollte er die Entscheidungen des Chefs in Frage stellen er das mit ihm klären soll.

          Hallo,

          ok. So wie ich das sehe, kann durchaus auch falsch sein. Ferndiagnose sind schwierig, muss
          man das ganze als knappe klar Ansage halten.

          Diskussionen oder ein Disput vermeiden!

          Seine Notizen sind albern, aber du siehst, es beeindruckt dich und läßt dich dein Verhalten ändern.

          Schwierig.....wenn du dich sonst dort wohl fühlst...wenn nicht oder zunehmend weniger würde ich mich nach einer anderen Stelle umhören.

          Kannst du nicht an einen anderen Arbeitsplatz, also etwas weiter weg von dem Spinner?

          LG

          (11) 31.01.17 - 12:43

          "Aber das ich so lange Pendle ist ihm egal und das ich dafür unter der Woche kaum Freizeit hat sieht er auch nicht. "

          Das braucht er auch nicht zu sehen. Das ist deine Privatangelegenheit.

          Ich habe irgendwie den Verdacht, dass die Sache nicht ganz so klar liegt, wie du es hier darstellst.

          "Aber das ich so lange Pendle ist ihm egal und das ich dafür unter der Woche kaum Freizeit hat sieht er auch nicht. Nur meine 2 Tage Zeitausgleich im Monat."

          Deine Pendelei ist auch Dein Privatproblem.
          Es ist schon was dran, dass es für die Kollegen blöd ist, wenn Leute zu Zeiten im Büro hocken, wenn gar nix anliegt, um dann an anderen Tagen komplett Zuhause zu bleiben aber wenn Euer AG das so akzeptiert, kann der Kollege dagegen natürlich nichts machen.

          • Klar hat alles 2 Seiten. Er wird es bestimmt ganz anders sehen.

            Und ich kann es auch nachvollziehen das die Pendlerei meine Privatsache ist, ich könnte mir auch in der Nähe einen Job suchen. Außerdem, und das muss ich auch dazu sagen, muss er nur in _dringenden_ Fällen etwas für mich tun wenn ich nicht da bin. Was meist nicht der Fall ist. UND er bleibt dafür auch nie länger als bis 15 Uhr da, deswegen müssen es meine Kollegen und ich uns ausschnapsen wer bis 16:30 Dienstschluss macht - wobei ich ja sowieso zu 95 % sag ich mal da bin. Aber ihn würde das genauso betreffen.. wir sind eine Abteilung und bis 16:30 muss jemand da sein. Also fällt das für ihn auch weg. Einmal vor Monaten konnte keiner länger da bleiben, also jeder musste bis spätestens halb 4 weg und wir haben es einmal gewagt ihn zu fragen ob er da bleiben könnte. Da meinte er "Ja schalt aufs Handy" - und geht trotzdem heim. So viel dazu.

            Also wie gesagt, ich sage nie etwas zu seine Zeiten, zu seinem Alkoholkonsum usw. Aber ich fand es nicht okay das er etwas zu mir sagt obwohl ich ja immer da bin. Und: das habe ich auch zu meinen Chef gesagt - was er macht ist okay (Alkohol trinken/Zeiten bescheißen) aber wenn ich Kaffee trinken gehe ist das schlimmer als Alkohol in der Arbeitszeit zu trinken??? Oder das ICH meine Zeiten einhalte und auch ohne bescheißen auf meine Stunden komme UND mir ZA nehmen kann.
            Er aber nicht mal auf die wöchentlichen Stunden kommt, und aber alle 2 Monate Zeitausgleichstage einschieben kann???

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