Toleranz in der Gesellschaft, Doppelmoral usw.

    • (1) 09.02.17 - 10:27

      Hallo,

      ich bin neu hier und habe schon viele gute Beiträge gelesen und nun will ich mal selber einen schreiben.

      Es geht mir um das Thema Toleranz und Doppelmoral.

      Laut einer Umfrage halten sich gut 88 % der Deutschen für Tolerant. Viele bestehen sogar darauf dass man sagt, (Sehr tolerant).

      Fragt man dann aber, wieviele Menschen Sie selber für tolerant halten, dann sind es nur noch knapp 50 %.
      Gut ich will auf Statistiken nicht viel geben. Aber mal so einige Beispiele.

      - Lässt ein junges Mädchen das ungewollt schwanger ist, Ihr Kind abtreiben, dann wird Sie geächtet. Gibt Sie Ihr Kind aber zur Adoption frei, ist es auch nicht gut. Und behält Sie es, dann heißt es oft (Die liegt dem Staat auf der Tasche).
      Das ist für mich eine Art der Doppelmoral.

      - Kinder soll man doch recht frei erziehen. Ich habe meinen Sohn mit knapp 5 Jahren mal zu Hause im heissen Sommer auf dem eigenen Balkon in so einer Wanne gehabt. Ich sah keinen Grund ihm ne Badehose anzuziehen und er fühlte sich wohl. Nachbarn sahen es und machten Terror.

      - Mein Bruder ist Transsexuell (Stimmt tatsächlich). Man sollte doch meinen dass solche Dinge längst akzeptiert werden. Auch Homosexuelle usw. Nur was musste sich mein Bruder nicht schon alles anhören. Dinge wie (Du miese Transe usw)

      Ich möchte nicht noch weitere Beispiele geben. Ich denke worauf ich hinaus will wissen alle.
      Ich denke es ist auch ein Problem dass die Leute nicht wissen was Toleranz wirklich bedeutet. Toleranz heisst ja nicht nur, etwas hinnehmen, sondern ich finde auch respektieren.
      Es gibt Dinge die kann man nicht hinnehmen, das ist klar.

      Desweiteren sagt man, es sei auch ein Regionenproblem. Angeblich seien die Bayern nicht sehr tolerant. Ich unterschreibe das hier sicher nicht.

      Ich bin mal sehr gespannt wie Ihr so denkt, oder welche Beispiele Ihr habt.

      Gruß

      Mama Margret

      • Ich gebe ganz offen zu: Ich bin nicht tolerant !

        Ich habe vorgefasste Meinungen, bin nicht selten ein richtig sturer Bock, stelle oftmals ein Bauchgefühl über jegliche Logik, lasse mich meist nur sehr schwer überzeugen oder umstimmen, ich mag keine Veränderungen, bin neuen Dingen gegenüber nicht immer unbedingt aufgeschlossen, ich bin ein absoluter Chaot....brauche in manchen Dingen aber bestimmte "Rituale" damit ich mich wohl fühle, bin sofort auf Angriff gepolt wenn ich der Meinung bin, jemand anderes wird ungerecht behandelt, und teile dann auch gerne mal so aus, dass es auch weh tut.

        Aber: Ich respektiere andere in vollem Umfang, und akzeptiere jeden Menschen so wie er ist, ohne ihn in Schubladen zu stecken......wenn ich jemanden nicht mag, hat das dann aber auch einen guten Grund.

        Religion oder "sexuelle Ausrichtung" anderer ist mir völlig Wuppe.....solange mich was Religion betrifft niemand in die Ecke drängen will, weil er/sie unter einem Missionars-Syndrom leidet.

        Doppelmoral ist mir allerdings tatsächlich fremd.....mit meiner eigenen Moralvorstellung werden allerdings ganz sicher nicht alle anderen Menschen konform gehen !

      so gut hätt ich es nie und nimmer schreiben können, trifft aber auch auf mich zu!

      Und ich komm aus Hessen

      Ich bin Schwäbin - und ja, die können auch stur wie ein Panzer sein.

      Wenn jemand ungerecht behandelt wird, werde ich zum Harry - und schieße dann auch gerne übers Ziel raus - was mir aber komplett wurscht ist :-)
      Den Zeugen Jehovas hab ich schon Holzlatschen nachgeschmissen....und den Hinterherflug des vollen Putzeimers versprochen...(davon hab ich dann abgesehen, weil ich das hätte ja selber putzen müssen). Soviel zum Missionieren.
      Ach ja, als Superfriedensdemonstranten meine Jungs mit hysterischer "Mörder-Mörder"-Brüllerei bei einer Vereidigung bedachten und sehr unfriedlich sogar mit Steinen schmissen, habe ich einem Weib eine geklatscht, dass sie den Abdruck meiner Finger sicher noch lange auf der Backe hatte. Dann hab ich sie mir gekrallt und er Polizei übergeben - blauer Fleck am Arm sicher inbegriffen #hicks
      Würde ich übrigens sofort wieder tun.
      Hat auch was mit Toleranz zu tun- für sich selber alle Toleranz beanspruchen und

      Steine schmeißen, dat passt nich, da wird Mutti sehr sehr böse :-D
      Doppelmoral hab ich als 15jährige schon nicht gemocht - daran hat sich nichts geändert.
      LG Moni

      • Sorry, aber jemandem eine klatschen finde ich ne schlechte Lösung. Dann meinetwegen direkt die Polizei rufen, aber Gewalt ist NIE ne Lösung. Und ich wäre auch vorsichtig an deiner Stelle sowas wieder zu tun. Man kann sich leicht selber eine zurückeinfangen.
        Wenn Menschen nicht tolerant sind, ist es selbst da keine Lösung denen eine zu klatschen. Damit macht man sich denen ja fast gleich.

        Gruß

        MamaMargret

        • Die Polizei war ja da und ich hab die Dame ordnungsmäss dieser übergeben.

          Sorry beim Steinewerfen setzt es bei mir aus und bei der Titulierung Mörder auch. Wie man in den Wald hineinruft....... dann muss man mit dem Echo leben können. Und leider kommt man mit der Parole "Friedfertigkeit um jeden Preis" nicht immer weiter, habe ich oft genug erfahren müssen. Ist keine Entschuldigung, nur eine Erklärung. Ich stehe immer zu dem, was ich mache. Zum Opfer bin ich nicht geeignet.
          LG

          • Das ist eine sehr zwiespältige Sache. In gewisser Weise magst du ja recht haben. Und gut du hast Sie ordnungsgemäß übergeben. Aber schlagen ist keine Art, damit macht man sich (finde ich) den Steinewerfern gleich. Und wie gesagt, ich kenne leider jemanden, die hat sich dann direkt eine zurück eingefangen und hatte dann eine gebrochene Nase.

            Ich finde es richtig dass du zu dem stehst was du tust. Aber auch da muss man überlegen.

            Gruß

            MamaMargret

    Ich reihe die Begriffe genau andersherum.

    Akzeptieren heißt für mich, auch die Verhaltensweisen des Anderen in einem gewissen Sinne anzunehmen. Tolerieren bedeutet hingegen nur, dass ich den Anderen links liegen lasse, ihn aber nicht an seinem Verhalten hindere.

    Auf das Beispiel Urbia bezogen würde "akzeptieren" bedeuten, Sternchen zu verteilen und "tolerieren", dass ich das Posting einfach stehen lasse, selbst wenn ich nicht derselben Meinung bin. "Nicht tolerieren" würde dann bedeuten, dem Beitrag zu widersprechen oder ihn gar als unangemessen zu melden.

Toleranz ist aber nicht gleichzeitig Respekt. Ich kann jemanden respektieren ohne ihn zu tolerieren. Also ich kann einen Schulen respektvoll behandeln, muss es aber nicht tolerieren. Kann mich im Inneren also trotzdem schwer tun und dennoch Achtung zeigen. Vielleicht auch da der Hasenfuss in der Befragung, dass hier die Begriffe individuell verschieden definiert werden....

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