Eine erwachsene Seele in einem Kind?

    • (1) 07.02.17 - 01:20

      Guten Morgen miteinander,
      ich habe etwas schwere Kost für diese Uhrzeit, aber vielleicht kann mir trotzdem jemand einen Rat geben.

      Ich habe 2 Söhne. Mein ältester ist völlig normal, aber mein jüngster macht mir Sorgen.

      Ich war schon beim Kinderpsychologen mit ihm, er hat nur gesagt, dass er ausgesprochen intelligent sei, aber ansonsten absolut unauffällig.

      Das sehe ich aber anders, denn er ist in seinem Verhalten kaum Kind.
      Er denkt sehr viel nach, beobachtet immer alles genau, macht sich Gedanken über Gott und die Welt.

      Wenn Probleme anstehen, wo mein ältester kapituliert, findet er eine praktische Lösungen, in seiner Denkweise schon sehr komplex.
      Er versteht vieles und findet unglaublisch schnell logische Schlussfolgerungen.

      Dabei redet er schon so erwachsen, da ist schon seit 2 Jahren nichts kindliches mehr.
      Er hilft immer bei der Hausarbeit, fragt, wo er helfen kann.

      Letzte Woche hat er 2 Nachmittage in Folge den ganzen Nachmittag bei seinem Opa im Garten geholfen (jeweils 4 (!!) Stunden am Stück) , anstatt auf dem direkt daneben liegenden Spielplatz zu spielen.
      Bevor er ins Bett geht, faltet er seine Kleidung, räumt sein Spielzeug auf (er baut gerne mit Lego) . Alles freiwillig.

      Wenn ich krank bin, kümmert er sich um seinen großen Bruder, erinnert ihn daran, aufzuräumen und dass sie ins Bett gehen müssen, natürlich mit Zähne putzen vorher.
      Anstatt dass er bei meinen Eltern im Garten spielt, fegt er das Laub zusammen und bringt es zum Komposthaufen oder geht in die Wohnung, um die Spülmaschine auszuräumen.
      Er ist in seinem Verhalten (er ist 7 Jahre) so wenig Kind.
      Ich kann das gar nicht beschreiben, aber es gibt so viele Momente jede Woche, jeden Tag, wo ich das denke.

      Wenn wir auf dem Spielplatz sind, fängt er an, den Müll einzusammeln, kein Witz!!!

      Er hat keinen Spaß daran, auf dem Spielplatz rumzutoben.
      Vor 2 Wochen waren wir im Spaßbad und was macht er? Hat die ganzen Poolnudeln und Spielbälle eingesammelt und sie in die richtigen Körbe verteilt.

      Wir waren vor kurzem auf einer Hochzeit. Er hat die ganze Zeit in der Kirche (und die Trauung dauerte knapp 1,5 Stunden!!!) ganz ruhig gesessen und seinen älteren Bruder oft ermahnt, er möchte bitte auch still sitzen. Er hat mitgebeten, mitgesungen, alles wie ein Erwachsener, die ganze Zeit!
      Wnn ich ihn morgens wecke, steht er sofort auf, geht ins Bad, zieht sich an, putzt sich die Zähne, macht sich sein Brot und seine Trinkflasche und packt seine Turntasche, während ich meinen älteren Sohn morgens x-mal wecken muss und ihn oft an alles mögliche erinnern muss.
      Mir tut das so leid, denn er ist doch erst 7 Jahre alt.

      Ich frage mich, wie geht das denn weiter?

      Er muss doch seine Kindheit vermissen irgendwann, wenn er sie jetzt nicht auslebt.

      Wenn ich vergleiche, mein Ältester ist 2 Jahre älter, aber in vielen Dingen so viel unreifer als mein Jüngster.

      Meine Freundin ist ein wenig esoterisch angehaucht und sie sagte, in seinem kleinen Kinderkörper sei die Seele eines Erwachsenen und es wäre ok, dass er sich so verhält und er vermisse auch nichts, weil das eben sein "ich" sei. Daher wisse er auch schon so viel von der Welt und konnte schon so früh lesen und rechnen (mit 3 Jahren fing er damit an)
      Damit kann ich nichts anfangen wenn ich ehrlich bin und das habe ich ihr auch gesagt, da war sie aber etwas beleidigt ohne dass sie mir das weiter erklären konnte oder Tipps geben konnte.
      Ich will auch keinesfalls in die Hochbegabtenschiene!!!! Ich möchte einfach nur ein ganz normales Kind, welches später nichts vermisst, was er jetzt nicht auslebt!

      Er soll einfach mal richtig ausgelassen spielen so wie andere Kinder in seinem Alter und sich nicht immer über alles Gedanken machen und auch nicht immer nur aufräumen, wenn andere spielen.

      Wer weiß Rat und kann mir helfen?

      • Mein Rat wäre, Dein KInd so zu nehmen wie es ist und zu akzeptieren, dass er eben anders ist als Dein großer Sohn.
        Immer zu denken, dass ein Kind nicht normal ist und in seinem Verhalten "Seltsames" zu entdecken, finde ich nicht gesund......... schon gar nicht für das Kind.

        Du warst sogar beim Kinderpsychologen......... wie muss Dein Sohn sich fühlen, wenn er merkt dass Du ihn für abnormal hälst?

        Und selbst wenn es so wäre, dass Dein Kind hochbegabt ist, was wäre daran bitte so schlimm, dass Du ganz entsetzt von "Hochbegabtenschiene" sprichst?

        Warum soll Dein Kind unbedingt so sein, wie Du es Dir vorstellst oder wie Du es für gesund und normal hälst?

      "Er muss doch seine Kindheit vermissen irgendwann, wenn er sie jetzt nicht auslebt."

      Das bezweifle ich. Aber er wird eine Mutter vermissen, die ihn akzeptiert, liebt und unterstützt, wie er ist. Er wird das Gefühl haben, er war schon immer anders und selbst Du konntest damit nicht umgehen.

      Für mich ist das Schrecklichste in Deinem Posting, dass Du Dein Kind anders haben willst, als es ist. Als wäre er ein Alien. Welches sich unbedingt anpassen muss an die Vorstellung seiner engsten Vertrauten.

      • Nein, ich will ihn nicht anders haben!!! Das ist falsch rüber gekommen.

        Ich denke nur, dass er vielleicht irgendwann seine Kindheit vermissen wird.

        Ich habe dazu etwas geschrieben, siehe weiter unten.

        Wie ich ihn fördere und wie ich mit ihm umgehe.

        Dann siehst du, dass ich ihn nicht anders haben will.

        Sondern mir eben nur Gedanken mache :-(

    Hallo,

    ich kenne das. Obwohl ich nicht an Seelenwanderung, Wiedergeburt und Ähnliches glaube, habe ich auch schon gesagt, dass in meinem Sohn ein "alte" Seele wohnt. Er macht sich über Dinge Gedanken und zieht Rückschlüsse die für mich für einen kleinen Jungen auch ungewöhnlich sind, teils fast schon unheimlich :-). Bei uns ist es allerdings nicht so, dass er so pflichtbewusst ist und aufräumt - manchmal würde ich mir wünschen er hätte hiervon ein wenig mehr :-)

    Ich kann nicht wirklich verstehen warum du dir Sorgen machst. Mit sieben ist dein Sohn auch nicht mehr ganz klein und ich finde es jetzt nicht total auffällig, dass ein Junge in dem Alter seine Sachen aufräumt. Aus eigener Erfahrung weiß ich, dass es in dem Alter viele kleine Chaoten gibt, aber nicht jeder Mensch ist gleich, oder?

    Warum sollte er seine Kindheit vermissen? Oder anders gefragt: Warum ist seine Kindheit weniger Kindheit weil er gerne aufräumt und seinem Opa hilft? Das was er tut ist doch nicht schlechter als das was andere Kinder machen, solange es ihm Spaß macht und er es freiwillig macht.

    Hör´ auf dir über das Verhalten deines Sohne Gedanken zu machen und nimm ihn an so wie er ist. Er macht Dinge gerne die viele andere Kinder nicht so gerne machen - mehr ist es nicht.

    Der Kinderpsychologe hat dein Kind als unauffällig eingestuft. Nimm es so an und lass´ ihn machen.

    Liebe Grüße

    Tatjana

  • Hast Du deinen Sohn mal auf Hochbegabung testen lassen?

    • Es wurde beim Kinderpsychologen ein Test mitgemacht und gesagt, er sei sehr intelligent und wir sollten ihn ruhig fördern.

      Aber den IQ wollte er mir auf keinen Fall sagen, warum auch immer.

      Er hat auch ein Schreiben für die Schule gemacht, damit er einen anderen Lehrplan bekommt nd das klappt bislang auch sehr gut, ich hatte ein ganz vertraulisches Gespräch mit seinem Lehrer.

Leider weiß ich keinen Rat, ich kann Dir nur von meiner Familie berichten.
Ich habe so einen Cousin, sein kleiner Bruder war völlig normal und er halt so, wie Du Deinen kleinen Sohn beschreibst.

Wir Kinder haben ihn immer als Vorbild vorgehalten bekommen, leider ist er derjenige, der als Erwachsener sein Leben bis heute (er ist über 50) nicht in den Griff bekommen hat :-(
Ich persönlich glaube ja, dass ihm Liebe gefehlt hat, dadurch das er immer so erwachsen rüberkam, wurde er halt auch so behandelt.
Alles Gute.

Hallo
Aber er ist doch glücklich und macht Dinge die ihm Spaß machen?
Meine Tochter ist 8 und sehr ähnlich. Ich habe es längst aufgegeben mir Gedanken darüber zu machen das sie eben nicht wie die meisten Kinder in ihrem eigentlichen Alter ist. Mit Freunden die anders gestrickt sind bzw. gerade im Hort kommt es nach auch jetzt noch vor das sie etwas spielt das sie von sich auch niemals machen würde (Barbie,Playmobil,...) aber aktuell trennt sich auch da etwas die Spreu vom Weizen. Sie ist jetzt in der 4 Klasse und so langsam trennen sich die Wege von ihr und den (noch) total verspielten Kindern. Ihre Interessen gehen einfach zu weit ausseinander. Wenn sie "spielt" ist denken ein großer Teil, sie plant zB. wie sie eine Lego Stadt konstruieren kann und zeichnet sich einen Plan auf. Ihr geht es dabei ums bauen ,probieren und denken. Das Empfinden die oben genannten Kinder als "langweilig". Dieses Wochenende erst haben wir ihr Zimmer komplett aussortiert und sehr vieles an "Spielzeug" das sie ewig/fast nie nicht mehr in die Hand genommen hat in den Keller gebracht.
Sie spielt Fußball und ist dort so ziemlich die jüngste. Auch dort sticht sie mit ihrer Art oft raus, sie ist fair, schlichtet, übernimmt ganz von selbst bewusst Verantwortung und kickt nicht einfach drauf los sondern denkt viel, interessiert sich für Taktik etc.
Auch sie ist sehr selbstständig und gut organisiert, führt total gerne sehr interessante Gespräche mit uns Erwachsenen.
Und genau so ist sie auch glücklich. Darauf kommt es doch an oder?
Seit Ende des letzten Jahres wissen wir das sie Hochbegabt ist. Diese "Diagnose" spielt für uns aber keine Rolle in dem Sinne, sie ist wie sie ist.

LG

  • "Wenn sie "spielt" ist denken ein großer Teil, sie plant zB. wie sie eine Lego Stadt konstruieren kann und zeichnet sich einen Plan auf. Ihr geht es dabei ums bauen ,probieren und denken. Das Empfinden die oben genannten Kinder als "langweilig". "

    Genauso ist es bei meinem Sohn auch.

    Mir ist es nicht wichtig, ob hochbegabt oder nicht, ich habe nur Angst, dass er irgendwann seine Kindheit doch vermisst, spielen und toben und so. Das kann er doch ie wieder so ausleben wie er es jetzt könnte :-(

(13) 07.02.17 - 12:25

Danke für eure Antworten.

Ich liebe meinen Sohn so wie er ist und ich fördere ihn auch.

Wir kuscheln jeden Abend und er bekommt ganz viel Liebe.
Er malt mir sooft Bilder das er mich lieb hat #verliebt

Nur insgeheim mache ich mir diese Gedanken!

Ich will ihn um Gottes Willen nicht umerziehen oder ihm etwas aufzwängen.

Im Gegenteil.

Wenn er mir helfen möchte bei der Hausarbeit, lasse ich ihn natürlich.
Wir gehen sehr oft spazieren, er liebt die Natur und dann hat er so viel Zeit, wie er möchte, um Tiere zu beobachten oder sonstige Sachen zu entdecken und dann ist er glücklich.

Er bekommt die Bücher, die er möchte und wenn wir auf dem Spielplatz sind und er nicht spielen möchte, darf er sich zu mir setzten und in seinem Buch lesen.

Neuerdings will er immer mit mir kochen und mir macht es Spaß, mit ihm zu kochen und zu backen und ich lasse ihn auch möglichst viel alleine machen, das gefällt ihm immer sehr.

Nur ich DENKE oft, dass er doch irgendwann seine Kindheit vermissen wird :-(

Thema Hochbegabung ist für mich etwas ein rotes Tuch.

Von meiner Freundin die Tochter wurde mit 3 Jahren getestet und dabei kam heraus ein IQ von 143 und seitdem macht die Kleine echt einen Streifen mit.

Zum einen von der Mutter, die sie statt zu fördern nur noch überfordert (aber da redet man bei ihr gegen die Wand), zum anderen die Schule (die Kleine ist inzwischen 9) die damit nicht klar kommt, sie nicht beschäftigen kann und sie im Unterricht stört, von den Klassenkameraden wird die gehänselt ohne Ende, keiner will mit ihr was zu tun haben und nachmittags hat sie sowieso nie Zeit wegen Geige, Klavier, Französisch usw. und in der Schule ist sie echt abgesackt.

Soetwas darf meinem kleinen Jungen nicht passieren :-(

  • Aber es muss doch nicht immer so laufen!
    Bei meiner Tochter stand zwar der Verdacht im Raum aber alleine ihr IQ wäre ja keinesfalls dir Lösung gewesen. Wir haben also gemeinsam (auch mit ihrer Schule) geschaut was wir machen können und ebenfalls entschieden das wir erst testen wenn auch sie Interesse hat, und wenn dieser Tag kommt wird dies einfach eine Zahl sein die Gewissheit gebracht hat und nicht mehr.
    Sie hat die erste Klasse übersprungen, Freunde, Spaß an der Schule und an ihren Hobbys,... und absolut keine Probleme.
    Diese positiven "Fälle" fallen wohl einfach weniger auf.

    • Das stimmt.

      Es wurde beim Kinderpsychologen ein Test auf Hochbegabung mitgemacht und gesagt, er sei sehr intelligent und wir sollten ihn ruhig fördern.

      Aber den IQ wollte er mir auf keinen Fall sagen, warum auch immer.

      Er hat auch ein Schreiben für die Schule gemacht, damit er einen anderen Lehrplan bekommt nd das klappt bislang auch sehr gut, ich hatte ein ganz vertraulisches Gespräch mit seinem Lehrer.

      Die Klassenkameraden bekommen aber mit, dass er schon in ganz anderen Bereichen rechnet und schreibt usw aber bislang kamen da noch keine blöden Sprüche seitens der Mitschüler, hoffentlich bleibt das so #zitter

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