Unterschied Bundesländer

    • (1) 13.10.17 - 19:06

      Seit kurzer Zeit arbeite ich wieder und erstmalig als Erwachsene in dem Bundesland, in dem ich geboren wurde.

      Davor, also direkt nach der Schule habe ich in einem anderen Bundesland studiert und gearbeitet und zwischendurch noch in zwei anderen und wie gesagt, jetzt seit kurzem in meinem Heimatbundesland.

      Und ich muss sagen, es ist so genial! Endlich kann man auf Arbeit Dialekt sprechen und endlich sind alle so wie man selbst!

      Denkt ihr auch, dass die Unterschiede zwischen den Bundesländern, was die Mentalität betrifft, so krass sind? Mir kommt es jetzt im Nachhinein so vor.

      Ich hatte mich oft so fremd gefühlt und dachte oft, es liegt eben daran, dass auf Arbeit eben alles anders ist als zu Hause.

      Und jetzt arbeite ich eben erstmalig als Erwachsene in meinem Heimatbundesland und ich krieg mich nicht mehr ein vor Begeisterung. 😄

      Die Leute ticken so wie ich! Das ist einfach die Mentalität. Ich bin so erstaunt und gleichzeitig erfreut, aber auch so erstaunt!

      Ich habe ganz vergessen, wie es ist, wenn man genauso ist, wie man ist, auf Arbeit und sich nicht einen Millimeter verstellen muss.

      Weil die Leute so reden wie ihnen der Schnabel gewachsen ist und sie sich so verhalten, wie sie eben sind. Was für eine Wohltat.

      • Hallo,

        natürlich sind die regionalen Unterschiede gravierend. Ich lebe und arbeite als geborene Berlinerin nun schon einige Jahre in Ba-Wü. Die Leute kommunizieren anders und haben eine andere Prägung. Dennoch fühle ich mich nicht schlecht und fremd. Ich unterhalte mich gerne mit anderen Menschen und habe eine hohe Anpassungsfähigkeit.

        Nach Berlin würde ich nicht mehr gehen. Nette Menschen kann man überall treffen.

        LG

        Carola

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      Hallo,

      ich hatte schon einige Arbeitsstellen, sowohl in unterschiedlichen Bundesländern als auch in anderen europäischen Ländern. Natürlich gibt es regionale Unterschiede im Wesen der Menschen.
      Meinen Wohlfühl- und Zufriedenheitsfaktor messe ich allerdings nicht daran. Dialekt im Arbeitsumfeld liegt mir nicht. Kollegen, welche mich darauf hinweisen, man höre mir an, dass ich nicht aus der Gegend komme, fallen eher unangenehm auf.

      Allerdings bin ich in einer Branche tätig, in der Mitarbeiter und Kunden sich meistens nicht regional begrenzen.

      LG

      • Ich habe bisher fast nur in Weltkonzernen gearbeitet. Sehr namhafte weltweit bekannte riesige Konzerne.

        Ich kann perfekt Hochdeutsch sprechen, und kann genauso reden wie eine Nachrichtensprecherin. Akzentfrei und perfekt artikuliert.

        Aber ich kann auch drei Dialekte. Und ein Dialekt ist mein Muttersprachen-Dialekt sozusagen.

        Und nun bin ich endlich in einem Weltkonzern, wo die Dialekt sprechenden Leute in der Überzahl sind.

        Und wir arbeiten nicht nur überregional, sondern international!

        Und trotzdem sind die Hochdeutsch sprechenden Leute in der Unterzahl und ich finde das nur noch genial.

        Wir sind alles Vollprofis und jeder kann auch Hochdeutsch, aber es ist jetzt einfach nicht mehr notwendig! Es gibt keinen Grund mehr Hochdeutsch zu sprechen. Und das genieße ich so sehr.

        Es gibt ja zig verschiedene Dialekte und Akzente in Deutschland. Bis auf die Region Niedersachsen spricht ja fast jeder mit irgendeinem Akzent oder hat irgend einen Einschlag.

        Bisher hatte ich es im Berufsleben immer so erlebt, dass man eben Hochdeutsch spricht. Und Dialekte sehr verpönt sind.

        Mit dem Dialekt geht aber auch eine Mentalität mit einher. Und die kann man dann leider nicht mehr mit ausleben.

        Ich hatte mich jahrelang angepasst und nicht weiter darüber nachgedacht. Und nun kann ich mich endlich ausleben und ich kann gar nicht sagen wie glücklich mich das macht 😊

        Sozusagen Heimat im Berufsleben. Das hatte ich bisher noch nie.

        Bisher sprach ich im Berufsleben immer Hochdeutsch. Und die meisten Leute dort auch. Aber ich meine, dass dann auch etwas verloren geht. So eine Art Selbstverständlichkeit im Umgang. Irgendwo bleibt man sich immer ein wenig fremd.

        Ich bin immer davon ausgegangen, dass das daher kommt, dass man sich eben im Berufsleben befindet und man dort eher professionell miteinander umgeht und weniger persönlich.

        Und nun mache ich zum ersten Mal die Erfahrung wie es ist als Profi in einem Gebiet zu arbeiten und trotzdem darf man so sein wie man ist, weil sich alle auch so verhalten.

        "Bis auf die Region Niedersachsen spricht ja fast jeder mit irgendeinem Akzent oder hat irgend einen Einschlag."

        Wie kommst du denn darauf? Niedersachsen geht von der Ems bis an die Elbe, von der Nordsee bis ins Weserbergland. Und glaub mir: In Ostfriesland spricht man komplett anders als im Osnabrücker Land (und dazwischen liegt jetzt keine so endlos große Entfernung!). Nur eines ist in Niedersachsen sicherlich anders als in Baden-Württemberg: Die Ostfriesen KÖNNEN hochdeutsch sprechen - aber sie sprechen ohnehin so wenig, dass es kaum auffällt ;-). Aber bei den Dialekten ist die Vielfalt extrem groß. Der Ostfriese spricht ein ganz anderes Platt als der Oldenburger, im bremer Umland ist es noch anders...
        Allerdings muss ich eines doch noch dazu sagen: Als ich Kind war, galt es als ungebildet, wenn die Kinder in die Schule kamen und nicht hochdeusch sprachen. So wurde in den meisten Familien hochdeutsch gesprochen, Platt sprachen die Erwachsenen nur untereinander. Und somit sind die Dialekte über die Jahre ein wenig in Vergessenheit geraten. Aber ganz ehrlich: Ich habe selbst schon fast überall in Deutschland gearbeitet - aufgewachsen im Nordwesten ging es zum Studium erst einmal in den Osten, dann ganz in den Norden, später dann in den Südosten, in den Süden, und letztlich bin ich in der Mitte Deutschlands hängen geblieben. Aufgefallen ist mir, dass in Norddeutschland wirklich jeder Hochdeutsch sprechen kann und von jedem verstanden wird. Im Süden Deutschlands hab ich das Gefühl, entweder KÖNNEN die Leute sich nicht mit Menschen aus der übrigen Bundesrepublik verständigen oder sie wollen es nicht. In Thüringen konnte ich anfang der 90ger Jahre kaum die Professoren an der Uni verstehen (und auch in der DDR gab es Gegenden, wo Hochdeutsch gesprochen wurde, die innerdeutsche Grenze spielt da eher eine untergeordnete Rolle!), und die Bayern halten sich ohnehin für etwas besseres und machen sich gar nicht erst die Mühe einem Touristen in verständlichem Hochdeutsch den Weg zu erklären.

        Es ist zwar schön, dass Du an Deiner jetzigen Arbeitstelle sprechen kannst, wie Dir der Schnabel gewachsen ist, aber das ganze hat auch zwei Seiten: Was ist, wenn Dein Chef jemanden einstellt, der eben Euren Dialekt nicht spricht. Wie soll der sich in Euer Team integrieren, wenn ihr eine andere Sprache sprecht? Euer Chef kann im Grunde nur Einheimische einstellen, alle anderen dürften sich gleich ausgegrenzt fühlen - und das in einer immer stärker globalisierten Welt...

        LG

        • Na ich habe doch geschrieben, das auch jeder Hochdeutsch kann. Und wenn du mal ein paar Jahre irgendwo lebst, dann kannst du den Dialekt auch verstehen. Also mach dir keine Sorgen, es versteht schon jeder jeden.

          #nanana
          „ Nur eines ist in Niedersachsen sicherlich anders als in Baden-Württemberg: Die Ostfriesen KÖNNEN hochdeutsch sprechen „

          Ja wir Badner können Alles außer Hochdeutsch! Ja und ... Freiburg ist trotzdem überlaufen von Studenten und meine Freunde und Arbeitskollegen die aus den verschiedensten Ländern dieser Erde kommen , verstehen uns alle ;-);-)

          • Das war auch nicht bös gemeint, ich musste nur an diese Werbung denken, die es in BW einmal gab: "Wir können alles, außer Hochdeutsch!" Ich mag die Baden-Württembergischen Dialekte ;-). Und ihr gebt es jedenfalls zu, dass ihr kein Hochdeutsch sprecht. Meine Schwester hatte einmal einen Freund aus Dresden, der wollte ihr unbedingt Sächsisch beibringen, weil das die Ursprungsform des Hochdeutschen sei #kratz. Ihr könnt mich gerne eines Besseren belehren, aber die Sachsen verstehe ich von allen Dialekten Deutschlands am wenigsten, von daher kann mir der Typ viel erzählen. Aber vielleicht hat er auch nur gedacht, weil Sachsen ursprünglich viel weiter nördlich und westlich angesiedelt war, wären Sächsisch das "richtige" Deutsch...

            LG

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