Frauen und Karriere

Hallo zusammen,

ich möchte hier das Thema Frau und Karriere mal zum Thema nehmen, da mir in verschiedenen Threads hier Aussagen aufgefallen sind, wo ich mich frage ob das wirklich in vielen Köpfen noch so ein Problem ist.
Wenn der Mann nicht zurück stecken will, soll die Frau sich damit arrangieren wegen
der Kinder?

Sie darf nicht ihre Interessen vertreten und auf ihren Wünschen bestehen weil die Kinder drunter leiden und sie dann eine schlechte Mutter ist?
Im Ernst? Sie hat Kinder bekommen aber nicht allein, der Vater hat die gleiche Verantwortung und nur weil er sich weigert diese zu übernehmen, soll sie ihre beruflichen Ziele begraben?

Kinder müssen immer an 1. Stelle stehen?
Sehe ich überhaupt nicht so. Das ist eine bedenkliche Einstellung die in den letzten 40 Jahren kultiviert worden ist mit der Folge dass wir lauter lebensuntüchtige Kinder groß ziehen, die der Mittelpunkt der Welt ihrer Mütter waren. ..arme Kinder.
Es ist genauso wichtig, dass die Mutter glücklich ist. Das Kind hat keine höheren Rechte.

Denn die Kinder bekommen die Unzufriedenheit mit Sicherheit zu spüren, ich habe schon oft gehört, dass Mütter ihren Kindern die verpassten beruflichen Chancen vorwerfen.

Wenn das der Anspruch ist, dass Frauen wegen der Kinder auf Karriere verzichten sollen, muss ich sagen, dass noch lange nicht alle Frauen diesen Anspruch auch erfüllen wollen und auch nicht erfüllen müssen. Ich hätte nie ein Kind bekommen, wenn das bedeutet hätte, mich von meinen beruflichen Ambitionen über längere Zeit zu verabschieden
Ich hab eine Firma gegründet als meine Tochter ein Baby war und habe sicher 60 Stunden die Woche gearbeitet.

Denn es gibt außer der Mutter auch noch andere Bezugspersonen, die zuverlässig und konstant da sein können, hier waren das die Großeltern, denn der Vater des Kindes hatte aus beruflichen Gründen auch kaum Zeit.
Die Chance zum beruflichen Neuanfang kam ausgerechnet als ich schwanger war.

Nie hätte ich deswegen diese Chance nicht ergriffen.

Anscheinend herrscht aber gerade bei Frauen die Meinung vor, dass eine" gute " Mutter wegen des Kindes selbstverständlich hätte beruflich zurück stecken müssen.

Man kann aber nicht 20 Jahre seine Karriere auf Eis legen und dann meinen, man könnte ernsthaft nochmal anknüpfen, das geht schon nach 10 oder 5 Jahren oft nicht mehr.

Frauen machen sich da selbst was vor oder versuchen sich damit zu trösten, dass ihre Zeit noch kommt.

Jetzt läuft der Laden und ich arbeite seit einigen Jahren zu normalen Zeiten und bin abends oder schon nachmittags zu Hause.
Ich würde mir wünschen, dass mehr Frauen sich nicht durch ihre Kinder und der vermeintlichen Unmöglichkeit Familie und Beruf zu vereinbaren, von einer erfolgreichen beruflichen Laufbahn abhalten lassen.

Den Frauen wird ein schlechtes Gewissen eingeredet und die angebliche Vernachlässigung der Bedürfnisse der Kinder ins Feld geworfen.
Dabei sind das haltlose Unterstellungen, dass diese Kinder einen Schaden nehmen müssen oder elementaren Bedürfnisse unerfüllt bleiben.
Es gibt keine wissenschaftlichen Beweise für diese einfache Gleichung: Mutter macht Karriere gleich Kind wird unglücklich.

Eine glückliche Kindheit hängt von viel mehr Faktoren ab.
Was z.b klar ist , ist die Tatsache, dass Kinder

nachweislich unter wirtschaftlicher Armut in der Familie leiden, etwas was bei karrereorientierten Eltern wohl eher kein Problem ist.
Mir ist es einfach zu simpel zu behaupten, dass Frauen, die Karriere machen keine guten Mütter sind, ihre Kinder vernachlässigen und die Kinder nur deswegen schon arm dran sind.
Zu einer glücklichen Kindheit gehört mehr als eine Mutter die Zeit hat.
Ich kann jeder Frau nur raten diese Dogmen kritisch zu hinterfragen und diese Annahmen nicht einfach so zu übernehmen, dass eine Karrierefrau ihren Kindern nur Schaden zufügt und egoistisch ist.

In vielen Familien wo beide Akademiker sind machen auch beide Karriere.

Es gibt gerade unter Professoren, Ärzten , Naturwissenschaftlern , Anwälten oder Geschäftsführern viele Eltern, wo beide gleichzeitig viel arbeiten.

Wer macht deren Job wenn diese Frauen Alle zu Hause bleiben würden?

Wenn alle Frauen so denken würden, dass Karriere nur zu Lasten der Kinder geht, dann würden viele gute Leute einfach fehlen oder: diese Eliten müssten dann laut Urbia das Kinderkriegen der Mittel- u und Unterschicht überlassen. ..
Wenn man das mal konsequent zu Ende überlegt merkt man schnell, dass unsere Gesellschaft ohne diese Frauen, die wichtige Positionen besetzen und trotzdem Kinder haben gar nicht funktioniert.

Wer von Euch kennt Karriere Eltern und hat einen so guten Einblick dass er behaupten kann dass es den Kinder damit schlecht geht?

Oder sind das einfach nur Vorurteile oder sogar Neid auf die beruflichen Erfolge der Geschlechtsgenossinnen?

#kratz

Wo ist das Problem?
Es darf doch jeder entscheiden, ob er neben einem Kind noch die Karriereleiter hochklettert oder sich voll und ganz dem Kind widmet und dazwischen gibt es noch zig Möglichkeiten.

Jeder entscheidet doch für sich ob und was er auf die Meinung der Anderen, zu dem Thema , gibt.
Was glaubst du ,müssen sich Mütter anhören die für ihre Kinder zu Hause bleiben?

Was nun gut ist oder nicht, werden wir am Ende sehen.
Es gab Kinder denen die Fremdbetreuung nicht gut tat und die mehr familäre Zuwendung gebraucht hätten und es gibt Kinder für die es völlig ok war und die das völlig positiv sehen

Und auch hier gibt es zig Facetten dazwischen.

Warum kratzt dich die Meinung, dass Mütter bei ihren Kindern bleiben sollten und den Männern in der Karriere den Vortritt lassen?
(Ich weiß das ist jetzt etwas überspitzt formuliert)
Für mich kann jeder einfach seine Meinung behalten, vor allem dann wenn ich mir sicher bin, dass mein Weg für mich der richtige Weg ist.

"Warum kratzt dich die Meinung, dass Mütter bei ihren Kindern bleiben sollten und den Männern in der Karriere den Vortritt lassen? (Ich weiß das ist jetzt etwas überspitzt formuliert)"

Wenn durch diese Meinung das Leben und die Entfaltungsmöglichkeiten von allen Männern und Frauen, Vätern und Müttern massiv bestimmt wird - dann sollte sie uns tatsächlich interessieren. Und natürlich bestimmen solche Paradigmen unsere Realität!

Natürlich ist es relevant, wenn viele Menschen der Ansicht sind, die Frau soll dem Mann den Vortritt in der Karriere lassen. Was das für die Ausbildungs-/ und beruflichen Perspektiven - und daraus fortgesetzt für das Potential selbstbestimmt und frei zu leben - beider Geschlechter bedeutet hat, weiß man doch und kann man auch heute noch in vielen Teilen der Welt beobachten.

DICH mag es nicht stören, wenn Frauen aufgrund einer entsprechenden weitverbreiteten Wahrnehmung geringeren Zugang zu Bildung und auf den Arbeitsmarkt haben (eine logische Konsequenz dieses Weltbildes), ungerecht entlohnt werden, keine Führungspositionen erhalten, automatisch unbezahlte Arbeit (Betreuung, Haushalt, Pflege) zugewiesen bekommen, ihr Leben lang finanziell abhängig bleiben und alleinstehend eher verarmen.

MICH stört das sehr wohl. ICH kann "meinen" Weg nicht in einer Gesellschaft gehen, die darauf ausgerichtet ist, dem Mann jegliche Karriere zu ermöglichen und die Frau unbezahlte Arbeit tun zu lassen und vielleicht noch "dazuzuverdienen". Wie, entschuldige bitte, naiv muss man sein, um das nicht zu erkennen?

Der vorgegebene Bezugsrahmen war das Leben der TE selber und nicht die ganze Welt.

Und ich finde es gut, dass hier jeder für sich entscheiden kann, welchen Weg er geht.

Alles wofür und wogegen ich mich entscheide öffnet und schließt Türen.

Und ob mein Mann oder ich oder beide Karriere machen entscheiden doch die Paare selber oder?

Probleme werden durch eigene Entscheidungen und durch Tun gelöst.
Seinen Frieden findet man wenn man seine Entscheidungen umsetzt und selber dahintersteht und dann ist es doch scheißegal ob xy meint dass man sich besser mehr um das Kind kümmern sollte als um seinen Job.
Da kann man gepflegt die Leute reden lassen.

Wenn meine Kinder ihre Freunde besuchen/besucht haben gebe /gab ich sie nicht selten beim Kindermädchen, dem Aupair, der Oma usw ab.
Die Eltern waren arbeiten. Sie können/ konnten sich den einen oder anderen Luxus leisten von außen betrachtet.
Erlebt habe ich die Eltern und deren Kinder als nett, aufgeschlossen und sehr angenehm.

Die Eltern wo die Mütter einfach aus freien Stücken um ihre Kinder rum waren, waren es auch.

Nur bei Menschen die aus verschiedenen Gründen sich in die Entscheidung gedrängt fühlten, die waren eher unentspannt und mußten auch dauernd ihre Entscheidung rechtfertigen, oftmals das Gejammer wie schwer sie es haben usw.

Deshalb...was interessiert es mich (in diesem Bezug: welche Entscheidung treffe ich für mich) wenn 10km weiter weg ein Hund bellt?

Die Gleichstellung ist doch nicht in Gefahr , weil es Menschen gibt die andere Werte haben und andere Lebensmodelle favorisieren.
Die Gleichstellung ist dann in Gefahr und stagniert, wenn Menschen die sich für ihren Weg (z.B. Karrieere ) entschieden haben, nicht dafür kämpfen, dass sie fair entlohnt werden.

Heute können Männer bei ihren Babys zu Hause bleiben und haben es dann auch nicht leicht, wenn sie wieder einsteigen wollen.
Eine Babypause macht sich in deren Lebenslauf auch nicht immer gut.

Als Frau muss ich gar zu Hause bleiben ich kann arbeiten gehen.
Für die Kinder sind doch Vater und Mutter verantwortlich oder nicht?

Hallo,

bei all dem langen Text frage ich mich: Hat eigentlich jemand das Kind gefragt, ob es auf die Welt kommen wollte?

Wenn weder die Frau noch der Mann bereit ist, zumindest zeitweise zurückzustecken (und dabei rede ich nicht davon, dass man jahrelang zuhause bleiben muss), dann sollte man das Kinderkriegen zeitlich verschieben oder es ganz lassen. Und meine Eltern und Schwiegereltern hätten uns was gehustet, wenn wir willentlich zwei Kinder in die Welt setzen, dann aber keiner von uns bereit ist, die Erziehung zu übernehmen und diese Aufgabe an die Großeltern weiterreichen. Wie sagt meine Mutter so schön: "Ich habe zwei Kinder groß gezogen. Jetzt seid ihr dran". Und Recht hat sie.

vg, m.

Meine Eltern hatten da eine ganz andere Einstellung und mir sofort angeboten, meine Pläne umzusetzen und ihr Enkelkind zu betreuen.

Das Gleiche würde ich für meine Tochter auch tun...sie haben mein Kind nicht groß gezogen, sondern mich einfach unterstützt ohne Bedingungen und Forderungen.

Einfach weil für sie Familie auch bedeutet für die Enkel da zu sein.

Den Spruch deiner Eltern finde ich dämlich, ich finde wenn man Kinder hat, ist es doch toll wenn man die Enkel betreuen darf...außerdem hatte ich auch noch Au pairs, es gibt neben den Eltern noch andere Betreuungsmöglichkeiten.
Ich konnte mir jede Art der Betreuung auch leisten dank meiner beruflichen Tätigkeit.

Wenn man natürlich nicht die Möglichkeit hat, die Großeltern nicht mitziehen und man kein Geld für Betreuung hat, muss Mutti natürlich zu Hause bleiben. ...ich wollte und musdte das nicht.. ich denke da ist auch viel Neid dabei da viele Frauen in ihrem mittelmäßigen Leben feststecken und dann nicht mal Unterstützung furch fie eigenen Eltern haben um arbeiten zu können. ..traurig.

Denn jede Frau die arbeitet zahlt sich die Rente für die Großeltern, daher macht es Sinn dass Großeltern fie Betreuung übernehmen. ..sie sichern dich dadurch ihre eigene Rente.

Ich finde es selbstverständlich dass ich meiner Tochter eine erfüllende erfolgreiche Berufstätigkeit ermögliche.
Sie ist meine Tochter und daher kann sie immer auf mich zählen , gerade wenn sie Karriere machen möchte und damit gute finanzielle Voraussetzungen für ihre Kinder schafft. ..da ist man doch stolz als Mama und tut was man kann : welche Mutter sagt allen Ernstes: nee, die Chance lass mal sausen, du hast Kinder, kümmer dich selbst drum, ich unterstütz fich nicht. .. das sind die Mütter die selbst beruflich unambitioniert waren und beruflich nichts vorzuweisen haben...
Da bin ich ja dankbar daas meine Eltern meine Karriere immer voll unterstützt haben, mich immer bestärkt haben und mich nicht im Stich gelassen haben.

Irgendwie hab ich das Gefühl, dass du dir gar nicht vorstell3n kannst, dass es Menschen gibt, denen Karriere schlicht völlig egal ist. Ich arbeite auch und auch gerne. Aber nie im Leben wollte ich Karriere machen. Ich möchte genug Zeit für mein Kind, meinen Mann, meine Freunde haben und ich arbeite um zu lebrn. Ich lebe nicht um zu arbeiten. Ja, meine Arbeit erfüllt mich und ganz ohne würde mir die decke auf den Kopf fallen. Aber Karriere machen würde ja gleichzeitig bedeuten, für alles andere schöne im lebrn keine zeit mehr zu heben. Und dazu ist mir mein Leben zu kostbar. Am Ende meines Lebens werde ich mich zurück erinnern und da sind Dinge wie zeit mit den Menschen, die ich liebe und die Erinnerungen an die schönen Momente mit ihnen das, was mich glücklich macht, nicht, wieviel Projekte ich erfolgreich abgeschlossen habe.

Ich glaube, du schätzt Leute, die keine Karriere machen wollen viel weniger wert. Warum? Karriere machen ist doch nicht Details Lebensinhalt und das allerwichtigste im leben. Was würdest du sagen, wenn deine Tochter später zu dir sagt, sie möchte lieber Mutter sein als Karriere zu machen? Wäre das schlimm für dich?

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Immer, immer, immer, immer, immer..........zu

rechtfertigen sich Mütter.................

Wann hört das endlich auf????

Hauptsache den Kindern geht es gut!
Das "Drumherum" ist individuellen Bedürfnissen geschuldet.
Wobei "gut" natürlich auch wieder Interpretationsspielraum bietet.

Wenn man mal ehrlich ist, sind das sowieso Luxusprobleme innerhalb einer Gesellschaft, die momentan wohl die beste aller Optionen darstellt.

>>Wobei "gut" natürlich auch wieder Interpretationsspielraum bietet.<<
da rum gehts ja, jeder ist davon über zeugt, dass seine Einstellung zum Thema die beste ist.

In der Erziehung wird z. T. so viel Bockmist veranstaltet, von Eltern, Großeltern, Erziehern etc. aber nur die Mutter, die trotz Kind Karriere gemacht hat, trägt in den Augen vieler genau deshalb Schuld.

über haupt sind doch eh meist die Mütter schuld, wenn die Kinder nicht so sind, wie "sie sein sollen".

Warum beschäftigt dich denn die Meinung des Forums so sehr?

In den meisten Beiträgen wird nunmal nach der allgemeinen Meinung gefragt. Diese ist nunmal individuell und wird dann eben auch geäußert.

Ja ich finde ein Elternteil sollte auf Karriere (erstmal) verzichten wenn Kinder im Spiel sind. Unsere große hat auch ein super Verhältnis zu den Großeltern...sie übernachtet gerne dort zB. Trotzdem ist es kein Ersatz. Und klar die Mutter hat meistens eine engere Bindung zum Baby am Anfang...schließlich war sie monatelang schwanger.

Aber das ist ja nur meine Meinung. Wenn du 60 Stunden neben Baby gearbeitet hast ok - aber das muss ich nicht gut finden. Genauso wie andere eben nicht gut finden das ich bei jedem Kind 3 Jahre zu Hause bleibe. Wenn ich dannach frage muss ich eben auch mit Gegenwind rechnen.!

Du hast gut reden mit Großeltern im Hintergrund. Nur hat das nicht jeder. Und dann auch noch Selbstständig. Das ist wirklich einer dieser egozentrischen Posts die ich "Liebe".

Ich kann nur sagen. Ich habe es versucht nach der 1. Geburt. Vollzeit, ohne Großeltern. Ging absolut nicht. Ja, mein Kind hat gelitten. Für ihn war es mit 1 zu früh ganztags in die Krippe. Habe die Notbremse gezogen.

Ja ich bin mittlerweile in der Ansicht, wenn man Kinder bekommt, muss man zurückstecken. Es muss nicht die Frau sein. Nur wird das von AGs leichter akzeptiert. Warum es sich also schwerer machen als es ist? Mein Mann hätte nicht reduzieren können, einfach vom betrieblichen Ablauf her. Bei manchen Jobs geht das halt einfach nicht. Da kann man sich auf den Kopf stellen und mit dem Hintern wackeln.

Meine Kinder sind meine Karriere, habe zweimal drei Jahre Elternzeit genommen, bin bei beiden alleinerziehend klar gekommen.

Ansonsten arbeite ich natürlich.

Hallo,

also so einen Selbstbeweihräucherungsbeitrag hab ich hier ja schon länger nicht mehr gelesen. Ich kann dir ja mal aus Sicht eines Kindes schreiben, dessen Mutter auch die Karriere wichtiger war.

Meine Eltern haben auch überdurchschnittlich viel gearbeitet als ich ein Kind war und ich hab einen Großteil meiner Freizeit (also die Zeit, die ich nicht im Kindergarten war) bei meinen Großeltern verbracht, die sich auch wirklich toll um mich gekümmert haben. Trotzdem hatte ich wirklich immer das Gefühl abgeschoben worden zu sein und war regelrecht eifersüchtig auf Freundinnen bei denen die Mutter nachmittags auch mal Zeit hatte mit uns Kekse zu backen oder ins Freibad zu gehen. Oder wenn bei einer Schulaufführung von allen die Mama da war, nur bei mir saß meine Oma im Publikum. Ich habe mich ganz häufig ungeliebt gefühlt, obwohl meine Oma wirklich immer für mich da war. Es ist einfach nicht dasselbe und ich denke, dass mein Urvertrauen bis heute darunter leidet. Ich hätte als Kind aber auch niemals meiner Mama gesagt, dass mich das stört, da ich die wenige gemeinsame Zeit nicht noch mit Meckern vergeuden wollte. Meine Mutter hat auch immer gesagt, sie hätte dann später für mich Zeit, wenn sie nicht mehr so viel arbeitet. Finanziell hätte sie es damals nicht gemusst. Ja nix war, meine Mama ist mit 45 Jahren verstorben, als ich grade 18 war. Das war dann eine der Sachen, die sie auf ihrem Todesbett noch bereut hat...nicht genug Zeit mit mir und meinem Bruder verbracht zu haben.

Und ja, ich habe auch selbst studiert und mag meinen Beruf und arbeite gerne. Aber das wäre mir ganz sicher nicht wichtiger als auch Zeit mit meinem Kind zu verbringen (das gleiche gilt übrigens für meinen Mann). Die Jahre, die es gerne Zeit mit mir verbringt sind eh schnell genug vorbei. Davon abgesehen, weiß man nie wieviel Zeit man noch hat und die Versprechungen von der vermeindlichen Zeit oder Hilfe später als Oma können doch sehr trügerisch sein.

Plunderbunny

*Länger nicht mehr gelesen*?
Mir kommt es ziemlich häufig vor, jedes Mal derselbe Käse, jedes Mal derselbe Schreibstil, nur der Nick, die Biographie und die Kinderzahl wechselt öfter mal. ;-)

Wieder das Thema??? Wieder ein Frischling???? #gaehn
Wurde das Thema nicht zur Genüge ausgeschlachtet?

Hi,

Ich habe ich deinen ganzen Text gelesen, denn er ist mir zu Ego-bezogen.

Wenn man ein Kind bekommen hat, dann sollte das Kind immer an erster Stelle stehen. IMMER.

Das wiederum heisst nicht, das man nicht an sich denken darf.

Man muss sich das Leben als Familie einrichten, man muss ich mit seinem Partner absprechen.

Ich bin wahrlich keine Glucke, denke auch oft an mich.

Habe nie gestillt, hab unsere Kinder auch schon als Baby bei meiner Mutter für ein paar Stunden abgegeben. Haben einmal im Monat Kinder frei. Machen etwas als Paar.

Mein Mann und ich sprechen uns beruflich ab.

In letzter Zeit werden Frauen immer hochgelobt und erden gepusht. Sie soll sich ausleben usw. Die FRAU MUSS HEUTZUTAGE emanzipiert sein- das nervt mich.

Und ja, ich finde Kinder sollten für die Eltern Immer an erster Stelle stehen-ausnahmslos.

Gruss

Ehrlich gesagt habe ich nicht alles gelesen. Ich wusste schon nach den ersten Sätzen wo die Reise hingeht.

Sicherlich hast Du in Einigem Recht, sicherlich auch wieder in vielem Anderem nicht. Aber wer will das beurteilen? Ich? DU? Wohl kaum.

Jede Mutter wird nach bestem Wissen und Gewissen entscheiden, wie sie ihr zukünftiges Mutterdasein leben wird. Und manchmal muss man auch Entscheidungen treffen, die einem nicht gefallen aber - z. T. aus finanzieller Not heraus - unumgänglich sind.

Aber die jeweils anderes Lebenseinstellung als falsch darzustellen, ist ziemlich engstirnig.

P.S. Und ja - auch ich gehören zu den Müttern, die ihre berufliche Karriere hinter die Kinder eingeordnet hat. Und das würde ich jederzeit wieder so machen.

#winke

Ich verstehe und teile deine Einstellung. Allerdings erlebe ich in meinem Umfeld, dass die meisten meiner Bekannten FREIWILLIG in die Rolle der "Nurmutter und Hausfrau" schlüpfen. Einige arbeiten gar nicht mehr und zeigen auch kein großes Interesse daran, einige arbeiten nur ein paar Stunden "um eine Auszeit zu haben", aber eben ohne weitere Ambitionen.

Insofern kann man nicht davon ausgehen, dass alle Frauen in eine Rolle gedrängt werden, die sie nicht einnehmen wollen. Vielmehr scheint es mir so, als würde bei einigen Frauen mit dem Kinderkriegen ein Schalter im Gehirn umgelegt. Dann sind eben tatsächlich das Heim und die Kinder Priorität Nummer eins. Arbeit, Hobbys und Partnerschaft stehen meist hinten an. Das ist aber dann doch DEREN Entscheidung und deren gewählter Lebensstil.

Vermutlich ist die Anzahl der Frauen, die beruflich gerne aktiver wären und dies von ihren Männern verwehrt bekommen, eher gering.

>>Vermutlich ist die Anzahl der Frauen, die beruflich gerne aktiver wären und dies von ihren Männern verwehrt bekommen, eher gering. <<
heut zu tage ja, weil es den Frauen frei steht. Das war früher mal ganz anders, da bestimmte es der Mann und wenn der Nein sagte, dann war das von der Frau zu akzeptieren.

Es ist hart erkämpft, dass Frau heut selbst entscheiden DARF, ob sie arbeiten gehen will oder nicht.

Heute müssen sich Frauen haupt sächtlich vor anderen Frauen recht fertigen

Ja aber wo ist dann das Problem?

Weißt du, ich sehe an der Stelle wirklich das Problem der TE nicht.

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Hallo,
ich habe auch schon solche Meinungen gelesen, störe mich aber nicht daran. Und wenn doch, dann spreche ich dieselben in dem Moment an. Ich finde es schwierig das so ganz allgemein zu diskutieren, vor allem weil es in meinem Erleben Ausnahmefälle sind bzw eher Partnerschaftsprobleme mit einem Vollpfosten.

In meinen 27 Jahren "Beruf und Familie" habe ich nur ein einziges Mal jemanden erlebt, der unterschwellig meine Vollzeitbeschäftigung neben dem Muttersein kritisiert hat. Das war eine Heilpädagogin meiner 6jährigen behinderten Tochter, die ich aber, aus völlig anderen Gründen, schnell wieder wechselte.

Ich finde es völlig ok, dass jeder seine Prioritäten individuell setzt. Das kann auf die Kinder sein, oder auf den Beruf, oder irgendwo dazwischen/irgendwoanders. Blöd finde ich es nur dann, wenn es zu extrem wird, also die Mutter zB ihr Kind noch in der 6.Klasse den Schulranzen ins Klassenzimmer trägt oder der Lebensmittelpunkt des Kindes nicht mehr zuhause sondern bei Oma/Opa ist.

Regelrecht aggressiv machen mich Frauen, die arbeiten gehen (wollen) aber ihren Mann/den Kindsvater völlig außen vor lassen. Da wird gejammert wie anstrengend das doch wäre und dass der Chef keine Rücksicht auf Kinderkrankentage und Abholzeiten nimmt, oder sie genau deswegen ihren Job verlieren oder gar keinen finden.

Oder wenn Frauen der festen Überzeugung sind, sie seien die Einzigen, die ihr Kind glücklich machen können.

Naja und dann stören mich noch die Familien, die sich ihre Priorität "Kind" o.ä. von der Allgemeinheit finanzieren lassen, weil ein Gehalt eben nicht reicht.

Ach ja, und Kinder in D leiden nicht unter "wirtschaftlicher Armut". Als Studentin lebte ich mit meinen Kindern jahrelang unter dem Existenzminimum, aber niemals litten sie darunter, denn Zuwendung, gemeinsame Unternehmungen und Liebe kosten nix und für Essen, Kleidung und Dach überm Kopf wird in D IMMER gesorgt. Das was du meinst sind eher andere Umstände, unter denen manche Kinder leiden, die oftmals mit wirtschaftlicher Armut einhergehen, oder gar die Ursache dafür sind.

Aber ansonsten. Leben und leben lassen. Für mich persönlich gilt: Ich arbeite um zu Leben, wie auch schon eine andere Userin geschrieben hat. Ich hatte mein (hohes) Ziel, das habe ich trotz Kinder verfolgt und erreicht. Gemeckert hat keiner, im Gegenteil, ich wurde immer unterstützt. Ich sehe nicht wirklich wo dein Problem ist.

VG S.

Ganz genau so sehe ich das auch! Danke für deinen Beitrag!

Warum interessiert dich das so? Wenn du mit deinem Weg gluecklich bist, warum interessiert dich, was hier darueber gesagt wird?

Sieht so aus, als willst du einfach mal rumstaenkern und dich selbst ein bisschen beweihraeuchern. Solang du und dein Kind gluecklich sind, ist doch alles super. Du schreibst dass du die Beduerfnisse deines Kindes nicht vor deine stellst - bis zu einem gewissen Masse finde ich das sogar ok in einigen Faellen. Da ich deine genaue Situation nicht kenne, mag ich das nicht weiter beurteilen.

Ganz unabhaengig von "Karriere machen" (was mMn uebrigens andauernd mit arbeiten gehen gleichgestellt wird, was ich ultranervig finde):
Ich kenne viele Paare, die beide Vollzeit arbeiten, ich kenne Familien, wo ein Partner zu Hause bleibt, ich kenne welche wo beide Eltern halbtags arbeiten. Bei einigen helfen die Grosseltern, bei anderen Krippen/Kindergaerten, andere haben ein Au Pair. Machen alle richtig, denn fuer sie passt es. Ende aus.

Warum kommen solch bewusst provokant-, hochnäsig- und völlig einseitig dargestellten Beiträge eigentlich immer von "Frischlingen"?

Hallo,

ich denke, mit diesem Thema ist es genauso wie mit anderen Streitthemen wie Ernährung, Erziehung, Haustierhaltung, usw.
Die Mischung machts.

Hier bei urbia habe ich auch schon in Threads mitbekommen, wie arg die Meinungen hier auseinanderklaffen und gleich die "Karrieregeil-Keule" geschwungen wird...bloss wenn eine Mutter hier überlegt, ob sie ihre Arbeitszeit bei Rossmann oder Budni von 50% auf 75% hochsetzen soll.#augen

Ich denke, das Thema muss jede Frau/Mutter für sich selber entscheiden und hinterfragen.
Da gibt es kein Patentrezept.
Es muss auch nicht zwingend was mit "Neid" zu tun haben, wenn manche das Thema kritisieren.
Die einen Mütter lieben ihre Berufe und brauchen das berufliche Feedback.
Andere sind wirklich lieber viel mehr für die Familie da und begnügen sich mit einem - nenne wir es mal - einfacheren Job, aber das ist ja auch okay.
Und es gibt Mütter, z.B. AE oder mit arbeitslosem/kranken Partner, die haben keine andere Wahl - die müssen schauen, dass Geld in die Kasse kommt.

Ich spreche mal von mir selber.

Ich bin seit fast 20 Jahren im Bereich Grafik, Mode und Design tätig. Lückenlos.

Trotz zweier Kinder.
Darauf bin ich stolz.

Jedoch war mir ab dem Zeitpunkt der Schwangerschaft klar, dass ich die nächsten Jahre erst mal kleinere Brötchen backen werde.
Nichts mehr mit Geschäftsreisen nach Fernost.
Das vermisse ich sehr, aber es GEHT im Moment einfach nicht, da die Familien zu weit weg wohnen. Tscha. Vielleicht kommt die Möglichkeit mal wieder, wenn meine Kinder älter und selbstständiger sind.

Auch tagelange Messebesuche fielen weg.
Ich bin von Vollzeit und leitender Position auf Teilzeit (80%) gegangen und die Leitung übernimmt nun eine Kollegin, die (da kinderlos) flexibler einsetzbar ist.
Auch manchmal doof, aber wenn es nicht 100% klar umsetzbar ist, dann geht es nun mal nicht.

Meine Kinder gingen beide zur Tagesmutter und nun in den Kindergarten/Schule mit Nachmittagsbetreuung. Dort sind jedoch spannende Angebote, Sport, Kreatives, etc.
Hier bin ich direkt: würden sich die Kinder dort nicht wohlfühlen, dann würde ich ihnen das nicht antun.
Aber sie fühlen sich wohl.

Trotzdem musste ich beruflich zurückstecken, da die Bring- und Abholzeiten, die Ferienzeiten, Veranstaltungen, Feste, Hobbies wie Tanzen oder Reiten, Arztbesuche usw. und eben auch mal eine kränkelnde Phase ihren Tribut zollen. Und dafür muss man Zeit einplanen.

Großeltern/Verwandschaft haben wir nicht in greifbarer Nähe (ist jeweils mit rund 3 Stunden Fahrt einfach verbunden) und selbst wenn - die sind alle berufstätig. Und sie verbringen ihre Freizeit auch gerne nach ihrem Gusto - d.h. sie können und wollen nciht immer als Babysitter herhalten und das ist auch ihr gutes Recht.

Aber es funktioniert.

Verdienst:

Ich verdiene gut - nicht zu viel, nicht zu wenig, es passt.

Ich kann meine monatlichen Fixkosten bezahlen, habe zudem einige Sparverträge, in die ich monatlich gut was reinbuttere, ich lebe nicht überkandidelt, dass alles Marke, Marke, Marke sein muss, aber es artet auch nicht in Pfennigfuchserei aus.

Vieles kaufe ich im Discounter, Fleisch und Obst/Gemüse auf dem Wochenmarkt.
Und trotzdem kann ich auch mal z.B. etwas Antipasti bei Feinkost Käfer kaufen, wenn mir danach ist, ohne dass man darüber jetzt groß diskutieren muss.

Genauso sieht es mit Bekleidung etc aus.
Ich brauche nicht jeden Monat Tüten und Waggons voll mit neuem Zeug, aber wenn es mal ein paar Schuhe, eine schicke Jeans oder eine tolle Jacke sein soll, dann ist die budgetmässig drin.

Und ich liebe meinen Job, ich bilde mich in diesen Bereichen stetig weiter, so dass ich es von der Modedesignerin über Grafikdesign, Industriedesign, Illustration bis hin zur Fotografin geschafft habe und aktuell auch noch weiter ins Marketing gehe.
Eine eierlegende Wollmilchsau sozusagen.
Parallel habe ich auch noch ein kleines Startup gegründet, welches sich mit dem Bereich Kids Interior befasst und ziehe gerade eine Homepage und einen Showroom auf.

Jedoch immer mit dem gewissen Blick auf meine Familie, die Kinder, die gemeinsame Zeit.
Diese gemeinsamen Momente sind mir sehr wichtig, da die Zeit zu schnell vergeht.

Wenn die Kinder nur von pontius zu pilatus geschoben werden und kaum noch Zeit mit ihnen verbracht wird, dann hilft auch das dickste Bankkonto nichts.
Dann erleiden die Kinder eine andere Form der Armut.

Karriere machen ist okay aber nicht um jeden Preis und auf biegen und brechen.

LG

Meine Einstellung ist, dass kleine Kinder EINE feste Bezugsperson brauchen. Das kann die Mutter sein, der Vater, die Oma, der Opa, eine Tagesmutter etc.pp. Und diese Bezugsperson sollte nicht zeitgleich mit 20 anderen Kindern beschäftigt sein, sondern sich ausreichend um die Bedürfnisse des kleinen Kindes kümmern.
Schlimm finde ich ständig wechselnde Betreuung, wo sich die Kinder auf nichts verlassen können.

Karriere oder nicht--aus der Nummer bin ich eh raus und das ist auch O.K. so. In meinem Beruf konnte ich nie so intensiv arbeiten, wie ich wollte--1. schlechtes Gewissen, 2. blöde Betreuungszeiten und 3. Angst was von den Kindern zu verpassen.

Ich wollte beides und war in beidem nie wirklich gut, weil immer nur halb da.

Meine Güte, schon wieder derselbe Scheiß wie schon in zig Posts zuvor. #augen

Bekommst Du so wenig Bestätigung von außen, dass Du immer wieder aufs Neue hier Deinen Sermon abliefern musst?

Ja, Du bist toll...... so toll dass man es kaum in Worte fassen kann. Und alle anderen sind einfach nur neidisch, jawoll.

Hallo
Joar, bei "karriegeilen" Eltern heißt das Problem unter Umständen wohl eher Wohlstandsverwahrlosung.
Ich kann nur wieder das gleiche schreiben wie in dem Thema unten. Jede Familie muss ihr Modell finden und niemand außer dieser Familie (!! Kinder + Eltern) muss damit glücklich sein. Dass es auch mal die Mutter ist die Karriere macht und Vollzeit inklusive Überstunden usw. arbeitet ergibt sich da für mich von selbst. Es kommt halt drauf an was gelernt oder studiert wurde.

Haben aber beide solch eine Position und sehen das Kind alle Jubeljahre mal ist das sehr kritisch. Dann ist es für mich auch durchaus angebracht zu denken, wieso bekommt man ein Kind? Weil es "dazu gehört"?
Ich habe auch die Erfahrung gemacht dass Arzt und Arzt usw. zusammenfinden aber genau so dass dann eben einer zumindest eine Zeit lang so arbeitet dass die Kinder eben einen Elternteil mehr oder weniger regelmäßig tagsüber präsent haben. Ich kenne viele Akademiker aber in keiner einzigen Familie machen beide gleichzeitig im großen Maß Karriere wenn es eben bedeutet tagsüber komplett aus dem Haus zu sein und noch viel mehr.
Für Selbstständige kann das natürlich auch zutreffen. Ich kenne so einen Fall zum Stichwort Wohlstandsverlosung ziemlich gut und ehrlich, es wäre mein größter Alptraum wenn mein Kind wegen MIR so wird.

LG

Allein dass wir über "Frauen und Karriere" und nicht "Eltern und Karriere" oder gar (welch wahnwitzige Vorstellung) "Väter und Karriere" diskutieren, sagt doch schon ALLES.

Kann bitte jede hier einmal ihr Hirn strapazieren und darüber ERNSTHAFT nachdenken?

Es geht nicht darum, dass Eltern für ihre Kinder zurückstecken sollen. (Das ist meines Erachtens eine Selbstverständlichkeit und er Karrierethread war ein so offensichtlicher Fake, der die Emotionen genau in eine Richtung hochpeitschen sollte... #klatsch)

Es geht darum, dass Ihr es quasi ausschließlich von Frauen fordert, dass Ihr das Wohlergehen der Kinder als Verantwortung ausschließlich der Mütter seht (als wären Väter keine Eltern), dass für Euch Frauen zu Sündenböcken für Dinge herhalten müssen, die Euch bei Männern mit keiner Wimper zucken lassen.

Wenn eine sagt: "Ja, aber das hat die Natur so eingerichtet, für mich OK." - Gut.

Aber wieviele von Euch machen sich denn vor, dass sie - rein theoretisch - ja für Gleichberechtigung sind und meinen, dass Frauen ja "alle Wege offenstünden", aber kommen dann mit Argumenten, die jedem 50er-Jahre-Patriarchen Freudentränen in die Augen treiben würden. Erkennt Ihr nicht, wie ungerecht Ihr seid?

Jeder soll leben wie er will, aber Kinder haben ELTERN.

Nicht "Mütter und Männer, die auch da wohnen und monatlich Geld aufs Konto legen".

Öhm, vielleicht WOLLEN manche Frauen schlichtweg den Weg gehen, dass nur sie zuhause bleiben?

Herrje, dieses Emanzengeschwafel ist genauso anstrengend, wie das Thermomix-Was koche ich heute-Heileweltgeschwafel.

ich kenne inzwischen einige Elternzeit-Väter, die sehr gerne in Elternzeit sind.

bei ihren Großen (inzwischen Erwachsenen) haben sie Vollzeit gearbeitet, weil es finanziell sonst nicht anders ging. Waren selbst traurig und haben es halt so gemacht.

heute bei den Nachzüglern bleiben sie mit Freude zu Hause und freuen sich einfach dass das geht. #huepf

und auch andere Väter, die zu Hause bleiben, weil sie für ihre Kinder da sein wollen und weil die Frau mehr verdient.

Väter die Elternzeit nehmen werden bewundert. Wow, cool, sie machen es freiwillig...
Ihre Frauen, die arbeiten gehen (und sich gemeinsam mit dem Partner dazu entschlossen haben) werden entweder bewundert (wie mutig) oder beschimpft oder bemitleidet, weil der faule Mann zu Hause bleibt. ... bewusste Entscheidung wird ihr nicht zugestanden, sondern die Umstände würden sie dazu zwingen ...#gruebel

" Nicht "Mütter und Männer, die auch da wohnen und monatlich Geld aufs Konto legen".

oder Frauen und Väter .... ;-)

schade finde ich auch oft die Diskussion - ob eine Frau auch Mutter sein kann oder eine Mutter auch eine Frau (ich bin irgendwie beides und stecke in keinem zurück, weil ich eben beides bin - weil ich Mensch bin)

bei Vätern gibt es die Diskussion nicht. Ein Mann ist auch Vater, ein Vater auch Mann, allenfalls ein Mann ohne Kinder ist kein Vater, aber Onkel oder so...

Mütter sollen sich entscheiden, ob sie mehr Frau oder mehr Mutter sind #nanana#klatsch

komme ich mit dem Argument, dass ich mich da nicht entscheide, sondern beides bin, werde ich meistens von beiden Seiten schräg angeschaut. Du kannst nicht beides sein #nanana
entweder Frau ODER Mutter. entscheide dich für einen Standpunkt. Frau mit Kindern als Anhang oder Mutter ohne Frau zu sein #augen

ich bin beides
und als erwachsener Mensch mit eigenständiger Entscheidung raus aus der Diskussion :-p

Deine Ansätze (auf die ich grade antworte) finde ich gut.

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Wenn ich ein Kind möchte, dann kümmerer auch ICH mich darum.
EBenso wenn ich Karriere möchte.
Vereint man beides auf einmal, bleibt eines auf der Strecke.........

Ein Kind ist eine Lebensentscheidung mit allen Konsequenzen und ich frage mich ernsthaft immer wieder, wieso Leute Kinder möchten, wenn sie nirgends zurückstecken wollen, bzw sich selbst darum kümmern.
Ist das so ein " Kind gehört halt dazu!"-Ding oder weil man hofft, im Alter nicht allein zu sein?

Es gibt viele Kinder (gerade auch von Promis), die zwar stolz auf ihre Eltern sind, sich aber mehr Zeit mit den Eltern gewünscht hätten.
Diese werden wohl kein Trauma erleidet haben, aber eine erfüllte Kindheit sieht für mich anders aus und ich wünsche mir sowas nicht für meine Kinder.

Aber es setzt halt jeder seine Prioritäten woanders.

also mir ist wichtig, dass ich für mein Kind DA bin
ich gehe arbeiten und dennoch bin ich da

ebenfalls kenne ich inzwischen viele Elternzeit - Väter, die GERNE und BEWUSST in Elternzeit gegangen sind. Einfach weil sie sich freuen, Zeit mit ihren Kindern zu verbringen und die Frau mehr Geld nach Hause bringt und/oder einfach mehr Spaß am Beruf hat.

Dieses Modell ist inzwischen sehr viel einfacher geworden und ich kenne viele Männer, die das gerne in Anspruch nehmen, die sich freuen, dass es für sie diese Möglichkeit gibt.

Auch gut finde ich, dass Frauen jetzt arbeiten DÜRFEN. Also nicht mehr ihre Männer um Erlaubnis fragen müssen, wie noch vor Jahrzehnten.

Schwierig finde ich die Einstellung in vielen Betrieben, wo es heißt: Kind ab Schulalter: Mama kann ja Vollzeit arbeiten, Kind ist ja schon groß.

Für Kleinkinder und Babys gibt es hier Betreuung massenhaft, soll abends und morgens noch weiter ausgedehnt werden. Hingegegen ab Kindergartenalter und erst recht ab Grundschule werden die Betreuungsmöglichkeiten zeitlich stark reduziert und Mütter sollen betrieblich wieder mehr arbeiten gehen, um Rücksicht auf die Mütter mit kleinen Kindern zu nehmen, die paradoxerweise Betreuung bis abends haben.

Ob ein Kind Schaden nimmt, wenn die Frau Karriere macht, ist genauso individuell wie, wenn ein Kind bei einer Mutter aufwächst, die auf ihre Karriere verzichtet. Das kann man pauschal nicht sagen.

Beispiele von beiden Arten kenne ich einige.
Kinder, die bei Au Pair aufgewachsen sind oder den Großeltern, weil beide Eltern sehr viel gearbeitet haben. Geld hatten sie genug. Mama und Papa sahen sie im Urlaub als "Urlaubsbegleitung" während die Bezugspersonen die Erziehung, den Bezug, die Krankheitsbetreuung etc. übernommen haben.

Ich selbst bin 50/50 aufgewachsen. Meine Oma war im Haus und den anderen halben Tag war ich betrieblich mit unterwegs. So habe ich meine Mutter unter der Woche gesehen und hatte auch Bezug zu ihr. Zu meinem Vater erst, aber immerhin, als er ein Pflegefall war. Einfach weil er dann erstmals wirklich zu Hause war. Davor sah ich ihn - selten. Er ging, als ich noch schlief und kam, als ich schon schlief.
Wir haben uns zuletzt vertragen, aber Bezugsperson war er nie.

meine Oma war sozusagen Vaterersatz und zur Hälfte Mutterfunktion. Gestorben ist sie als ich Kind war und das war hart.

Mütter die ihren Beruf nie ausüben konnten. Kommt darauf an wie Mütter damit umgehen.
Ich selbst wurde während der Ausbildung schwanger. Habe dann eben umgeplant und geschaut was geht.

Ja, es gibt auch Mütter, die ihren Kindern Vorwürfe machen. Aber auch da kenne ich Karrierefrauen, die ihren Kindern sagen, dass sie nie gewollt waren. Oder auch Mütter, die ihre Kinder zwingen Instrumente zu lernen, extra dafür arbeiten gehen, um den Kindern das zu finanzieren - weil sie es selbst in der Kindheit nie durften.

Wenn Frauen Karriere machen wollen, gerne.

Wenn sie das will und selbst für ihr Leben geregelt bekommt.

Wenn Frauen keine Karriere machen wollen, warum auch nicht. Manche wollen gar nicht hoch hinaus, sondern einfach was dazu verdienen oder einfach mal rauskommen, aber ohne was bestimmtes zu erreichen.

Burn Out Patienten - mit und ohne Kinder, Frauen wie Männer, mit Karriere und/oder "einfacher" Arbeit habe ich während meiner Krankheit viele kennen gelernt.

Es gibt auch Männer, die keine Kinder haben (wegen der Karriere darauf verzichtet haben) und irgendwann nicht mehr konnten, weil es gesundheitlich zu viel war. und trotzdem haben sie das Gefühl, dass es noch zu wenig war.

Die Risiken sollte jeder selbst einschätzen.

Karriere ist auch für jeden was anderes.
Meine "Karriere" ist - auf eigenen Beinen zu stehen, mein Kind eigenständig finanziell zu versorgen und dass es mir gut geht in meinem Beruf.

Gleichzeitig bin ich dankbar für das, was ich habe, weil die Arbeitszeiten zu meinem !!! Leben passen und zu meinem Kind.

Der Witz ist ja: Vollzeit-Mütter warfen mir früher vor, ich würde zu wenig arbeiten. Müsste Vollzeit arbeiten und Kind in Betreuung geben. Nur ein Voll-fremdbetreuutes Kind hätte die besten Chancen. #kratz
Vollzeit-Arbeitende Mütter warfen mir wiederum vor, ich hätte zu wenig Zeit für mein Kind. Solle mir überlegen meine Arbeit aufzugeben. Nur ein Kind mit einer Mutter, die vollflexibel zu Hause ist, hätte die beste Förderung #kratz
Teilzeit wäre nicht das richtige für mich #gruebel

nun ....

bis auf die Paradoxe Variante: Elternzeit mit Kinderbetreuungsmöglichkeit von 7-18 Uhr (bald noch länger) und keine Elternzeit und kaum Betreuung ab Grundschule, wo Mütter doch auf Vollzeit erhöhen sollen

finde ich, dass wir heute mehr Möglichkeiten haben als früher

Frauen
und Männer !!!!!!

ein paar der Männer, die ich kenne, hätten schon bei ihren Großen (nun erwachsenen) Kindern gerne lieber die Familie zu Hause unterstützt und hätten sich gefreut, wenn die Frau auch arbeiten gegangen wäre.

beim Nachzügler machen sie es so gerne. und auch andere schon beim ersten Kind. Manche steigen später Teilzeit wieder ein. Auch das ist heute möglich.

und wenn Männer ihre Karriere nicht aufgeben wollen
und die Frau dazu auch nicht
ist die Frage, wie sie sich das familienintern organisieren
und/oder ob sie eine Familie gründen.

manche ergänzen sich
manche finden andere Wege

und ob Kinder eine schöne oder eine schmerzhafte Kindheit haben,

stellt sich dann teilweise im späteren Alter heraus.
Kinder mit finanziellen Problemen, ebenso wie Kinder von "erfolgreichen" Familien ... ist alles dabei ....
kommt eben auf die Gesamtkonstellation an

ich kenne Menschen, die finanziell arm waren als Kind und auch später kaum Geld hatten und super glücklich sind, mit sich selbst zu frieden
und Menschen, die Karriere gemacht haben, sich selbst und anderen was beweisen wollen und irgendwie nie wirklich zu frieden sind

und Menschen, die mittelviel Geld hatten, aber darunter leiden/litten
und Menschen die super glücklich sind, weil sie sich in ihrem Beruf (egal ob Karriere oder einfache Position) verwirklichen können, ihrem Bereich voll aufgehen ... egal ob sie wenig oder sehr sehr viel (zeitlich) arbeiten

manche sind auch glücklich mit Ehrenamt oder Hobby. Ohne Bezahlung, aber sie tun es, weil sie es gerne tun.
andere gehen gerne arbeiten, weil sie finanziell unabhängiger sind - Beruf (fast) egal.

für viele unvorstellbar! aber auch das gibt es #winke

Hallo,

ich habe im Rahmen meiner Möglichkeiten wohl das gemacht, was man in meinem Sektor Karriere machen nennt. Ich habe für sehr gute akademische Abschlüsse gesorgt und mir während meines Studiums schon so viel Praxiserfahrung angeeignet, dass ich nun berufserfahren und erfolgreich selbstständig bin.

Für mich war aber immer die Vereinbarkeit mit Kind wichtig. Das bedeutete auch bei mir nicht, dass das Kind IMMER an allererster Stelle stand. Diesen Anspruch hatte ich nie an mich und hätte ihn auch nicht erfüllen können. Aber ich habe insgesamt schon sehr darauf geachtet, dass es nicht mit seinen Bedürfnissen zurückstecken muss. Insofern habe ich schon in der Regel - mal Wochenendseminare über das Jahr verteilt ausgenommen - darauf geachtet, dass ich Zuhause und für das Kind nach Kindergarten, Schule usw. präsent bin, präsent im Sinne von ansprechfähig. Das bedeutete für mich wiederum auch durchaus mal die ein oder andere "Nachtschicht" im Home Office. So habe ich das gelöst.

Was ich mir nicht hätte vorstellen können, ist, in einem Bereich zu arbeiten, der meine ständige Präsenz am Arbeitsplatz abverlangt hätte. Mir ist schon bewusst, dass das in vielen Jobbereichen nicht geht. In anderen aber schon und da braucht es dann auch vielleicht nur ein wenig Mumm, seinem Vorgesetzten zu sagen, dass man die Arbeit auch Zuhause erledigen könnte oder andere, flexiblere Arbeitszeiten braucht. Diese Inflexibilität der Firmen in manchen Bereichen, in denen zB HomeOffice potenziell machbar wäre, sehe ich nämlich mit als das größte Problem und den größten Karrierekiller von Frauen an, die sich zusätzlich für Mutterschaft entscheiden.

Des Weiteren muss ich noch anfügen, dass ich nunmehr seit 2014 allein erziehend bin und, so verrückt es klingt, meine Belastungen hierdurch deutlich reduziert wurden und ich mich noch besser auf die Vereinbarkeit Kind/Karriere konzentrieren kann. Wohl allen Frauen, die keine Männer haben, die sie noch zusätzlich ausbremsen oder zu viel Verantwortung übertragen. Auf mir lastete nämlich zum Zeitpunkt des Zusammenlebens noch ein wesentlicher Großteil der kompletten Haushalts- und Finanzführung.

In meiner Wohnung nach der Trennung wusste ich sogar zunächst nicht mehr, was ich noch putzen soll, so viel freie Zeit hatte ich plötzlich :-).
Verargumentiert wurde dies übrigens damals mit "ich arbeite schließlich 12 Stunden täglich auswärts und kann nicht wie du Home Office machen".
Bevor man also im Dreck versinkt, schwingt man selbst den Besen.

Generell bin ich, denke ich, unterschiedlichsten Lebensmodellen und -entwürfen tolerant eingestellt. Ich war von Geburt an Hauptbezugsperson für mein Kind und wollte das nie ändern, das war aber eine reine Gefühlsentscheidung von mir, nicht unbedingt eine Frage der rationalen Prioritätensetzung.
Auch in Modellen, wo beide berufstätig sind und zeitlich eingespannt Karrierepläne verfolgen kann die Gefühlsbeziehung zum Kind oder zu den Kindern eine gute sein. Entscheidend ist ohnehin nicht immer die Verfügbarkeit, sondern die Qualität und wie Abwesenheiten kompensiert werden. Meine Erfahrung bei derartigen Modellen ist, wenn beide Eltern da an einem Strang ziehen, sich beide als Bezugspersonen für ihre Kinder definieren UND ein gutes stabiles Netzwerk vorhanden ist, entstehen durchaus stabile und schöne Eltern-Kind-Beziehungen.
Ebenso können klassische "er geht arbeiten - sie daheim" nicht automatisch eine gute und stabile Eltern-Kind-Beziehung gewährleisten.
Deshalb bin ich in solchen Debatten immer für die Betrachtung des Einzelfalls und die Vielfalt des Lebens zulassen.

LG