Ist Frauen Schicksal von Soldaten echt egal?

    • (1) 01.09.17 - 09:53

      Hallo in die Runde,

      Ich bin überrascht wie "gefühlskalt" Frauen sein können...? Waren im Urlaub in einer Runde, dort war auch eine Gruppe junger deutscher Frauen (24-29 Jahre) dabei. Irgendwann kam das Thema Weltpolitik auf und wie gefährlich die Zeit momentan scheinbar ist. Und das die Bundeswehr (auch im Rahmen von Nato-Einsätzen) in Zukunft wahrscheinlich des öfteren gefährliche Auslandseinsätze zu bewerkstelligen hat. Während alle Anwesenden diesbezüglich wegen eventuell kommender Todesfälle "bedenken" hatten, war es den Mädels schlichtweg egal, da Sie als Frauen davon ja nicht betroffen sind. Sie hätten mit den bislang Gefallenen in Afghanistan auch kein Mitleid, da Sie die toten Soldaten ja nicht persönlich kennen und ausserdem seien es ja nicht so viele Gefallene. Aussage:"ist halt so." Und so lange sich die Konflikte weit weg abspielen, betrifft es Sie ja nicht direkt.Darauf angesprochen wie es denn wäre wenn Europa oder gar Deutschland angegriffen werden würde meinten Sie, dass Sie dann schon "darauf bestehen" von der Bundewehr verteidigt zu werden. Aber dann wieder das Gefühlskalte. Vorrangig betrifft es ja dann erstmal nur die jungen Männer die einberufen werden würden; sie als Frauen müssten ja keine Angst haben kämpfen zu müssen. Und selbst wenn Tausende Deutscher Soldaten bei der Verteidigung sterben würden, dann ist es halt so, hauptsache sie selbst würden überleben und Deutschland/Europa gewinnt, damit sich ihr Leben nicht so sehr ändert: "Dafür ist es notfalls auch in Ordnung wenn halt viele Solaten fallen würden; besser die als wir und esist ja Ihr Job uns zu beschützen". Und das schärfste ist, die Mädels rechnen damit das es in naher Zukunft zu einem Konflikt mit deutscher Beteiligung kommt; ergo ist es ihnen auch egal das ich für Ihre Verteidigung kämpfen müsste und vielleicht auch getötet würde, während Sie weiter Cocktails schlürfen und keinen Gedanken an die verlieren, die auch für Sie ihr Leben geben.
      Ich muss sagen ich fand das richtig krass.... Sind junge Frauen wirklich so egoistisch?

      Wie seht Ihr denn das? Ist es Euch egal wenn Soldaten die ihr nicht kennt sterben würden, damit Ihr weiterleben könnt? Sagt Ihr als Frauen auch, es ist allein die Aufgabe der Bundeswehr uns zu verteidigen und ihr selbst seit lieber in Sicherheit? Und hattet ihr bislang Mitleid mit getöteten Soldaten?

      Es interessiert mich wirklich ob die Damenwelt so abgestumpft ist, dass ihr alles egal ist solange es Sie nicht direkt betrifft (und ob dies altersabhängig ist und nur bei Jüngeren so ist da diese ja bislang keine Not kannten). Und da hier ja auch viele Frauen im Forum unterwegs sind habe ich dies mal hier (neben einem anderen Forum) gepostet. Wenn ihr mögt vermerkt ruhig ob M oder W und das Alter.
      Ich selbst bin 21 und hatte bis dato überlegt zur Bundeswehr zu gehen. Da ich alles für mein Vaterland und seiner Bevölkerung geben würde ist vielleicht der Grund warum mich das schockiert und interessiert....

      • Hallo,

        ich, (w, Ende 30) bin solchen theoretischen Dingen gegenüber auch völlig kalt. Hätte, hätte,....

        Ich kenne Soldaten und eine Soldatin die in gefährlichen Einsätzen waren (Engländer und Deutsche). Ganz ehrlich, da habe ich schon gezittert. Aber nur weil es mich durch persönliche Bindung betroffen hat.

        Wenn man sich das ganze Elend der Welt anschaut. Da sind die deutschen Soldaten wohl eher diejenigen die es noch ganz gut haben (freiwillig, gut besoldet,...). Mir gehen ganz andere Dinge, die großen Konflikte betreffend, nahe. Kinder, Familien, Zivilisten die ums Überleben kämpfen....

        Ich bin nicht gefühlskalt. Aber das von dir angeschnittene Thema lässt mich nicht ins große Heulen rutschen.

        Lg

        • (3) 08.09.17 - 18:53

          Da saßt du aber mit einer komischen Runde zusammen. Dass man insgeheim so denkt kann ich mir vorstellen, aber das man sich traut das laut zu sagen?!

          Ich muss gestehen, dass ich es auch eigenartig finde, wenn jemand mir erzählt, dass er Soldat werden will. Schon die Vorstellung mit Waffen auf Menschen zu schießen finde ich furchtbar. Aber auch so ewig lange von seiner Familie weg zu sein und die ganzen Gefahren?! Nein ... ich sehe echt nicht einen Grund warum Menschen Soldaten werden. Gleichzeitig ist mir aber auch klar, dass man sie dringend braucht und dass diese Menschen auch unserer Gesellschaft einen großen Dienst erweisen. Trotzdem bekommt die Bundeswehr bestimmt an vielen Stellen nicht den Respekt, den sie verdient hat.

          Unsere Gesellschaft hat an mehreren Stellen nun mal einen Doppelmoral. Alle essen Fleisch, aber keiner achtet den Metzger. Alle wollen im Falle eines Angriffs beschützt werden, aber keine will Soldat sein.
          In gewisser Hinsicht kann man sagen, dass Menschen dumm sind.

      Hallo,

      das Thema betrifft sie eben nicht und ist in ihrem Leben nicht präsent. Von dem her kann man es ihnen nicht vorwerfen. Und schon gar nicht kann man ihnen nicht Gefühlskälte unterstellen. Und was soll jetzt der ausschließliche Bezug zu Frauen? Wie verhalten sich den junge Männer in dieser Altersgruppe? Wohl auch nicht anders als die Mädels es tun, oder?
      Vielleicht bist Du enttäuscht, weil die Mädels das nicht beeindruckt, fürs Vaterland freiwillig, in den Krieg ziehen zu wollen?

      Grämst Du Dich jeden Tag wegen der vielen verhungernden Menschen weltweit? (z.B.) Wenn Du dich jetzt für das als Deine Aufgabe entschieden hättest, würdest Du Dich über die Ignoranz der Menschen dazu ärgern, schätze ich.

      Ich kenne noch die Wehrpflicht meiner Brüder. Meine Onkels waren im zweiten Weltkrieg und habe viele schreckliche Geschichten von ihnen gehört. Sie waren ihr Leben lang traumatisiert. Natürlich denke ich daher anders oder mache mir Gedanken übers Weltgeschehen.
      Ich bin froh, dass es derzeit keine Wehrpflicht gibt. Und meine großen Kinder sind es auch. Ob das in 10 Jahren auch noch so sein wird, wenn meine Kleine dann Post von der Bundeswehr bekommt? Hoffentlich!

    • (5) 01.09.17 - 10:49

      Mein Schwager ist bei der Bundeswehr (Berufssoldat) und war vor Kurzem für einige Monate in Mali im Einsatz. Natürlich haben wir alle die Luft angehalten bis er wieder sicher hier war, und ich habe vollstes Verständnis dafür das dieser Einsatz seine Spuren bei ihm hinterlassen hat (PTSD).

      Aber- es ist sein gewählter Beruf. Den er nicht zuletzt deshalb gewählt hat weil er in diesem mehr Geld verdient als ihm das als "Zivilist" je möglich gewesen wäre. Das Risiko war ihm bewusst, und gehört dazu. Und ich denke mal, das es bei 90% der übrigen Soldaten genauso ist. Der Anteil, der dies aus Vaterlandsliebe tut, ist doch eher gering. Und was es genau mit Vaterland zu tun hat wenn man in Afghanistan oder Mali seinen Dienst tut, darüber lässt sich auch diskutieren.....meiner Meinung nach.

      Wenn ein Mensch im Einsatz den Tod findet, ist das tragisch. Aber so ist Krieg, und unsere Soldaten sind freiwillig dort. Ich würde weder zur Bundswehr gehen, noch einen Soldaten zum Partner haben wollen. Und sollte sich in D jemals ein bewaffneter Konflikt ankündigen bin ich die Erste die Mann, Kind, Hund und Papiere ins Auto schafft und türmt. Nach mir die Sinnflut, in diesem Falle. Und mein Sohn geht sicher nicht zur Bundeswehr. Ich mache mir nicht die Mühe und ziehe ihn gross damit ihn irgendwer abschiesst. Dann lieber ein "Feigling". Wie gesagt- meine Meinung.

      Besondere Mitleidsgefühle lösen derartige Fälle nicht bei mir aus. Dann schon eher solche Nachrichten wie kleine Kinder, die mal wieder bei einem Luftangriff "versehentlich" getötet wurden.

      • "Und sollte sich in D jemals ein bewaffneter Konflikt ankündigen bin ich die Erste die Mann, Kind, Hund und Papiere ins Auto schafft und türmt. "
        Ja, das ist doch mal eine realistische Einschätzung... #klatsch#rofl

        • (7) 01.09.17 - 13:25

          Wenn ich früh genug losfahre, klar doch! :-p

          Will sagen, ich würde weder für Volk noch für Vaterland kämpfen und schauen das ich Land gewinne. Wie es ja täglich in anderen Teilen der Welt viele tun.

          Hmmm, das heißt, wenn sich so ein bewaffneter Konflikt "ankündigt" (selten tut er das, so lehrt uns das die Geschichte), dann verlässt Du also Deinen Job, Dein Haus, Deinen kompletten Hausstand, Deine Eltern und setzt Dein Kind ins Auto und fährst... ja wohin eigentlich? In ein Hotel in die neutrale Schweiz? Und wartest dann dort im Hotelzimmer, bis der Krieg nach 5 Jahren wieder aufgehört hat?
          Ja, das klingt sehr realistisch.
          Im übrigen läuft in den allermeisten Fällen NIEMAND, NIRGENDWO auf der Welt irgendwo hin, bevor sich ein bewaffneter Konflikt ankündigt.
          Ganz ehrlich und ich bemühe mich jetzt wirklich höflich zu bleiben, solche Naivchen wie Du, denen das schöne Leben hier in Deutschland auf dem Silbertablett serviert wurde, ohne selbst jemals dafür irgendetwas getan zu haben, die haben nicht den blassesten Schimmer von solch einer Situation, die Du oben zu beschreiben versuchst.

          • (13) 01.09.17 - 14:33

            Ich habe kein eigenes Haus. Meine Eltern leben nicht mehr bzw wären für mich kein Grund mein Leben zu riskieren. Sorry. Mein Job ebenfalls nicht. Und meine Möbel etc....nein. Alles kein Bleibegrund im Zweifelsfall.

            Im Übrigen ziehst du dich an einer Bemerkung hoch (warum eigentlich?) die lediglich etwas überspitzt zum Ausdruck bringen sollte das ich für meine Teil eher fliehen als kämpfen würde.

            Und ja, es gab zB zu Zeiten des sich ankündigenden 2. Weltkrieges Menschen die Deutschland frühzeitig verlassen haben und beispielsweise in die USA emigriert sind. Wahrscheinlich wurden diese von ihren Mitmenschen damals als hysterisch betrachtet. Aber sie lagen richtig.

            Ich habe nicht gesagt das es Flüchtlinge leicht oder einfach haben. Ein Hotelzimmer in der Schweiz wäre sicher auch für uns nicht erreichbar (wer weiss?).

            Warst du denn schon einmal in einer solchen Situation, wenn dich meine Bemerkung offenbar so triggert?

Hallo,

da mich das Thema nicht betrifft und es mich auch nicht "interessiert" lässt es mich, ja, kalt. Die Männer und Frauen wissen, was sie tun, sie wissen, daß sie zum Einsatz kommen können und sie wissen, daß sie sterben können. So ist das Leben :-(

LG

  • Ok, bei Berufssoldaten sehe ich das sogar noch ein. Aber wenn Deutschland (was ich ja nicht hoffe) mal in einen Konflikt kommt, dann sind es auch Wehrpflichtige die dann für die Verteidigung des Landes und der Bevölkerung "den Löffel abgeben"... Die es sich nicht aussuchen. Ich gehe mal davon aus, das da dann mehr Mitgefühl angesagt sein dürfte....

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