Hilfe, mein Kind will immer nur schlafen! und andere Peinlichkeiten

    • (1) 07.08.17 - 14:53

      Ich muss meinem Sohn das langweiligste Leben bieten, das es auf Erden nur geben kann. Er ist nicht einmal drei Jahre alt und schon depressiv.

      Während die Trappelschritte unseres Nachbarjungen spätestens um 8 Uhr morgens über den Boden flitzen, dreht sich mein Sohn gemächlich auf die andere Seite, um erst nach zwei weiteren Stunden Schlaf nach seiner Mama zu rufen, damit diese ihm beim Aufstehen behilflich ist.

      Früher war das anders! Die Kita ist schuld! Früher wachte er morgens früh auf, um sofort aufzustehen und mich anzustrahlen. Seit das mit der blöden (Kack-)Kita angefangen hat, die wir beide nicht mögen, ist er morgens nicht wach zu kriegen. Jetzt, da ich aufgrund eines Jobverlustes wieder zu Hause bin, hat er den Ernst des Lebens geschmeckt und würde am liebsten gar nicht mehr aufstehen. Selbst wenn er wach ist, bleibt er mit offenen Augen liegen und schaut zur Decke hinauf. Und das mit nicht einmal drei Jahren. Wenn wir schlussendlich aufgestanden sind, will er nicht frühstücken, sondern fragt sofort nach seinen Youtube-Videos. Ich fühle mich dann sehr, sehr hilflos (komplett hilf- und ratlos), zumal ich ihm ja anbiete, auf den Spielplatz zu gehen oder sonst etwas zu unternehmen. Lediglich die Erwähnung des Namens seiner Freundin, welche sein Vater aber überhaupt nicht leiden kann, kann ihn dazu erwägen, seine Hufe auch einmal außerhalb der Wohnung zu schwingen. Jene dürfen wir allerdings höchstens einmal in der Woche sehen, da sein Vater sie für „ungeeignet“ und die Familie für „asozial“ hält. Dabei ist sie sehr lebhaft und sollte mein Sohn sie nicht treffen wollen, würde es dies jawohl sagen bzw. anders signalisieren. Unser Papa ist so ein derber Langeweiler, da gehen wir lieber mit Alleinerziehenden Bekannten auf die Piste als gar nicht. Des Kleinen Lieblingsspielzeug sind bereits jetzt unsere Handys und er schaut dort mit großem Spaß und großer Lernbereitschaft seine Videos. Die darin vorkommenden Charaktere beschäftigen ihn dermaßen und haben es ihm auf eine Weise angetan, dass er ständig darüber nachsinnt und sie mit Vorliebe zum Thema macht. Wir sind unseren Nachbarn gegenüber dermaßen im Hintertreffen, dass ich mich wirklich so hilf- und ratlos fühle und meinen Kleinen dermaßen bedauere, dass ich schon drauf und dran bin, ihm eine Pflegefamilie zu suchen. Die Kinder dort wurden allesamt in eine Großfamilie hineingeboren und dürfen ständig Geburtstagen und anderen Feierlichkeiten beiwohnen. Unser Sohn muss das doch mitbekommen! Ich weiß nicht mehr, wohin und wieso. Sollte man sich mit anderen Müttern oder Vätern zusammenrotten, die ebenfalls unsympathisch und einzelgängerisch sind und zu einer großen Ersatzfamilie zusammentun?! Ständig schweifen meine Gedanken in meine Vergangenheit zurück und ich werfe mir vor, so zu sein, wie ich bin und frage mich, wie es dazu kommen konnte. Wie kann ich meinem Sohn ermöglichen, in der Schule beliebt zu sein, wo ich es selber nicht war?! Wie kann ich ihm Stärke, Durchsetzungsvermögen, Ellbogen und ein loses Mundwerk verleihen, wo ich diese Qualitäten selbst nicht besitze?! Bei seinem Vater stoßen all diese Sorgen und Gedanken auf taube Ohren und ich bin auch (noch) nicht bereit, mich meiner Schwiegermutter gegenüber auf diese Weise zu outen, denn Offenheit wird doch sowieso als Schwäche ausgelegt, aus der (von Personen, die einem nicht wohl gesonnen sind) immer nur Kapital gezogen wird, und der Ehrliche ist sowieso der Dumme, über den macht man sich lustig. Ich bin ein totaler Theoriemensch und habe die Praxis verlernt. Ich hätte die letzten zwei Jahre gut und gerne dazu nutzen können, eine Doktorarbeit zu schreiben, dann hätte ich der Gesellschaft wenigstens etwas zurückgegeben. So habe ich ein Groß meiner zwischenmenschlichen Qualitäten verloren und würde mich am allerliebsten auf Dauer in ein Schneckenhaus zurückziehen, um ohne Essen und Trinken einfach ein Jahr zu verschlafen und mein bisheriges Leben, welches mir momentan so ärmlich und klein vorkommt, währenddessen zu vergessen und sorglos und guten Mutes wieder aufzuwachen.

        Ich habe mich selber erschrocken als ich den Text gerade las.

        100 mal Pardon.

        • (6) 13.08.17 - 23:56

          und was genau wolltest Du uns jetzt damit sagen? Dass Du Dich erziehungsunfähig fühlst oder dass Du Angst hast, Dein Kind hätte Depressionen? Oder sollte es nur ein überspitzt dargestellter und eigentlich eher lustiger Text über den Alltag mit Kind sein? Wobei ich sagen muss, dass mein Sohn mit drei - auch der Kleine nicht - noch nicht täglich das Handy in der Hand hatte, geschweige denn irgendwelche Youtube-Videos geschaut hat. Sein Lieblingsplatz war draußen im Garten oder mit mir und dem Laufrad unterwegs zu sein...aber ein Langschäfer war meiner auch ;-) Der zweite ist dafür genau das Gegenteil:-p

          LG

          a79

    Hääähh #kratz?

    Ach du Scheiße...

    (9) 07.08.17 - 19:41

    Hast DU die Depression oder dein Kind?

    1. Kinderarzt, Bluttest, durchchecken lassen. Wenn ein Kind auffallend mehr (oder weniger) schläft, ab zum Kinderarzt!

    2. Youtubeentzug etc. bei einem Jugendlichen würde ich verstehen, wenn man kräftemäßig nicht mehr gegen ankommt. Einen 3jährigen kann man auf Spielplätze bringen und mit rausnehmen. Menschen bieten, auch wenn man selbst nicht mit ihnen spricht.

    3. Beliebt und Schule sind noch lange hin
    Such DIR SELBST Hilfe um mit dir selbst wieder klar zu kommen - oder mit dem was du verlernt hast. Dann ist noch genug Zeit, das neu erlernte auf dein Kind zu übertragen. Wenn DU dich zurückziehst und deinem Kind keine Menschen bietest (weil du es nicht schaffst), wird es nicht können.

    Lass ihn raus. Kita hin oder her. Spielplätze sind keine Kita. Geh täglich mit ihm hin, irgendwann fängt er schon an zu spielen.
    Lass aber vorher abklären, ob hinter seinem Schlafen nichts organisches steckt
    Diabetis, Schilddrüse, Vitamin D Mangel, Eisenmangel, Läukemie oder sonstiges

    und bring dein Leben wieder auf die Reihe Kinder nehmen die Stimmungen der Eltern oftmals auf

    • (10) 11.08.17 - 02:39

      Hallo und danke für deine ausführliche Antwort.
      Ich bräuchte nur einmal ein Feedback.
      Es ist alles nicht ganz so schlimm, die letzten Tage waren auch ganz gut.

      Wir waren viel auf dem Spielplatz und die Handys waren wenig präsent. Es ist auch nicht so, dass er dort ständig hineinsieht, nur eben sehr gerne.
      Der Punkt mit den Menschen werde ich verschärft angehen und mich nicht bremsen lassen durch Ablehnung oder Enttäuschung. Wie mache ich das mit dem Job? Suche ich mir irgendetwas, um Selbstbewusstsein und -Achtung zu haben und suche ich nach etwas Lohnendem? Hast du einen Rat in Bezug auf das Wohlbefinden meines Kindes?
      Es ist nicht so, dass er nicht spielt, wenn wir auf Spielplätzen sind, er will irgendwie nur nicht so oft raus wie ich das gerne hätte. Ich erinnere mich noch genau an den Nachmittag als ich ihm das Ruder überließ. Er war fast zwei und wir kamen von der Kita. Ich tendierte zum Spielplatz, er wollte ins Haus zu seinen Sachen. Ich wurde schwach, weil ich dachte, er weiß schon am besten, was er jetzt braucht. Irgendwie haben sich da unsere Rollen verschoben. Vllt. kann ich probieren, ihn zu locken, mit Gummibärchen oder so...
      Er wacht morgens auch früher auf jetzt, seit wir von Oma und Opa zurück sind.
      Ja, ich muss mein Leben auf die Reihe kriegen, sonst gibt es nur Chaos, oder?

      Ich möchte dir nochmals von Herzen danken, der lange Text war nicht selbstverständlich.

Ich würde dir eine Familienhilfe empfehlen, am besten mit dem Jugendamt Kontakt aufnehmen und Hilfe einfordern.
Gruß

Lass dein Kind nicht mehr an eure Handys, bring es zum Arzt und unternehme etwas gegen deine Depressionen.

Ja ist denn scho´ Freitag?!

(14) 08.08.17 - 11:35

Liest sich wie Troll

Falls nicht, gehe zum Arzt und lass mal den Eisenwert insbesondere den Speicher testen.
Wenn es da leer ist ist man nur Müde.

Und selbst ohne Job (bin derzeit auch ohne krankheitsbedingt) so hat man als Mutter die verdammte Pflicht für die Kinder trotzdem den Tagesablauf zu gestalten als wenn man zur Arbeit geht,.

(15) 08.08.17 - 12:45

Hallo,

mag schon sein, dass Du ein sehr theoretischer Mensch bist, zudem sehr unstrukturiert, durcheinander und nicht zielführend.

Wenn Du das Gefühl hast, dass Dir die (Zwangs-)Auszeit mit Kind psychisch nicht gut getan hat, wird es Zeit, dass Du daran etwas änderst - vorzugsweise mit professioneller Unterstützung, aber der Wille muss aus Dir heraus kommen.

Du hast ja schon viele Tipps bekommen. Dazu kann ich Dir nur folgendes sagen:

Wenn Du über etwas nachdenkst, dann frage Dich:

Kannst Du es ändern?

Wenn nein, hör auf drüber nachzudenken und akzeptiere es.

Wenn ja, frage Dich:

Kannst Du es jetzt ändern?

Wenn nein, hör auf drüber nachzudenken.

Wenn ja, dann ändere es.

LG

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