Wie lässt man sich ein dickeres Fell wachsen?

    • (1) 07.03.17 - 10:23

      Hallo,

      nach außen bin ich eine selbstbewusste Frau, die mit beiden Beinen mitten im Leben steht.

      Oft fühle ich mich selbst auch so, aber da gibt es noch diese andere Seite in mir, die sich sehr leicht verunsichern lässt.

      Ich neige stark dazu, es anderen recht machen zu wollen. Wenn Kritik kommt, kann ich damit in der Regel gut umgehen, wenn ich sie für gerechtfertigt halte. Dann bin ich mir auch nicht zu fein, Fehler zuzugeben und mich zu entschuldigen.

      Aber oft, so kommt es mir vor, kommt Kritik, für die ich nichts kann. Eigentlich müsste ich da drüber stehen. Mein Verstand weiß das auch, aber mein Herz tut sich sehr schwer damit.

      Beispiel:
      Ich werde ab nächsten Monat zusätzlich zu meinem Vollzeitjob noch ehrenamtlich in meinem Job (aber anderer Arbeitsort) arbeiten und dadurch die Kolleginnen an der ein oder anderen Stelle bestimmt entlasten.

      Mir macht es viel Spaß, ich freue mich darauf. Zumal mir das persönlich etwas zurückgibt.

      Allerdings bin ich schwanger, werde daher do. richtig erst ab Sommer 2018 einsteigen, wenn die Elternzeit endet.

      Gestern habe ich mitbekommen, dass darüber gemault wurde.

      Von wegen, gerade im Sommer ist sie nicht da, wenn wir Vertretungen brauchen (obwohl das nicht meine Aufgabe ist!). Eija, sie ist halt jetzt nunmal schwanger...

      Ich dachte, ich höre nicht richtig!

      Und was mache ich? Ziehe mir den Schuh auch noch an statt zu denken: lasst mir doch die Ruhe...

      Wie schaffe ich es, souveräner zu werden und mir solche Dinge nicht so zu Herzen zu nehmen?

      Auch im privaten Umfeld gibt es das immer wieder, dass jemand eine Bemerkung macht, die mich dann noch lange beschäftigt, anstatt zB etwas zu kontern.

      Wer hat Tipps?

      Danke und liebe Grüße!

      • Das Problem ist nicht dass du ein dickeres Fell brauchst, sondern das du lernen musst deinen Unmut zu äußern. Dies geht nur mit Selbstbewusstsein.

        Wie bekommt man das hin auch wenn man sich nicht danach fühlt?

        Üben, üben, üben: Das heißt, egal in welcher Situation nicht erstarren oder reinfressen, sondern sofort den Unmut kommunizieren- sachlich natürlich.

        Vielleicht hilft es dir am Anfang dir vorzustellen dass du eine Schauspielerin in einer Seifen Oper bist.
        Wenn du mitbekommst dass Kollegen über dich lästern- sprich Sie an dass du das mitbekommen hast, äußere deinen Unmut aber rechtfertige dich niemals!

        Kleines Übungsbeispiele:

        Wenn dir Essen im Restaurant nicht schmeckt: zurückgehen lassen.
        Wenn eine Freundin dich treffen will und du eigentlich keine Lust hast- sage ab. Aber ohne Ausreden, sondern einfach dass es dir nicht passt- gerne ein andermal.

        Nach und nach wirst du feststellen dass dich die Leute mit mehr Respekt behandeln und du dich selbst auch.

        Du schaffst das!!#winke

        Das dicke Fell kommt von ganz alleine wenn man anfängt zu sagen was man denkt, und Leuten nicht nur rein diplomatisch zu begegnen.

        Kritikfähigkeit ist der erste Schritt....den Leuten das passende zu sagen wenn Du das Gefühl hast, dass diese Kritik fehl am Platz ist, oder gänzlich falsch ist der nächste.

        Der dritte Schritt folgt dann, wenn man erkennt, dass man nicht auf der Welt ist, um "everybodys Darling" zu sein. Die Welt geht nicht unter, wenn man oberflächliche Menschen aus seinem Leben verbannt, oder nicht mehr zu allem ja und amen sagt.

        Zum nächsten Schritt passt dann der Spruch "Lächle.....Du kannst sie nicht alle töten !"....verbunden mit einer entspannten "Leckt mich am Arsch !" Einstellung mit der Du unwichtiges einfach zur Seite schiebst.

        Wenn das alles zusammen kommt: Glückwunsch...Ziel erreicht !

        (4) 08.03.17 - 15:34

        Hallo,

        ich arbeite seit über 10 Jahren in der Baubranche und habe überwiegend männliche Kollegen und Kunden. Hier braucht man definitiv ein dickes Fell, das musste ich auch lernen.
        Es kommt mit der Zeit, man muss sich nur zu wehren wissen und zu kommunizieren.

        LG

        P.S. hier kommt es nicht selten vor, dass ein Kunde lieber einen männlichen Kollegen sprechen will. Ha! Pech gehabt. #winke

      • Hallo,

        Nur ganz kurz zu Deinem Beispiel:

        1. Versuch die Aussage auf der Sachebene zu beantworten

        Und
        2. Den unsachlichen Kommentar des Gegenübers offen zu thematisieren.

        Also:

        1. "Ja das mit den Vertretungen im Sommer ist kompliziert für Euch. Aber wie Du weißt, fällt das nicht in meinen Aufgabenbereich. Somit hat meine Schwangerschaft ja sowieso keinen Einflüsse darauf."

        2. "Was meinst Du mit: Eja sie ist halt nunmal schwanger? Du behauptest hier einen Zusammenhang zwischen meiner Schwangerschaft und der Vertretungssituation, den es nachweislich nicht gibt. Warum tust Du das? Ich fühle mich davon angegriffen."

        Und das ganze völlig sachlich, damit man Dir keine Hormonüberempfindlichkeit unterstellen kann.

        Lass Dich nicht ärgern!

        Alles Gute, c

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