Abgestumpft angesichts des Terrors?

    • (1) 24.08.17 - 09:10

      Ich frag das hier mal, weil ich nicht weiß, ob noch andere so empfinden wie ich.

      Angesichts des Terroranschlags in Barcelona hab ich es ganz stark gespürt: Ich spüre nichts mehr. Da fährt irgendein Wahnsinniger ein paar Menschen über den Haufen, in einer Stadt, die ich gut kenne und in der ich ab und zu mal bin.

      Ich erwarte irgendein Entsetzen von mir, irgendeine Form von Mitgefühl.

      Stattdessen: Kurz auf Facebook nachgeschaut, und ja, beide Freunde, die dort wohnen, sind in Sicherheit. Nicht, dass ich daran gezweifelt hätte. Alles andere: egal.

      Bei Sondersendungen wird weggeschaltet, und ich sitz abends genauso gut gelaunt mit meinen Mädels zusammen beim Italiener wie sonst.

      Ich teile keine Trauerbildchen, bete nicht für Barcelona (na ja, auch sonst für nichts), ich hake das so ab wie alle anderen Todesfälle irgendwo auf der Welt: kenn ich nicht, werd ich nicht mehr kennenlernen, hätte auch mich treffen können, hat es aber nicht.

      Ist das Gefühlskälte? Ist das Abstumpfung? Oder ist das vielleicht sogar die einzig richtige Art, mit diesem Geschehen umzugehen? In den Medien schreit einen die Panik an. Ich schau Shopping Queen und das Perfekte Dinner und Ninja Warrior Germany. Bin ich deshalb desinteressiert? Vielleicht. Müssen mich denn Tathergänge und -hintergründe von jeder Irrsinnstat interessieren? Welcher Erkenntnisgewinn entgeht mir?

      Wie ist's bei euch? Heulen und Zähneklappern oder "Business as usual"?

      • Hallo liebes ,

        Ich fühle mit denen vorallem wie du schon sagtest : Es sind Wahnsinnige die im Drogenrausch sowas machen !

        Nein es ist keine Kälte , sondern dein Unterbewusstsein möchte es einfach verdrängen .

        Mein Mann und ich wollten auch in den Urlaub fahren - aber ganz ehrlich wir trauen es uns nicht ! überall kann was passieren und wir sind einfach nirgendwo mehr sicher
        Trotzdem kann man sich nicht abkapseln aber die Angst ist da !

        Und mit der Religion hat es nichts zu tun . Genauso viel wie vergewaltigung mit liebe!

        Doch diese erkenntniss hat leider nicht jeder und so werden viele Ausländische Muslime Migranten über einen Kamm geschoren -

        • Es hat etwas mit dem Islam zu tun. Ich bin selbst Muslima und sage das. Alles andere ist falsch verstandene politische Korrektheit. Erst wenn man das in Europa erkennt, kann man das Problem an der Wurzel bekämpfen. Das was wir erleben sind doch nur die extremsten Auswüchse. Es gibt in DE Schulen die von extremistischen Regierungen, wie der saudischen, finanziert werden. Die Jungs dort lernen Juden zu hassen, Frauen als minderwertig anzusehen etc. Die werden in der westlichen Gesellschaft niemals zurecht kommen und geraten so in die Fänge von den "Hasspredigern" oder, viel schlimmer, radikalisieren sich unbemerkt im Internet.

          Und erst wenn man dort an der Wurzel anpackt, kann man das Problem in Deutschland oder Europa bekämpfen. Dann haben wir in einer Generation junge Muslime in Europa die ihren Glauben leben und dennoch mitten in der Gesellschaft stehen. Deren Rollenbild nicht aus dem Koran, sondern aus der Realität geprägt wird. Die sich nicht alleine und abgehängt fühlen.

          Das der Islam sich, ähnlich wie das Christentum, reformieren muss, steht ebenfalls außer Frage.

          Im Drogenrausch? Das ist ja mal was ganz Neues. Natürlich hat das was mit dem Islam zu tun, aber nicht alle haben sich radikalisiert. Leider trauen sich keine islamische Prediger öffentlich sich dagegen zu bekennen.

      Business as usual...

      Klar, man kriegt das mit, überfliegt dann noch die Schlagzeilen, aber irgendwie ist das alles (leider) normal geworden. Empathie? Nö, Mitgefühl? Hab selbst genug zu tun. Beileidsbekundungen posten? Wen interessierts...

      Ja man stumpft ab. Und das ist gut so, man schützt sich selbst, anderfalls wäre man nicht mehr lebensfähig wenn man nur dran denkt "Oh Gott, das könnte ja ich sein, etc."

      Für die Betroffenen ist das schrecklich, aber es ist egal ob in Europa jemand tragisch stirbt oder in 3. Welt Ländern. Man darf sich nunmal nicht verrückt machen lassen. Evtl. ist das auch genau der richtige Weg. Anschläge haben besonders eines zum Ziel: Aufmerksamkeit erzeugen und Angst und Schrecken verbreiten. Wenn das nicht mehr funktioniert... hat der Terrorist kaum noch Nährboden. Passend zum Spruch "Stell Dir vor es ist Krieg und keiner geht hin..."

      In diesem Sinne, schalte ich auch wieder ein wenn Ninja Warrior läuft ;)

      • Die Organisation hinter den Anschlägen will Aufmerksamkeit. Die Täter an sich sind arme Würste, die so voller Hass sind, dass sie lieber beim Versuch sterben als weiter in dieser Gesellschaft zu leben. Sie wollen keine Aufmerksamkeit. Sie sterben als Märtyrer und gelangen ins Paradies. In unserer Religion ist dieses Leben nur ein Zwischenstopp auf dem Weg zum wahren Leben im Paradies.

    Ich denke schon jedes Mal: "Oh scheiße" aber das schon immer.

    Sondersendungen, das gebe ich zu, habe ich bisher immer nur geschaut, wenn was in Deutschland war. (naja und damals natürlich 9/11)

    Ansonsten gehe ich schnell zum Alltag über.

    Abgestumpft? Nein, bin ich nicht. Im Gegenteil. Ich merke eher, dass sich das bei mir ins Unterbewusstsein frisst.

    Am Tage denke ich nicht dran. Ich bin Berlinpendler, ich steige an einem der belebtesten Bahnhöfe um - ich will gar nicht dran denken, wenn hier mal ne Panik ausbricht. Schutz? Seh ich nicht. Beschäftigt mich aber gar nicht.

    Aber nachts: wehe ich kann nicht einschlafen, dann "kommen die Gespenster": ich hatte einen tollen Tag im Schwimmbad mit meinem Kind, abends kommen Gedanken: was wäre, wenn eine Geiselnahme, Amoklauf etc. in diesem Schwimmbad passiert wäre. Was hättest du wohl gemacht, um dein Kind zu schützen, wo hätte man sich wohl verstecken können. Was würdest du tun, wenn jemand vor deinen Augen deinem Kind was antut - ich kann mich da richtig rein steigern. Und ich glaube nicht, dass ich solche Gedanken hätte, wenn man nicht tagtäglich solchen Informationen / Bildern ausgesetzt werden würde. Ich denke mir ja nichts aus. In anderen Ländern sind Mütter genau solchen Situationen ausgesetzt.
    Und ich denke nicht, dass das besser werden wird.

    Aber am Tag: "Business as usual". Ich schränke mich auch nicht ein.

    Hm, zehn Minuten nach Einstellen deines Beitrags war deine Visitenkarte gelöscht...

    (9) 24.08.17 - 20:53

    Hi,

    vor kurzem gab es einen Bericht, das es wichtig für die Menschen ist, das sie abstumpfen.
    Am Anfang gibt es Tund um die Uhr Sondersehndungen, man trauert mit, ist entsetzt, etc.

    Aber wenn jede Woche ein Anschlag, ein Brand, ein Flugzeugabsturz, Erdbeben ist, und wir es zu nahe an uns ran lassen, würden wir seelisch daran verbrennen.

    Daher schützen wir uns selber, indem wir die Nachrichten nach einer bestimmten Zeit nicht an uns ran lassen

    Also alles normal.

    lg
    lisa

    (10) 25.08.17 - 11:13

    Nein, abstumpfen werden mich diese Greueltaten an unschuldigen und wehrlosen jungen wie alten Menschen sicherlich nicht und niemals. Mich wundert eher im Gegenteil wie hilflos, stoisch und gleichgültig unsere Gesellschaften diesen Treiben und diesen Menschen in der Mitte unseres Lebens und Lebenstils gegenüberstehen. Wir sind froh und das sage ich ganz offen, dass es auf der Schule unsere Kinder keine Muslime gibt und wir keinen Kontakt zu solchen Menschen pflegen, außer er macht uns einen leckeren Döner.

    • (11) 28.08.17 - 10:37

      "Wir sind froh und das sage ich ganz offen, dass es auf der Schule unsere Kinder keine Muslime gibt und wir keinen Kontakt zu solchen Menschen pflegen, außer er macht uns einen leckeren Döner."

      Kein Kontakt zu "solchen Menschen"?
      Damit meinst du Muslime im allgemeinen?
      Aber "lecker Döner" ist ok?

      Hoffe, dass der Betreiber des von dir favorisierten Dönerladens hier mitliest und dir ne

      RIESENPORTION GAMMELFLEISCH in dein nächstes "Fleischbrot " stopft!!!

      • Was erregt dich so? Muss ich es jetzt schon als politisch korrekte Bereicherung empfinden solche Leute in der Schule meines Kindes zu haben? Ich sehe das nicht so und will dies ganz bewusst nicht.

        • (13) 28.08.17 - 12:26

          https://de.m.wikipedia.org/wiki/Ethnopluralismus

          Ob Troll oder was auch immer,
          in der Kanalisation rumort es offensichtlich!

          • Denke was Du möchtest. Ich habe das Recht durchaus nicht alles und jeden zu mögen oder akzeptieren zu müssen. Wir haben das finanzielle und familiäre Privileg in einem Stadtteil mit meist sehr großen Häusern und entsprechenden Grundstücken und Zäunen zu leben, eine Schule (privat) für das Kind und einen Bekannten- und Freundeskreis indem wir von solchen Dingen und Lebensbereicherungen verschont bleiben. Haben das ganz bewusst so gewählt und das ist auch gut so und nun?

            • (15) 29.08.17 - 13:32

              Dein persönlicher Lebensentwurf interessiert mich nicht.

              Aussagen wie
              "Von solchen Menschen verschont bleiben......"
              tangieren mich aber!

              Sie erfüllen ( vor allem im Kontext deiner anderen Aussagen) die Kriterien einer rassistischen Aussage, die ich selbstverständlich nicht unkommentiert lasse.

              Und nun?

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