Hauskauf

    • (1) 05.07.17 - 09:37

      Nein, keine Angst, es wird keine dieser hier üblichen Fragen zu dem Thema;-).

      Hm, ich umschreibe kurz die Situation: Wir haben die Chance ein Haus zu kaufen, dank Vitamin B eigentlich die Chance. Wir haben sogar das Glück und haben den Schlüssel eine Woche lang, um das Haus in Ruhe auf Herz und Nieren zu prüfen.

      Wir gehen da wirklich nicht unüberlegt und naiv ran. Nur jetzt ist mir etwas aufgefallen. Mein Mann ist ganz entspannt, frei nach dem Motto: "Drum prüfe, wer sich ewig bindet." und bei mir (typisch weiblich) fängt das große Kopfkino an. So ähnlich war es übrigens auch, als die Entscheidung für ein Kind gefallen ist#rofl, mein Mann tiefenentspannt und ich wie ein aufgeschrecktes Huhn. Jetzt frage ich mich halt, ob das so ein typisches Mann-/Frau-Ding ist, vielelicht sogar tief im eigenen Charakter verankert. Eigentlich bin ich sehr risikofreudig, nur irgendwie ist das mit der Geburt etwas verschütt gegangen#schmoll.

      Also, mögt ihr einfach mal berichten, wie das bei euch so war....vor der Entscheidung. Chaos im Kopf (ist ja doch ne ziemliche Hausnummer, was man da vor hat) oder wusstet ihr sofort, das ist es. Mein Kopfkino redet sich gerade nämlich ein, wenn man so lange überlegen muß, dann ist es nicht das richtige Haus. Auf der anderen Seite ist es ja logisch, das man nicht die Katze im Sack kaufen möchte.

      Ich brüte hier gerade über dem Grundriß, mein Kopf qualmt und ich möchte meinem Mann heute Abend die gewünschten Veränderungen präsentieren, am liebsten verschieden Varianten#rofl....nicht das er das erwartet, ich beiße mich daran nur gerade fest (ich liebe es wirklich und weiß eigentlich was geht und was nicht). Und möchte mich einfach nur mit meiner Frage etwas ablenken.

      Also, wie war es bei euch? Es geht hier wirklich nur um die emotionale Seite....bei allem anderen könnt ihr nicht helfen:-p.
      #winke

      • Hallo,

        also, gemeinsam vor knapp 30 Jahren die Entscheidung getroffen ein Reihemittelhaus zu kaufen. Mann (Banker) und meine Wenigkeit die Finanzierung usw. auf die Beine gestellt, beim Notar gewesen und das Grundstück gekauft (damit wir den damaligen Steuervorteil nutzen konnten und nicht beide Verträge zeitgleich unterschrieben haben sonder zwischen Grundstückskauf und Hauskaufvertrag mind. 4 Wochen lagen) alles eingereicht und soweit es Möglich war auch noch am Grundriss mitgewirkt haben. Nach 4 Woche ca. habe ich zu meinem Mann gesagt er könne ALLES rückgängig machen, ich will nicht mehr! Den "Einlauf" den ich seinerzeit von meinem Mann bekommen habe ist mir noch heute in guter Erinnerung und mittlerweile bin ich heilfroh dass wir uns doch für das Haus entschieden haben. Für den abtrag den ich noch zahle würde ich mir im Hamburger Speckgürtel keine Wohnung leisten können.

        LG

        Ich finde Kopfkino nicht typisch weiblich. Ich bin bei Immobilienkäufen immer sehr rational.
        Kosten/Nutzen/Lage/Rendite/Baustau...wenn das für mich paßt, kaufe ich, ansonsten lass ich es.
        Natürlich muß mir das Objekt per se schon gefallen bzw. muß ich sagen, da würde ich auch einziehen.

        Emotional bin ich bei anderen Sachen, die total Banane sind. Als ich meinen 10 Jahre alten Golf beim Händler verkauft habe und paar Meter weiter beim anderen Händler mein neues abgeholt habe, war ich kurzzeitig hochemotional als ich nochmal dran vorbei fuhr. Kam mir vor wie ein Verräter, alt und ausgedient hab ich ihn einfach abgegeben.
        #hicks#hicks#hicks

        Nach ca. 10 min fahren mit den neuen Auto war das auch wieder weg ;-)

        Also bei allem was mit Geld zu tun hat, sehr rational, kaum emotional.

        Hallo

        <<<<Jetzt frage ich mich halt, ob das so ein typisches Mann-/Frau-Ding ist, vielelicht sogar tief im eigenen Charakter verankert. Eigentlich bin ich sehr risikofreudig, nur irgendwie ist das mit der Geburt et<<<

        Meiner Meinung nach ist dieses "Ding" keine Mann-Frau Geschichte.

        Kurzfristige Entscheidungen ohne Probleme zu treffen ist eher im Charakter verankert.
        Ich war immer sehr spontan, genau wie meine Mutter.
        Es ist auch fast immer gutgegangen, es gab nur eine wirkliche Fehlentscheidung.Als Alleinerziehende habe ich mich mal kurzentschlossen ( ohne Erkundigungen ein zu holen )zur Hausanmietung mit bewohnter ELW hinreißen lassen.Das ging furchtbar schief, auch weil der Bewohner der Eigentümer/Vermieter war.#klatsch

        Gut das war einfacher zu korrigieren als ein Hauskauf.
        Ja das war eigentlich vorhersehbar.Aber das Haus war ein Traum .
        Meine spontan ( quasi übers Wochenende ) erworbene ETW vor über 30 Jahren dagegen war z.B. ein Glücksgriff, der mir langfristig erhebliche finanzielle Vorteile verschaffte.
        Grundsätzlich kann ich mich auf mein Bauchgefühl verlassen.
        Vielleicht bin ich manchmal auch zu schnell begeistert.

        L.G.

      • Bei uns war die Ausgangslage folgende, wir haben mehr Platz gebraucht, wir waren beim Makler wegen einer größeren Mietwohnung, dort hab ich den Aushang für Haus A gesehen und mich schon in das erste Bild verliebt.

        Altbau, nicht fachgerecht saniert, noch richtig viel zu machen aber ich hab mich sofort in diesem Haus gesehen, ich hatte direkt im Kopf welche Trockenbauwände wieder raus müssen, wo welche Farbe an die Wand kommt, wer welches Zimmer bekommt. Als wir Abends heimkamen und ich das meinem Mann erzählt habe was ich gerne alles ändern würde haben wir fix überschlagen und kamen auf einen Endpreis für den wir immer und ewig hätten abbezahlen müssen. Und das ohne Altbauüberraschungen.

        Dann hat der Makler uns zu Haus B geschleppt. Riesengroß, unverbaubare Lage, gehobene Ausstattung, befristet vermietet an eine wundervolle Familie, und zu einem Preis der 50% unter dem Marktwert lag. Ich wusste im ersten Raum dass mein Mann sich eher von mir scheiden lassen würde als dieses Haus nicht zu kaufen. Er war verliebt. Alle Einwände meinerseits galten nicht. Es musste dieses Haus sein.

        Damit es auch mein Haus werden konnte waren hier aber auch unglaublich viele Veränderungen möglich. Wir sind jetzt seit zwei Jahren Hausbesitzer, seit über einem Jahr in Eigenleistung am renovieren und sanieren, seit nem dreiviertel Jahr leben wir auch auf der Baustelle. Ich liebe das Haus mittlerweilen auch. Im Gegensatz zu vielen anderen mit Eigenheim die ich kenne bin ich auch nicht ständig dran zu vergleichen und zu sagen: "Beim nächsten mal machen wir dieses und jenes anders" "Es tut mir schon leid dass ich auf meinen Hauswirtschaftsraum verzichten muss" "Keller wäre super" etc. und das obwohl ich vorher viele Pläne hatte. Hat sich aber alles anders ergeben. Teilweise auch, weil mein Mann meine Pläne und Wünsche einfach ignoriert hat.

        Generell kann ich sagen, dass dieses Haus und unsere unterschiedliche Einstellung eine harte Beziehungsprobe war. Trotzdem, wir haben unseren Weg gefunden und das Traumhaus meines Mannes - von Grundriss und Lage - ist so langsam auch mein Traumhaus - von Ausstattung und Design. Wenn wir mal all meine Pläne umgesetzt haben.

        Das ist denke ich auch Typ Sache. Manche menschen grübeln so lange, bis sie es gar nicht machen. Finden immer was. Warten immer auf den "Aha"-Effekt, der bei ihnen nicht kommt. Hinterher ärgern sie sich (oft), weil sie viele GUTE Chancen haben entgehen lassen.

        Manche machen einfach drauf los, egal wie. Wird schon klappen.

        Da bin ich irgendwie in der Mitte. Ich habe gelernt meine Aha-Effekte zu erfühlen und ZUZULASSEN, aber nicht blauäuigig bei jedem ersten Aha-Effekt alles stehen und liegen zu lassen.

        Entspannt bin ich bei Dingen, die sich rückgängig machen lassen. Nicht rückgängig im Sinne von 1:1, sondern die nicht unwiderruflich sind. Ein Haus kann man wieder verkaufen. Wer sagt, dass ich die nächsten 50 Jahre am gleichen Ort bleiben will.

        Gleichzeitig kaufe ich aber auch nicht drauf los mit dem Hintergrund, ich könnte ja wieder verkaufen. So zwischendrin.

        Auch sonst schaue ich mir die Folgen an. Könnte ich mit meiner Entscheidung leben. Wäre es wirklich sooo schlimm? Wenn nicht, dann mache ich es. Wäre mir die Folge zu heftig oder zu riskant, dann lasse ich es.

        Dieses es muss für immer oder für lange Zeit sein, hält mich nur von Dingen ab oder macht mich nervös.
        Natürlich kalkuliere ich für längere Zeit. Setze mich dabei aber nicht (mehr) unter Druck. Es muss gut genug zum Leben und passend sein. Jedoch nicht perfekt.

        Wenn was besseres kommt, kann ich immer noch entscheiden. Manchmal bin ich dann aber glücklich mit dem was ich habe, dass mir das (vermeintlich) bessere gar nicht mehr wichtig ist ;-)
        Würde ich aber immer nur auf das (vielleicht) bessere warten, wäre mir schon viel entgangen.

        Kenne da eine Person aus der Verwandtschaft. Das Gute war vielleicht doch nicht gut genug, alles wurde so lange geprüft, bis es verging. Bis zu letzt hat sich die Person keine Träume erfüllt, aus Angst was besseres zu verpassen, wenn das Gute vielleicht doch nicht passend sein könnte. Letztlich hat sie fast nie das gemacht, was sie wollte und hinterher bedauert.
        Andererseits kenne ich eben auch jene, die einfach drauf los machen, nichts prüfen, sofort machen und dann mehr Ärger haben als brauchbar ist.

        Was könnte im schlimmsten Fall passieren?
        Könntest du damit leben?
        Wie wahrscheinlich ist es, dass das passiert?

        Welche Folgen fürchtest du am meisten?
        Ließen sich diese beheben/ reparieren? Selbst ein Haus im Top und allerbesten Zustand braucht nach x Jahren eine neue Heizung, Anstrich, Umbau oder sonstiges.

        Wenn ihr finanziell das mit einplant, wo ist das Problem?
        Was ist es, was du am meisten fürchtest?
        und warum?
        und wie ließe sich damit umgehen?

        Das sind so die Fragen, die ich mir stelle, die mir weiterhelfen. ;-)

      • Hallo,

        ich bin ein innerlich temperamentvoller Mensch :-) Will meinen, ich bin gerne himmelhochjauchzend oder zu Tode betrübt - trage das aber nicht immer nach außen ....

        Mein Mann und ich waren uns eigentlich von Anfang an einig, was wir für einen Haustraum hatten - es musste eine Bestandsimmobilie mit viel "Lebenslauf" sein, also schon viel erlebt haben. Uns schwebte eine alte Hofreite vor oder eine Altbauvilla mit viel Platz und Garten. Auf gar keinen Fall wollten wir neu bauen oder in ein Neubaugebiet ziehen.
        Wir haben lange gesucht, uns in viele Häuser spontan verliebt und nach kurzer Rechnerei bzw. Recherche schweren Herzens abgesagt. Da habe ich viele Qualen erlitten, aber ich bin gleichzeitig ein pragmatischer positiver Mensch.
        Nach über einem Jahr haben wir dann unser Traumhaus mit "Ecken und Kanten" gefunden, 130 Jahre alt, viel Platz und viel Historie. Hier wohnen wir seit 8 Jahren und es gibt immer ausreichend Eckchen, welche wir noch angehen wollen.

        Sei mutig, vergiss aber nicht das Kopfrechnen (gerade wegen der niedrigen Zinsen zur Zeit) :-)

        VG
        B

        Hallo
        Ich denke auch es ist Charaktersache. Als das Thema bei uns aufkam habe ich mir zwar auch sehr viele Gedanken in alle Richtungen gemacht, war dabei aber völlig rational. Der männliche Teil hier war da eher vom Typ "das ist aber schön, wir machen es einfach passend!". Wir wohnten damals in einer Mietwohnung und wussten wir wollen etwas eigenes, generell war aber offen ob bauen, Hauskauf,Eigentumswohnung,... . Wir haben uns ganz am Anfang ein altes Haus angeschaut. Vom Preis selbst, der Lage,der Größe und des Grundstückes war es toll. Nur war es eben echt sehr alt und man hätte neben den eigene Änderungen alles machen müssen. Er war total verliebt, mir war klar das hat kein Sinn. Selbst sind wir talentfrei, der Freundes- und Bekanntenkreis konnte zwar einiges aber einfach mal mithelfen alles komplett zu erneuern? Dann wollten und konnten wir eigentlich auch keine Unmengen investieren, jahrelang auf einer Baustelle wohnen eigentlich auch nicht.
        Uns wurde die Entscheidung dann aber sogar abgenommen da ich ein tolles Grundstück geerbt habe.

        LG

        Ich habe eine Weile gebraucht, um mich mit dem Gedanken, ein Haus zu kaufen, anzufreunden. Mein Mann wollte gern, und ich dachte, ein Haus, das mir gefällt, können wir uns eh nicht leisten...
        Nach zwei Jahren kam "unser" Haus vorbei. Das heißt, ich ging rein, und es war meins;-). Renovierungsbedürftig mit viel Potential und bezahlbar.
        Bei diesem Haus waren wir uns einfach einig, dass es das ist. Ohne viel Überlegen.

        Hallo,

        bei mir war es irgendwie so, dass ich mich zuerst immer in ein Haus verliebt habe. Das ganze Kopfkino war da, alles, was möglich wäre ... Ich habe in Gedanken den Garten umgestaltet und die ganze Wohnung renoviert. #verliebt

        Ich weiß noch ein Haus - von der Lage mein "Traumhaus", der Garten war super, mit einem alten knorrigen Baum, einem Baumhaus und ich stellte mir schon vor, wie die Kinder total jubilieren würden. Von außen sah es super aus und irgendwie stellte ich mir vor, es müsste innen auch so sein ....

        Wir durften vor der "offiziellen" Besichtigung schon mal Garten & Grundstück in Augenschein nehmen und ich war überzeugt davon "dass es das war". Ich war schon total aufgeregt und happy. Dann die Innenbesichtigung, wo einige eklatante Baumängel zu Tage traten, die den Hauskauf unmöglich machten.

        Irgendwann wurde ich rationaler. Daher wohnen wir nun sehr unspektakulär. Ich hatte schon viele Zweifel, aber es war wie jemand schrieb, beim Autokauf. Ich habe wirklich geweint, als ich aus meinem alten Haus raus ging, als der Alltag im neuen Haus gut lief, dann war es mir egal.

        GLG
        Miss Mary

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