Wer glaubt heute noch an Gott?

    • (1) 26.07.17 - 07:22

      Guten Morgen,

      mich würde interessieren, wer von euch noch an Gott glaubt. Vielleicht liegt es auch an meinem persönlichen Umfeld, denn mir ist aufgefallen, dass immer weniger Menschen an Gott glauben.

      Ich persönlich hatte lediglich in der Schule Berührungspunkte mit Religion. Meine Eltern waren nicht wirklich religiös, d.h. sie glauben daran, dass es „da oben“ etwas gibt, mehr nicht.

      Ich schwanke zwischen zwei Varianten:

      Entweder es gibt keinen Gott und das Leben besteht aus Schicksalsschlägen. Die Menschen entstanden durch Evolution und das Gesetz "Der Stärkere gewinnt" dominiert.

      Oder es gibt einen Gott. Diese Variante finde ich jedoch auch nicht so prickelnd, da er meiner Meinung nach nicht liebevoll sein kann. Schon alleine die Geschichten in der Bibel fand ich sehr blutig und grausam. Zudem finde ich die Vorstellung, dass er hier Menschen für die Entscheidung der Vorfahren "büßen" lässt, nicht so dolle.

      Mich würden hierzu eure Erfahrungen interessieren.

      • Hallo
        Meine Mutter glaubt an Gott, ist aber nicht religiös praktizierend, mein Vater ist Atheist, wenn auch getauft, aber später ausgetreten.
        Wir wurden nicht religiös erzogen, ich habe aber immer an Gott geglaubt und war auf der Suche in Teenagerzeiten, war ein großes und wichtiges Thema immer für mich.
        Heute bin ich überzeugte Gläubige und lebe so mit meinem Mann und meinen Kindern nach bestimmten "Regeln " und Vorstellungen. Die Existenz Gottes ist für uns selbstverständlich.

        Im Freundeskreis sind alle wie wir gläubig, das passt am besten.
        Kontakt habe ich allerdings natürlich auch zu Nichgläubigen und Andersgläubigen.

        Nein, ich glaube nicht an ihn.
        Aber es gibt viele Menschen, die durch den Glauben an ihn, das Leben (und dessen Verlauf inkl. Schicksalsschläge) besser annehmen können. "So Gott will..." ist halt einfacher zu verkraften, einzuordnen. Und Menschen tendieren nun mal dazu, die Dinge einordnen zu wollen. Viele Menschen wollen das jemand die Verantwortung trägt...da ist so ein Gott ja ganz hilfreich.
        Aus der alten Generation weiß ich, das Gebete beruhigen, die Angst nehmen. Quasi eine Arzt Meditation sind. Kamen sie heile aus der Sache raus, dann war es halt Gott der das gelenkt hat. Zumindest habe ich da so für mich daraus verstanden.

        • Ja, das glaube ich auch. Es ist irgendwie leichter, dass ganze Leid etc. auf der Welt zu ertragen, wenn man weiß „Gott macht alles wieder gut.“
          Daraus kann man ja auch viel Hoffnung ziehen, wenn einen ein Schicksalsschlag trifft. Diese Gedanken „Gott weiß was er tut“ oder „Er hat noch was anderes für uns vorgesehen“ etc. sind ja auch irgendwie tröstlich.

          Ich würde auch gerne daran glauben, jedoch finde ich nicht, dass es ein liebevoller Gott sein kann, der das alles so zulässt.
          Auf der anderen Seite ist das Weltgeschehen so ganz ohne Hoffnung auch schwer zu ertragen.

          Darf ich dich fragen, an was du dann glaubst? Mein Mann glaubt fest an die Evolution und daran, dass es danach auch nichts mehr gibt. Finde ich ok, wenn ich mit 95 Jahren und einem erfüllten Leben einschlafe.

          Wenn ich jedoch mit 30 vom Krebs dahingerafft werde und 2 Kinder dalasse, finde ich diese Vorstellung irgendwie bedrückend.

          • >>Mein Mann glaubt fest an die Evolution und daran, dass es danach auch nichts mehr gibt. Finde ich ok, wenn ich mit 95 Jahren und einem erfüllten Leben einschlafe.

            Wenn ich jedoch mit 30 vom Krebs dahingerafft werde und 2 Kinder dalasse, finde ich diese Vorstellung irgendwie bedrückend. <<

            wieso? Weil du keinem dafür die Schuld geben kannst?

            • Nein, es geht mir gar nicht um Schuldzuweisungen.

              Es ist eher der Gedanke „Und das wars jetzt also?“ Es hätte was tröstliches, dass man seine Lieben z. B. nicht für immer verlässt, dass es danach noch etwas gibt, dass man von oben runterschauen kann, dass …

              Irgendwie unterscheidet uns dieses Suchen nach dem Sinn des Lebens ja vom Tier. Ich kann das nicht abstellen.

              Und dabei leben wir ja noch in einem Teil der Welt, wo wir unser Leben voll auskosten können. Es gibt so viele Menschen, die von Geburt an „leiden“ und kämpfen und dann mit 35 sterben.

              Ich bin mir sicher, die fragen sich auch, ob dass jetzt alles war.

              Irgendjemand hat mal gesagt, das Leben besteht nur aus Leiden und Kämpfen. Vielleicht möchte ich das noch nicht wahrhaben.

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