Ärger um die Frage wegen Nachwuchsplanung

Ich war heute erschrocken, als ich von einem Arbeitgeber gefragt wurde, ob ich Kinder haben möchte und überlegte kurz und sagte ihm ehrlich, dass ihm das nichts anginge und er diese Frage nicht stellen durfte. Dann argumentierte er das damit, wenn er Mitarbeiter langfristig (er redete von 20 Jahre) sucht, dass er dann keine Lust hätte, erneut auf Mitarbeitersuche zu gehen, falls ich wegen Schwangerschaft ausfiele:

Wie hättet ihr reagiert?

Es war ein Vorstellungsgespräch, weil ich einen neuen Arbeitsplatz suche.

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Dass ich derzeit Single und Kinderlos bin, geht ihm bis auf "Ledig" auch nichts weiter an, wegen der Steuerklasse.

Akkusativ. Es geht IHN nichts an.

Diese Frage ist tatsächlich rechtlich nicht zulässig und Arbeitgeber, die diese Frage stellen, disqualifizieren sich damit selbst. Ich würde dort sowieso nicht anfangen wollen, weil dieser Arbeitgeber vielleicht auch andere Rechte nicht einhält und ich bei einem Arbeitgeber, der ein Diversityproblem hat, ganz sicher nicht beschäftigt sein möchte.

Die Antwort, das ihn Deine Familienplanung nix angeht, ist zwar fachlich korrekt, hilft Dir aber nicht bei der Jobsuche. Ich würde stattdessen schamlos und völlig legal lügen.
- ich bin lesbisch
- meine Schwester hat 12 Kinder auf die ich regelmässig aufpasse, das reicht völlig
- ich kann durch eine tragische Erkrankung keine Kinder bekommen
- ich hasse Kinder

Such' Dir was aus ;)

Grüsse
BiDi

Lügen halte ich im Vorstellungsgespräch für völlig falsch. Immerhin möchte ich doch auch bei einem Arbeitgeber arbeiten, wo ich mich nicht verbiegen muss. In dem Fall hätte ich später als Mitarbeiter sicher ständig Gewissensbisse und Angst, falls ich dann doch mal schwanger werde.
Ich würde in jedem Vorstellungsgespräch immer sagen, wie meine echte Einstellung ist. Auch zu Fragen, die man eigentlich nicht beantworten müsste. Wenn ein Arbeitgeber mich nicht will, weil ich eventuell mal in 10 Jahren Kinder bekommen könnte, dann ist das sein persönliches Pech.

Das ist eine durchaus freundliche Einstellung, aber es geht hier um eine Geschäftsbeziehung. Von daher sehe ich nicht, was Du mit 'Verbiegen' meinst. Meine Familienplanung hat nichts, aber auch gar nichts mit dieser geschäftlichen Beziehung zu tun.
Und: Auch Arbeitgeber lügen in Vorstellungsgesprächen. Selbst wenn ganze Abteilung gekündigt haben und die Hälfte der Belegschaft wegen Burn-Out in Behandlung ist, werden sie von der angenehmen Arbeitsatmosphäre erzählen. Selbst wenn sie keine Ahnung haben, wie sie die Gehälter bezahlen sollen, wenn das aktuelle Projekt abgeschlossen ist, werden sie von glänzenden Geschäftsaussichten schwärmen.
Ein Vorstellungsgespräch ist ein Verkaufsgespräch - kein Date. Und wie in jedem Verkaufsgespräch muss man zwischen den Zeilen lesen. Ein AG, der schon im Vorstellungsgespräch klar macht, das er kein Bock auf schwangere Mitarbeiterinnen hat, würde bei mir auf der Liste der potentiellen Arbeitsststellen sehr weit nach unten rutschen. Das ist ok, sofern noch weitere Kandidaten auf der Liste stehen. Dieser Luxus ist aber nicht immer gegeben. Manchmal nimmt man besser die schlechte Wahl und schaut dann weiter.
Aber man verbaut sich nicht einfach die Chance, weil es in 1 - 10 Jahren Probleme geben könnte.
Mal ganz abgesehen davon, ist das Nichtstellen der Frage nach der Familienplanung keinesfalls ein Indiz dafür, das der AG einer eventuellen Schwangerschaft entspannt und wohlwollend gegenübersteht.

Grüsse
BiDi

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Du hast Recht, dass es den Arbeitgeber nichts angeht, ob du Kinder haben möchtest oder nicht. Aber deine Antwort finde ich ungeschickt. Ich hätte einfach "sind nicht geplant" gesagt, egal ob das stimmt oder nicht. Mit deiner etwas patzigen Antwort, hast du dir vermutlich die Chance auf diesen Arbeitsplatz nicht gerade erhöht.

LG
memo

Hallo,

ich finde, Du hast alles richtige gemacht. Ein AG, der nicht weiß, daß man so eine Frage nicht stellen darf, bzw. dies doch geschickt ausnutzebn möchte, hat eine solche Antwort einfach verdient.

LG

Ich hätte schamlos gelogen, wenn die Familienplanung noch nicht abschließend geklärt ist. Eine ehrliche Antwort kann kein Arbeitsgeber erwarten.

Ein knappes "Kinder sind keine geplant ". Falls man dann doch drei Jahre später schwanger ist hat man sich eben umentschieden.

Der AG scheint nicht ganz professionell zu sein, wenn man sich so seine Argumentation anhört.