Bereute Mutterschaft, gewollte Kinderlosigkeit - Durchschnitt

    • (1) 04.03.17 - 10:42

      Ich habe bewusst einen eigenen Thread aufgemacht...auch wenn er dem vorhergehenden ähnlich ist....

      Es geht darum, dass oft alles, was vom Durchschnitt abweicht, als merkwürdig oder sogar krankhaft beäugt wird. Da fallen mal schnell ehrbeschneidende Wörter wie: unnomral, spinnen, krank, psychisch krank, wenn jeder so wäre, asozial, unsolidarisch,....
      Mit Beleidigungen und Unverständnis sind viele oft schnell bei der Sache. Aufmerksam zuhören und der Versuch das gehörte nachzuvollziehen (muss ja nicht die eigene Meinung sein), ist sehr selten. Und ich weiche halt auch vom Durchschnitt ab!

      Ich gehöre nämlich zu der Spezies, die ihre Mutterschaft bereut. Was meint ihr, was ich mir anhören darf! Dabei leide ich sehr. Das wird nur allzu gerne in den Schuldzuweisungs-, Kopfschüttel und Schimpftiraden vergessen. Aber ich bin bereit die Konsequenzen zu tragen und mittlerweile auch in der Lage, die Kinder zu lieben. Ich tue und mache alles für meine Kinder. Die Mutterschaft bereue ich trotzdem zutiefst. Wer Fragen hat, kann diese gerne per pn stellen.

      Gönnt denen ihr Glück, die es empfinden, egal in welcher Lage, mit oder ohne Kinder, in welcher Partnerkonstellation auch immer, mit welchem Beruf auch immer, mit welcher Lebensweise auch immer.

      Helft denen, die unter ihrer Situation leiden, auch wenn es nur mit Zuhören ist. Man muss es nicht verstehen, solange es für den Betroffenen schlüssig ist.

      Überprüft euer eigenes Glück und ob nicht doch die Sehnsucht nach etwas anderem da ist. Sehnsüchte darf man zulassen. Wenn sie überhand nehmen, muss man etwas verändern.

      Es geht darum, dass oft alles, was vom Durchschnitt abweicht, als merkwürdig beäugt wird.
      Und ich weiche halt auch vom Durchschnitt ab!

      Gewollte Kinderlosigkeit weicht vom Durchschnitt ab und die damit evtl verbundene Karriere (da der Ausfall und der Spagat Beruf Kinder wegfällt). Warum das kritisch beäugt wird?
      Unverständnis, Neid, Mitleid,...sicher gibt es viele Gründe.

      Was viele vergessen: man darf nie, von sich auf andere schließen!

      Sicherlich leiden auch manche (gewollten) Mütter unter der Mehrfachbelastung, unter dem Karriereknick, unter der Untätigkeit ihrer Ehemänner, da kann dann auch mal der Neid sprechen.
      Andere gehen in ihrer Mutterrolle auf, als wäre es das Tollste überhaupt. Da fällt es eben schwer zu sehen, dass Glück auch ohne Mutterschaft geht.

          • (5) 07.03.17 - 08:42

            Jeder der hier öfter liest weiß, daß diese Story permanent hier kommt. In Partnerschaft, da kann man in schwarz schreiben oder von Frischlingen. Gut, bist Du jetzt nicht, dennoch ist es die immer gleiche Leier. Was ich meine....Zuspruch ist hier fehl am Platz, immerhin geht es um Kinder. Wer es unter Umständen richten kann? Das kann sicher nur ein Therapeut, aber kein Forum. Im Übrigen ist das für mich so ähnlich wie die Anorexie-Foren, die sich gegenseitig Mut zu sprechen, noch dünner zu werden. So suchen hier Mütter, die mit Ihren Kindern nichts anfangen können Zuspruch, daß es ja nicht so schlimm sei und das finde ich erschreckend. Such Dir Hilfe, die Kinder können nichts dafür.

      (9) 04.03.17 - 11:18

      da wird einem so manches posting von dir klarer. vor allem manche verhaltensweisen deinen kindern gegenüber.

      wenn du dir so viel schlimmes anhören muss, da frage ich mich, warum du deine gefühlswelt jedem auf die nase binden musst. behalte doch einiges für dich.

      (10) 04.03.17 - 12:23

      Hallo,

      mir stellt sich beim Lesen die Frage: Warum hast du Kinder bekommen, bzw. wieviele Kinder, nachdem du gemerkt hast das es so ist? Was ist seit der Geburt so dermaßen schiefgelaufen, daß du so fühlst?

      Klar können KInder passieren - eins - wenn ich dann merke das ist absolut nix für mich, warum dann nochmal nachlegen?
      Man hat eben für alles, was man im Leben tut eine gewisse Verantwortung - für Kinder dauert diese eben relativ lange.

      Ich glaube, daß sich viele Mütter im Laufe ihres Mutterseins mal Gedanken machen wie: "So habe ich mir das überhaupt nicht vorgestellt" oder "Vielleicht hätte ich lieber keine Kinder bekommen sollen" ... aber wenn diese Gedanken vorrangig sind, ja was war denn dann die Motivation, Kinder zu bekommen?
      LG

    (12) 04.03.17 - 13:29

    So speziell bist Du doch gar nicht.

    Gewollt kinderlose Frauen gab es schon immer. Auch welche, die dann doch nicht so gerne Mutter waren.

    Scheint nur, als wäre es jetzt besonders "in" zu jammern. Nur, was kann bitte die Gesellschaft dafür, wenn Du Deine Lebensplanung nicht durchdacht hast?Schon mal daran gedacht, dass so einigen dieses nachträgliche rumgewimmer gehörig auf den Zeiger geht?

    Ich halte es nur für angemessen, dass Du mit den Konsequenzen Deines Tun und Handelns lebst. Wer denn sonst?

    Allgemein zum Thema bereute Mutterschaft. Ich glaube, dass es dieses Gefühl gibt, ABER dann setzt man doch nicht noch ein Kind in die Welt.

    Deshalb bin ich nicht sonderlich gewillt, mich mit gerade Dir zum Thema ernsthaft auseinander zu setzen. Das ist bestimmt hart, aber Du bist in meinen Augen nichts über-oder unterdurchschnittliches. Du bist nur eine, die besonders laut und aufdringlich jammert.

Hallo erstmal ,

Abweichungen von der Norm werden immer mit Unverständnis einhergehen.

Alles was anders ist wird beäugt - einfach weil es die Masse dazu zwingt ihre eigenen Entscheidungen zu hinterfragen. Und das tut keiner gerne.

Ich persönlich habe mir 10 Jahre Kinder gewünscht. Dabei viel erlebt. Die Diagnose erhalten niemals auf natürlichem Weg Kinder zu bekommen.

Also mit dem damaligen Ehemann viel Zeit und vor allem Geld gezahlt für künstliche Befruchtung.
Wir bekamen kein Kind, aber massive Probleme.
Die Ehe wurde geschieden.

Alle Welt erzählte wie toll doch eigene Kinder sind und zeichnete mir ein Bild von vollkommenem Glück - wenn man denn nur Kinder hat!!!

Ich lebte am Rand dieser "alle Welt ist glücklich durch Kinder" für 10 Jahre.
Ausgegrenzt aus diesem Bereich.

Dann traf ich meinen heutigen Mann.

2 Jahre später wurde ich überraschend und ungeplant Mutter.

10 Jahre zu spät.
Denn mittlerweile sind alle meiner Altersgruppe durch das schlimmste durch.
Deren Kinder schlafen nachts.
Die pennen auswärts und die Mütter (und Paare) erobern sich gerade ihr eigenes Leben zurück.

Und ich steh wieder am Rand.

Frage mich ernsthaft was die mir vor 13 Jahren für einen Mist erzählt haben.

Denn ich finde Mutterschaft weit weniger beglückend wie die immer alle so getan haben!

Keiner sagt wie es wirklich ist.

Du schläfst kaum noch und kannst dein komplettes Leben nach dem Kind ausrichten. Was deine Bedürfnisse betrifft - die kannst du IMMER hinten anstellen.

Es gibt keine Ruhe mehr. Keine Pause. Niemals unbeschwert frei sein!

Finanziell ist es ein Einbruch. Und man ist einfach Durchgehend fremdbestimmt.

Die Gesellschaft erwartet aber das man vor Freunde Purzelbäume schlägt.
Niiiieeee darf man sagen wie es IN ECHT ist. Weil alle schreien wie supermegatoll Mutter sein ist.

Alleine dieses ganze reingesabbel von so vielen Leuten. Auch wildfremde Menschen erdreisten sich Mütter mit einer Milchflasche anzugreifen.
Du MUSST Familienbett machen, du musst Tragetücher statt Kiwa nutzen. Kochen musst du Biogemüse statt Gläschen und Dz musst Bedürfnissorientiert erziehen.

Wehe dem du machst irgendwas ANDERS

Da stehst du SOFORT am Pranger und wirst vernichtet mit dem KO Argument das immer kommt

DAS BESTE FÜR DEIN KIND - ANSONSTEN LIEBST DU DEIN KIND NICHT !

Ich finde es mittlerweile so ätzend das ich aufgrund dieses Drucks der Gesellschaft lieber nicht Mutter geworden wäre.

Und jetzt Feuer frei für die ganzen Steine, die besonders bei den perfekten Urbia Müttern, immer fliegen!

  • Merkwürdig, denn all das war mir schon lange bewusst, ehe ich ein Kind hatte. Warum wolltest DU denn ein Kind? Ich wollte eines, weil ich es lieben und erziehen möchte, weil ich mich gern für mein Kind zurück nehme, weil ich von meinem Kind nichts erwarte und es definitiv nicht für MEIN Glück verantwortlich ist sondern im Gegenteil, weil ICH für das Glück eines anderen Menschen verantwortlich sein will. Weil ich mich kümmern will, weil ich gerne verzichte um mein Kind glücklich zu sehen. Deshalb habe ich ein Kind bekommen.

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