Kondolieren?

    • (1) 11.12.17 - 21:24

      Folgende Situation. Ich habe von einer Freundin erfahren, dass der Mann einer gemeinsamen Bekannten verstorben ist. Ich habe mit ihr studiert, da waren wir lose befreundet. Nach dem Studium hatten wir noch eine Weile Emailkontakt, der dann aber im Sande verlief. Und jetzt habe ich seit über zehn Jahren nichts mehr mit ihr zu tun. Ich habe ihren Mann nie getroffen. Ohne meine Freundin wüsste ich gar nicht, dass sie verheiratet war, ein Kind hat, zur Zeit schwanger ist... und jetzt eben verwitwet (mit nicht mal 40).

      So. Würdet ihr kondolieren? Und wenn ja, was würdet ihr schreiben? Standardtext? Und soll ich unterschreiben mit "M + Familie"? Sie hat ja auch meinen Mann und Kinder nie getroffen.

      • Müssen musst du gar nicht. Ob deine Bekannte in ihrem Zustand überhaupt registriert wer was schreibt ist fraglich.
        Ich allerdings würde es wohl tun. Wenn es mich trifft was einer Bekannten passiert ist, dann würde ich entsprechend reagieren...

        Da es dich ja reizt es zu machen, würde ich es tun.

        Als meine Tochter starb, bekam ich eine sehr persönliche Karte von einer Mitschülerin aus der Ausbildung (also auch jahrelang kein Kontakt und nicht wirklich befreundet).
        Das war mit die schönste Beileidsbekundung. Sie wird es registrieren.

        Wenn du ihr dein Mitgefühl aussprechen möchtest, weil es dir am Herzen liegt und nicht aus einem moralischen Pflichtgefühl heraus, dann solltest du es tun.

        Vielleicht ähnlich, wie du es hier geschrieben hast. Dass du ihren Mann nicht kanntest, ihr lange keinen Kontakt hattet, du aber jetzt im Gedanken bei ihr bist. Ich denke auch, dass das bei ihr ankommen wird. Vielleicht nicht jetzt, aber irgendwann.
        Nach dem Tod meines Opas waren für mich die Karten mit Standardtexten, die halt geschrieben werden mussten von Nachbarn, Bekannten und so weiter, richtig schlimm. Auf die hätte ich gerne verzichtet. Ebenso die zehn oder zwanzig Euro, die drinlagen, weil man das halt so macht. Die wenigen Karten, die mich wirklich berührt haben, waren kurz, irgendwie 'hilflos', aber die waren echt. Das Wissen, dass da jemand an einen denkt ist sehr viel wertvoller als schöne Floskeln.

        • Ok, vielen Dank.

          Dann werde ich ihr wohl einen persönlichen Brief schreiben. Fühlt sich für mich auch am besten an. Ich war halt nur hin- und hergerissen, weil ich nichts falsch machen will. Ich will es nicht noch schlimmer für sie machen, andererseits ist es auch doof, auf ihren Verlust nur mit Schweigen zu reagieren.

          Vielen Dank für eure Standpunkte.

      10 Jahre ist sie dir egal, die nächsten 10 Jahre wäre sie Dir auch egal. Ohne die Freundin wüßtest Du nichts, also warum kondolieren?

      • weil Menschen nun mal so sind. Kennst den Spruch: was ich nicht weiss, macht mich nicht heiss.
        Wenn man aber was weiss, dann möchte man.... reagieren. Manch mal jeden falls

        • Ja klar kenn ich das, aber das ist so geheuchelter Mist, mag ich nicht.

          Wenn ich mit jemanden seit Jahren nichts zu tun habe und der kommt dann mit ner Trauerkarte um die Ecke, finde ich das sogar irgendwie frech und unverschämt. Jahrelang ist man sich egal und wenn einer stribt, macht man auf Mitgefühl, um das Gewissen zu beruhigen.
          Och nö!

          • es muss doch nicht zwangs läufig geheuchelter Mist sein. Evtl. lebt das Ganze ja wieder auf.

            Manchmal verliert man den Kontakt, na und??

            Natürlich ist ein Sterbefall ein trauriger Anlass wieder Kontakt aufzunehmen, sich zu melden.

            Aber wenn man die Person, nach 28 Jahren im Lidl trifft und sich gut unterhält, und spontan zum Geburtstag einlädt, der 3 Wochen später ist..........was ist dran verkehrt?

            So passiert mit Susanne und mir, haben uns seit 1988, Schulentlassung nicht mehr gesehen. Anderer Freundeskreis, umgezogen, sehr früh geheiratet und Kinder bekommen. Ihre Mädels sind über 20 Jahre alt, meine Jungs 7 und 11.

            Jetzt halten wir über WA Kontakt.

            Manchmal verliert man sich einfach aus den Augen.

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