Musste gerade in mich hinein schmunzeln

    • (1) 07.11.17 - 12:52

      Hallo Zusammen,

      hatte gerade auf der Arbeit zwei Minuten Luft und dachte kurz vor Feierabend schau ich mal schnell noch bei Urbia rein.

      Hier fand ich dann in diesem Forum den Beitrag mit dem Essen aus Kindertagen und musste dann doch innerlich (oder auch äußerlich) schmunzeln.

      Wie oft liest man hier bei Urbia, dass Frau doch arbeiten zu gehen hat, dass die Kinder in der Kita VIEL besser aufgehoben sind, dass alle Frauen, die Hausfrau sein möchten, ein ja doch so gestörtes Weltbild haben. Ja sogar die ganze Emanzipation vernichten.

      Und dann liest man in besagtem Beitrag wie alle von ihrer Oma schwärmen - wie schön es damals war, dass Oma den ganzen Tag mit der Kittelschürze rumgerannt ist - Zeit hatte für 5 Stunden einen Braten zu schmoren - dass Oma Zeit hatte um dies oder jenes zu backen oder einzulegen.

      Fällt Euch was auf ? ;-) :-p

      LG
      Tiffy

      • :-D

        Da sieht man mal, was die (jetzt erwachsenen) Kinder wirklich schön fanden.

        Hallo
        Naja, bei Großeltern ist es ja auch heute,zumindest in meinem Umfeld, nicht ganz selten dass sie im Rentenalter sind ;-) Da sieht das Leben vielleicht generell einfach etwas anderes aus als mit 30 und den eigenen Kindern.
        Schöne Erinnerungen an die Zeit mit meiner Oma habe ich auch. Auch daran dass es bei Oma irgendwie generell etwas anders war als daheim. Aber Zeit zum umfallen hatte sie nicht. Sie hat sich sozial engagiert, wie meine Eltern jetzt auch. Das kostet in ihrem Fall einiges an Zeit und Mühe.
        Ob man es als Kind jetzt auch so toll finden würde wenn die Mutter den ganzen Tag in Kittelschürze daheim wäre...

        LG

        • Da kann ich mich nur anschließen! Omas zu Hause war super. Ich hatte beides, eine die sich sozial engagierte und eine, die ausschließlich zu Hause war. War beides super.
          Mutter als Vollzeit Hausfrau war absolut nicht vergleichbar. Kein Wunder, bei einem super Abi und abgeschlossenem Studium waren Haushalt und Kind trotz ausreichender sozialer Kontakte einfach nicht genug.
          Das war weder für sie noch für uns sonderlich befriedigend.

        • im Rentenalter ja, aber die, die noch können, arbeiten um ihre Rente aufzubessern. Nachdem sie viele Jahre gearbeitet haben (egal ob Frau oder Mann) und einbezahlt haben, reicht die Rente teilweise ohne Zuverdienst nicht aus.

          Die anderen im Rentenalter sind schwer krank, teilweise vor dem Rentenalter und können sich kaum noch selbst versorgen.

          Diejenigen, die ihre Rente zu Hause oder auf Reisen genießen können, sind in meinem Umfeld nur sehr wenige.


          Kittelschürze fände mein Kind jetzt nicht so toll an mir. Dass ich nachmittags und für Termine zu Hause bin, mag mein Kind sehr.
          Ihre Großeltern arbeiten noch Vollzeit (noch nicht Rentenalter) bzw. sind tot (noch vor bzw mit erreichen des damaligen Rentenalters und hat sie nicht mehr kennen gelernt).

          Tolle Erinnerungen an meine Oma habe ich sehr viele.
          Sie war da, wenn meine Mutter arbeitete oder terminlich unterwegs war. Und essen bei ihr war immer lecker :-)

      Hallo!

      Das wir das schön fanden, ist ja die eine Seite, aber fand es die Oma wirklich so schön, den ganzen Tag in der Kittelschürze rumzulaufen und diese nur abzulegen um im Stall die Kühe zu füttern und zu melken?

      Ich denke, wir sind - Gott sei Dank! - in einer Zeit angekommen, wo man versucht, den Kindern optimale Startbedingungen zu geben, ohne sich dabei selbst aufgeben zu müssen. Und ob es unsere Eltern als Kinder wirklich besser hatten als wir, das bezweifle ich doch stark - meine Eltern mussten beide schon früh in der Landwirtschaft helfen, nach der Schule ging es aufs Feld, der Abwasch musste erledigt werden...
      Mein Vater hat seinen Vater im Krieg verloren, meine Großmutter musste Kinder und Landwirtschaft irgendwie managen, Geld war ohnehin knapp. Ein so arbeitsreiches Leben, wie unsere Eltern, haben unsere Kinder Gott sei dank auch nicht mehr. Und wenn ich meinen Vater anschaue: Der hätte das Zeug gehabt zu studieren, das Geld hat aber nur für die Volksschule mit anschließender Ausbildung gereicht. So ist mein Vater Kaufmann geworden, mein Onkel KFZ-Mechaniker, der andere Onkel Landwirt.

      Unsere Kinder haben heute alle Möglichkeiten der Welt, jeder kann Abitur machen und studieren, wenn er den nötigen Intellekt dazu hat. Unsere Kinder werden gefördert wo es nur möglich ist. Möchtest Du für Deine Kinder daheim bleiben, wenn der Preis dafür ist, dass sie nur die Hauptschule besuchen und mit 15 eine Ausbildung beginnen?

      Abgesehen davon arbeiten meine Eltern auch nicht mehr, meine Mutter kocht und backt genauso viel wie ihre Mutter vor 40 Jahren - was fehlt meinen Kindern da? Und meine Mutter ist schon vor 45 Jahren nicht jahrelang mit uns Kindern daheim geblieben, sie hat fast durchgehend gearbeitet, wir waren bei einer Haushälterin, dann in Kindergarten und Schule...

      LG

      • "aber fand es die Oma wirklich so schön, den ganzen Tag in der Kittelschürze rumzulaufen und diese nur abzulegen um im Stall die Kühe zu füttern und zu melken?"

        #pro

        Meine hatte extra "Stall-Kittelschürzen" - und schwarze, wenn sie mit anderen Landfrauen bei Beerdigungskaffetafeln half sowie dto. weiße für Hochzeiten im Dorfgemeinschaftshaus.

        Was auch nicht gesehen wird: Man lief bei der "Oma/Mama in Kittelschürze" oft auch einfach "so mit". Meine Großmutter hatte einen Beruf: Landwirtin. Und hat dazu noch einen Haushalt mit sechs Kindern und zwei ihrer Tanten im hohen Seniorenalter (inkl. späterer Pflege) gewuppt. Später lebten sowohl ich als auch ein Cousin von mir nach der Scheidung unserer Eltern einige Jahre bei meiner Oma, daher hatte ich bei meiner Oma ein wenig mehr Alltag als andere Kinder.

        Da wurde sich nicht stundenlang zu den Hausaufgaben oder Bastelarbeiten dazu gehockt, die Zeit hatte sie gar nicht. Wenn es ans Melken, Ernten, Waschen, Putzen, Essen Zubereiten ging, wurden wir Kinder schon sehr früh mit eingespannt. Zum einen um ihr echt Arbeit abzunehmen, zum anderen, weil wir dann unter ihrer Aufsicht sinnvoll beschäftigt waren und sie trotzdem ihrer Arbeit nachgehen konnte.

        Meine Oma hätte jedoch sehr gern mehr als die Volksschule besucht und sicherlich auch gern ab und an ein bisschen weniger dieser harten Arbeit gehabt.

        LG
        o_d

    Ich habe genauso viele schöne Erinnerungen an meine Mutter, die mich und meine Geschwister allein groß gezogen hat und deshalb arbeiten gehen musste. Ich habe mich stets geliebt und umsorgt gefühlt und bin heilfroh, dass sie nicht den ganzen Tag Kittelschürze getragen hat und jetzt als Renterin, Kinder alle aus dem Haus, noch andere Lebensinhalte hat als zu putzen und zu kochen.
    Was ist denn aus den ganzen Kittelomas geworden? Waren sie im Alter glücklich? Haben sie ein auch für sie selbst erfülltes Leben geführt? Hatten sie zu Opa eine Beziehung auf Augenhöhe? Ist sie finanziell abgesichert gewesen, nachdem Opa dann doch die Sekretärin ohne Kittelschürze fesch fand oder auf seinem Sessel einen Herzinfarkt erlitt, weil er lebtags mit Braten, Knödeln und Selbstgebackenen gemästet wurde?

    Kann ja jeder machen wie er will, nur ich würde jetzt nicht aus nostalgischen Gründen ein Lob auf die Hausfrau, die stets und ausschließlich für ihre Lieben da ist, singen wollen.

    #winke Die Alltagsprinzessin

    Da frag ich mich erstmal, ob alle Omas das auch so schön fanden, als Lebensinhalt nur Haushalt, Kindererziehung und Kochen/Backen haben zu können. ;-)

    (10) 07.11.17 - 15:17

    Meine Oma hatte Nebenerwerbslandwirtschaft, keinen Trockner, keine Waschmaschine, keinen Geschirrspüler -dafür vier Kinder Haus und Hof und Tiere zu versorgen.

    Lebensmittel eingelegt hat sie nicht weil ihr sonst langweilig gewesen wäre sondern weil nur das nötigste im Supermarkt gekauft wurde- Geld war Mangelware.

    Ich habe sicherlich mehr Zeit um mit den Kindern zu spielen oder aufwendige Gerichte zu kochen wie sie es hatte. Obwohl ich halbtags arbeite.

    Lg

    • "Ich habe sicherlich mehr Zeit um mit den Kindern zu spielen oder aufwendige Gerichte zu kochen wie sie es hatte. Obwohl ich halbtags arbeite."

      #pro

      Meine hatte zwar eine Waschmaschine, aber in der Waschküche war immer noch der steinerne, feste Bottich mit Feuerstelle untendrunter, in dem sie bis in die Sechziger hinein gewaschen hat.

      LG
      o_d

(12) 07.11.17 - 16:38

Meine Oma trug auch immer Kittelschürzen - es gab die "Werktagskittelschürze" und die "Feiertagskittelschürze" (Feita-Gwand auf bayrisch).
Meine Mutter macht es bis heute so... ich habe noch NIE in meinem Leben eine Kittelschürze getragen (nicht mal im Fasching)... also meine Enkel werden das nicht erleben - leider.
Einen Braten bekommen sie dann trotzdem mal!
LG:-D#huepf

(13) 07.11.17 - 19:01

Ja, wir würden gern alle nochmal Kind sein!
die Erinnerungen sind da aber meist schöner als es damals die Realität war.

Vor allem die Realität von der Oma würde ich nicht haben wollen.
Meine Kinder werden sich an andere schöne Sachen erinnern müssen.:-p

Nur nicht zu pauschal schlussfolgern. Ich habe jetzt keine so nostalgischen Erinnerungen an Omas Essen. Ich kann Omas Essen in jedem Wirtshaus wieder bestellen. Von daher tue ich da nichts romantisieren.

Und meine Oma war immer berufstätig, auch mit über 70 noch. Und warum? Weil sie es geil fand. Und DAS liebe ich an meiner Oma. Viel mehr als ihr Essen.

Die Eigenschaften, die ich an meiner Mutter und an meiner Oma am meisten schätze, sind die Emanzipation, die Selbständigkeit, die Unabhängigkeit und die Einstellung zur Arbeit.

Die positive Einstellung zum Thema Arbeit. Dass sich identifizieren mit Arbeit und das gerne arbeiten gehen, der Fleiß, das Engagement, der Ehrgeiz. Und trotz allem bodenständig bleiben und positiv denken.

Das Essen ist ja schön und gut, aber ich könnte gar nicht jeden Tag mehr so etwas essen. Damals gab es das auch nicht jeden Tag. Sonntags gab es die deftigen Mahlzeiten. Unter der Woche gab es nicht so große deftige Sachen. Nur sonntags wurde groß aufgekocht.

Unter der Woche gab es einfache Dinge. Und das finde ich auch gut. Meine Oma isst heute noch zum Abendbrot einfach ein Butterbrot. Sonst nix. Und zum Mittag irgendetwas schnelles. Nur sonntags gibt's was Gutes.

Nur weil ich in diesem Thread, von dem du sprichst, was geantwortet habe, heißt es ja nicht, dass damals jeden Tag groß aufgekocht wurde und dass mir das jetzt fehlt.

Also bitte nicht so allgemein schlussfolgern.

  • Bin ganz bei dir.

    Klar vermisse ich Omas gebeizten Lachs. Den gab es aber nicht TROTZ, sondern WEGEN ihrer Berufstätigkeit. Sonst hätte sie sich den nämlich nicht leisten können. Schon gar nicht, nachdem Opa nach 25 Ehejahren mit der Nachbarin abgehauen ist und Oma ohne einen Pfennig hat sitzen lassen. Als Hausfrau wäre sie sowas von aufgeschmissen gewesen. Zum Glück kam sie aus ganz kleinen Verhältnissen, in denen es Standard war, dass die Frauen die Familie (mit-)ernährten und arbeiten gingen. Egal, ob mit Viehhaltung, Gemüsegarten und Zimmervermietung oder als Mägde auf dem Bauernhof, im Herrschaftshaus und in der Fabrik.
    Das Wichtigste, was ich von Oma und Mutter gelernt habe, sind keine Kochrezepte - sondern, dass eine Frau immer selbst in der Lage sein muss, sich (und ihre Kinder) durchzubringen. Im Zweifelsfall ist man selbst nämlich der einzige Ernährer, den man hat.

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