Freundschaftspreis - oder nicht?

    • (1) 16.06.17 - 12:58

      Hallo,

      brauche mal Input:

      ich biete nebenberuflich eine Dienstleistung im kaufmännischen Bereich an. Man benötigt dafür Fachkenntnisse und eine spezielle Ausbildung.

      Nun hatte ich eine Kundenanfrage, bei der sich später herausstellte, dass die betreffende Person eine ehemalige Schulkameradin ist. Haben uns aber seit der Schulzeit nie wieder gesehen.

      Jetzt bin ich mir bezüglich der Preisgestaltung unsicher... Der Preis der Dienstleistung bemisst sich nach Aufwand, den man aber erst hinterher klar beziffern kann, man kann nur schätzen. Da ich mich in der Vergangenheit meist zu meinen Ungunsten verschätzt habe, habe ich selbst mal bei einem professionellen Anbieter, der die gleiche Arbeit anbietet, nachgefragt. Die sind natürlich teurer, weil sie den Auftrag selbst weiter vergeben (an Leute wie mich ;-)) und dann natürlich noch was dran verdienen wollen.

      Jetzt weiß ich nicht wieviel ich nehmen soll... fühle mich irgendwie als müsste ich ihr entgegenkommen weil wir uns kennen - anderseits habe ich selbst die Woche gerade 200 Euro für ein 20-minütiges Beratungsgespräch gezahlt beim Anwalt - kann also selber gerade ein Zubrot vertragen.

      Die Agentur würde für den Auftrag 100 Euro verlangen - wieviel würdet ihr einer alten Bekannten dafür nehmen?

      Freu mich über Meinungen.

      • wenn ich bei jedem freundschaftspreise nehmen wuerde, den ich kenne, muesste ich nur drauf zahlen.....
        ich wuerde es wirkich nur bei sehr guten freunden machen. sowas spricht sich dann auch rum und du kannst dein geschaeft mal ganz schnell vergessen.

        Hallo

        Ich habe im Bekanntenkreis mehrfach Dienstleistungen in Anspruch genommen. Fotograf, Schreiner, Werbeagentur (Gestaltung von Logo bis Webauftritt, Beschriftung des Fuhrparks usw), Friseurin....
        Bei allen zahle ich regulär.

        Wir selbst produzieren und verkaufen. Da alles was wir an Freunde verkaufen, auf die Gesamtmenge gesehen, Kleinigken sind, runden wir großzügig ab. Wir merken diese 'Mengen' aber nicht. Das tut uns nicht weh.

        LG

        Du solltest dringend eine Karriereberatung aufsuchen oder einen Kurs machen, wie man in der Selbständigkeit auch noch Geld verdient. Ansonsten wirst du diesen Job nicht lange machen.

        Wenn die Agentur 100€ verlangt, solltest du zwischen 80 und 85€ verlangen.

      • Hallo,

        nein, ich würde keinen Freundschaftspreis machen. Ob Du jemanden kennst oder nicht, sollte nicht über den Wert Deiner Arbeit entscheiden. Gelegentlich kann man mal einen Ratschlag schenken oder so, aber Arbeit kostet Geld.

        Du solltest nehmen, was Deine Arbeit wert ist. Dabei kann man sich dann auch dann nicht zu seinen Ungunsten verschätzen.

        Es geht dabei nur bedingt um den zeitlichen Aufwand, sondern mehr um den Mehrwert für den Kunden. Wenn Du Ahnung hast von dem, was Du tust, dann orientiere Dich daran. Wer dann nicht will, auch gut.

        Man kann sich keine (guten) Kunden machen, wenn man billiger ist als die Konkurrenz ;-). Überleg doch mal, welche Art Kunden das anlockt.

        LG

        Hat denn diese Bekannte nach einem Sonderpreis gefragt oder ist das deine eigene Überlegung?

        Ich würde vielleicht (!) darüber nachdenken, wenn sie dich darauf angesprochen hätte.

        Also - einen normalen Preis verlangen!

        LG

      • Ich mache neben meiner Beratertätigkeit in der Pharmazie noch einige andere Dinge die als nettes "Bonbon" aufschlagen, und berechne zB. für Arbeiten im Bereich Grafikdesign, im Marketing oder in der Marktanalyse einen Mindestsatz von 45,-- € pro angefangene halbe Stunde.

        Für sehr gute Freunde wird das auch mal einfach so erledigt....für Bekannte und alte Bekannte, den Papst und Stars und Sternchen kostet es mind. 45,-- pro halbe Stunde !

        <<<Die Agentur würde für den Auftrag 100 Euro verlangen - wieviel würdet ihr einer alten Bekannten dafür nehmen?<<<<

        Genau soviel wie ein dir unbekannter zahlen müsste.

        (9) 16.06.17 - 16:51

        -----Haben uns aber seit der Schulzeit nie wieder gesehen.---

        Aus welchem Grund genau, soll diese Person jetzt einen FREUNDSCHAFTSpreis bekommen?

        Was machst Du denn, wenn sie Dir noch 5 andere Kunden anbringt, weil es bei Dir ja so schön billig ist? Die dann natürlich genauso viel bzw. wenig zahlen wollen?

        Freundschaftspreise kann man sich für Menschen aufheben, mit denen man eng ist und nicht für irgendwelche Leute von früher, mit denen man nichtmal was zu tun hat.

        Hallo,

        bei einem Auftrag, für dessen Erfüllung man - wie Du schreibst - gewisse Fachkenntnisse benötigt und der gerade mal ca. 100€ wert ist, würde ich keine Kompromisse machen. Nicht für jemanden, mit dem ich seit vielen Jahren keinen Kontakt mehr hatte.

        Ich erledige gerne mal Aufträge für Familie oder sehr gute Freunde ohne etwas dafür zu verlangen.

        Alle anderen zahlen regulär. Wenn man anfängt, irgend jemandem Prozente zu gewähren, wird man nicht mehr froh. Wo willst Du zukünftig die Grenze ziehen?

        LG

        Hallo,

        wenn du gerade dabei bist, dir einen Kundenstamm aufzubauen und auf Empfehlungen hoffst, würde ich preislich einen Ticken runtergehen - aber nicht wegen der persönlichen Beziehung.

        Da musst du lernen, hart zu sein.

        Es gibt so Berufsgruppen, da musst du dich abschotten - stell dir mal vor, du wärst Anwalt. Da fragen dich ständig Freunde/ Bekannte/ ehemalige Bekannte um Rat ... und dann stehst du total doof da. Auch da musst du eine klare Regel finden.

        Du ärgerst dich nur über dich selbst sonst ... mir ist das kürzlich auch passiert. Da wollte der Sohn der Erzieherin meines Sohnes sich bei einem amerikanischen Programm anmelden und ich sollte man kurz "drüberschauen". Alles war eine Katastrophe - wimmelte vor Fehlern, etc. Schon wurde aus dem mal "kurz drüberschauen" ein Nachmittag, bis das Ding stand - hab es sogar noch einem Personaler geschickt, den ich kenne und der mir dann den Freundschaftsdienst erwies, mal kurz drüberzuschauen. Der Typ ist nun in Amerika, ich habe nicht mal ein ordentliches Danke gehört.

        GLG
        Miss Mary

        Hallo,

        das ist das Problem, warum viele Firmen irgendwann dicht machen müssen. Die Freundschaftspreise. Wenn es nicht gerade die Eltern oder andere Verwandte sind, würde ich keinen Freundschaftspreis machen.

        LG

        • Mir ist nicht bekannt, das "Unternehmen" jemals wegen Freundschaftspreise in die Insolvenz gingen.

          Das lag vermutlich am fehlerhaften kalkulieren, unqualifiziertem Personal, falscher Preispolitik, dem falschen Produkt bei nicht übereinstimmender Qualität

          • Dir ist vieles nicht geläufig, ich merke es gerade wieder #augen
            Und noch ein kleiner Hinweis....Freundschaftspreise haben in meinen Augen schon etwas mit fehlerhafter Kalkulation und falscher Preispolitik zu tun, aber hey, wenn Du noch ein wenig darüber nachdenkst, kommst Du sicher auch drauf #schwitz
            Nichts los in Regensburg heute?

      Also, wir machen Freundschaftspreise nur für echte Freunde und Bekannte, also Leute, mit denen wir HEUTE zu tun haben. Wenn jemand mit dem ich vor 20 Jahren in der gleichen Schulbank saß anrufen würde, dann würde derjenige den gleichen Preis zahlen, wie Hinz und Kunz oder Hans und Franz. Wen mich meine beste Freundin fragt, die mir auch mal den ein oder anderen Gefallen tut sieht as natürlich anders aus.

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