Darstellung des Familienlebens im Internet z.B. YouTube

    • (1) 22.11.17 - 09:41

      Huhu,
      Ich würde mal gerne eure Meinung zu folgendem Thema hören:
      Blogs gibt’s ja schon ewig, Vlogs hingegen kenne ich (*schäm*) noch nicht sehr lange. Ich bin drauf gestoßen, weil meine Mutter mir immer von einem Elternpaar erzählt hat, welches mit ihrem Baby eine Weltreise gemacht hat. Sie hat sich die Videos regelmäßig angesehen, konnte sich zwar nicht damit identifizieren, fand es aber interessant.
      Also hab ich mir auch paar der besagten Videos angesehen, war aber überhaupt nicht mein Fall. Aber dadurch bin ich auf verschiedene andere YouTuberinen gestoßen, die ihren Familienalltag per Video festhalten und als Vlog online stellen. Ich gebe zu, dass ich mir eine zeitlang immer mal wieder diese FamilienlebenVlogs angeschaut habe, da ich es interessant fand, wie es andere machen und man ja irgendwie Mäuschen war.
      Mittlerweile schaue ich mir diese Viedeos nicht mehr an, da meiner Meinung nach 24 h gefilmt wird und immer nur das schönste zusammengeschnitten wird und so heile Welt vorgespielt wird. Also ein perfektes Familienleben ohne Konflikte, dass was es nicht gibt, es sei denn alle sind high #rofl. Ist mir natürlich klar, dass kein Streit gezeigt wird. Was mich auch erschreckt hat, viele Kommentare kamen von Minderjährigen. In etwa so... ich bin Lara 14 und möchte bald auch so eine schöne Familie haben wie du.... USw.
      Wie findet ihr diese Zurschaustellung des eigenen Familienlebens? Schaut ihr euch solche Vlogs an?

      P.s. Mir ist klar dass die Mamas so ihr Geld verdienen;-)

      Ich freu mich über eure Meinungen

      #winke

      • Ich habe es schon früher irritierend gefunden, dass manche Menschen jeden Mist mit einer Filmkamera festhalten müssen. Besondere Familienereignisse, gerne, aber auch nur für die Familie. Dass man das heute auch noch ins Netz stellt - und sich dann aber gleichzeitig aufregt über Mißbrauch von Fotos/Filmen im Internet, das ist schlicht widersinnig und dumm.
        Sein ganzes Leben in einem Blog zu präsentieren ist eine Selbstdarstellungswut, die mir fremd ist - und meiner Familie auch. Besonders verlogen, weil man ja nur Geschöntes präsentiert. Mich interessieren auch die Promi-Selbstdarstellungen bei fb usw. nicht.
        Verarschen kann ich mich selber.
        Meine Tochter und ich sind regelmäßig damit beschäftigt, meiner Enkelin klarzumachen, dass die "Youtuber" auch nicht so sind, wie sie es darstellen. Leonie ist bald 11 und glaubt eben noch vieles. Allerdings konnten wir durch andere Beiträge im Netz schon oft beweisen, dass diese Youtuber-Ideale auch nur mit Wasser kochen.
        LG Moni

        (3) 22.11.17 - 10:32

        Hallo,

        ich sehe daran nichts Schlimmes.
        Viele Menschen weisen voyeuristische Bedürfnisse auf und dann gibt es Menschen, die diese Bedürfnisse mit ihrem Exhibitionismus bedienen. :-) Medien sind dazu da, die Plattform dafür zu liefern.
        Da geht es um viele Dinge wie Anteilnahme, Identifikation, Wunsch nach heiler Welt, nach Selbsterfahrung, nach eigenen Erfahrungen mit anderen teilen, Selbstentäußerung, Wunsch nach Zugehörigkeit. Ja, auch gerade bei Youtube und Co. um den Communityaspekt.

        Urbia ist im Prinzip auch nichts anderes, außer, dass das Ganze in Schriftform stattfindet: Würde mal behaupten, der Anteil der Voyeure und Exhibitionisten hält sich hier perfekt die Waage :-)

        LG

        (4) 22.11.17 - 11:25

        Eine ziemlich große Youtube Mutter wohnt in meiner Nachbarschaft.

        Ich sehe sie selten, aber ich sehe ab und zu "Fans" die dort rumlungern......eingebrochen wurde auch schon, als sie aus dem Urlaub filmte.

        Der Verlust der Privatsphäre ist schon ein Preis, den man bereit sein muss zu zahlen.
        Für mich wäre das nix.

      Hallo
      Ich bin eine Zeit lang auch bei dem ein oder anderen Kanal hängen geblieben, ich bin jedoch durch bestimmte Themen (zB. Stoffwindeln) dort gelandet.
      Für den Zuschauer wohl nicht mehr oder weniger "sinnvoll" als viele TV Sendungen oder Filme.
      Denkt man mal mehr drüber nach finde ich es den Kindern gegenüber teilweise mehr als verantwortungslos. Selbst wenn die Gesichter verpixelt sind, man zeigt den gesamten Grundriss des Hauses, die Umgebung, das Auto,...
      Meine Schwester hat mir mal so ein richtiges negativ Beispiel geschickt. Da hat die Mutter das 4 oder 5 jährige Kind gefragt wie es denn dazu steht dass die Familie YouTube Videos macht. Die Antwort ging in die richtig "cool". Die Mutter nickte dann völlig selbstüberzeugt in die Kamera und meinte: seht ihr, stört sie nicht! Weil ein Kind in dem Alter ja auch schon weiß was das bedeutet #klatsch
      Ich lese mittlerweile lieber mal Blogs, aber auch da ist es teilweise echt schwer durch die Werbung und sonst was mal was echtes zu finden.

      LG

    • Natürlich werden die schönen Szenen gezeigt. Dass es nicht immer überall harmonisch ist, ist klar.

      Jeder hat mal Sorgen, Ängste, benutzt mal ein Schimpfwort.

      Aber ich finde anders herum, dass Du ziemlich negativ an den "allgemeinen" Familienalltag ran gehst #kratz.

      Ich meine, warum müssen alle high sein, wenn es wirklich läuft? Es gibt sicherlich sehr viele Familien, in denen sich die Familienmitglieder gut verstehen, Streit eher weniger vorkommt, weil man wirklich sprechen, Kompromisse schließen und einander verstehen kann und wo man gegenseitig mit Rücksichtnahme zusammen lebt.

      Deshalb ist man nicht high oder verheimlicht schmutzige Details im Familienleben. Manche Leute sind einfach auch mal über einen längeren Zeitraum glücklich ohne groß Streit und Zwist.

      Ist das für Dich so schwer zu glauben?

      Ich hab mir auch immer eine schöne Familie gewünscht und habe diese auch, man unterstützt sich gegenseitig und lebt gern zusammen und Streit - na ja, kommt wohl auf die Kommunikationskultur an, ob man nun streiten "muss" oder ob man Probleme und Meinungsverschiedenheiten auch mit Verständnis und Kompromissen klären kann.

      Ich finde eher toll, dass junge Menschen Familienvorbilder zu sehen bekommen, an denen sie sich orientieren können und zumindest die besten Infos für sich selber raus suchen können. Und wenn sie dann mal Familie haben, können sie viel besser austesten, was für sie passt und was nicht.

      Das ist doch was tolles. Viel besser als so manche Herkunftsfamilie als Vorbild, von denen man hier liest (guck mal in Partnerschaft - die Kids haben es meistens nicht leicht).

      LG
      monkiwi

      • M.M. nach stellen sie kein „normales“ Familienleben dar. Natürlich ist es schön sich eine heile Welt anzuschauen. Meine Bedenken gehen eher in die Richtung, dass man sich das als junges Mädchen, Frischgebackene Mutter oder auch Mehrfachmutter anschaut und denkt... ja genauso gehört sich das. Das ist das perfekte Familienleben. Kein Dreck ( oder die Unordnung stört nicht), die Kinder sind immer brav, schön angezogen, mit dem Mann gibt es nie einen Konflikt usw. Man stellt hohe Anforderungen an sich, dass es vielleicht auch so perfekt läuft. Dann stellt man nach einer Zeit fest, dass es nicht so klappt wie gezeigt und zweifelt an sich und denkt man macht was falsch.
        Natürlich gibt es Familien in denen es harmonischer zu geht als in anderen. Die Vlogs von denen ich spreche, zeigen aber nie eine andere Situation. Z.T. Werden auch kritische Komentare gelöscht.
        Für meinen Teil sind diese Vlogs nichts anders als eine Art MiniSerie oder Film, mit dem Unteschied, dass Drehbuchautor, Regisseur, Kameramann und Darsteller alles die selben Personen sind ;-)

        Lg

        • "Kein Dreck ( oder die Unordnung stört nicht), die Kinder sind immer brav, schön angezogen, mit dem Mann gibt es nie einen Konflikt usw."

          ;-) - Und wenn ich Dir jetzt sage, dass es bei mir z. B. genau so ist, glaubst Du das auch nicht. Also warum weiter diskutieren?

          Ich bin nicht Deiner Meinung und finde es gut, wenn man an sich die Anforderung stellt, ein sauberes Zuhause zu haben, erzogene Kinder (klaro schön angezogen, wie denn sonst #augen) und keine Streits - weil man sich einfach respektvoll verhält und Diskussionen mit dem Mann auf Augenhöhe und nicht von einem festgefahrenen Standpunkt austrägt.

          Nein, natürlich - alles gespielt und unvorstellbar #augen.

          • Jede Meinung ist willkommen, sonst hätte ich nicht danach gefragt ;-)

            Ich glaube im Übrigen sehr wohl, dass es bei dir genauso ordentlich ist wie bei mir.

            In einem Punkt muss ich dir aber widersprechen:
            Streit muss nicht anschreien, respektlos oder nicht in Augenhöhe miteinander umgehen bedeuten. Es ist natürlich und normal, dass man auch mal anderer Meinung ist und nicht direkt einen Kompromiss findet. Insbesondere innerhalb der Familie, da ist ja viel auf der Emotionsebene und nicht auf der Sachebene wie z.B. im Berufsleben. Mir ist durchaus klar, dass es kontraproduktiv ist solche Szenen zu filmen und zu zeigen. Und da liegt ja m.M. nach das Problem. Dem Zuschauer sollte klar sein, dass ein zensiertes Familienleben gezeigt wird, dass ggf. vorher abgesprochen wurde, was gesagt und getan wird und nur die schönsten Szenen gezeigt werden. Halt eben wie im Film 🎥.

            Ich möchte dich auch gar nicht umstimmen, wenn du die Vlogs gerne schaust, dann ist das ja völlig in Ordnung. Ich hab sie mir -wie schon geschrieben- auch eine Zeit lang angeschaut.

            • Ich schau gar keine Vlogs - ab und an stolpere ich mal über ein Video ;-).

              Nur Deine Negativ-Darstellung war genau so einseitig, wie die Positivdarstellung der Vlog-Posts :-p.

              Ich nehme mir aber doch lieber ein Beispiel an den positiven Posts und nicht an den negativen und klopf mir dann auf die Schulter nach dem Motto: "Jupp, so kacke geht es bei mir auch zu." #rofl

              • So Negativ finde ich es gar nicht, dass ich sage diese Vlogs sind nichts anderes als Serien oder Filme #schein
                Man sollte diese Vlogs halt nicht blauäugig gucken sondern auch hinterfragen, ob wirklich alles so ist wie gezeigt.

                #winke

                • Das nennt man auch "das Haar in der Suppe suchen" ;-).

                  Wie gesagt, man sollte mitnehmen, was man daraus gutes lernen kann - aber sich überlegen, was da alles im verborgenen schimmelt, ist mir persönlich zu negativ.

        (14) 22.11.17 - 14:10

        Hallo,

        ich mag mich täuschen, aber RTL und Rotz bieten doch dafür dann das zugehörige Kontrastprogramm.

        Ich sag auch mal vorsichtig: Man kann sich vielleicht von Medien die ein oder andere Anregung zur Lebensführung holen.
        Aber wer sich davon verunsichern oder gar unter Druck setzen lässt, mit dem stimmt einfach selbst was nicht.

        LG

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