Leute die keine Fehler zugeben (können)

    • (1) 02.10.17 - 17:52

      Hallo,
      folgender aktueller Fall:
      Eine Kollegin, gut 60 J. alt, macht normalerweise absolute zuverlässige Arbeit, meistens überperfekt und alles bis ins Detail genau, also teilweise fast übertrieben akribisch - aber es passieren eben auch mal Fehler. Das ist ja eigentlich nicht schlimm, finde ich, denn wo gearbeitet wird, passieren eben mal Fehler.
      Es geht dabei auch nicht um Fehler mit weitreichenden Folgen. Dennoch: Sie kann es einfach nicht zugeben! Sie bringt es nicht fertig, mal zu sagen: "Oh - das hab ich vergessen" oder "Oh ja, da ist mir was passiert"... Nein - sie erfindet dann Geschichten, wirklich an den Haaren herbeigezogen, die zwar wirklich mal so sein könnten, aber doch seehr unwahrscheinlich erscheinen und sicher würde sich nicht ständig sowas zutragen.
      Ich frage mich, was ist los bei solch einem Menschen? Ist das krankhaft?
      Ich könnte es ja noch verstehen, wenn es sich dabei um einen jungen Lehrling handeln würde, der nicht das Selbstbewusstsein hat, seinen Fehler zuzugeben.
      Lange dachte ich, es liegt bei ihr vielleicht daran, daß sie in ihrem Leben noch nie einem anderen gegenüber zugeben musste: "entschuldigung, das war mein Fehler" - sie ist kinderlos, zwar verheiratet - aber ihr Mann funktioniert absolut nach ihren Anweisungen.
      Aber daran liegt es meiner Einschätzung nach wohl auch nicht.
      Ich frage mich manchmal, ob es an mir liegt - ob sie Angst hat vor meiner Reaktion, wenn sie den Fehler zugeben würde. Ich würde sie sicherlich nicht verbal attackieren oder anderweitig bloß stellen - schon gar nicht auffressen.
      Sie arbeitet auf 450,- €- Basis und ist mir "unterstellt" - wobei ich sie trotzdem als Kollegin sehe.
      Gibt es das - in diesem Alter (häufiger), daß man nicht bereit oder fähig ist, zu seinen Fehlern zu stehen?

      • Schönen Abend,

        Ich würde fast sagen so was gibt es in jedem Alter. Ich hab eine Großtante die ist über 80 und würde sich lieber die Zunge abbeißen als zuzugeben dass sie einen Fehler gemacht bzw. was Falsches gesagt hat. Warum? Keine Ahnung...
        Ich selber bin in der Ausbildung zur Erzieherin und hab Lehrer die sind um die 40 und können das auch nicht. Vielleicht haben sie Angst ihr Gesicht zu verlieren? Ich weiß es nicht.
        Aber auch unter uns Schülern (wir sind alle so um die 20) gibt es das zu genüge und ich kann dir sagen, es geht mir so auf die Nerven. :-[

        Aber ich glaube ob man das kann oder nicht liegt auch viel daran wie man es vorgelebt bekommt. Ich hab einmal im Kindergarten einen Fehler gemacht. Ich bin mit eine Kindergruppe "Falsch" über die Straße gegangen. :-) Als ich gesagt habe, dass ich einen Fehler gemacht habe, haben mich die Kinder voll Bewunderung angeschaut. Für die war das auch neu.

        Ich vermute es liegt zum einen am Vorleben, zum anderen am Selbstbewusstsein und sehr Perfektionistischen Menschen fällt das besonders schwer, weil sie eine "Schwäche" zugeben müssten.

        Ich hoffe du kannst mit meiner Antwort was anfangen.
        Lg Hupsa #winke #winke

        • Ja , ich glaube schon auch, dass das besonders perfekten Menschen schwerer fällt als "normalen".
          Beim jüngeren Semester kenne ich das auch durchaus - doch ich bin der Meinung, so um die Lebensmitte rum, sollte man solche "Suchten" doch ablegen - aber manche machen das eben nie.
          Ich find's halt schon daneben, zumal sie sich wirklich wahnsinnig phantasievolle Ausreden einfallen lässt.
          Lg

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    Das hat nichts mit dem Alter zu tun. Ich hatte etliche junge Kolleginnen in einer Dienststelle, die ums Verrecken nicht einsahen, dass sie schuld waren, dass das Netzwerk laufend abschmierte. Der IT-Mensch erklärte es ihnen mehrfach, sie wurden auf Fortbildungen geschickt....nein, sie machten die gleichen Fehler immer wieder. Ich war stv. Admin und bin schier verrückt geworden mit diesen eingebildeten Hühnern. Erst als ihnen der Dienststellenleiter die Versetzung an den Arsch der Welt androhte, gaben sie sich etwas mehr Mühe. Aber sie waren auch bei weiteren Fehlern nie schuld, immer das "Sch**ßprogramm". Sowas ist Charaktersache und nicht altersgebunden. Wenn ich von meiner Schönheit und/oder Fehlerlosigkeit absolut überzeugt bin, mache ich natürlich auch keine Fehler und brauche auch somit keine zugeben. Und glaub mir, viele Lehrlinge heute geben auch keine Fehler zu, die wenigsten sind schüchtern. Rede mal mit Ausbildern verschiedener Fachrichtungen, da wird auch teils ziemlich gestöhnt. Ich würde wohl ganz ruhig zu der Dame sagen, hören Sie endlich auf, mich zu verarschen. Es ist schon persönlich beleidigend, für wie blöd Sie mich halten. Und dann weggehen. Musste ich auch mal tun.LG Moni

    • Wir haben ziemlich viel mit öffentlichem Publikum zu tun - sie kriecht da jedem buchstäblich in den A....!
      Darum bin ich jetzt eher so gemein, daß ich sie mit "eigenen Waffen" schlage.
      Denn würde ich ihr so kommen .... für wie blöd sie mich denn hält..... ich weiß sehr genau, wie sie dies jedem so ganz nebenbei reindrücken würde und mich als die "Böse" hinstellen würde.
      Einerseits denk ich mir: Die Leute kennen uns. Andererseits will ich mich wegen ihr gar nicht groß ärgern oder aufregen - ich werde sie genauso auflaufen lassen, wie sie es getan hat (keine Ahnung ob sie das absichtlich tat, jedenfalls war es absehbar, daß es so kommt) und werde mich danach zuckersüß mit einem Lächeln ihr gegenüber aus der Affäre ziehen.
      LG

      • Das kann man ja immer tun, mit eigenen Waffen schlagen - ist das Beste. Und ein Lächeln ist immer noch die beste Art, die Zähne zu zeigen ;-) stimmt schon.
        Eine Behörde - wie bei mir - ist natürlich anders strukturiert wie ein öffentlicher Betrieb.
        Aber ich hab mir auch nicht die Butter vom Brot nehmen lassen, das kannst Du glauben.
        Rücksicht brauchst Du keine nehmen, sie hat ja auch keine. Und Verständnis? Nö, auch nicht - wofür auch? Du hast ja auch ein Gesicht zu verlieren und da würde ich mich schon wehren.
        LG Moni

        • Ja, vor zwanzig Jahren wäre ich da noch voll in die Offensive gegangen, hätte mir das so nicht erzählen lassen, da wäre ein heftiger Streit aufgezogen.
          Heute bin ich da etwas "emotionsloser", auch mit dem Wissen, dass sich das Blatt mal ganz schnell wenden kann und dann werde ich gaaanz freundlich ihr die Zähne zeigen, während sie innerlich deswegen "implodieren" wird.
          Sie will es eben nicht anders.
          Ich frag mich aber schon einfach, ob das krankhaft bei ihr ist oder einfach nur Boshaftigkeit. Wenn ich bedenke, wie sie mit ihrem Mann umgeht, ihn bloß stellt, abkanzelt und bevormundet. ....wirds wohl von Natur aus eher Boshaftigkeit sein.
          Lg

          • Selbst WENN es krankhaft wäre, kann Dir das egal sein, Job ist Job.....auf einen Beinbruch u.ä. kann man schon mal Rücksicht nehmen, aber nicht auf Klima vergiftende Gemeinheit.
            Aber wenn sie mit ihrem Mann auch so umgeht, ist sie wohl wirklich bösartig- und das geht garnicht.
            LG

"...der nicht das Selbstbewusstsein hat, seinen Fehler zuzugeben."

Da hast Du Dir die Antwort doch schon selber gegeben #pro.

LG

Wie ist an der Arbeitsstelle der generelle Umgang mit Fehlern? Kann sein, dass es der Kollegin leichter fällt, einen Fehler zuzugeben, wenn sie mitkriegt, dass andere ebenfalls Fehler machen und dazu stehen.

  • Hallo,
    der generelle Umgang mit Fehlern ist natürlich so individuell wie die Leute die ihn machen. Im großen und ganzen überwiegen aber bei uns schon jene, die dann auch dazu stehen, wenn sie einen Fehler gemacht haben. Spontan fallen mir da nur drei (von 12) ein, die "niemals Fehler machen ".
    Aber du hast da i-wie recht: wir haben drei Vorgesetzte und derjenige, mit dem sie hauptsächlich zu tun hat, der gesteht auch NIE ein, was vergeigt zu haben, was er aber eigentlich mehr als die beiden anderen tut. Ihm kriecht sie buchstäblich in den Allerwertesten und die zwei sind fast ein Herz und eine Seele - sind etwa im selben Alter und treffen sich auch mal außerhalb der Arbeitszeiten zu einem Kaffee etc.
    Sonst haben hier die meisten die Stärke und das nötige Rückgrat, einfach zu ihren Fehlern zu stehen, wenn einer passiert.

(14) 03.10.17 - 13:45

sorry, dass hat nichts mit "kine Kinder, ihr mann ist so oder so"....zu tun.
Du musst auch noch recht jung sein, um nicht noch mehr Kollegen, Chefs kennengelernt zu haben, die ebensolche Charakterschwächen haben.

Mein Gott, ust ist halt so u d fertig.
Du hast vielleicht auch Stärken/Schwächen, die andere nerven, oder?

Unpünktliche Leute mögen zum bsp. keine extrem pünktlichen Mitmenschen #rofl

lg
lisa

  • (15) 03.10.17 - 17:12

    Ich glaub mir, ich hab in meinem 50jährigen Leben schon allerhand Charaktere getroffen, vom Chef bis zu Kollegen.
    Aber mittlerweile hinterfrag ich eben für mich manches Handeln anderer, das ich früher einfach mit "idiot" abgetan hätte :-p

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