Hoher Verschleiß an Reinigungskräften

    • (1) 02.11.17 - 15:23

      Meine Mutter arbeitet in einem Büro - und der Verschleiß an Reinigungskräften dort
      ist phänomenal. Kaum eine bleibt dort länger als ein Jahr - offenbar weil sie nicht vernünftig arbeiten - oder liegt es einfach auch an den Ansprüchen der Angestellten dort?

      An die, die in Büros oder dergleichen arbeiten -habt ihr ein ähnliches "Problem"?

      Liebe Grüße

      • Hallo - ehrlich gesagt - keine Ahnung. Die Wortwahl "Verschleiß" finde ich auch nicht so glücklich.

        Bei uns im Büro putzt eine Firma, die Wert darauf legt, dass die Mitarbeiter mehrere Objekte kennen, damit, wenn Not am Mann ist, man nicht gleichzeitig noch einarbeiten muss.

        Das ist auch nicht "eine" Putzfrau, die da kommt, sondern eine Kolone mit acht oder neun Putzfrauen und einer Qualitätssicherung, die zwar auch putzt, aber die Arbeit der anderen abnimmt und den Standard sichert. Daher ist bei uns immer in gleichbleibender Qualität geputzt. Daher wundert mich das schon sehr - gerade bei Büros und Arztpraxen, wo man nicht auf jeden Cent achtet, stellt man doch nicht selbst eine Putzkraft ein - was ist, wenn die ausfällt? Die Einarbeitung?

        Putzen ist ein Knochenjob. Bei uns im Büro putzen sie 2,5 - 3,5 Stunden. Davon wirst du nicht reich, ich denke, die zahlen Mindestlohn und hast trotz allem eine Anfahrt, die dich Geld und Zeit kostet.

        Einige der Putzfrauen, die ich dann vom Sehen her kannte, fingen dann in anderen Segmenten zu arbeiten (Spielkasino, Supermarkt, ....). Andere baten, näher am Wohnort eingesetzt zu werden.

        GLG
        Miss Mary

        Hi,

        meiner Erfahrung nach putzen eigentlich alle ganz gut, dass Problem sind die Damen im Büro.

        Die alte Putzfrau taugt nie was, die Neue ist dann ganz toll, die esten 2 Monate, dann finden die auch da was zu nörgeln.
        Meine Beobachtung bei uns im Büro 😉.

        Inzwischen putzt die Firma meines Schwagers bei uns und da wurde dann auch nach ein paar Wochen gemeckert, allerdings war mein Schwager ja vorgewarnt und oft mit vor Ort zur Kontrolle.
        Dann war lange Ruhe und auf ein Mal hätte die Putzfrau geklaut.
        Dumm nur, dass die an dem Tag gar nicht da war, weil kurzfristig erkrankt und mein Schwager selbst geputzt hat.
        Das Diebesgut fand sich dann ganz überraschend doch wieder im Schreibtisch der Dame.

        Also viel liegt auch an den Ansprüchen. Die Damen erwarten dass es im Büro sauberer ist als bei ihnen zu Hause.
        Aber natürlich gibt es auch welche die einfach schlecht putzen.

        Hallo!
        ICh denke es ist von beidem etwas...
        ich arbeite selber als reinigungskraft, früher habe ich selbst welche eingestellt.

        zum einen: ja, die ansprüche gehen sehr auseinander.
        die neue kraft kommt, der arbeitgeber hofft, dass sich die kleinigkeiten schon noch einspielen, die dame lernt, was einem wichtiger ist als vielleicht ihr selber.
        Die angestellte gibt sich am anfang natürlich viel mühe, weil man weiß: je kürzer man da ist, desto eher ist man wieder raus. als langjährige Perle darf man sich eher mal einen Patzer erlauben.
        andersrum kommt auch mit der Zeit der schlendrian...
        "neue BEsen kehren gut" ist ja nicht nur ein ammenmärchen.

        Mittlerweile Arbeite ich selber als Putzhilfe. Zuerst sind die Arbeitgeber zufrieden, froh dass überhaupt jemand da ist, mit der Zeit werden die Ansprüche höher, "dies und das" könne ja auch "noch eben" mitgemacht werden, und wehe man hat etwas übersehen, dann gibt es nur ein "das wissen sei ja wohl mittlerweile" - ja, deshalb passiert das missgeschick ja auch nur einmal im jahr... aber sei es drum.

        mittlerweile gehe ich schon los und denke mir: wenns eben nur zwei probetermine sind, sind es eben nur 4h arbeit. Das hat man ja zumindest, auch wenn es nicht zur Festanstellung kommt. Das einzige was ich nicht mehr mache ist kostenlos probearbeiten.
        Liegt das Geld nicht auf dem Tisch fange ich gar nicht erst an.

        Also ein bisschen ist es wohl system die neuen BEsen möglichst gut zu Nutzen, und andererseits ist es mMn auch die mindere Qualität der zur VErfügung stehenen Kräfte, denn nicht alle, die sich zum Putzen anbieten können das auch... bzw die, die es richtig können gehen an großé Firmen und bleiben da...

        gruß

      • (5) 03.11.17 - 10:16

        Ich glaube das liegt eher daran, dass Reiningungskräfte unter einem extrem hohen Zeitdruckfaktor stehen. Da kam erst kürzlich was auf RTL mit dem Walrafff deckt auf. Bei den Zeitblöcken ist vernünftiges sauber machen einfach nicht zu schaffen, naja und irgendwann beschwert sich ein Kunde und der MA fliegt raus. Vor allem werden sie schlecht bezahlt und die Kunden wollen es auch immer nur billig, billig, billig. Es sollte mehr in die Köpfe, das gute Arbeit auch gutes Geld kostet.

        Zum einen sind die meisten befristet angestellt. Dann handelt es sich hier um einen Mindestlohnsektor und da geht ja nun jeder, der was anderes findet, zügig. Und es gibt zudem wirklich nicht viele, die das gern machen und ihre Erfüllung darin finden.

      • Aus mehrjährigen Erfahrungen mit Reinigungskräften in meinem Job - und weil auch meine Tochter mehrere Jahre in dem Job arbeitete, weiß ich, dass das sehr oft die Schuld von Angestellten ist, wenn es nicht klappt.
        Gut, es gibt vielleicht "faule" Kräfte -aber, wenn eine Putzkraft zu gutmütig ist, wird ihr immer und immer mehr aufgebrummt, oft von angestellten "Damen", die sie als private Putze ansehen und immer mehr wollen. Mehrfach erlebt von früheren Kolleginnen, denen ich oft genug sagte, dass dies und das nicht der Job der Putzfrau ist. Es war ihnen egal bis ihnen die Chefin der Reinigungsfirma auf meinen Hinweis hin den Vertrag auf den Tisch legten, was eigentlich vereinbart war zu putzen.#cool Mehr wurde ja auch nicht bezahlt.
        In unserer Abteilung bekam die Reinigungskraft immer eine Kleinigkeit zu Weihnachten, oder mal einen Nikolaus - es gab nie Probleme. Leider sind Putzkräfte für viele Leute Menschen zweiter Klasse, immerhin räumen sie ja ihren Dreck weg.....
        Meine Tochter musste in ihrer letzten Arbeitsstelle regelmäßig die Hinterlassenschaften von abendlichen "after-work-Saufereien" zusätzlich zum straffen Putzplan wegräumen - ins Klo geschmissene Bierflaschen, der Allgemeinzustand der Tois unter aller....Berge von Geschirr usw. usw.
        Überstunden wurden verlangt, aber nicht bezahlt.
        Sie hat Gottseidank nun schon länger einen besseren Job.
        LG Moni

        Nein, die türkische Putzfrau arbeitet schon sehr lange dort. Ich habe sie noch nie zu Gesicht bekommen und finde, dass sie auch nicht gut putzt. Daran scheint sich jedoch keiner zu stören.

        LG

        Carola

        Hallo,

        Da spielen mehrere und unterschiedliche Ursachen eine Rolle.
        Ich habe mir vor dem letzten Kind ein wenig „Taschengeld“ als Putze in einem Büro verdient.
        Dort waren die Ansprüche definitiv viel zu hoch gesteckt. Zum einen waren Sanitäranlagen einfach alt und versifft, die sollte ich quasi wieder herrichten und wie neu aussehen lassen.
        Fensterbänke und co. Wurden mit Müll und Ordnern zugestellt und irgendwann mal dann und wann abgeräumt und dann gemeckert das dort zu selten geputzt wird...

        Irgendwann wollte man dann ordentlich Geld sparen, Stunden wurden reduziert, aber die gleichen Leistungen erwartet (welche ich weder einhalten konnte, noch wollte, da sie nicht mehr Teil des Vertrags waren).
        Daraufhin wurden mir vermehrt „Fallen“ gestellt, an den unmöglichsten stellen Zucker oder dreck verstreut, mit der Erwartung das ich dies übersehe und man meckern kann, es wurden Teile meines Materials versteckt, damit ich nicht vernünftig arbeiten kann. Das ganze um die Reinigungsfirma um 40% der Kosten zu drücken....
        Das wurde mir irgendwann zu dämlich und ich bin da weg, ich bekomme bis heute noch oft die Bitte das ich zurück komme, haha...

        Von Kollegen habe ich oft von ähnlichen Problemen gehört.
        Dagegen muss man aber auch sagen das sich viele Aushilfen auch gar keine Mühe geben möchten. Viele machen den Job auch nur vertretungsweise, um die Urlaubskasse ein wenig aufzubessern, denen passiert nichts, wenn sie da mal 3-4 Wochen so tun als würden sie den Wischmop schwingen, ihr Geld bekommen sie ja so oder so.
        Und oft wird auch einfach zu viel in zu wenig Zeit verlangt, am besten 100% sauber, aber möglichst wenig dafür zahlen. Leider machen da die wenigsten mal ihren Mund auf und stattdessen wird das gewünschte eben nur 0815 erledigt.

        LG

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