Kinderamut un uv Änderungen

    • (1) 23.03.17 - 16:06

      Hallo,

      Mich betrifft es glücklicherweise nicht mehr, deswegen habe ich mich auch noch nicht mit dem Thema beschäftigt.
      Jetzt habe ich die Änderungen gelesen und bin doch sehr erstaunt.

      Die Kinderamut soll gelindert werden in dem Alleinerziehende mit kindern über 12 mehr Geld bekommen aber nur wenn sie selbst über ein gewisses Einkommen verfügen. Das wäre ein Anreiz für die Eltern nicht mehr auf Sozialleistungen zurückgreifen zu müssen?

      Sollte es wirklich so sein finde ich das absolut paradox. Das impliziert doch, dass die Hilfebedürftigkeit selbst herbei geführt wurde. Bzw mit genug Motivation nicht bestehen würde?
      Denkt ihr dadurch wird sich die Situation in irgendeiner Weise verbessern oder haltet ihr das ganze für eine Farce?
      Vor allem wenn man bedenkt, um welche Beträge es hier geht.

      • Hallo!

        Die Reform betrifft den Unterhaltsvorschuss. Bisher wurde der nur für Kinder bis zum 12. Lebensjahr gezahlt, danach haben die jeweiligen Elternteile in die Röhre geschaut.

        Der Unterhaltsvorschuss wird vom Staat gezahlt, wenn der Elternteil, bei dem das Kind nicht lebt, aus irgendwelchen Gründen keinen Unterhalt zahlt. Dann zahlt das Jugendamt einen Unterhaltsvorschuss.
        Wenn allerdings das Kind auf Hartz-4 Leistungen angewiesen ist, entfällt der Unterhaltsvorschuss, weil das Kind ja den vollen Hartz-4 Satz erhält. Der Kindesunterhalt, den das nicht erziehende Elternteil zahlen würde, würde in dem Fall ja auf die Hartz-4 Leistungen angerechnet werden.
        Für Aufstocker, die mindestens 600€ brutto verdienen, kann hingegen dieser Vorschuss wieder gezahlt werden - das ist doch eine enorme Verbesserung. Das ist in meinen Augen schon ein Anreiz für Alleinerziehende ein paar Stunden arbeiten zu gehen (für jemanden, der lediglich den Mindestlohn bekommt, wären das ca. 15 Stunden in der Woche). Das Geld würde zwar auf den Hartz-4 Satz zunächst einmal angerechnet, auf der anderen Seite haben sie dann aber Anspruch auf den Unterhaltsvorschuss und somit dann tatsächlich doch wieder mehr Geld in der Tasche.

        In meinen Augen impliziert das absolut nicht, dass die Bedürftigkeit selbst hervorgerufen ist. Aber jemand, der so oder so auf Hartz-4 angewiesen hat, sieht oftmals keinen Sinn darin, für wenig Geld doch ein paar Stunden arbeiten zu gehen, weil es sich im Geldbeutel ohnehin nicht bemerkbar macht. Jetzt würde es sich aber bemerkbar machen, weil eben der Unterhaltsvorschuss gezahlt würde. Das ist der Hintergrund der Geschichte.

        LG

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