Chemo oder Schwangerschaft fortsetzen

    • (1) 21.06.17 - 20:41

      Eine liebe Kollegin und Freundin ist schwanger im 4. Monat und hat vor ein paar Wochen die Diagnose akute Leukämie bekommen.

      Sie müsste sich sofort einer aggressiven Chemotherapie unterziehen, was sie abgelehnt hat.
      Es hätte bedeutet, dass sie die Schwangerschaft abbrechen muss.
      Sie wird ohne Therapie sterben, ich bin sprachlos über ihre Entscheidung.

      Wie würdet ihr entscheiden?

      Falls es eine Rolle spielt, ihre erste Tochter ist 7 und sie 41.
      Ihr Mann ist auch verzweifelt.

      • Will sie durchhalten bis das Kind lebensfähig ist und es dann vorzeitig bekommen, um die Therapie noch zu versuchen? Oder will sie so lange wie möglich leben um das Kind so lange wie möglich auszutragen?

        Ich kann schlecht sagen, wie ich mich entscheiden würde. Aber mit Blick auf meine lebenden Kinder würde ich wohl schweren Herzens die Schwangerschaft hinten an stellen, sofern meine Überlebenschancen wirklich gut wären. Das ist nämlich das Hauptproblem: Wenn es eine sehr aggressive Krebsart wäre, die sowieso eine hohe Mortalitätsrate hat, dann würde ich mein Leben eher dem Kind opfern.

        Oh mein Gott. Das tut mir schrecklich leid. Es ist schwer hier eine Entscheidung zu treffen. Ich würde aber wohl an ihrer Stelle auch so lang warten, bis das Baby lebensfähig ist und dann erst eine Therapie starten.

        Alles Liebe

        Falls meine Chancen dann gut wären würde ich im vierten Monat sicher abbrechen.

      • Ich finde das hängt ganz von den Chancen der Chemo ab. Wenn deren Chancen eher begrenzt sind, würde ich mein Immunsystem auch nicht damit belasten. Wenn es keine Heilung mehr gibt, kann das durchaus die sinnvollere und klügere Entscheidung sein.

        Sie hat eine siebenjährige Tochter, mit der sie ihre vermutlich begrenzte Lebenszeit intensiv verbringen möchte. Möglicherweise hat ihre Entscheidung mehr mit dem schon geborenen als mit dem ungeborenen Kind zu tun.

        Hallo,

        Tut mir schrecklich leid für alle Beteiligten , so eine Nachricht ist sicher die Hölle.

        Ich denke aber nicht das man deine Frage so einfach beantworten kann, wenn man nicht selber in dieser absurden Situation steckt.
        Sowas ist immer eine Einzelentscheidung und alles hängt ja auch irgendwie von der genauen Diagnose ab, gibt es gute Aussichten auf Heilung? Kann man die Chemo solange aufschieben bis das Kind lebensfähig ist?

        Wenn die Chancen trotz Behandlung schlecht stehen, verstehe ich die Entscheidung durchaus.

        Mein Opa hat sich früher mit Mitte 50 auch gegen eine Chemo entschieden, er hatte aggressiven Lungenkrebs.
        Fast alle seine Kollegen vom Bau früher sind daran gestorben (dank Asbest) und er hat so viele trotz Behandlung zu Grunde gehen sehen.
        Er wollte die Zeit die er noch hatte einfach noch genießen. Die Entscheidung war für alle auch nicht leicht zu akzeptieren, aber letztlich war es allein seine.

        Wenn dir jetzt hier 100 Leute bestätigen, dass sie sich dafür und gegen die Schwangerschaft entscheiden würden, hilft dir das leider so gar nicht weiter sie zu überzeugen.
        Ihr könnt die Entscheidung nur tolerieren und sie unterstützen.

        Ich wünsche allen Beteiligten alles Gute für diese schwere Zeit!

        LG

      • Hallo!

        Ich weiß nicht, wie ich mich entscheiden würde, weil man so etwas nur entscheiden kann, wenn man selber in der Situation steckt.

        Was ich ganz sicher gelernt habe: Es ist vollkommen egal, wie andere sich entscheiden. Selbst, wenn ich für mich vielleicht andere Entscheidungen treffen würde, muss man das, was andere wollen und machen, akzeptieren und sogar unterstützen. Werten darf man schon mal gar nicht, weil niemand sagen kann, was mit einer anderen Entscheidung passieren würde oder passiert wäre.

        "Sie wird ohne Therapie sterben, ich bin sprachlos über ihre Entscheidung."

        Bei einer akuten Leukämie ist es alles andere als sicher, dass sie mit Therapie nicht sterben müsste. Sprachlos bin ich auch ein bisschen, aber eher, weil ich sogar auf die Entfernung und obwohl ich die Familie nicht kenne, nachvollziehen kann, was für eine schwere Entscheidung getroffen werden musste. Es gibt da kein Richtig oder Falsch, es wird nur so oder so eine Menge Herzeleid geben.

        LG

        Hallo,

        ich denke, daß man sich als Außenstehende absolut kein Urteil darüber erlauben sollte. Die Frau ist in einer Lage, in der man niemals selbst stecken möchte und auch niemals darüber entscheiden möchte.

        LG

        Sei nicht sprachlos über ihre Entscheidung, denn es ist ihre. Sei froh, dass du das nicht durchmachen musst und unterstütze sie, sei für sie da.

        Sie hat eine Entscheidung getroffen und man sollte dies akzeptieren und sie dabei unterstützen.
        Es wird ihr nicht leicht gefallen sein. Als Freundin solltest Du dies respektieren.

        (11) 22.06.17 - 08:39

        Hallo,

        ich würde mich für die Chemo und somit für einen Abbruch entscheiden. Warum?
        Weil ich dem Kind nicht eine solche Lebenshypothek aufbürden wollen würde.

        LG

        • es wird nur eine Lebenshypothek, wenn eine draus gemacht wird......

          • (13) 22.06.17 - 09:01

            Dahingehend wäre mir das Risiko aber schlichtweg zu hoch. Ich könnte hierzu nicht abschätzen, inwiefern dieses Kind deshalb ggf. Schuldgefühle entwickelt, die das ganze weitere Leben belasten.
            Daher würde ich eben so entscheiden.

            • ja, natürlich. Es ist die persönliche Entscheidung eines jeden Einzelnen.
              >>Ich könnte hierzu nicht abschätzen, inwiefern dieses Kind deshalb ggf. Schuldgefühle entwickelt,<<
              nun, das meine ich ja damit, ob man es zur Lebenshypothek werden lässt.

              Wenn man einem Kind erzählt, dass die Mutter deshalb gestorben ist, weil sie das Kind aus tragen wollte und deshalb die lebens rettende Behandlung nicht machen konnte, ja, dann können Schuldgefühle auf kommen.

              Aber, muss man einem Kind so etwas in dieser Form sagen? Zu mal es dann ja auch eine Lüge wäre.

              • (15) 22.06.17 - 09:08

                Ich hab da einfach, denke ich, zu wenig Vertrauen in die Menschheit. Trauer kann zudem auch unbeabsichtigt gemein machen. Das meine ich nicht einmal auf den Mann oder das Geschwisterkind bezogen. Zu viele Variablen, ein falscher Satz zur falschen Zeit, von irgendwem.

Top Diskussionen anzeigen