Mahlzeiten eurer Kindheit

    • (1) 04.11.17 - 01:27

      Hallo!
      Meine Mutter hat uns heute ein Frühstück gemacht dass ich ewig nicht mehr gegessen habe. In meiner Kindheit war das etwas ganz besonderes, am liebsten von Oma zubereitet. Ich glaube als Kind schmeckte es mir besser #schwitz Aber es war ein tolles Gefühl das mal wieder zu essen und in alten Zeiten zu schwelgen.
      Das ganze nennt sich "Milch Toast":Milch,Toast,Butter und Zimt & Zucker. Toast mit Butter bestreichen und Zimt & Zucker drauf streuen. Anschließend in kleine Stücke schneiden und in eine Schüssel damit. Die Milch erwärmen und dann über das Toast schütten #koch
      Habt ihr auch solche Mahlzeiten? Gibt es vielleicht auch eine schöne Geschichte dazu?

      Grüße

      • (2) 04.11.17 - 06:11

        Nach dem Tod meiner Mutter ist eigentlich jede ihrer gekochten Mahlzeiten eine Erinnerung geworden. Da sie nie die Rezepte aufgeschrieben hat (und ich nicht wirklich Interesse am Kochen hatte) ist das meiste unwiderruflich verloren. Und selbst das, was man nachkochen kann, schmeckt einfach anders.

        Aber speziell aus der Kindheit: Kliebensuppe. Ein zäher Teig aus Mehl, Ei, Zucker und Wasser wird in Milch gekocht. Mega lecker. (Im Sommer wurde anstatt Milch Waser und Birnen oder Kirschen genommen).
        Und eine Weihnachtserinnerung (die ich dank kleiner Notizen fast nachmachen kann): Mohnpielen. Mohn, Milch, gewürfelte alte Brötchen, Rosinen, Bittermandelaroma, Zucker. Wenn es lang genug steht, dann wird das eine richtig dicke Pampe. Gab es immer spät am Abend, quasi als Nachtmahl.
        Rote Wellwurst mit Sauerkraut und Salzkartoffeln. Das ist nicht schwer, nur diese spezielle Wurst bekommt man hier sehr selten.
        Die Gerichte sind sogar noch von meinen Omas, also aus der Ecke Schlesien und Pommern.

        • (3) 04.11.17 - 09:18

          Das ist das erstaunliche, man kann sich 1 zu 1 an das Rezept halten, alles probieren (selber Laden, selbe Produkte, bei Vollmond gewisse Zutaten sammeln usw.) - es WIRD NIE SO schmecken, wie von der Person ;)

          Und natürlich ist es immer das Beste! Da kommt nichts ran :).

          Vielleicht hat ja jemand Tipps, wie man es doch noch SO hinbekommt ... auf was man noch achten muss? Bei manchem wirklich alles probiert und es hat trotzdem nicht gepasst (Zutaten, Koch/Backzeit ...) - das Händchen desjenigen ist es wahrscheinlich. Aber vielleicht gibt es ja hier Kochprofis, die wissen warum das gleiche Rezept anders schmecken kann ..?!

          • (4) 04.11.17 - 13:25

            Ein oft entscheidender Faktor ist Zeit. Gut Ding will Weile haben. Ich krieg manche Sachen nicht wie mein Mann hin, weil er die Sachen im Zweifelsfall auch 4 Stunden schmoren lässt und ich diese Geduld nicht habe, schon gar nicht im Alltag. Damit meine ich so simple Sachen, wie die Zwiebeln nicht nur glasig werden lassen, sondern warten bis sie anfangen zu karamelisieren. Das kann große Unterschiede machen.
            Ein anderer Faktor könnte gerade bei Verstorbenen sein, dass man in seinem Kopf ein unerreichbares Bild dieses Gericht zusammengeschneidert hat.

            • (5) 04.11.17 - 14:51

              Danke für Deine Antwort :).
              Hab da auch schon die wildesten Theorien gehabt, an den unscheinbarsten Kleinigkeiten wird's liegen (Topf, ..).

              Bei manchem ist es tatsächlich so, dass einem der Geschmack auf einmal in den Mund kommt - woher auch immer und dann würde man so gerne eben GENAU diesen Geschmack haben ;). Bei sind zum Glück nicht alle "Züge abgefahren" und die jeweiligen Köche kann ich Gott sei Dank noch fragen, mir ist halt sehr bewusst, dass das nicht immer sein wird. Aber toi, toi - so solls hoffentlich noch länger bleiben.
              Schönes WE

              Meine Tochter und ich können genau das gleiche zubereiten, z.B. ganz simple Ofenkartoffeln mit Schnittlauchquark. Enkelin Leonie wird IMMER behaupten, dass es bei mir gaaaanz anders schmeckt....öhm....besser#schein Wenn ich sage, dass ich es nicht anders mache als ihre Mama, behauptet sie im Brustton der Überzeugung, dass das nicht so sei. Tja... Ich glaube, das Oma-Phänomen gibt es schon seit vielen Generationen. Ich hab meinem Schwiegersohn auch schon schwäbische Spezialiäten gekocht, die er von seiner Oma sehr liebte. Es war sehr lecker, er futterte auch feste, aber es war eben nur "fast" so gut wie bei seiner Oma. Aber gut, ich war damit ja auch zufrieden :-) LG Moni

              • psst, wenn ihnen zwei Portionen vorsetzen würde, könnten sie nicht erkennen, welche von wem ist. ;-)

                • Sag das nicht! Wenn ich meiner Tochter Reste mitgebe, da ich mich leider meistens immer noch verschätze in der Portionsgröße und sie setzt das Leonie vor, kommt fast immer der Satz "das ist doch von Oma?"......Sie bekommt das definitiv nicht immer mit, weil sie ja in der Schule ist bis nachmittags.:-D
                  Ich denke mal, ich werde ein bißchen anders würzen als meine Tochter, verwende ungefähr die doppelte Menge an Gewürzen als sie.;-) Leonie hat eine feine Nase, sie roch früher auch immer sofort, als ihre Eltern noch rauchten - und meckerte rum #rofl
                  LG

                  • Dann machst du ja doch etwas anders. Ich finde es total schön, wenn es für Kinder so eine Person gibt, bei der das Essen immer am besten geschmeckt hat. Weder meine Mutter noch meine Oma konnten kochen (Maggi, Maggi und Maggi). Ich stelle es mir total schön vor, wenn man sich an die tollen Klöße von Oma erinnern kann oder so etwas ähnliches.

                    • Jetzt muss ich doch lachen. Mein Schwiegersohn sagt auch immer, seine Oma kochte am besten....und setzte aber mal dazu "auch wenn es ab und zu angebrannt war, weil sie nebenher im Garten arbeitete".....
                      Offenbar sieht man Omi doch ein bißchen durch eine rosarote Brille ;-) aber auch das genieße ich. LG

                      (11) 05.11.17 - 13:06

                      Manchmal geht es gar nicht um die Kochkunst oder den Geschmack, sondern einfach um das Gefühl..

                      Arme Ritter mit Nescafé (kein Glanzstück der Kochkunst, dennoch selbst nie soo hinbekommen), hat meine Mama nur gemacht, wenn Zeit war (Sonntags, Urlaub) und das macht den Zauber halt auch noch aus..

                      Oder Omas' urgemütliche Wohnküche mit dem speziellen Geruch, und und und ...

                      Auch mit Maggi und schlechten Köchen gibt's da einiges ;)

              Oh, das kenne ich. Meine Kinder schlagen sich bei Oma den Bauch voll, wenn ich das gleiche Gericht koche, wird es nicht angerührt. Oder noch besser: Meine Tochter war eine Woche bei den Großeltern und hat dort liebend gerne Bohnensuppe gegessen. Als meine Eltern die Kleine wieder gebracht haben, hat meine Mutter bei uns (nicht ich!) noch einmal Bohnensuppe gemacht und wir haben die Reste eingefroren. Irgendwann hab ich die Suppe weggeschmissen, weil mein Kind sie nicht angerührt hat - sie mag keine Bohnensuppe!
              Oder Kohlrabi - meiner Mutter haben die Kids die rohen Kohlräbchen weggefuttert, zuhause rühren sie die weder roh noch gekocht an - ich weiß nicht, was Oma bei rohen, ungewürzten Kohlräbchen anders machen kann als ich #kratz.

              LG

              • (16) 06.11.17 - 15:47

                - ich weiß nicht, was Oma bei rohen, ungewürzten Kohlräbchen anders machen kann als ich #kratz. -

                Na weil es eben von Oma kommt :-p

                Mein Sohnemann hat bei mir nie Apfelmus gegessen. Dabei war das von mir Bio-Äpfeln aus dem eigenen Garten eingekocht. Bääh ne sowas isst er nicht.
                Als er mal ein paar Tage bei Oma war, hat mir meine SE erzählt wie er schüsselweise Apfelmus gefuttert hat. #schock
                Ich wollte darauf hin von ihr das Rezept haben und sie hat mir verraten dass es gekauft aus dem Glas war.
                Ein paar Tage später habe ich ihm genau die gleiche Marke vorgesetzt. Ne schmeckte nicht #gruebel

                Sein Kommentar (er war ca 8 Jahre alt), als ich ihn aufgeklärt habe, dass es genau die gleiche Marke aus dem Supermarkt ist, den werde ich nie vergessen:

                "Ja aber Oma nimmt ihr Herz heraus und würzt noch damit" #rofl#rofl

                Tja, gegen "Herzgewürz" komm ich natürlich nicht an #schwitz

        (19) 06.11.17 - 14:10

        Ich denke es kommt auf allem an. Wir kochen ja schon prinzipiell anders und viele kochen auch nicht jeden Tag (Salat zählt nicht. Hat nix mit kochen zu tun).

        Seit unsere Tochter im beikostalter ist koche ich jeden Tag. Und Gerichte wo ich mindestens ne halbe Stunde in der Küche stehe. Bei manchen auch 2 Stunden und bei Dampfnudeln auch mal den halben Tag. Unter einer halben Stunde bin ich nie fertig mit kochen da ich mir da auch Zeit nehm dafür damit es schmeckt. Bei schnell schnell passieren zu viele Fehler. Man lässt was nicht ausreichend abkühlen oder braten oder oder oder.

        Soviel Zeit haben die meisten ja gar nimmer. Da muss es schnell gehen und darf nur selten über eine halbe Stunde gehen.

        Dann das kochgeschirr. Meine Mutter hatte ihr kochgeschirr nur aus Holz oder Metall. Plastik war da nie vertreten.

        Dann Zutaten: ich hab z.b. Öl zu Hause aber verwende das nie. Nur mein Mann wenn er mal kocht da er Olivenöl bei seinem Fleisch bevorzugt wegen dem Geschmack. Dann schauen ja viele beim einkaufen schon drauf was sie kaufen: möglichst wenig zucler und möglichst wenig Fett. Damals galt fett als den besten geschmacksträger und den besten sattmacher. Da wurde bei den Fleischküchle nicht nur n Spritzer Öl oder n Klecks margarine zum braten verwendet sondern gleich n EL Schmalz oder Margarine und nach jeder Ladung wurde wieder n EL hinzugefügt.

        Dann auch die Wiederholungen. Wir neigen dazu vieles neu auszuprobieren. Damals gab's jeden Tag das selbe. Frühstück und Abendbrot war immer gleich. Zum Mittag immer gekocht und da gabs an bestimmten Wochentagen bestimmte Gerichte. Man probierte öfters mal was beim Gericht aus wenn man die oder hatte dass es mit etwas besser schmecken würde. Es wurde dann nicht gegoogelt und nach einem anderen Rezept gesucht sondern es wurde an diesem einen Gericht immer wieder neu probiert 😉

        • (20) 06.11.17 - 22:49

          Ich habe keihe Ahnung wie das ging, hat meine Uroma aus Schlesien immer gemacht: Mehlsuppe. War ne leckere Süße Suppe.

          • (21) 07.11.17 - 05:46

            300ml Milch mit Zucker und Salz aufkochen. 50ml Milch mit dem Mehl verrühren und unter ständigem Rühren in die kochende Milch geben bis die gewünschte Konsistenz erreichet ist.

            Müsste das sein. Ich kenn das als milchsuppe. Meine Mutter hat das immer zum Frühstück an heilig Abend gemacht. War für uns daher was ganz besonderes weil's nur einmal im Jahr gab 😂

            (22) 07.11.17 - 05:52

            Oder umgekehrt dass man Mehlschwitze macht und dann mit Milch aufgiest, mit zucler süßt und ne Prise Salz und das dann aufkocht.

    (23) 04.11.17 - 22:26

    "Da sie nie die Rezepte aufgeschrieben hat (und ich nicht wirklich Interesse am Kochen hatte) ist das meiste unwiderruflich verloren."

    DAS ist genau der Grund, warum ich letztes Jahr mein Kochbuch angefangen habe.

    Sobald ich ein Gericht "erfunden" oder entdeckt habe und es mindestens 2 mal gekocht/gebacken habe und die Familie das abgenickt hat, wandert es in mein handgeschriebenes Kochbuch - und zwar mit einer "idiotensicheren" Anleitung, damit es nachgekocht werden kann, wenn ich mal nicht da bin.

    Sonst kochte mein Mann nämlich immer mit Hilfe unseres Dosenöffners #zitter.

    Hallo
    Kannst du mir genauere Mengensngaben zu den Mohnpielen geben? Das klingt wie etwas aus meiner Vergangenheit. Danke und liebe Grüße

    • (25) 22.05.18 - 21:38

      Leider nein, ich mache das "frei Schnauze". Aber Google mal, du wirst zig Varianten finden...dazu deine Erinnerungen und es könnte klappen.

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